Leserunde zu "The Witch's Heart - Das Verhängnis" von Genevieve Gornichec

Was, wenn du die Zukunft kennst und weißt, sie wird grausam?
Cover-Bild The Witch's Heart - Das Verhängnis
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Genevieve Gornichec (Autor)

The Witch's Heart - Das Verhängnis

Roman. Historischer Roman meets Mythologie. Eine feministische Neuerzählung der Saga um Angrboda. Auf TikTok gefeiert

Frauke Meier (Übersetzer)

Dieses Buch gibt es in zwei Versionen: mit und ohne Farbschnitt. Sobald die Farbschnitt-Ausgabe ausverkauft ist, liefern wir die Ausgabe ohne Farbschnitt aus.

Was, wenn du die Zukunft kennst und weißt, sie wird grausam?

Weil sie sich weigert, Odin etwas über seine Zukunft zu verraten, straft dieser die Hexe Angrboda mit Feuer. Verletzt und machtlos flieht sie in den entlegensten Winkel des Waldes. Doch auch hier wird sie gefunden - von Loki, der als göttlicher Trickster berüchtigt ist. Völlig unerwartet verwandelt sich Angrbodas Misstrauen ihm gegenüber in eine große Liebe, aus der drei Kinder hervorgehen: Fenrir, der Wolf, Jörmungandr, die Midgardschlange, und Hel, die Herrscherin der Unterwelt. Angrboda ist fest entschlossen, ihre Kinder zu beschützen. Doch sie weiß: In der Prophezeiung von Ragnarök spielen sie eine wichtige Rolle. Muss sie ihr Schicksal akzeptieren, oder kann sie ihm trotzen?

Historischer Roman meets Nordische Mythologie - e in kraftvoller Roman über Liebe, Mutterschaft, Selbstbestimmung - und eine Frau, die in der rauen Welt der nordischen Götter ihren Weg geht

Packende Neuerzählung der Saga von Angrboda

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 29.09.2025 - 19.10.2025
  2. Lesen 27.10.2025 - 16.11.2025
  3. Rezensieren 17.11.2025 - 30.11.2025

Bereits beendet

Schlagworte

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Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 29.11.2025

Einlassen auf Mythologie Pur

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Ich habe lange über diese Rezension nachdenken müssen, weil ich während dem Leseprozess so viele unterschiedliche und widersprüchliche Gedanken zu diesem Buch hatte. Im Versuch, das möglichst anschaulich ...

Ich habe lange über diese Rezension nachdenken müssen, weil ich während dem Leseprozess so viele unterschiedliche und widersprüchliche Gedanken zu diesem Buch hatte. Im Versuch, das möglichst anschaulich wiederzugeben, beginne ich mal ganz von vorne.

Cover und Handlung
Das Cover hat mir gut gefallen, wenn ich es auch ein wenig seltsam fand, dass der Titel auf dem Buchrücken "falsch herum" gedruckt ist: Wenn man vor dem Bücherregal steht, kippt man den Kopf normalerweise nach links, um die Titel zu lesen, bei diesem Buch jedoch nach rechts – sehr ungewöhnlich. Den Farbschnitt fand ich passend und er hat direkt auf den Handlungsort "Wald" verwiesen. In den sogenannten Eisenwald - einen zu Beginn der Geschichte kargen und einsamen Ort – gelangt die Hexe Angrboda, nachdem sie von dem Göttergeschlecht der Asen dreimal verbrannt worden ist und ihr Herz verloren hat. Loki, ein immer zu Scherzen aufgelegter, jugendhaft wirkender Ase, der unter den anderen Göttern eine Außenseiterrolle hat, bringt Angrboda ihr Herz zurück. Er freundet sich mit ihr an, während die Hexe sich mithilfe ihrer neu gewonnen Freundin Skadi in einer Höhle häuslich einrichtet. Aus der späteren Liebesbeziehung von Angrboda und Loki gehen drei Kinder hervor, die, ebenso wie die Hexe selbst, Einfluss auf den späteren Verlauf des Weltenschicksals haben.

Meine Meinung
Ich hatte die Erwartung, viel Romantik und spannende Szenen zu lesen. Mehrere Bücher zur nordischen Mythologie habe ich bereits gelesen, die ich reizvoll und fesselnd fand. Grausamkeiten und Tragödien sind bei diesen Sagen zu erwarten, weshalb ich darauf eingestellt war. Überrascht war ich jedoch, wie wenig Emotionen durch den Schreibstil transportiert wurden, die dramatischen Ereignisse wurden nüchtern beschrieben und eher nacherzählt als lebendig gestaltet. Zu Beginn bereitete es mir deshalb Schwierigkeiten, mich in die Geschichte einzufühlen. Ungefähr nach der Hälfte des Buches hatte ich mich aber daran gewöhnt und erkannte, dass der Schreibstil gut in das Mythen-Genre passt und originaltreu die Stimmungen der ursprünglichen Sagen, die in einer rauen, mystischen Welt spielen, darstellt. Kleine Alltagssituationen und Gespräche der Personen machen die Erzählung anschaulich und erwecken die Mythen zum Leben. Mit den Charakteren hatte ich ebenfalls Schwierigkeiten, entwickelte aber mit der Zeit Mitgefühl für Angrboda und ihre Kinder. Der Charakter der Asen ist mir rätselhaft geblieben und mit Loki, der auf mich wie ein verzogenes Kind wirkte, konnte ich bis zum Schluss des Buches nicht viel anfangen. Er hat viele fragwürdige Entscheidungen getroffen, die beim Lesen Irritation und Wut in mir ausgelöst haben. Auch den angekündigten feministischen Aspekt des Buches konnte ich nicht erkennen, Angrboda sehe ich vielmehr als erst treue Gefährtin des sprunghaften Lokis und später als aufopferungsvolle Mutter. Zum Schluss des Buches hätte ich mir mehr Raum gewünscht, um alles Geschehene zu verarbeiten, besonders da auch zu Beginn des Buches alles eher sehr lang gedehnt wurde, als zu knapp beschrieben.
Zwingend auskennen muss man sich nicht in der Mythologie, hinten im Buch ist ein Glossar mit den wichtigsten Informationen zu finden, aber man sollte definitiv Mythologie mögen und bereit sein für mythische Wesen, erschreckende Zauber und ungefilterte Düsternis der beschriebenen Welt. Gegen Ende werden die Mythen leicht modifiziert, darauf sollte man gefasst sein.

Fazit
Wer nach Romantik gepaart mit Fantasy und Feminismus sucht, sollte vielleicht lieber zu einem anderen Buch oder Genre greifen. Wer aber auf der Suche ist nach einem Buch über die nordischen Mythen in Romanform mit nüchternem Schreibstil und Elementen wie Trauer, Dramatik, Magie und Persönlichkeitsentfaltung, ist bei diesem Buch genau richtig und wird Spaß beim Lesen haben!

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Angrboda und ihre Kinder

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The Witches Heart ist mein erster Roman von Genevieve Gornichek und ich habe mich sehr darauf gefreut ihn zu lesen, da ich die nordische Mythologie sehr mag.

Der Roman beschreibt die Geschichte der Hexe ...

The Witches Heart ist mein erster Roman von Genevieve Gornichek und ich habe mich sehr darauf gefreut ihn zu lesen, da ich die nordische Mythologie sehr mag.

Der Roman beschreibt die Geschichte der Hexe Angrboda, ihren Kindern und Ragnarök. Die Autorin nimmt uns mit in eine Welt, in der die Götter herrschen, ungerecht und mitunter sehr grausam reagieren. Wer sich mit der nordischen Mythologie auskennt, wird schon von Angrboda und ihren Kindern gehört haben und in diesem Roman bekommt man einen Einblick in ihr Leben, ihr Leiden und ihren Kampf um ihre Kinder. Die Autorin erweckt Angrboda zum Leben, schafft es ihr einen tollen Charakter und eine Stimme zu geben.

Mir gefiel vorallem, dass man erlebt wie sich die Charaktere nach und nach weiter entwickeln, Eigenheiten annehmen, Freundschaften schließen,  die man vorher nicht bermutet hätte und teilweise über sich hinauswachsen. Viele Wendungen, hauptsächlich im Mittelteil, waren gut gewählt und mitreißend beschrieben.
Insgesamt war der Erzählstil angenehm, bildlich und hat die Protagonisten gut zum Leben erweckt.

Jetzt komme ich aber leider zu einigen Kritikpunkten, weshalb es für mich tatsächlich zeitweise schwierig war weiterzulesen. Zum Einen, das Buch hat keine Kapitel sondern nur drei Teile. Das war bis zum Schluss für mich eher befremdlich, weil es einfach auch mal notwendig ist ein Buch beiseite zu legen und da finde ich Kapitel deutlich übersichtlicher als einfach "irgendwo" zu unterbrechen. Außerdem passierte Stellenweise irgendwie nichts, wodurch es zäh wurde zu lesen und an anderen Stellen, die, meiner Meinung nach, mehr Aufmerksamkeit gebraucht hätten, wurde einfach zu schnell vorbei gegangen. Auch der Anspruch nahe an der Mythologie zu bleiben passte nur bis zum letzten Abschnitt, ab da wurde es doch sehr alternativ und anstatt dann wenigstens dieses alternative Ende für Alle aus der Familie zu gestalten, wurde sich auf eine Person fixiert und der Rest wirkte komplett unwichtig. Das war für mich kein guter Abschluss des Romans. Zumal man das Gefühl hatte, dass Angrboda plötzlich nur noch mütterliche Gefühle für ein Kind hegt.

Insgesamt war das Buch in Ordnung, die Charaktere waren gut, der Schreibstil gelungen aber die Kritikpunkte hinterlassen einen eher gemischten Eindruck.

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Veröffentlicht am 19.11.2025

Magie, Mutterschaft und Ragnarök

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The Witch’s Heart erzählt die Geschichte der Hexe Angrboda, die in einem abgelegenen Wald Zuflucht findet. Dort begegnet sie Loki, mit dem sie eine leidenschaftliche, aber komplizierte Beziehung eingeht. ...

The Witch’s Heart erzählt die Geschichte der Hexe Angrboda, die in einem abgelegenen Wald Zuflucht findet. Dort begegnet sie Loki, mit dem sie eine leidenschaftliche, aber komplizierte Beziehung eingeht. Aus dieser Verbindung entstehen Kinder, die in den Prophezeiungen eine zentrale Rolle beim Weltuntergang (Ragnarök) spielen. Angrboda muss sich nicht nur mit ihrer eigenen Vergangenheit und den Göttern auseinandersetzen, sondern auch mit der Frage, wie weit sie bereit ist, für ihre Kinder, ihre Freundschaften und ihre eigene Zukunft zu kämpfen.

Die Handlung verwebt bekannte mythologische Figuren wie Loki, Skadi und Hel mit einer Perspektive auf Mutterschaft, Liebe, Verrat und Schicksal.

Ich liebe starke Frauen in Geschichten – und genau das bietet The Witch’s Heart. Die Darstellung von Angrboda und Skadi zeigt, wie wichtig es ist, weibliche Figuren nicht nur als Nebenrollen, sondern als treibende Kräfte einer Handlung darzustellen. Ihre Stärke, ihre Verletzlichkeit und ihre Konsequenz machen die Geschichte besonders.

Die nordische Mythologie war ohne Vorkenntnisse nicht immer leicht zu verstehen, doch mit ein wenig Recherche ließ sich vieles nachvollziehen, und es hat die Lektüre sogar bereichert.

Der Einstieg ins Buch fiel mir zunächst etwas schwer, da ich mit dem Stil warm werden musste. Doch je weiter die Handlung voranschritt, desto mehr hat mich die Geschichte gepackt. Besonders die Begegnungen zwischen Loki und Skadi waren spannend – zunächst überraschend ruhig, später aber mit einer sehr passenden Wendung, als Skadi Teil von Lokis Bestrafung wurde.

Skadi ist für mich eine der stärksten Figuren, weil sie ihre eigenen Gefühle zurückstellen kann und dennoch konsequent ihre Rache verfolgt.

Auch andere Thematiken, wie Beziehungen, Liebe und die Beziehung zu ihren Kindern werden thematisiert doch könnte hier gerne ab und an mehr ins Detail gegangen werden, um emotional mehr gepackt zu werden. Das hat mir persönlich gefehlt, ergab sich aber durch den o.g. Schreibstil wohl einfach.

Manche Passagen erschienen mir unnötig in die Länge gezogen, wodurch die Handlung wenig voranschritt und sich stellenweise sehr gezogen haben. Ich habe mich beim Lesen tatsächlich ein wenig gelangweilt, was schade ist, weil die mythologischen Elemente grundsätzlich spannend waren.

Auch das Finale ging mir zu schnell. Es fühlte sich an wie eine Aufzählung, bei der ein Tod nach dem anderen abgehandelt wurde. Gerade die Tode der Söhne hätten für mich mehr Raum und emotionale Tiefe verdient, vor allem in Bezug auf die Thematik der Kinder, die ja doch als eines der elementaren Themen des Buches zählt.

The Witch’s Heart ist ein Buch für alle, die sich für nordische Mythologie interessieren und starke Frauenfiguren lieben. Es verbindet bekannte Mythen mit einer emotionalen, modernen (aber teils distanzierten) Erzählweise und bietet spannende Charakterentwicklungen, auch wenn nicht jede Szene die gewünschte Tiefe erreicht. Wer Geschichten über Mutterschaft, Freundschaft und den Kampf gegen das Schicksal mag, wird hier fündig.

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Buch mit Potential für Mythologie-Fans

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Die Autorin erzählt die Sage um Angrboda in einer Neuinterpretation, die sich eng an Motive der nordischen Mythologie anlehnt. Die Handlung setzt mit ihrer Verwundung durch Odin ein und verfolgt anschließend ...

Die Autorin erzählt die Sage um Angrboda in einer Neuinterpretation, die sich eng an Motive der nordischen Mythologie anlehnt. Die Handlung setzt mit ihrer Verwundung durch Odin ein und verfolgt anschließend ihre Begegnung mit Loki, aus der eine Beziehung und schließlich drei Kinder hervorgehen. Die Bedeutung dieser Figuren für die Prophezeiung des Ragnarök bildet einen zentralen Spannungsrahmen. Angrbodas Versuche, das Schicksal ihrer Kinder zu beeinflussen, stehen im Kontrast zu Odins entgegengesetztem Vorgehen.

Strukturell ist der Roman in drei Abschnitte gegliedert, was sich auf das Erzähltempo auswirkt. Während der erste Teil aus meiner Sicht ziemlich wenig Geschwindigkeit hatte, bietet der zweite Abschnitt einen deutlichen Spannungsanstieg und mehrere Wendepunkte. Der dritte Teil fällt in seiner Wirkung wieder ab. Trotz mancher ausufernden oder holprigen Passagen gelingt es der Autorin, eine atmosphärische Kulisse zu schaffen und die mythologische Welt zugänglich aufzubereiten. Ein Glossar am Ende erleichtert zudem auch Personen wie mir - ohne viel Erfahrung in diesen Welten - die Orientierung.

Positiv fällt die emotionale Entwicklung der Figuren auf, insbesondere Angrbodas innerer Konflikt zwischen persönlichem Schmerz, dem Wunsch nach Schutz ihrer Kinder und dem Umgang mit Verrat und Verlust. Ergänzende Nebenfiguren wie Loki, Skadi und die Kinder tragen zur inhaltlichen Vielfalt bei und unterstützen die Darstellung der oft egoistischen und machthungrigen Göttermentalität.

Insgesamt bietet der Roman eine gelungene Bearbeitung eines mythologischen Themas. Die Mischung aus ruhigen, teils zähen Passagen und starken, emotional aufgeladenen Momenten ergibt ein Werk, das seine Wirkung eher langsam entfaltet, aber im Kern eine beständige und eindringliche Geschichte erzählt.

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Veröffentlicht am 19.11.2025

Es kommt drauf an ...

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Es kommt bei diesem Buch einfach drauf an, was man genau erwartet. Ich persönlich hatte/ habe kaum Kenntnisse über die nordische Mythologie (die Marvel-Filme zählen wohl kaum). Genau deshalb fand ich das ...

Es kommt bei diesem Buch einfach drauf an, was man genau erwartet. Ich persönlich hatte/ habe kaum Kenntnisse über die nordische Mythologie (die Marvel-Filme zählen wohl kaum). Genau deshalb fand ich das Buch auf den ersten Blick so spannend und ansprechend. Ich dachte, dass ich beim Lesen direkt einen Einblick ins Geschehene und die Mythologie bekomme. Leider war das nur bedingt der Fall. Viele Stellen haben aus meiner Sicht kaum Sinn ergeben, waren unlogisch oder irgendwie "an den Haaren herbeigezogen".
Gestört hat mich auch, dass es keine Kapitel gab; das Buch wurde praktisch als ein ganzer Fließtext geschrieben.
Der Schreibstil selber war eigentlich ganz gut. Dennoch hat sich die Geschichte etwas gezogen und ich musste mich besonders gegen Ende sehr dazu motivieren, das Buch überhaupt zu Ende zu lesen.
Über die Charaktere selber habe ich gemischte Gefühle. Angrboda und Loki haben mich gegen Ende einfach nur noch aufgeregt.

Fazit: Das Buch war okay. Definitiv anders als ich erwartet habe, aber okay.

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