Eine Enemies-to-Lovers-Geschichte, die sich echt anfühlt
Sadie Wen gilt als das perfekte Mädchen: ehrgeizig, höflich, Klassenbeste und Schülersprecherin. Doch hinter der perfekten Fassade sieht es ganz anders aus, denn all ihren Frust lässt sie in E-Mail-Entwürfen ...
Sadie Wen gilt als das perfekte Mädchen: ehrgeizig, höflich, Klassenbeste und Schülersprecherin. Doch hinter der perfekten Fassade sieht es ganz anders aus, denn all ihren Frust lässt sie in E-Mail-Entwürfen heraus, die eigentlich niemals jemand lesen sollte. Als genau diese Nachrichten plötzlich in Umlauf geraten, steht ihr gesamtes Leben Kopf – und ausgerechnet ihr Rivale Julius Gong scheint dabei eine größere Rolle zu spielen, als sie zunächst erwartet hätte.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich anfangs etwas gebraucht habe, um in die Geschichte hineinzufinden. Vor allem Sadie blieb für mich zu Beginn recht schwer greifbar und auch die Charaktere wirkten anfangs eher etwas flach. Zudem hatte ich leider Probleme mit dem Schriftbild, da die Schrift für meinen Geschmack wirklich sehr klein war und dadurch meinen Lesefluss etwas beeinträchtigt hat.
Doch je weiter die Geschichte voranschritt, desto mehr konnte mich das Buch überzeugen. Spätestens nach dem Leak der E-Mails wurde es deutlich spannender und ich war viel stärker in der Handlung drin. Besonders die Dynamik zwischen Sadie und Julius hat mir unglaublich gut gefallen. Ihre Beziehung entwickelt sich langsam, glaubwürdig und ohne überhastete Gefühle – genau so, wie ich es mir bei einer guten Enemies-to-Lovers-Geschichte wünsche.
Was mir dabei besonders positiv aufgefallen ist: Obwohl beide mit der Zeit immer mehr Gefühle füreinander entwickeln, bleibt ihre Rivalität trotzdem bestehen. Sie streiten sich weiterhin, provozieren sich gegenseitig und geben ihren Gefühlen eben nicht sofort nach. Gerade dadurch wirkte ihre Beziehung unglaublich authentisch und keineswegs künstlich dramatisch oder überstürzt.
Vor allem Julius mochte ich sehr gerne und mit der Zeit habe ich auch Sadie immer mehr ins Herz geschlossen. Besonders schön fand ich, dass ihre Entwicklung nicht plötzlich passiert, sondern sich Schritt für Schritt entfaltet. Der Slow Burn wurde hier wirklich konsequent bis fast zum Ende durchgezogen – und genau deshalb hat sich das Liebesgeständnis am Ende auch absolut verdient angefühlt.
Insgesamt hat mich das Buch nach einem etwas holprigen Start am Ende vollkommen überzeugt. Wer glaubwürdige Enemies-to-Lovers-Dynamiken, langsame Annäherungen und viel unterschwellige Spannung zwischen den Charakteren liebt, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Für mich war es letztendlich ein richtig schönes YA-Highlight mit einer Romance, die sich angenehm echt angefühlt hat.