Zwei Paare und fünf Kinder in einem alten Haus mitten im kanadischen Wald. Die Pandemie hat sie aus der Großstadt vertrieben, und sie lernen in der Wildnis eine neue Sprache: die der Schmetterlinge, des Farns, der Nattern und der Bäume. Anaïs, die Erzählerin, kennt diesen Ort seit ihrer Kindheit, Erinnerungen und Geschichten umschwirren sie. In einem Moment der existenziellen Verunsicherung schöpft sie Kraft aus der ungestümen, lebendigen Schönheit der Natur und bahnt sich neue Wege – als Mutter, als Künstlerin, als Liebende, als Frau.
Die kanarische Autorin Anais Barbeau-Lavalette versteht es gut mit guter Prosa, die kanadische Gegend ins Bild zu rücken.
Sie und der Wald, ist ein beeindruckendes Werk. Zwei Familien verbringen die ...
Die kanarische Autorin Anais Barbeau-Lavalette versteht es gut mit guter Prosa, die kanadische Gegend ins Bild zu rücken.
Sie und der Wald, ist ein beeindruckendes Werk. Zwei Familien verbringen die Zeit der Pandemie in den kanadischen Wäldern. Die Kinder können unbeschwert aufwachsen, lernen aber dabei auch, das die Natur seine Risiken hat.
Die Autorin schildert in einem besonderen Flair, einen guten Roman.
Der Roman zeigt ein wunderbare Welt.
Der Roman ist lesenswert.
In Zeiten des Corona-Lockdowns in Kanada verbringen zwei Familien in zwei Häusern am Fullerton-See nahe Montreal mehrere Monate, vor strengen staatlichen Maßnahmen fliehend. – mit fünf Kindern zwischen ...
In Zeiten des Corona-Lockdowns in Kanada verbringen zwei Familien in zwei Häusern am Fullerton-See nahe Montreal mehrere Monate, vor strengen staatlichen Maßnahmen fliehend. – mit fünf Kindern zwischen 3 und 9 Jahren, in engen Räumen, in fast unberührter Natur, mit Unterrichtung in Eigenregie. Wie lockere Tagebucheinträge der Ich-Erzählerin Anaïs reihen sich Erinnerungen aus ihrer Kindheit an Episoden der Gegenwart lose und wirr aneinander. Informativ sind dabei auch Beiträge zu internationalen Berühmtheiten, aber mehr noch zu Historie, Fauna, Flora dieser Gegend. Ohne Internet, dafür mit interessanten Anwohnern im Tal beschenkt lebt das Buch von persönlichen Schilderungen in liebevollem, poetischem Schreibstil. Die Erzählerin erlebt man als Mutter, Liebende und Künstlerin, angefüllt von Erschöpfung, Überforderung in Enge, Chaos und existenzieller Verunsicherung in diesem Zufluchtsort. Neben der Hingabe zu ihren Kindern und ihrem Ehemann verspürt man auch ihren Wunsch nach Ungebundenheit, denke man nur an den japanischen Maler oder den rätselhaften Waldmenschen. Mit dem zufällig gefundenen Grabstein von Jeanne d’Arc Morency (J.A.M.) und der vorbei schwebenden weißen Frau treten traumhafte Elemente ins Blickfeld. Auch wenn die Struktur weniger der eines Romans entspricht, die Kapitel thematisch bunt angesiedelt sind, versprüht das Buch eine reizvolle, ansprechende Atmosphäre beim Lesen. 3,5*
Sie und der Wald – Anais Barbeau-Lavalette
Ein Roman, den ich kaum als solchen bezeichnen würde. Eigentlich wirkt er auch etwas aus der Zeit gefallen, dank der Corona-Pandemie, die hier als Schlüsselmoment ...
Sie und der Wald – Anais Barbeau-Lavalette
Ein Roman, den ich kaum als solchen bezeichnen würde. Eigentlich wirkt er auch etwas aus der Zeit gefallen, dank der Corona-Pandemie, die hier als Schlüsselmoment dient, ist der Zeitraum der Handlung jedoch recht klar eingegrenzt.
Während sich die Welt diversen Corona-Maßnahmen beugt, entschließen sich vier Erwachsene mit fünf Kindern dazu, diese Zeit abgeschieden im Wald zu überbrücken. Es ist eine Aussteigergeschichte auf Zeit. Angst vor dem Virus ist zu keinem Zeitpunkt ein Thema; es sind die Maßnahmen, vor denen diese Leute flüchten.
Seltsamerweise erfährt man im gesamten Roman kaum etwas über diese neun Personen. Die Ich-Erzählerin schwelgt vielmehr in Erinnerungen und Geschichten von Nachbarn die ebenfalls im Wald hausen, immer schon. Ganz besonders haben es der Autorin aber Flora, Fauna und Botanik des Waldes angetan. Seitenlange Beschreibungen von Pflanzen und Tieren sind keine Seltenheit. Eine Handlung darüber hinaus, im herkömmlichen Sinne, erwartet man vergebens.
Auch der Schreibstil ist ungewöhnlich. Die Sätze sind an sich zwar einfach und knapp, dennoch unerwartet poetisch und extravagant. Zusammenhänge werden kaum erklärt. Ohnehin sind es immer nur Häppchen, die über die Personen oder das Leben im Wald serviert werden.
Insgesamt herrscht eine ganz besondere Atmosphäre in diesem Werk, dennoch war es für mich ein eher unbefriedigendes Leseerlebnis.
3 Sterne