Cover-Bild Der schönste Grund, Briefe zu schreiben
20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Thiele & Brandstätter Verlag
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 420
  • Ersterscheinung: 01.02.2016
  • ISBN: 9783851793413
Ángeles Doñate

Der schönste Grund, Briefe zu schreiben

Anja Rüdiger (Übersetzer)

In dem kleinen spanischen Ort Porvenir zieht der Winter mit einer schlechten Nachricht ein: Das über hundert Jahre alte Postamt soll geschlossen werden. Eine Hiobsbotschaft für Sara, die rothaarige Postbotin und alleinerziehende Mutter, die nun nach Madrid versetzt werden soll. Und eine Katastrophe für die achtzigjährige Rosa, die in der sympathischen Frau und ihren drei kleinen Kindern eine Familie gefunden hat.
Doch dann hat die alte Dame eine Idee, die alles vielleicht noch retten könnte: Sie schreibt einen Brief, der ihr schon seit Jahrzehnten auf der Seele brennt, und eröffnet damit einen Reigen außergewöhnlicher Briefe, die alle auf dem Postamt von Porvenir landen.
An ihrem vierzigsten Geburtstag erhält die vollkommen überraschte Sara neununddreißig Briefe mit Zitaten aus den schönsten Liebesbriefen der Weltliteratur. Der vierzigste Brief aber ist von dem Mann, der sie heimlich liebt …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Rezensionn zu "Der schönste Grund, Briefe zu schreiben"

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"Der schönste Grund, Briefe zu schreiben" hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte erzählt von einer Postbotin, die in die Großstadt versetzt werden soll, weil sich ein Postamt auf ihrem Dorf nicht mehr ...

"Der schönste Grund, Briefe zu schreiben" hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte erzählt von einer Postbotin, die in die Großstadt versetzt werden soll, weil sich ein Postamt auf ihrem Dorf nicht mehr lohnt. Um das zu verhindern starten die Dorfbewohner eine Kette aus anonymen Briefen, die mehr als nur ein Leben verändern.

Dieses Buch hat alles, was man sich an einem guten Roman nur wünschen kann: Liebenswerte Charaktere, Freundschaft, Romantik, ein bisschen Schmerz und ganz viel Literatur.

Geschickt werden die Briefe der Dorfbewohner in deren Geschichten und die Rahmenhandlung eingebettet, ohne dass ein Element Überhand nimmt oder zu Kurz kommt.

Als Leser fühlt man sich den Dorfbewohnern ganz nah, während sie sich Kapitel für Kapitel gegenseitig näher kommen und besser kennen lernen. Man fühlt richtig mit ihnen und möchte gar nicht aufhören zu lesen.

Alle, die die Magie selbstgeschriebener Briefe noch nicht ins Reich der Mythen abgeschoben haben, werden dieses Buch lieben.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Zart, ergreifend, wunderbar!

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Was für ein wundervolles Buch! Eine Liebeserklärung an Worte, Briefe, Bücher, die Liebe und das Lesen selbst! Wer nach dem Lesen nicht nach Briefpapier und Füllfeder greifen und das Leben in vollen Zügen ...

Was für ein wundervolles Buch! Eine Liebeserklärung an Worte, Briefe, Bücher, die Liebe und das Lesen selbst! Wer nach dem Lesen nicht nach Briefpapier und Füllfeder greifen und das Leben in vollen Zügen genießen möchte, dem ist nicht mehr zu helfen :)

Diese Geschichte ist eine leise, die vielleicht nicht überraschend oder weltbewegend, aber umso berührender und schöner ist. Die facettenreichen Charaktere, die man trotz und wegen ihrer Fehler ins Herz schließen muss und denen man alles erdenklich Gute wünscht, aber auch der poetische und dennoch angenehm zu lesende Schreibstil, der so zart und leicht ist, machen dieses Buch zu etwas ganz Besonderem. Zu einem Herzensbuch, dass Freude macht und einen lächelnd zurücklässt. Aber auch ein wenig wehmütig, Portvenir verlassen zu müssen...

Die Grundidee, eine Briefkette in Gang zu setzen finde ich ganz wunderbar und dadurch, dass man als Leser die Briefe bereits kannte, konnten mich einige Situationen zum Schmunzeln bringen, wenn sich die Charaktere mal wieder wundern, wer hinter den Briefen steckt oder sich ihrer gegenseitigen Verbindung noch nicht bewusst sind...

Gleichzeitig greift das Buch so viele Themen des Lebens auf und verdeutlicht, dass das Glück in den kleinen Dingen des Alltags, aber auch in der Weite der Welt liegen kann. Da ist die Hausfrau, die nicht lesen kann, aber mit den Lebensmitteln spricht oder die verzweifelte Dichterin, die die Liebe zu den Worten nicht wiederfindet... jeder von diesen Charakteren findet sein Glück in etwas anderem. Aber wo Glück ist, da ist auch Unglück. Trauer, Verlust, Krankheit. Und trotzdem liegt über allem ein zarter Schleier des Neuanfangs.

Wer gerne schreibt, ob Briefe, Bücher oder Gedichte, der sollte dieses Buch lesen. Und wer das nicht tut, auch! Denn dieses Geschichte ist etwas ganz besonderes. Für einen kuschligen Abend vor den Kamin, wie einige Sonnenstunden auf der Wiese... egal wo, egal wann: LEST ES!





Fazit:
[5+/5] Ángeles Doñates Debüt ist ein wunderschönes, unterhaltsames und bewegendes Buch voller Bücher, Briefe und Leidenschaft, das für mich Spanien pur ist -

Veröffentlicht am 15.09.2016

Poetisch erzählt, teilweise etwas kitschig

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Porvenir ist ein kleiner Ort in Spanien. Dort lebt Sara und arbeitet als Postbotin. Eines Tages erhält sie die unerfreuliche Mitteilung, dass das kleine Postamt geschlossen werden soll. Wie es mit ihr ...

Porvenir ist ein kleiner Ort in Spanien. Dort lebt Sara und arbeitet als Postbotin. Eines Tages erhält sie die unerfreuliche Mitteilung, dass das kleine Postamt geschlossen werden soll. Wie es mit ihr weitergehen wird, ist noch unklar, eine Versetzung nach Madrid steht im Raum. Für Sara, die in Porvenir aufgewachsen ist, dort ihre Familie und Freunde hat, wäre dies eine Katastrophe. Auch ihre Nachbarin Rosa ist entsetzt von der Aussicht, ihre junge Freundin und deren Familie zu verlieren. Immerhin kennt sie Sara schon, seit diese ein Kind war und hat sogar bei der Geburt ihres Sohnes geholfen! Und Sara ist immer für die alte Dame da, wenn es nötig ist.

Doch dann hat Rosa eine Idee. Wenn das Postamt geschlossen werden soll, weil nicht mehr genug Briefe in Porvenir verschickt werden, müssen eben mehr Briefe geschrieben werden, so dass es einen guten Grund gibt, Saras Posten zu erhalten. Rosa selbst beginnt die Briefkette, indem sie einen langen Brief an ihre beste Freundin aus ihrer Jugend schreibt, die sie seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat. Sie adressiert ihren Brief an Luisa an deren Elternhaus, obwohl dort eigentlich niemand mehr wohnt. Doch zufällig ist gerade Luisas Enkelin Anna dort und liest den Brief. Dann schreibt sie ihrerseits einen weiteren Brief und so wird die Kette in Gang gesetzt. Die Regeln sind ganz einfach: es ist egal, an wen man schreibt, egal, ob der Brief lang oder kurz ist, es gibt keine Vorgaben zum Inhalt – nur der Absender bleibt anonym und Briefträgerin Sara darf nichts davon erfahren, was die Einwohner von Porvenir da für sie tun.

Eine wunderhübsche Geschichte, sehr warmherzig geschrieben und schön zu lesen, ein richtiges Wohlfühlbuch.
Allerdings fehlten mir auch ein paar Ecken und Kanten, ein bisschen mehr Schwierigkeiten. Die Geschichte verläuft sehr ruhig, man lernt viele unterschiedliche Personen und Schicksale kennen, aber es fehlt zwischendurch doch ein bisschen an Spannung. Dass die Handlung nicht wirklich realistisch ist, hat mich dabei nicht einmal gestört, es hat eben etwas märchenhaftes, auf das man sich einlassen muss, aber der Kitschfaktor war mir streckenweise einfach zu groß.

Dennoch auf jeden Fall ein empfehlenswertes Buch für alle, die poetisch erzählte, ruhige Geschichten lieben!