Düster und verstörend - Nichts für schwache Nerven!
"Wie viele Menschen würdest du opfern, um dein Kind zu retten?"
"The Book Eaters" ist ein unfassbar düsterer Dark Fantasy Roman, der in zwei Zeitebenen spielt. Devon, eine Buchesserin, aus einer der sechs ...
"Wie viele Menschen würdest du opfern, um dein Kind zu retten?"
"The Book Eaters" ist ein unfassbar düsterer Dark Fantasy Roman, der in zwei Zeitebenen spielt. Devon, eine Buchesserin, aus einer der sechs Familien befindet sich mit ihrem Sohn Cai auf der Flucht. Denn während sie lediglich nach Büchern als Nahrung verlangt, giert ihr Sohn nach etwas viel Schrecklicherem. Gefangen durch die Gesellschaftsstrukturen ihrer Welt und der Liebe zu ihrem Sohn versucht Devon das Richtige zu tun und ihren Sohn zu beschützen. Auch wenn sie dafür Taten begehen muss, die sie an ihre Grenzen bringen und die Mutterliebe in Frage stellen.
Zunächst einmal: Ich liebe Fantasy, aber dieses Buch war mein erster Ausflug in Richtung Dark Fantasy. Das Genre war mir deswegen neu und konnte mich mit diesem Roman leider auch nicht überzeugen. Ich kann mir aber vorstellen, dass Liebhaber von Dark Fantasy hier auf ihre Kosten kommen. Denn düster ist die Geschichte von Devon auf jeden Fall. Die Geschichte ist geprägt von patriarchalischen Strukturen und der Ausbeutung von Frauen als Objekte zur Fortpflanzung. Definitiv nichts für schwache Nerven. Der Fantasy-Anteil kam mir neben der Gewalt und der Brutalität leider zu kurz.
Die zwei Zeitebenen haben mir sehr gut gefallen, da sich die Handlungsstränge mit fortschreiten der Geschichte immer mehr verflochten haben und einige Fragen dadurch geklärt wurden. Ich mochte die Parts in der Vergangenheit lieber, da ich diese als spannender und informationsreicher empfunden habe. Durch die Gegenwart musste ich mich in den ersten zwei Dritteln doch eher etwas durchkämpfen und war immer froh, wenn die Geschichte wieder zurückgesprungen ist. Das wurde erst im letzten Drittel deutlich besser, da man dort schon viel mehr in die Geschichte involviert war.
Zu Gute halten muss man der Autorin, dass sie hier eine völlig neue Welt erschaffen hat, mit einer Idee, die ich so noch gar nicht kannte. Die Thematik der Buchesser fand ich sehr interessant, auch wenn mich die Umsetzung dann leider doch nicht so fesseln konnte, wie ich es mir von Klappentext und Cover erhofft hatte. Das Cover und der Farbschnitt sind nämlich wirklich wunderschön und passend zum Roman, etwas was man so noch nicht gesehen hat.
Eine Empfehlung für jeden, der eine sehr düstere Geschichte sucht. Meinen persönlichen Geschmack hat es leider nicht ganz getroffen. Eine Trigger Warnung hätte auf jeden Fall auch nicht geschadet.