Achterbahnfahrt der Gefühle am Bodensee
Bei dem Buch „Zeit der Schwestern – Traubenfest“ handelt es sich um den dritten und leider wohl (vorerst?) letzten Band einer Trilogie, bei der die Familie Hohenhausen im Zentrum steht. Jeder Band der ...
Bei dem Buch „Zeit der Schwestern – Traubenfest“ handelt es sich um den dritten und leider wohl (vorerst?) letzten Band einer Trilogie, bei der die Familie Hohenhausen im Zentrum steht. Jeder Band der Trilogie ist wohl einer Tochter der Familie gewidmet, welche jeweils die Hauptperson ist. Ich kannte die Vorgängerbände nicht, jedoch hatte ich keine Verständnisprobleme, was der Autorin schon einmal hoch anzurechnen ist, denn ihr ist es gelungen in diesem letzten Band alles soweit zurechtzulegen, dass ich nicht das Gefühl hatte, etwas nicht zu verstehen.
Die Protagonistin in „Traubenfest“ ist Veronika, auch Veri genannt. Sie ist die älteste Tochter von Georg und Lotte Hohenhausen und eine wahnsinnig sympathische Frau, die sich selten um sich, jedoch ständig um das Wohl anderer sorgt und dabei immer im Einsatz ist. Zusammen mit ihrem Mann Stefan betreibt sie ein Weingut, in ihrer Ehe kriselt es, was Veri zunächst nicht wahrhaben will. Ihre Schwestern Romy und Carolin sind sehr feinfühlig und unterstützen Veri, wo sie nur können. Der familiäre Beistand tut ihr sichtlich gut. Als sie den sympathischen Vater ihres Praktikanten und dessen innovatives Weingut kennen lernt, spielen ihre Gefühle Achterbahn.
Das Cover des Buches mit seinem leicht erhobenen und glänzenden Titel der Reihe sowie den gemalten Weinreben hat mich gleich angesprochen. Ich persönlich mag derart gestaltete Buchcover, v. a. wenn sie auch haptisch was hergeben.
Ich kannte die Autorin bisher noch nicht, aber ich bin mir sicher, dass ich in Zukunft noch mehr von ihr lesen werde, weil mich ihr Schreibstil wirklich angesprochen hat. Als geborene Karlsruherin lebt sie nun in München und damit unweit vom Bodensee entfernt. Ihre Liebe zum größten See in Deutschland kommt sicherlich nicht nur in diesem Teil der Reihe, sondern in der gesamten Trilogie zum Ausdruck.
Mir hat der letzte Band der Trilogie sehr gut gefallen, weil er gefühlsgeladen Veris Innenleben und die vielen Herausforderungen ihres Lebens behandelt sowie auf eine wunderbare Weise Einblick in eine Familie gibt, welche wirklich vorbildlich zusammenhält. Ich konnte das Buch kaum weglegen, es ist absolut kurzweilig und Tanja Hutmacher gelingt es, die Atmosphäre des Bodensees in einer derartigen Weise zu beschreiben, dass man richtig Sehnsucht bekommt, dorthin zu reisen. Ich werde auf jeden Fall demnächst den Bodensee mal wieder in meine Urlaubsplanungen einbeziehen und die beiden Vorgängerbände lesen. Unheimlich gerne möchte ich noch länger am Leben der Familie Hohenhausen teilnehmen, gerne noch in einem überraschenden weiteren Band, Stoff für die ein oder andere Fortsetzung ist auf jeden Fall vorhanden.
Ich kann „Zeit der Schwestern – Traubenfest“ denjenigen Leserinnen und Lesern empfehlen, die gerne gefühlsbetonte Bücher lesen. Für mich war dieses Buch auf jeden Fall ein ganz besonderes Lesehighlight in diesem Jahr.