Leserunde zu "Die Rosenschlacht" von Warren Adler

Das Buch zum Film mit Olivia Colman und Benedict Cumberbatch
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Warren Adler (Autor)

Die Rosenschlacht

Roman | Das Buch zum Film mit Olivia Colman und Benedict Cumberbatch

Babette Schröder (Übersetzer)

Wenn die Liebe zum Schlachtfeld wird ...

Jonathan und Barbara Rose sind das perfekte Paar. Sie leben in einem wunderschönen Haus voller wertvoller Antiquitäten, haben zwei wohlgeratene Kinder und in der Garage einen teuren Ferrari. Was wünscht man sich mehr? Doch als Jonathan plötzlich einen Herzinfarkt erleidet (oder zumindest glaubt, er habe einen), wird Barbara klar, dass sie mehr vom Leben möchte - ohne ihn. Es gibt nur ein Problem: Beide wollen das Haus. Und nun beginnt ein Krieg, in dessen Verlauf alles zerstört wird, was ihnen kurz zuvor noch ach so wichtig gewesen ist ...

Die Buchvorlage zum Film mit Olivia Colman und Benedict Cumberbatch komplett überarbeitet und in neuer Übersetzung

»Herrlich böse, schwarzhumorig und haarsträubend« GILLIAN FLYNN

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 23.06.2025 - 13.07.2025
  2. Lesen 21.07.2025 - 03.08.2025
  3. Rezensieren 04.08.2025 - 17.08.2025

Bereits beendet

Schlagworte

Long Term Relationship Revenge Forced Proximity Ehe Familie Scheidung Ehekrieg Klassiker 90er-Jahre Kathleen Turner Michael Douglas Benedict Cumberbatch Olivia Colman Film Verfilmung Bestseller Bestsellerliste War of the Roses Geschenk schwarzer Humor Witz Humor Literarische Unterhaltung

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 17.08.2025

Bitterböser schwarzer Humor

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"Die Rosenschlacht" ist ein bitterböser Roman über einen Scheidungskrieg. Wir begleiten das Ehepaar Barbara und Jonathan Rose dabei, wie sie sich in ihrem eigenen Haus von einander entfremden und das Leben ...

"Die Rosenschlacht" ist ein bitterböser Roman über einen Scheidungskrieg. Wir begleiten das Ehepaar Barbara und Jonathan Rose dabei, wie sie sich in ihrem eigenen Haus von einander entfremden und das Leben zur Hölle machen. Alles, was ihnen bisher heilig und kostbar war, gerät dabei zwischen ihre Klauen und es fallen nicht nur Grenzen, sondern auch sämtliche Hemmungen.

Warren Adler hat diesen Roman bereits 1981 geschrieben und natürlich fallen, gerade in Bezug auf die Rolle der Frau, entsprechend zeitgemäße Bemerkungen - auch wenn es erschreckend ist, wie aktuell sie trotz allem noch sind. Aber abgesehen davon merkt man dem Roman sein Alter überhaupt nicht an. Die Geschichte liest sich wahnsinnig modern und der Kampf um Antiquitäten, Kinder und Selbstbestimmung hätte auch im Jahr 2025 spielen können.

Besonders hervorzuheben ist für mich die Sprache. Mit einer auffallenden Detailverliebtheit werden uns die Streitwerte des Ehekrieges vor Augen geführt, aber das ist keineswegs langweilig, sondern trägt einfach sehr zur Atmosphäre bei und um zu verstehen, worum es hier geht. Spannend ist auch, dass der Roman aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird - Jonathan, Barabar und ihr Au-Pair-Mädchen - dadurch kennt man immer die nächsten Schritte der Gegenseite und erlebt hautnah mit, was diese beim betroffenen Partner auslösen.

Ich war überrascht, wie böse dieser Text wirklich ist. Geschont wird hier niemand, sympathisch ist hier niemand und gerade das macht es ungemein fesselnd. Umso weiter sich der Zwist zwischen Eheleuten hochschaukelt, umso unberechenbarer wird die Handlung und umso schwerer wurde es, das Buch aus der Hand zu legen. Das ganze liest sich wie ein Unfall, bei dem man einfach nicht wegschauen kann.

Ingesamt ist "Die Rosenschlacht" für mich eine sehr empfehlenswerte Wiederentdeckung, die ich mit großem Vergnügen und grausamer Faszination gelesen habe.

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Veröffentlicht am 08.08.2025

Bis dass der Hass uns scheidet

7

Es beginnt alles ganz harmlos: Jonathan und Barbara teilen schon in jungen Jahren eine Leidenschaft für Antiquitäten. Auf einer Auktion lernen sie sich kennen und lieben. Sie heiraten, Jonathan wird Anwalt, ...

Es beginnt alles ganz harmlos: Jonathan und Barbara teilen schon in jungen Jahren eine Leidenschaft für Antiquitäten. Auf einer Auktion lernen sie sich kennen und lieben. Sie heiraten, Jonathan wird Anwalt, Barbara schmeißt ihr Studium und widmet sich den Kindern. Die Liebe zu den Antiquitäten verbindet sie auch weiterhin: Bald füllen unzählige kostbare Stücke ihr gemeinsames Heim – eine idyllische Welt für das Ehepaar Rose und seine beiden Kinder.

Doch als alles perfekt scheint, bricht diese Idylle jäh zusammen: Barbara stürzt in eine Midlife-Crisis, verlangt die Trennung – sie will endlich „ihr“ Leben leben und will das Haus für sich allein. Jonathan weigert sich jedoch auszuziehen. Er bleibt. Die Schlacht beginnt.

Das Buch „The War of the Roses“ von Warren Adler erschien erstmals 1981. Die Verfilmung „Der Rosenkrieg“ aus dem Jahr 1989 mit Michael Douglas, Kathleen Turner und Danny DeVito war mir bereits bekannt, bevor ich die komplett überarbeitete Neuübersetzung „Die Rosenschlacht“ – das Buch zur aktuellen Neuverfilmung mit Olivia Colman und Benedict Cumberbatch – in die Hand nahm. Überraschenderweise erinnerte ich mich noch sehr genau an viele Details des Films aus den 80ern. Und dennoch erschütterte mich beim Lesen, wie weit das Ehepaar Rose in ihrem Krieg tatsächlich geht.

Jonathan war mir grundsätzlich einen Hauch sympathischer (sofern man bei all den Eskapaden überhaupt von Sympathie sprechen kann), wenn auch seine Handlungen oft weit unter die Gürtellinie gehen. Beide Seiten (über)treiben es maßlos – ihr Ziel ist nicht mehr Einigung oder gar ein Kompromiss, sondern die vollständige Vernichtung des anderen. Dabei verlieren sie sich selbst und alles drumherum völlig aus den Augen und verfallen zunehmend ins Chaos.

Als Leserin war ich gleichermaßen entsetzt und fasziniert von diesem überspitzt inszenierten Scheidungskrieg. Immer wieder fragte ich mich: Wie abartig kann menschliches Verhalten werden, wenn es nur noch von einer fixen Idee gesteuert wird? Trotz des für mich absehbaren Endes konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.

Besonders gelungen fand ich den Perspektivwechsel: Die Geschichte wird nicht nur aus Jonathans und Barbaras Sicht erzählt, sondern auch aus der von Ann, dem Au-pair-Mädchen, das sich ausgerechnet in Jonathan verliebt. Dieser Erzählstil lässt einen die Eskalation hautnah miterleben. Sehr originell ist auch der erzählerische Rahmen mit den beiden Boxerfiguren „Molineaux“ und „Gribb“, der dem Geschehen eine zusätzliche Symbolkraft verleiht.

Fazit: „Die Rosenschlacht“ ist ebenso verstörend wie fesselnd. Der beschriebene Scheidungskrieg ist zutiefst traurig und in seiner Härte schwer zu ertragen, und doch blitzen immer wieder schwarze, fast groteske Humorelemente auf. Eine Lektüre, die unterhält – und lange nachwirkt.

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Veröffentlicht am 09.08.2025

Wenn aus Liebe Hass wird

7

Jonathan und Barbara Rose sind eine echte Vorzeigefamilie: Sie leben in einem großen Haus, das mit sorgfältig ausgewählten Antiquitäten eingerichtet ist, haben zwei liebenswerte Kinder und führen eine ...

Jonathan und Barbara Rose sind eine echte Vorzeigefamilie: Sie leben in einem großen Haus, das mit sorgfältig ausgewählten Antiquitäten eingerichtet ist, haben zwei liebenswerte Kinder und führen eine Bilderbuchehe. Geld ist im Überfluss vorhanden, Jonathan ist ein erfolgreicher Anwalt und Barbara gerade dabei, sich einen exklusiven Catering-Service aufzubauen. Beide zelebrieren ihr Glück auch nach außen. Als Jonathan eines Tages mit Verdacht auf Herzinfarkt in die Klinik kommt, eilt Barbara jedoch nicht zu ihm, sondern eröffnet ihm nach seiner Entlassung, dass sie die Scheidung will. Und das Haus. Doch Jonathan ist nicht bereit, das Haus aufzugeben, koste es, was es wolle. Und so beginnt ein nervenaufreibender Krieg, in dem mit immer härteren Bandagen gekämpft wird…

Das Buch „The War of the Roses“ von Warren Adler ist erstmals 1981 erschienen und wurde als „Der Rosenkrieg“ mit Michael Douglas, Kathleen Turner und Danny de Vito verfilmt. Der Film besitzt inzwischen Kultstatus. Anlässlich der Neuverfilmung mit Olivia Colman und Benedict Cumberbatch erscheint mit „Die Rosenschlacht“ eine Neuauflage des Romans.

Von Anfang hat mich die Handlung in ihren Bann gezogen und einen regelrechten Sog entwickelt, so dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Jonathan und Barbara überbieten sich mit bösartigen Einfällen gegenüber dem jeweils anderen. Es zählt nicht mehr, selbst eine bestimmte Sache zu bekommen, sondern nur noch, dass der andere sie nicht erhält. Die Anwälte der beiden beobachten das Treiben aus der Distanz, untätig-amüsiert. Solange die Rechnungen bezahlt werden, ist ihnen das alles ziemlich gleichgültig.

Warren Adler schreibt herrlich überspitzt – sowohl, was den immer aberwitzigeren Krieg der Eheleute angeht, als auch in Bezug auf die beiden Anwälte. Während des Lesens ertappte ich mich dabei, dass ich eher auf Jonathans Seite war. Hier spürt man ein bisschen, dass das Buch von einem männlichen Autor verfasst wurde und ein Kind seiner Zeit ist. Heute würde die Schuldfrage wohl etwas differenzierter betrachtet werden, während bei Adler anklingt, dass Barbara aufgrund einer fixen Idee alles aufgibt, um sich selbst zu verwirklichen. Sie wirkt egoistisch, undankbar und streckenweise auch etwas naiv, was ihr Geschäft anbelangt.

Abgesehen davon hat mir der Roman sehr gut gefallen, und gerade die Zuspitzungen machen den besonderen Reiz aus. Auch wenn diese auf den ersten Blick überzogen wirken, treffen sie doch den Kern vieler oft jahrzehntelanger Streitigkeiten, ob unter Geschwistern, Eheleuten oder Nachbarn. Man kämpft verbittert gegeneinander, weiß oft schon gar mehr, was der ursprüngliche Grund war, und sinnt nur noch darüber nach, dem anderen das Leben schwer zu machen. Und die einzigen, die davon profitieren, sind höchstens die Anwälte. Insofern hält „Die Rosenschlacht“ auch der Gesellschaft den Spiegel vor und regt zu Nachdenken darüber an, wie wir miteinander umgehen und welchen Preis wir letztendlich dafür bezahlen.

Eine ganz klare Leseempfehlung und volle 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 07.08.2025

"Besitzt du das Haus oder besitzt es dich?"

8

Das langjährige Ehepaar Jonathan und Barbara Rose haben sich von außen betrachtet ein wunderbares Leben erarbeitet. Sie haben ein liebevoll restauriertes Haus mit zahlreichen wertvollen Antiquitäten, zwei ...

Das langjährige Ehepaar Jonathan und Barbara Rose haben sich von außen betrachtet ein wunderbares Leben erarbeitet. Sie haben ein liebevoll restauriertes Haus mit zahlreichen wertvollen Antiquitäten, zwei wunderbare Kinder, ein gutes finanzielles Auskommen, liebe Haustiere und sogar ihr Mädchen-für-alles: Ann, welches Barbara bei der Hausarbeit und mit den Kindern unterstützt, während Jonathan ein erfolgreicher Anwalt ist. Doch eines schönen Tages bricht in Barbara ein Sturm los, von dem Jonathan nicht einmal in seinen schönsten Träumen etwas geahnt hat. Barbara, die sich gerade mit einem Catering-Service selbstständig machen möchte, ist zu dem Schluss gekommen, dass sie ihre selbsternannte Rolle als "weiblicher Hiob" in der Familie aufgeben möchte, um ihre "Unabhängigkeit" zu erklären. Das hat im Laufe der Jahre schon länger in Barbara geschlummert, steigert sich fast mit jedem Tag und sie verachtet ihren Mann beinahe stündlich mehr. Niemand kann zu diesem Zeitpunkt ahnen, nicht einmal Barbara selbst wahrscheinlich, in was für einem Zerstörungsinferno dieses Vorhaben ihrer "Befreiung" enden wird. Barbara will jetzt alles, vor allem das Haus, ihr größtes gemeinsames "Baby" und Jonathan, der sich unschuldig in diese desaströse Lage versetzt sieht, ist nicht gewillt nachzugeben. Ann wird dabei zum Spielball zwischen den Fronten. Barbara und Jonathan schenken sich nichts und es soll nicht bei materiellen Schäden bleiben.

"Die Rosenschlacht" ist ein Buch, welches man nicht so schnell aus der Hand legen kann. Es liest sich flüssig und ist einfach meisterhaft geschrieben. Obwohl es um es sich um eine eher traurige und verstörende Geschichte handelt, ist man von der Darstellung und den Charakteren einfach nur fasziniert und es ist "leider" auch sehr sehr lustig! Das Buch regt zum Nachdenken über Lebensmodelle wie die Ehe an und obwohl es vor einigen Jahren geschrieben wurde, ist sein Thema noch aktuell und spiegelt sich zum Beispiel in der Debatte um "trad wives" oder häusliche Gewalt wieder (hier in der Geschichte deutlich auch von der weiblichen Seite initiiert und hier auf die Spitze getrieben). Insgesamt lohnt es sich sehr, dieses Buch zu lesen, auch wenn man Nerven wie für eine anspruchsvolle Achterbahnfahrt benötigt.

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Veröffentlicht am 07.08.2025

Temporeich, ideenreich, manipulieren, spitzfindig.

7

INHALT:
Barbara und Jonathan Rose sind das perfekte Paar. Sie leben in einem wunderschönen Haus, haben wertvolle Antiquitäten, ihre zwei Kinder sind wohlgeraten und in der Garage steht ein teurer Ferrari. ...

INHALT:
Barbara und Jonathan Rose sind das perfekte Paar. Sie leben in einem wunderschönen Haus, haben wertvolle Antiquitäten, ihre zwei Kinder sind wohlgeraten und in der Garage steht ein teurer Ferrari. Was kann man sich da mehr wünschen? Als Jonathan plötzlich einen Herzinfarkt erleidet (das glaubt er zumindest) wird Barbara schnell klar, dass sie noch viel mehr vom Leben will. Aber nur nicht mehr mit Jonathan. Da fangen die Probleme an. Beide wollen das Haus und der Krieg beginnt. Im Verlauf dieses Krieges wird alles zerstört werden, was ihnen kurz zuvor noch so wichtig war.
MEINE MEINUNG:
Wir steigen in das Leben von Barbara und Jonathan und in die Storie ein, da mögen, ja lieben die sich noch. Aber dieses falsche Gesicht können sie nicht lange aufrechterhalten. Schon bald fängt die grosse Schlacht, die erst klein beginnt, an. Und einmal losgelassen können sich auch beide nicht mehr bremsen und handeln teilweise ohne Überlegung. Es wird sich gestritten, es wird sich gefetzt, Schimpfworter fliegen umher, es wird manipuliert. Und mittendrin bin ich als Leser und kann alles geniessen, denn ich bin ja aussen vor. Und doch werde ich tief ins Geschehen geworfen und erlebe alles hautnah mit. Es ist temporeich, es ist interessant und es ist auch bedrückend und traurig. Ich habe das Gefühl, es gehr nicht mehr um das Eigentliche. Barbara und Jonathan handeln unüberlegt und ohne sich Gedanken zu machen. Es ist wie ein Kammerspiel und ich der Zuschauer. Es wirkt fast unwirklich, was sie einander antun und doch gefällt es mir, hier Mäuschen zu spielen und der Zuschauer zu sein. Das Buch ist geprägt von Schwarzem Humor, die Diaologe sind spitzfindig und wirken oft unüberlegt und sind doch so treffsicher genau ins Ziel, genau ins Herz. Da wo es weh tut. Wenn man dahinterschaut, kann man dich köstlich amüsieren. Ich bin sehr begeistert von dieser Tragödie oder Drama oder diesem Schauspiel. Für mich ganz grosses Kino mit überraschendem Ausgang.
FAZIT:
Temporeich, ideenreich, manipulieren, spitzfindig. Ein Hochgenuss für den Leser.

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