Mit seinem überaus atmosphärischen und mitreisenden Schreibstil schafft es Florian Illies bei der Leseprobe zu seinem jüngsten Werk "Träume aus Feuer" mich sofort abzuholen und mitzureißen. Eine Lektüre mit sprachlichem Hochgenuss, angesiedelt irgendwo zwischen anspruchsvoller Poesie und historischem Roman.
Es ist einmal eine ganz andere Geschichte über den preußischen König und Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg aus dem Hause der Hohenzollern. Viel habe ich von ihm und seinen Söhnen in Geschichtsbüchern und historischen Romanen bereits gelesen. Hier ist es ein ganz neuer Blick auf diese Epoche der Hohenzollern, denn im Mittelpunkt steht der Alchemist und Glasmacher Johannes Kunckel, der einige der wichtigsten Werke zum Handwerk der Glaskunst veröffentlicht hatte und eine bekannte Größe seiner Zeit war. Vom Großen Kurfürsten hat er die Pfaueninsel geschenkt bekommen, da dieser die Gespräche über naturwissenschaftliche Phänome mit ihm schätzt. Und wie jeder Alchemist seiner Zeit gibt auch Kunckel vor, andere chemische Elemente in Gold umwandeln zu können. Ein Versprechen, das er natürlich nicht halten kann. Ich bin somit gespannt, wie diese Abenteuerreise weitergehen wird. Auch soll er für den Brandenburgischen Hof exquisite, seltene und edle Glasvarianten herstellen, wie es zu dieser Zeit des Barock eben en vogue war. Hierbei spielen sowohl die Zusammensetzung, als auch die Herstellungstemperatur eine wichtige Rolle. Imposanterweise und stimmig sind die Kapitel dementsprechend KALT, WÄRMER, WARM, HEISS, ZU HEISS und NACHGLÜHEN benannt. Viel wird sich also um die Herstellung der Gläser drehen. Auch das Buchcover, welches verschiedenfarbige Gläser zeigt, könnte in diesem Sinne für den Roman kaum stimmiger gewählt sein. Alle Charaktere sind bislang sehr authentisch und nahe an den realen historischen Personen gezeichnet.
Ich erwarte mir von Florian Illies’ "Träume aus Feuer" (mit dem Untertitel "Der Alchemist von
der Pfaueninsel") eine spannende, sprachlich und literarisch anspruchsvoll erzählte Geschichte vor wahrer historischer Kulisse. Berlin-Brandenburg, Havel und Pfaueninsel sind exemplarisch Orte, die ich von zahlreichen Aufenthalten in jener Region kenne und zusammen mit Florian Illies auf dessen Zeitreise gerne nochmals erkunden und dank seines Schreibstils noch intensiver kennenlernen und erleben möchte – im Idealfall im Rahmen von vielen lebhaften Diskussionen in einer LR, wie es sie nur bei der Lesejury gibt – vermutlich ein allerletztes Mal, bevor dieses wunderbare Portal und Forum dann zu meinem größten Bedauern leider für immer schließen wird.