Leserunde zu "The Book Eaters" von Sunyi Dean

Darfst du Menschen opfern, um das Leben deines Sohns zu retten?
Cover-Bild The Book Eaters
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Sunyi Dean (Autor)

The Book Eaters

Wie viele Menschen würdest du opfern, um dein Kind zu retten? Ein düsterer Fantasy-Roman

Axel Franken (Übersetzer)

Dieses Buch gibt es in zwei Versionen: mit und ohne Farbschnitt. Sobald die Farbschnitt-Ausgabe ausverkauft ist, liefern wir die Ausgabe ohne Farbschnitt aus.

In den Mooren Yorkshires lebt eine geheime Gruppe von Menschen, für die Bücher Nahrung sind, die alles verschlingen, was darin steht. Devon gehört dazu - bis ihr Sohn mit einer dunkleren Art von Hunger geboren wird: nicht nach den Geschichten in Büchern, sondern nach denen in den Köpfen der Menschen. Er ist ein 'Seelenfresser', eine 'Abart', die meist schon bei der Geburt gnadenlos getötet wird. Doch Devon schwört ihn zu retten und flieht mit ihm in die Welt der Menschen, verfolgt vom eigenen Clan und seinen schrecklichen Handlangern, den ‘Rittern’. Um zu überleben, ist sie gezwungen, schlimme Dinge zu tun. Hoffnung verspricht nur ein mysteriöser zweiter Clan. Doch die Hoffnung trügt ...

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 12.05.2025 - 01.06.2025
  2. Lesen 07.07.2025 - 27.07.2025
  3. Rezensieren 28.07.2025 - 10.08.2025

Bereits beendet

Schlagworte

Bücherfresser Clans Yorkshire Moor Seelenfresser Mutterliebe Mutter und Sohn Verlust Familie Patriarchat bedingungslose Liebe Selbstfindung Wahrheit und Fiktion Geschichtenerzählen Dracula Vampirismus Stoker Emilia Hart Fantasy Bücher

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 06.08.2025

Düster und verstörend - Nichts für schwache Nerven!

3

"Wie viele Menschen würdest du opfern, um dein Kind zu retten?"

"The Book Eaters" ist ein unfassbar düsterer Dark Fantasy Roman, der in zwei Zeitebenen spielt. Devon, eine Buchesserin, aus einer der sechs ...

"Wie viele Menschen würdest du opfern, um dein Kind zu retten?"

"The Book Eaters" ist ein unfassbar düsterer Dark Fantasy Roman, der in zwei Zeitebenen spielt. Devon, eine Buchesserin, aus einer der sechs Familien befindet sich mit ihrem Sohn Cai auf der Flucht. Denn während sie lediglich nach Büchern als Nahrung verlangt, giert ihr Sohn nach etwas viel Schrecklicherem. Gefangen durch die Gesellschaftsstrukturen ihrer Welt und der Liebe zu ihrem Sohn versucht Devon das Richtige zu tun und ihren Sohn zu beschützen. Auch wenn sie dafür Taten begehen muss, die sie an ihre Grenzen bringen und die Mutterliebe in Frage stellen.

Zunächst einmal: Ich liebe Fantasy, aber dieses Buch war mein erster Ausflug in Richtung Dark Fantasy. Das Genre war mir deswegen neu und konnte mich mit diesem Roman leider auch nicht überzeugen. Ich kann mir aber vorstellen, dass Liebhaber von Dark Fantasy hier auf ihre Kosten kommen. Denn düster ist die Geschichte von Devon auf jeden Fall. Die Geschichte ist geprägt von patriarchalischen Strukturen und der Ausbeutung von Frauen als Objekte zur Fortpflanzung. Definitiv nichts für schwache Nerven. Der Fantasy-Anteil kam mir neben der Gewalt und der Brutalität leider zu kurz.

Die zwei Zeitebenen haben mir sehr gut gefallen, da sich die Handlungsstränge mit fortschreiten der Geschichte immer mehr verflochten haben und einige Fragen dadurch geklärt wurden. Ich mochte die Parts in der Vergangenheit lieber, da ich diese als spannender und informationsreicher empfunden habe. Durch die Gegenwart musste ich mich in den ersten zwei Dritteln doch eher etwas durchkämpfen und war immer froh, wenn die Geschichte wieder zurückgesprungen ist. Das wurde erst im letzten Drittel deutlich besser, da man dort schon viel mehr in die Geschichte involviert war.

Zu Gute halten muss man der Autorin, dass sie hier eine völlig neue Welt erschaffen hat, mit einer Idee, die ich so noch gar nicht kannte. Die Thematik der Buchesser fand ich sehr interessant, auch wenn mich die Umsetzung dann leider doch nicht so fesseln konnte, wie ich es mir von Klappentext und Cover erhofft hatte. Das Cover und der Farbschnitt sind nämlich wirklich wunderschön und passend zum Roman, etwas was man so noch nicht gesehen hat.

Eine Empfehlung für jeden, der eine sehr düstere Geschichte sucht. Meinen persönlichen Geschmack hat es leider nicht ganz getroffen. Eine Trigger Warnung hätte auf jeden Fall auch nicht geschadet.



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Veröffentlicht am 01.08.2025

Originell und düster

2

“The Book Eaters” ist ein Dark Fantasy Einzelband von Sunyi Dean - auch wenn es offenbar Hinweise gibt, dass weitere Bände und/oder Spin-offs folgen könnten. Das Subgenre und die Frage “Wie viele Menschen ...

“The Book Eaters” ist ein Dark Fantasy Einzelband von Sunyi Dean - auch wenn es offenbar Hinweise gibt, dass weitere Bände und/oder Spin-offs folgen könnten. Das Subgenre und die Frage “Wie viele Menschen würdest du opfern, um dein Kind zu retten?” im Titel dürfen hier ernst genommen und als klarer Hinweis verstanden werden, dass physische und psychische Gewalt an allen Personen- und Altersgruppen enthalten sind. Triggerwarnungen sind im Buch keine enthalten - sollten es aber in diesem Fall eindeutig sein.

Mit den Buchessern hat Dean eine Spezies geschaffen, die von ihrem Namen und ihrer Natur her für Buchliebhaber:innen direkt ansprechend und faszinierend klingt. Immerhin dreht sich ihr Leben um Bücher - wie unseres, nicht wahr? Trotz konzeptueller (und von der Autorin gewollter) Anlehnung an die blutsaugenden Vampire, sind die Buchesser ein frisches, originelles Konzept, das in meinen Augen gut funktioniert. Und über die ich tatsächlich gerne mehr erfahren hätte, als das Buch preisgibt. Sollte es also einen Folgeband geben, würde ich dahingehend mehr erwarten.

Das Buch spielt sich abwechselnd auf zwei Zeitebenen ab, wobei sowohl Vergangenheit als auch Gegenwart die Geschichte der Protagonistin Devon erzählen. Der Kontrast dieser beiden Charakterisierungen steigert natürlich die Spannung und Neugier beim Lesen. Und die beiden Zeitebenen komplementieren sich über zwei Drittel des Buches auf anregende Weise, werfen Fragen auf, ergründen Geheimnisse, streuen Teaser. Die Spannung war für mich so durchgehend sehr hoch und die Geschichte entwickelte eine extreme Sogwirkung. Leider hat die Autorin meiner Meinung nach den Moment verpasst, die Vergangenheit Vergangenheit sein zu lassen und sich auf den Hauptplot zu konzentrieren. Was vorher so gut funktioniert hat, verlor seine Wirkung, als alle Geheimnisse aufgedeckt waren und die Vergangenheit vor allem noch dazu diente, die Brutalität und Gewalt zu eskalieren. Die Gegenwart an sich hatte im letzten Drittel nicht genügend Twists und eigenes Material, um das Spannungslevel von zuvor zu halten.
Ich fand das unter anderem aber insbesondere deshalb schade, weil Dean meiner Meinung nach vorher einen sehr behutsamen und feinfühligen Umgang mit ihrem gewaltlastigen Setting gezeigt hat. Die Brutalität der Situation ist da und spürbar, wird aber nicht breit getreten, ist oft implizit. Dean zeigt immer nur so viel, wie nötig ist. Vieles bleibt bei Andeutungen und entfaltet sich bei mir als Leserin im Kopf. Schreibhandwerklich grossartig gemacht! Das war wirkungsvoll und genug. Schade, dass sie diesen kunstvollen Umgang zugunsten des Schocks und der Eskalation dann über Bord geworfen hat.

Im Allgemeinen war “The Book Eaters” für mich ein interessantes und vor allem originelles Leseerlebnis. Die Charaktere waren ansprechend, nachvollziehbar und mehrdimensional - ihre Entwicklung und ihre Motivationen mitzuverfolgen war spannend und regte mich oft zum Nachdenken an. Gemindert wurde dieses Erlebnis durch ein etwas plumpes und schlussendlich vorhersehbares Schlussdrittel und vor allem die Vielzahl an Schreibfehlern und fragwürdigen Übersetzungen.

Ich bedanke mich herzlich beim Verlag Lübbe für das Rezensionsexemplar! Meine Meinung bleibt natürlich und wie immer trotzdem meine eigene.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Spannend, aber brutal - hinterlässt mich zerrissen

2

Dieses Buch spielt in einer ganz besonderen Fantasy-Welt: Die Hauptfigur Devon gehört zu einer geheimen Gruppe von Menschen, die Bücher essen und dadurch deren Inhalte aufnehmen. Doch ihr Sohn ist anders ...

Dieses Buch spielt in einer ganz besonderen Fantasy-Welt: Die Hauptfigur Devon gehört zu einer geheimen Gruppe von Menschen, die Bücher essen und dadurch deren Inhalte aufnehmen. Doch ihr Sohn ist anders – er möchte keine Geschichten lesen, sondern Gedanken aus echten Köpfen „fressen“. Er ist ein sogenannter Seelenfresser, und solche Kinder werden normalerweise direkt nach der Geburt getötet.

Devon will ihn retten und flieht. Doch dafür muss sie sehr schwere Entscheidungen treffen – sie wird verfolgt, verletzt andere Menschen und kommt in gefährliche Situationen. Die Geschichte ist sehr düster und teilweise brutal: Es gibt Szenen, in denen Gehirne ausgesaugt werden, sogar Babys sind nicht sicher. Außerdem geht es um Zwangsehen, sexuelle Gewalt und erzwungene Schwangerschaften. Die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern sind oft kalt und gefühllos.

Obwohl ich normalerweise gut mit solchen Themen umgehen kann, hat mich die Geschichte manchmal sehr getroffen. Das Ende ist offen – es gibt kein Happy End, sondern viele offene Fragen und gemischte Gefühle.

Ein sehr besonderes Buch mit einer ungewöhnlichen Idee, aber nichts für schwache Nerven.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Schonungslos und brutal, nicht mein Buch….

2

Das Buch „ The Book Eaters“ von Sunyi Dean versucht in einem umfangreichen Maße eine Vielzahl von übergeordneten Themen anzuführen. Unter anderen enthalten sind: Unterdrückung durch patriarchalische Strukturen, ...

Das Buch „ The Book Eaters“ von Sunyi Dean versucht in einem umfangreichen Maße eine Vielzahl von übergeordneten Themen anzuführen. Unter anderen enthalten sind: Unterdrückung durch patriarchalische Strukturen, Geschlechterrollen, der Ausschluss von Sexualität ausserhalb des heterosexuellen Spektrums ( was hier durchaus auch in Kritik verpackt wurde) , die Rolle einer Mutter und welche Opfer sie für ihr Kind bereit ist zu geben.

Der Schreibstil, als auch die Handlung ist äußerst brutal, schonungslos und düster gehalten. Viele Umständen machen das Buch eher zu einem Horror Buch, denn zu einem Fantasy Buch. Und ich wollte es wirklich mögen und empfehlen können, aber es hat mich in seiner Gesamtheit leider nicht in dem Maße überzeugt wie ich es mir gewünscht hätte. Die Handlung in der es um Buchesser und Gedankenesser geht, die Bücher, als auch Gedanken von Menschen brauchen um zu überleben , hatte auch eine unfassbare Menge Potential, die leider nicht ausgeschöpft wurde. Andere Handlungsideen hätten der Geschichte mehr Raum gegeben, so blieben viele Ideen eher in der Luft hängen und wirkten nicht zu Ende gedacht.
Die Protagonistin ist als eine düstere Antiheldin geschrieben, die nicht wirklich nahbar für mich als Leser geworden ist und die anderen Charaktere waren leider sehr oberflächlich und nicht wirklich emotional greifbar. Genauso wie jeder andere Charakter auch, war die Hauptfigur recht emotions- und empathielos in meinen Augen und ich konnte ihrem handeln nicht immer folgen. Zudem war das Ende für die vorherige Dynamik der Geschichte recht überhastet und hat plötzlich relativ abrupt versucht in einem sehr spannungsgeladenen Tempo und einer Flut an Informationen und Handlungssträngen, die Geschichte zu Ende zu bringen. Dies wirkte auf mich eher überhastet und zu überladen, da es zum vorherigen Tempo nicht mehr passte. Die Thematik um die Bücheresser ihr Geheimnis und wie sie das von der Welt fernhielten blieb mir im großen und ganzen durch diese auch distanzierte und eher stumpfe Erzählweise zu flach und die Familien , die sektenartigen Charakter besaßen, waren für mich eher entfernte Entwicklungen , als dass ich mich in dieser Dynamik hineinversetzen hätte können oder irgendeine Art von Verständnis für dieses System aufbringen könnte und warum sich dagegen nicht schon mehr Frauen gewehrt hatten…
Die Gewaltszenen, die unter anderem auch sexuellen Missbrauch, Missbrauch von Frauen zur alleinigen Reproduktion, Gewalt an anderen Menschen durch die Gedankenesser oder auch den Menschenhandel behandelt ist einfach nur verstörend und wird quasi nebenbei eingefügt. Viele Aspekte des Buches wirken deplatziert, nicht notwendig für die Erzählung und nur um die Brutalität noch mehr hervorzuheben.
Leider konnte mich dieses Buch nicht überzeugen und kann von meiner Seite daher keine Empfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Mit Vorsicht genießen

5

Wo fängt man am besten an? Keine Rezension fiel uns gemeinsam je so schwer. "Book Eaters" ist ein Buch, das wir lieben und von ganzem Herzen weiterempfehlen wollen, aber es fällt uns schwer.
Es wäre uns ...

Wo fängt man am besten an? Keine Rezension fiel uns gemeinsam je so schwer. "Book Eaters" ist ein Buch, das wir lieben und von ganzem Herzen weiterempfehlen wollen, aber es fällt uns schwer.
Es wäre uns wahrscheinlich einfacher gefallen, wenn das Buch im Horror-Bereich statt in der Fantasy platziert worden wäre. Vielleicht würde es auch helfen, Triggerwarnungen im Buch zu setzen oder bei der Vermarktung darauf aufmerksam zu machen entweder, da diese auch (oder vor allem) in diesen Genres heutzutage nicht mehr ignoriert werden sollten.

Trotz allem, wer die Sozialkritik in Margaret Atwoods „The Handmaid’s Tale“ und Horror a la "Twin Peaks" und "Jennifer's Body" mag, könnte sich in diesem Buch wiederfinden. Es geht um die patriarchale Unterdrückung von Frauen aufgrund ihrer Reproduktionsrechte (also auch ein wirklich aktuelles Thema), dem Wunsch nach Freiheit und das Muttersein. Es hinterfragt Moral, Geschlechterrollen, Traumata und Machtgefüge. Es regt zum Nachdenken an und macht wütend.

Die Protagonistin Devon ist die Antiheldin, die in dieser Welt voller Monster ihren eigenen Weg sucht. Sie ist Mutter und Monster, Jägerin und Gejagte. Eine Kämpferin, die sich entschlossen gegen das System auflehnt, um ihren Sohn zu schützen, und dabei moralische Grenzen überschreitet.

Der Text schildert schonungslos Grenzüberschreitungen und wirkt deshalb fordernd oder auch überfordernd. Die Protagonistin ist aufgrund ihres Verhaltens und fehlender Ausstrahlung nicht für alle Lesenden zugänglich. Aus diesen Gründen ist dieser Roman möglicherweise nicht für alle Leser*innen geeignet.

Leider ist die Übersetzung zudem teilweise holprig, emotionslos und nicht ganz fehlerfrei.

Fazit: „The Book Eaters“ ist ein mutiges und originelles Debüt, welches zum Nachdenken anregt, aufwühlt und lange nach dem Lesen im Gedächtnis bleibt – ob gut oder schlecht.

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