Roman. Historischer Roman meets Mythologie. Eine feministische Neuerzählung der Saga um Angrboda. Auf TikTok gefeiert
Frauke Meier (Übersetzer)
Dieses Buch gibt es in zwei Versionen: mit und ohne Farbschnitt. Sobald die Farbschnitt-Ausgabe ausverkauft ist, liefern wir die Ausgabe ohne Farbschnitt aus.
Was, wenn du die Zukunft kennst und weißt, sie wird grausam?
Weil sie sich weigert, Odin etwas über seine Zukunft zu verraten, straft dieser die Hexe Angrboda mit Feuer. Verletzt und machtlos flieht sie in den entlegensten Winkel des Waldes. Doch auch hier wird sie gefunden - von Loki, der als göttlicher Trickster berüchtigt ist. Völlig unerwartet verwandelt sich Angrbodas Misstrauen ihm gegenüber in eine große Liebe, aus der drei Kinder hervorgehen: Fenrir, der Wolf, Jörmungandr, die Midgardschlange, und Hel, die Herrscherin der Unterwelt. Angrboda ist fest entschlossen, ihre Kinder zu beschützen. Doch sie weiß: In der Prophezeiung von Ragnarök spielen sie eine wichtige Rolle. Muss sie ihr Schicksal akzeptieren, oder kann sie ihm trotzen?
Historischer Roman meets Nordische Mythologie - ein kraftvoller Roman über Liebe, Mutterschaft, Selbstbestimmung - und eine Frau, die in der rauen Welt der nordischen Götter ihren Weg geht
Irgendwie fällt es mir wirklich schwer, dieses Buch zu bewerten. Es gab vieles, was mir gefallen hat. Aber auch einiges, was mir nicht gefallen hat. Natürlich kommt es immer darauf an, welche Erwartungen ...
Irgendwie fällt es mir wirklich schwer, dieses Buch zu bewerten. Es gab vieles, was mir gefallen hat. Aber auch einiges, was mir nicht gefallen hat. Natürlich kommt es immer darauf an, welche Erwartungen man hat.
Positiv hervorheben möchte ich auf jeden Fall den Schreibstil. Diesen fand ich einfach wunderschön und absolut passend. Man hatte oft wirklich das Gefühl, man würde einfach eine etwas neue Erzählung der alten Mythen lesen, was mir sehr gut gefallen hat.
Auch die Charaktere fand ich im Großen und Ganzen wirklich gut. Vor allem Angrboda und Loki waren gut getroffen. Gerade Loki ist ein sehr spannender Charakter und für mich persönlich hat die Autorin seinen inneren Zwiespalt ziemlich gut eingefangen. Angrbodas Handlungen konnte ich nicht immer so ganz nachvollziehen. Sie war für mich nicht ganz so stimmig. Gerade zum Ende hin.
Ich bin ein großer Fan von Mythologie. Vor allem die nordischen Mythen liebe ich schon seit meiner Kindheit und kenne sie dementsprechend gut. Bei einem Buch wie diesem ist dann natürlich immer die Frage, wie nah die Autorin an der Original-Sage bleibt. Und hier muss ich leider Kritik üben. Anfangs hält sie sich wirklich sehr eng an die Sage, auch wenn Angrboda zeitweise in die Rolle anderer Riesinnen schlüpft. Das war für mich okay. Aber zum Ende hin gibt es leider doch starke Abweichungen, die ich so gar nicht nachvollziehen konnte. Gerade die letzten Seiten haben mich schwer enttäuscht. Ich hatte das Gefühl, dass sie die Mythologie plötzlich komplett ignoriert, um ein in unsere Zeit passendes Ende zu schaffen. Das fand ich sehr schade. Ich möchte nicht spoilern, darum gehe ich jetzt nicht näher darauf ein, was für mich alles nicht gepasst hat.
Ja, mein Fazit ist also sehr zwiegespalten. Ich würde sagen, vom Anfang her gut, aber zum Ende hin hat das Buch sehr stark nachgelassen.
Als großer Fan unterschiedlicher Mythologien und Freundin von frischen Adaptionen kam ich natürlich nicht um „The Witch's Heart – Das Verhängnis“ herum. Auch die Sage um Angrboda ist für mich keine Unbekannte ...
Als großer Fan unterschiedlicher Mythologien und Freundin von frischen Adaptionen kam ich natürlich nicht um „The Witch's Heart – Das Verhängnis“ herum. Auch die Sage um Angrboda ist für mich keine Unbekannte und so fiel es mir leicht, mich in den diversen Verstrickungen, Gegebenheiten und Beziehungen zurechtzufinden. Erschwert hat mir das Dranbleiben jedoch Genevieve Gornichecs Stil, der einerseits detailreich und atmosphärisch, andererseits sehr ausschweifend und öfter holprig war. Daran änderte auch nichts der zarte Tonfall und die eindringliche, merklich bemühte Beleuchtung von Angrbodas Innerem.
Zwar kamen die Kulisse und das typisch nordische, harsche Feeling wunderbar zur Geltung, die Handlung selbst verlor sich mMn aber in einer wankelmütigen Erzählweise, in wenig greifbaren Reaktionen wie auch in einem zu einfachen, weichen Ende.
Ebenfalls nicht optimal ist die Gliederung, die keine Kapitel, sondern lediglich drei große Teile umfasst. Zogen sich der erste und letzte Abschnitt aufgrund des Gefühls von Ziellosigkeit und Stillstand, bringt der zweite „Spaß“, Spannung(en) und Offenbarungen, wirft die LeserInnen in ein emotionales Chaos, schockiert mit grausamen Sequenzen und überrascht mehrfach.
Soll nicht heißen, dass die restliche Geschichte ausschließlich einer zähflüssigen, schwermütigen Masse gleichkommt – denn auch hier gab es stellenweise berührende und starke Passagen, eine deutliche Veränderung, ein Umschwung. Es gab Liebe und Verrat, Tragik und Verlust. Eine Mutter, die kämpft. Die sucht. Sich befreit. Abwechslung bringen neben der Kulisse weitere Figuren wie Loki – der in seiner Rolle als Täuscher und Lügner aufgeht, unberechenbar und unterschätzt –, Hel und Skadi, eine getreue, loyale Freundin. Fenrir und Jörmungandr, Ragnarök und die den nordischen Gottheiten angedachte Mentalität – egoistisch, selbstherrlich, machthungrig – wirkten zudem der Authentizität zuträglich.
Alles in allem ist „The Witch's Heart – Das Verhängnis“ eine gute Interpretation einer der seltener betrachteten Mythen und ein Roman, der von dem Schmerz einer Frau erzählt, die sich weigerte, sich zu fügen, die immer wieder aufgestanden ist, Opfer brachte und bis zum Schluss gegen Unterdrückung und Ausgrenzung kämpfte. Keine Story für zwischendurch, keine, die vom ersten Satz an fesselt, sondern eine, die ihre Tragweite subtil offenbart, mit Höhen, die mitreißen, und Tiefen, die es lohnt, zu überwinden.
Basics:
Das Buch ist ein historischer Roman mit Retelling der nordischen Saga um die Hexe Angrboda und ihren Lebensweg. Die ursprüngliche Saga wird hierbei fast orginialgetreu erzählt mit wenigen Änderungen ...
Basics:
Das Buch ist ein historischer Roman mit Retelling der nordischen Saga um die Hexe Angrboda und ihren Lebensweg. Die ursprüngliche Saga wird hierbei fast orginialgetreu erzählt mit wenigen Änderungen zum Ende hin.
Fazit: ⭐️⭐️⭐️
Mir hat das Buch leider nicht gefallen, da mir weder die Geschichte, noch der Schreibstil sonderlich viel abgewinnen konnten. Aus meiner Sicht ist der Roman eher für Historienfans geeignet, die die Geschichte um Angrboda in Romanform erleben möchten. Da die Geschichte kaum abgeändert wurde, hat mir auch der angekündigte feministische Touch gefehlt.
Bewertung:
Story - 3/5
Charaktere - 3/5
Schreibstil - 3/5
Action - 3/5
Romance - 2/5
Ausführlich:
Die Geschichte erzählt von Angrboda, einer Hexe, die von Odin gefoltert und bestraft wurde, da sie ihm die Magie des Saids nicht geben wollte. Sie kann fliehen und lebt abgeschottet in einer Höhle, wo sie durch den Handel von Kräutern und Tränken überlebt, die sie der Riesin Skadi verkauft und es entsteht eine Freundschaft.
Sie begegnet außerdem Loki und zwischen den beiden entsteht eine romantische Liebesbeziehung, aus der 3 Kinder entstehen. (Mehr ist spoilerfrei nicht zu erzählen.) Im großen und ganzen geht es dann weiterhin um die Beziehung zu Loki, eine Prophezeiung und Angrbodas Weg zur Selbstfindung.
Die Geschichte ist sehr düster und brutal, wie es nordische Sagen so an sich haben, und stellenweise auch sehr verwirrend. Die Autorin hält sich hier stark an das Original, jedoch hätte ich mir hier einige Änderungen gewünscht, dass es sozusagen eine eigene Neuinterpretation wird. Dadurch wäre es für mich etwas stimmiger gewesen.
Die Handlung tröpfelt leider zumeist vor sich hin, gepaart mit einem sehr nüchternen Schreibstil, was in mir häufig ein Gefühl der Langeweile hervorgerufen hat und sich sehr zäh anfühlte. Mittig wird das Erzähltempo plötzlich drastisch angezogen, anschließend wird es wieder sehr langatmig. Action gibt es wenig und die vorhandenen dramatischeren Szenen werden leider auch nur sehr kurz abgehandelt.
Die Charaktere haben mir teilweise gefallen, v.a. die Freundschaft zwischen Angrboda und Skadi war herzerwärmend und stimmig. Alle anderen Beziehungen und Charaktere wirkten auf mich allerdings eher flach und teilweise ebenfalls unlogisch ausgearbeitet, sodass ich deren Handlungen kaum nachvollziehen konnte. Auch Angrbodas Verhaltensweisen und Gedanken gegen Ende hin waren für mich nicht verständlich.
Insgesamt hat mich das Buch also enttäuscht, da ich hier viel Potenzial gesehen habe, das nicht ausgeschöpft wurde. Wer sich sehr für die Mythologie dahinter interessiert, wird hierbei sicher seine Freude haben. Wer einen spannenden historischen oder Fantasy Roman erwartet, der wird mit “The Witch’s Heart” nicht auf seine Kosten kommen.
Von Genevieve Gornichec habe ich vor diesem Buch schon “Sisters in Blood” gelesen, von dem ich absolut begeistert war und zu dem ich auch eine Rezension verfasst habe. Nun also dieses Buch, an das ich ...
Von Genevieve Gornichec habe ich vor diesem Buch schon “Sisters in Blood” gelesen, von dem ich absolut begeistert war und zu dem ich auch eine Rezension verfasst habe. Nun also dieses Buch, an das ich mit entsprechend hohen Erwartungen herangegangen bin, was man natürlich nicht sollte, da jedes Buch für sich stehen sollte. Außerdem ist „The witch’s heart“ das Debüt der Autorin und „Sisters in Blood“ ihr zweites Buch. Das versuche ich, bei meiner Bewertung zu berücksichtigen.
Auch in diesem Buch geht es um alte nordische Mythologie: diesmal um die Riesin und Hexe Angrboda, die gemeinsam mit dem Trickster-Gott Loki drei Kinder in die Welt setzt, aus denen die Totengöttin Hel, der Fenriswolf und die Midgardschlange werden. Das ist eine uralte mythologische Geschichte, die sozusagen den Rahmen für dieses Buch setzt, das hier auf feministische Weise neu interpretiert wird.
Ich habe das Buch als Beschreibung eines langen Weges in die weibliche Selbstermächtigung gelesen. Angrboda war schon früher eine sehr mächtige Hexe, doch wir lernen sie zu einem Zeitpunkt kennen, zu dem sie psychisch und auch körperlich sehr geschwächt ist. Nachdem sie sich geweigert hatte, mit Hilfe der mystischen Technik des „Seid“ in die tiefsten Dunkelheiten zu reisen, um dort für den Göttervater Odin Wissen über die Zukunft zu erlangen, wurde sie fürchterlich bestraft: drei Mal wurde ihr das Herz herausgerissen und sie wurde verbrannt. Tot ist sie nicht so ganz, aber sie hat kaum mehr Erinnerungen an ihre Vergangenheit und Identität und lebt zurückgezogen ganz alleine in einer Höhle im Wald. Da besucht sie der Außenseitergott und Trickster Loki und bringt ihr ihr Herz zurück und die beiden starten erst eine Affäre, dann eine Art On-Off-Beziehung und schließlich eine halbherzige Ehe, während ihre drei gemeinsamen Kinder entstehen: ein halbtotes Mädchen und zwei Söhne: ein Wolf und eine Schlange. Soweit zum Inhalt, ohne spoilern zu wollen.
Die mythologische Geschichte ist durchaus interessant. Schwierig fand ich beim Lesen das sehr wechselnde Tempo: im ersten Drittel des Buches passiert gefühlt kaum etwas Interessantes und in die Handlung plätschert nur so dahin. Dann spitzt es sich in der Mitte zu und es kommt zu dramatischen Ereignissen, die sehr schnell geschildert werden und wonach die Handlung zum langsamen Tempo zurückkehrt bis zum prophezeiten Ende zur Zeit der Götterdämmerung, samt überraschender Wendung. Gewünscht hätte ich mir also einerseits eine Straffung einiger Teile und andererseits, dass andere Teile ausführlicher erzählt worden wären.
Mythologisch gibt die Geschichte einiges an interessanten Themen her: es geht um Vorurteile, Magie, Hexenverfolgung, Ausgrenzung, Mutterliebe, Verrat, Frauenfreundschaft und Queerness (ein Thema, das der Autorin ein besonderes Anliegen zu sein scheint) und die Veränderlichkeit oder Unabwendbarkeit des Schicksals. Das stärkste Thema für mich in diesem Buch war, wie schon erwähnt, das der weiblichen Selbstermächtigung: zu sehen, wie die gedemütigte, geschwächte und verletzte Angrboda schrittweise wieder mehr in ihre Kraft kommt, sich für ihre Kinder einsetzt und eine mutige und selbstlose Entscheidung trifft.
Dazu ein Zitat aus dem Buch:
“Ich bin Angrboda Eisenhexe”, dachte sie. Die Alte. Mutter Hexe, die jene Wölfe gebar, die Sonne und Mond jagen. Ehemalige Gattin von Loki und Mutter sowohl der Gebieterin der Toten als auch der beiden Kreaturen des Chaos, die vom Schicksal dazu bestimmt sind, Verderben über eben die Wesen zu bringen, die unser Leben ruiniert haben. Ich kann das aus eigener Kraft schaffen.“ (S. 303)
Insgesamt ist es ein durchaus interessantes Buch, das mir eine mir bisher unbekannte nordische Mythologie nähergebracht hat und weitgehend unterhaltsam zum Lesen war. Gerade weil ich es als deutlich schwächer empfinde als das darauffolgende Buch der Autorin („Sisters in Blood“) zeigt es mir aber auch ihre Entwicklung und insgesamt ihr Talent, alte Mythologie auf unkoventionelle Art und Weise neu zu interpretieren.
Wer die Autorin noch nicht kennt, dem empfehle ich aber dennoch für den Einstieg eher „Sisters in Blood“, das über alle Stärken dieses Buches verfügt, in dem die erwähnten Schwächen aber nicht mehr vorkommen. Auf weitere Bücher dieser Autorin bin ich gespannt.
Das Buch "The Witch's Heart" ist die Nacherzählung einer Sage aus der nordischen Mythologie über die Hexe Angrboda, ihre ungewöhnlichen Kinder und die Götter.
Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen. ...
Das Buch "The Witch's Heart" ist die Nacherzählung einer Sage aus der nordischen Mythologie über die Hexe Angrboda, ihre ungewöhnlichen Kinder und die Götter.
Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen. Die Charaktere sind recht ausdruckslos geblieben. Die Story war meiner Meinung nach nicht fesselnd, sondern eher etwas verworren. Das ist natürlich der Sage geschuldet, aber mich hat es gar nicht angesprochen.
Es gab keine Kapitel, man musste also mittendrin irgendwo pausieren.
Der Schreibstil war recht ausschweifend und detailliert, aber dennoch flüssig.
Ich hatte ds Gefühl, dass man sich schon im Vorfeld für die nordische Mythologie begeistern muss, um richtig in das Buch eintauchen zu können. Ansonsten bleibt es leider sehr seltsamer und oberflächlich.