Cover-Bild Ich will dein Leben
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11,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Lübbe
  • Themenbereich: Belletristik - Thriller: Psycho
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 448
  • Ersterscheinung: 28.07.2020
  • ISBN: 9783404180219
  • Empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Amanda Jennings

Ich will dein Leben

Roman
Christina Neuhaus (Übersetzer)

Cornwall im Sommer 1986. Fasziniert beobachtet die sechzehnjährige Tamsyn ihre neuen Nachbarn: den attraktiven Mr. Davenport, seine wunderschöne Ehefrau und ihre schillernde Tochter Edie, die etwa in Tamsyns Alter ist. Als sich die ungleichen Mädchen schließlich kennenlernen, hat dies ungeahnte Folgen. Denn hinter dem scheinbar perfekten Familienidyll der Davenports verbergen sich dunkle Abgründe, und Tamsyns neidvoller Blick auf ihre Nachbarn wird immer mehr zur unheilvollen Obsession ...

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.08.2020

Cornwall kann auch düster sein

1

Dieser Roman punktet eher mit psychologischen Thriller-Elementen als mit nägelkauender Spannung. Darum ist der Titel auch etwas zu reißerisch gewählt und wird der Geschichte nicht gerecht. Wer wie ich ...

Dieser Roman punktet eher mit psychologischen Thriller-Elementen als mit nägelkauender Spannung. Darum ist der Titel auch etwas zu reißerisch gewählt und wird der Geschichte nicht gerecht. Wer wie ich Cornwall und die 80er Jahre mag, ist hier genau richtig.

Tamsyn ist die einzige Ich-Erzählerin des Romans und ist mir als Leserin daher am nächsten gekommen. Dennoch spürt man früh, dass mit Tamsyn etwas ganz und gar nicht stimmt. Mit Mutter, Bruder und schwer krankem Großvater lebt sie in sehr einfachen Verhältnissen, nachdem ihr Vater verunglückt ist. Heimlich hat er sich einst mit Tamsyn zu einem Ferienhaus an den Klippen geschlichen. Von diesem Haus ist Tamsyn nahezu besesssen. Durch ein Fernglas beobachtet sie die reiche Familie Davenport, die Besitzer des Hauses. Als deren Tochter Edie aus dem Internat zu Besuch kommt und die beiden Mädchen aufeinandertreffen, entwickelt sich nicht nur eine sehr eigenartige, nicht wirklich als Freundschaft zu bezeichnende Beeziehung. . Vielmehr werden auch verhängnisvolle Ereignisse in Gang gesetzt, deren Ausgang ich bis zum Schluss nicht vorausahnen konnte.

Die Autorin spielt mit verschiedenen Perspektiven und Erzählzeiten. Es gelingt ihr, eine düstere Stimmung zu kreieren, wobei noch nicht alle Stilelemente vollendet eingesetzt werden. So kam das wiederholte Auftauchen düsterer Raben etwas platt daher.

Mir persönlich hat aber gefallen, dass hier nicht mit plumpen Knalleffekten aufgewartet wurde. Vielmehr gleicht die Geschichte einem Schneeball, der langsam, aber unaufhaltsam einen Berg hinabrollt und schließlich wie eine Lawine das Leben der Protagoniten auf den Kopf stellt. Ein ungewöhnlicher Roman, der mich bis zum Schluss gefesselt hat.

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Veröffentlicht am 01.08.2020

Obsession ohne Ausweg

1

Schon seit ihrer Kindheit ist Tamsyn (16) von dem Haus auf den Klippen fasziniert, denn hier ist sie oft mit ihrem Vater gewesen. Dieser ist nun seit Jahren tot, aber die Faszination ist geblieben, mehr ...

Schon seit ihrer Kindheit ist Tamsyn (16) von dem Haus auf den Klippen fasziniert, denn hier ist sie oft mit ihrem Vater gewesen. Dieser ist nun seit Jahren tot, aber die Faszination ist geblieben, mehr noch entwickelt sich die Begeisterung in eine regelrechte Obsession, denn die Beobachtung dieses Hauses von einem Felsplateau aus wird zum Lebensinhalt für das Mädchen. Eine reiche Londoner Familie, die Davenports, benutzt das Haus als Ferien- und Wochenendhaus, und Tamsyn beobachtet mit Begeisterung das luxuriöse Leben der Familie und träumt sich in ihre Mitte. Als sie deren Tochter Edie kennenlernt und sich sogar etwas wie Freundschaft entwickelt, fühlt sich Tamsyn im siebten Himmel, denn nun ist sie oft Gast im Haus auf den Klippen und sieht sich schon fast als Familienmitglied. Doch die schöne Fassade bröckelt, und das Schicksal nimmt seinen Lauf....
Mir hat das Buch weitgehend gut gefallen, denn es ist spannend geschrieben, nicht im kriminalistischen Sinne durch ständige Action-Elemente, sondern durch Tamsyns Steigerung in die Obsession ergeben sich immer wieder neue Überraschungsmomente und psychosoziale Aspekte. Auch die Stimmung ist sehr atmosphärisch, und man hat von Beginn an das Gefühl, dass etwas Unberechenbares passieren wird. Ich habe immer ins nächste Kapitel hineingelesen, bevor ich das Buch beiseite legte, um zu sehen, wie es weitergeht.
Die Autorin hat viel Herzblut in die Darstellung der verschiednen Protagonisten gelegt, um ihre Charaktere herauszuarbeiten, z.B. die unglaubliche Naivität und Gutgläubigkeit Tamsyns wie auch die Arroganz und Hinterhältigkeit Edies. Leider ist ihr dies nur zum Teil gelungen, denn manches wirkt aufgesetzt und unglaubwürdig. Sympathisch wirkt auf mich keine der Hauptfiguren, denn alle haben ihre abgründigen Geheimnisse.
Der Schreibstil ist flüssig und anschaulich. Die Autorin bedient sich der Perspektivenwechsel, so dass der Plot von allen Seiten beleuchtet wird, was die Geschehnisse erklärt bzw. abrundet. Nach und nach erschließen sich dem Leser so Details aus der Vergangenheit, als der Vater Tamsyn versprach, dass sie eines Tages im Haus auf den Klippen wohnen würden. Außerdem wird allzu deutlich, dass Tamsyn psychiatrische Hilfe dringend braucht, weil sie den Tod des Vaters nicht allein verarbeiten konnte.
Alles in allem hat mich das Buch gut unterhalten und in Spannung versetzt, auch wenn mir nicht alles authentisch vorkam. Ich vergebe deshalb vier Sternchen.

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Veröffentlicht am 31.07.2020

Wenn Perfektion zu Obsession wird und Leben zerstört...

1

"Ich will dein Leben" von Amanda Jennings ist im Juli 2020 als Taschenbuch mit 448 Seiten bei Lübbe erschienen.
Es ist als Thriller deklariert, und der Titel weckt evtl. falsche Erwartungen.
Meiner Meinung ...

"Ich will dein Leben" von Amanda Jennings ist im Juli 2020 als Taschenbuch mit 448 Seiten bei Lübbe erschienen.
Es ist als Thriller deklariert, und der Titel weckt evtl. falsche Erwartungen.
Meiner Meinung nach handelt es sich nicht um einen klassischen Thriller, sondern um einen äußerst spannenden Roman.
Der englische Original-Titel "The Cliff House" wäre in direkter Übersetzung ins Deutsche wohl zutreffender gewesen.

Das Buch spielt in Cornwall und wechselt zwischen den Zeiten "1986" und "Heute".
Hauptprotagonistin ist Tamsyn, eine 16-jährige aus eher einfachen Verhältnissen, die vor einigen Jahren ihren Vater verlor und sehr stark mit dem Verlust zu kämpfen hat.
So auch ihre Familie, die Mutter Angela, der Bruder Jago und auch der Großvater, jeder auf seine eigene Weise.

Die letzte gemeinsame Unternehmung mit ihrem Vater war das Schwimmen im Pool der Villa auf den Klippen - verbotenerweise.
So zieht es Tamsyn häufig zur Villa, und sie beobachtet die Davenports, eine Familie aus London, die aus London kommt und in der Villa ihre Wochenenden verbringt.

Die Davenports, das sind Vater Max, ein bekannter Schriftsteller, Mutter Eleanor, eine mondäne Dame mit Alkoholproblem sowie Tochter Edie, ein Teenager in Tamsyns Alter.

Die Mädchen lernen sich kennen, denn Edie erwischt Tamsyn beim heimlichen Besuch in der Villa... Die Mädchen verbringen mehr und mehr Zeit miteinander, und Tamsyn kann sich nun in der Villa aufhalten und gehört bald fast zur Familie. Die Freundschaft ist problematisch, denn die beiden Teenager kommen aus vollkommen verschiedenen Verhältnissen und Edie ist in ihrer Entwicklung wesentlich weiter als Tamsyn, die so dringend Anerkennung sucht...
Angela putzt in der Villa und auch Jago erledigt dort einige Arbeiten, und so geraten sie alle gemeinsam in einen verhängnisvollen Strudel, der schließlich zur Katastrophe führt...

Tamsyn ist regelrecht besessen von dem Haus und seinen Bewohnern und ihre Gedanken und Handlungen kreisen um nichts anderes, außer noch um den verstorbenen Vater, der bei einer Rettungsaktion im Meer ertrank.
Ihre Mutter Angela ist einsam und leidet ebenfalls sehr unter dem Verlust des Ehemannes, und auch Jago hat damit eine Menge Probleme und hat seinen Platz im Leben noch nicht so recht gefunden.
Leider findet innerhalb der Familie keine wirkliche Kommunikation statt, alles bleibt oberflächlich und Probleme macht jeder mit sich selbst aus...

Die Autorin hat die einzelnen Kapitel aus der Perspektive jeweils eines Charakters erzählt, die meisten aus der Sicht von Tamsyn, aber ebenfalls gibt es welche von Edie, Angela und Jago, so dass der Leser die Geschehnisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln erfährt.
Das finde ich sehr gut gemacht, es ist abwechslungsreich und man will unbedingt weiterlesen, weil die Kapitel häufig mit kleinen Cliffhangern enden...

Amanda Jennings´ Schreibstil ist leicht und flüssig lesbar, man ist schnell im Thema und erfährt viel über die einzelnen Personen, trotzdem bleibt es teils geheimnisvoll, teils vage.
So war es mir in diesem Buch nicht möglich, zu einem Protagonisten besondere Sympathien oder Antipathien zu entwickeln, sie bleiben trotz allem gewissermassen auf Distanz.

Die Handlung geht relativ gemächlich voran, aber die Grundstimmung ist unterschwellig bedrohlich und es brodelt permanent unter der Oberfläche.
Dadurch wird eine Spannung aufgebaut, die sich kontinuierlich steigert und den Leser auf einen Ausbruch warten lässt.

Es gibt schließlich einen fesselnden Showdown, dessen Inhalt überrascht und für sämtliche Beteiligten weitreichende Konsequenzen hat...

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Veröffentlicht am 29.07.2020

Spanender Roman.

1

Ich bin sehr begeistert davon wie die Autorin die Gefühle von Tamsyn beschreibt und vor allem die Steigerung ihres Verhaltens vermittelt. Man merkt das sie eine psychische Störung hat die wahrscheinlich ...

Ich bin sehr begeistert davon wie die Autorin die Gefühle von Tamsyn beschreibt und vor allem die Steigerung ihres Verhaltens vermittelt. Man merkt das sie eine psychische Störung hat die wahrscheinlich dadurch entstanden ist das sie den Tod ihres Vaters nie überwunden hat. Als Leser muss muss man sich allerdings erst einmal bewusst machen, dass sie eine Psychische Störung hat, die behandelt werden hätte müssen, und nicht einfach zurückgeblieben ist.
Edie verkörpert für mich Perfekt das Bild einer Tochter aus einer reichen, Kaputten Familie die ein anderes Leben als ihre Eltern möchte.
Die Autorin baut sehr früh schon Spannung auf die sich biss zum Ende sehr zuspitzt.
Das Ende war meiner Meinung nach ein echtes Finale was aber ruhig auf paar mehr Seiten hätte ausgedehnt werden können.

Fazit:
Leute die einen Thriller erwarten muss man enttäuschen es ist wirklich ein spannender Roman. Er Behandelt wichtige Themen allerdings etwas unkritisch. Trotzdem hat es die 4 Sterne bekommen weil es ein schönen Erzähungsstiel und interessante Charaktere hat.

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Veröffentlicht am 29.07.2020

Atmosphärisches Drama

3

Tamsyn liebt das weiße Haus auf den Klippen Cornwalls – und als dort neue Nachbarn einziehen, liebt sie auch diese. Sie beobachtet die kleine Familie und wünscht sich nichts mehr als ein Teil ihres Lebens ...

Tamsyn liebt das weiße Haus auf den Klippen Cornwalls – und als dort neue Nachbarn einziehen, liebt sie auch diese. Sie beobachtet die kleine Familie und wünscht sich nichts mehr als ein Teil ihres Lebens zu sein. Als Tamsyn die Tochter der Bewohner kennenlernt, scheint ihr Traum sich zu erfüllen und sie taucht in ein anderes Leben ein. Schon bald muss sie erkennen, dass auch im Haus auf den Klippen nicht alles so perfekt ist, wie es scheint, doch das will Tamsyn nicht akzeptieren und sie ist bereit für ihre Scheinwelt zu kämpfen.

Zu allererst muss ich sagen, dass mich „Ich will dein Leben“ begeistert hat. Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen und habe es sehr genossen mit Tamsyn das Klippenhaus und seine Bewohner kennenzulernen. Normalerweise lese ich keine Thriller, aber da mich der Klappentext bei diesem Buch so angesprochen hat, habe ich beschlossen, hier eine Ausnahme zu machen und ich bin äußerst froh, das getan zu haben! Die Geschichte ist zwar sehr spannend, aber für mich war es viel mehr ein psychologisches Drama, das sich im Klippenhaus entwickelt hat und das vor allem von den feinen Spannungen zwischen den Figuren lebte.

Besonders hervorheben möchte ich auch den Schreibstil. Die Geschichte wird größtenteils aus der Ich-Perspektive erzählt, auch wenn immer wieder Kapitel aus der Sicht anderer Personen eingeschoben sind. Ich kann gar nicht genau sagen, warum mir der Stil so gut gefallen hat, weil er eigentlich nicht auffällig war – und doch war er perfekt und hat einen unheimlichen Sog auf mich ausgeübt. Die Sprache passt perfekt zu der Hauptperson und vermittelt unheimlich gut die anschwellende bedrohliche Atmosphäre.

Die Handlung entwickelt sich relativ langsam – Action gibt es eher weniger, dafür läuft ganz viel über die Beziehung zwischen den Personen und eher kleinen Gesten. Das heißt aber nicht, dass es weniger spannend wäre, oh nein, ich hätte das Buch in einem Rutsch durchlesen können. Gegen Ende ging mir dann leider alles etwas zu schnell und es gab ein kleines bisschen zu viel Drama. Trotzdem bin ich mit der Art des Endes aber sehr zufrieden.

Insgesamt ist „Ich will dein Leben“ ein spannendes und faszinierendes Beziehungsdrama, das mir wirklich gut gefallen hat.

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