Cover-Bild Postpatriarchales Chaos und wie wir mit Feminismus die Freiheit erobern
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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Aufbau
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Gesellschaftliche Gruppen
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Seitenzahl: 192
  • Ersterscheinung: 11.02.2026
  • ISBN: 9783351042707
Antje Schrupp

Postpatriarchales Chaos und wie wir mit Feminismus die Freiheit erobern

Die Zeit des Patriarchats ist vorbei .

Die aktuellen politischen Entwicklungen sind kein Beweis für die bleibende Stärke des Patriarchats, sondern Anzeichen für dessen Ende. Das Patriarchat war eine hierarchische Ordnung mit »alten weißen Männern« an der Spitze, gestützt auf anerkannte Institutionen wie Universitäten, Parlamente und Kirchen. Diese Zeiten sind vorbei. Heute basiert Macht auf dem Recht des Stärkeren, physischer Gewalt, ökonomischer Überlegenheit und Willkür. Das ist kein Patriarchat, sondern postpatriarchales Chaos. Feministische Strategien müssen darauf reagieren. In ihrem intellektuell funkelnden und geistreich-pointierten Essay nimmt die Politologin Antje Schrupp eine (selbst)kritische Bestandsaufnahme der Frauenbewegung vor und entwirft Perspektiven für einen zukunftsorientierten, konstruktiven Feminismus, dessen oberstes Anliegen eine freiheitliche Gesellschaft ist.

Ein unterhaltsames intellektuelles Feuerwerk: Kaum jemand schreibt so erhellend über Freiheit und Feminismus wie Antje Schrupp

Erscheint zum Internationalen Frauentag am 8. März

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.03.2026

Ich konnte es nicht aus der Hand legen!

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Immer mal wieder stoße ich auf ein Buch, das ich einfach nicht aus der Hand legen kann. "Postpatriarchales Chaos und wie wir mit Feminismus die Freiheit erobern" ist so ein Buch.

Antje Schrupp legt in ...

Immer mal wieder stoße ich auf ein Buch, das ich einfach nicht aus der Hand legen kann. "Postpatriarchales Chaos und wie wir mit Feminismus die Freiheit erobern" ist so ein Buch.

Antje Schrupp legt in ihrem Essay nachvollziehbar dar, dass wir derzeit nicht etwa eine Rückkehr des Patriarchats erleben, sondern vielmehr "postpatriarchales Chaos". Was darunter zu verstehen ist, wie die Autorin dieses Chaos abgrenzt zum klassischen Patriarchat, das ist sowohl interessant als auch einleuchtend - und für mich ein erstaunlicher Quell der Hoffnung.

Diese Einordnung bildet allerdings nur den Auftakt, denn im weiteren Verlauf widmet sich Antje Schrupp der Aufgabe des Feminismus, nicht im Ist-Zustand zu verharren, sondern sich im Gegenteil weiterzuentwickeln und den aktuellen Entwicklungen anzupassen.

Sie geht auf die Geschichte des Feminismus ebenso ein wie auf die Herausforderungen, denen er sich zu stellen hat. Das alles macht sie auf eine so verständliche Art und Weise, dass es wirklich Spaß macht, ihren Ausführungen zu folgen.

"Postpatriarchales Chaos und wie wir mit Feminismus die Freiheit erobern" ist auch deshalb so lesenswert, weil es in vielerlei Hinsicht einladend ist, weil es durchaus (selbst-) kritisch ist und weil die Autorin daran erinnert, was Feminismus war, ist und werden kann.

"Damit verbunden ist ein Perspektivenwechsel für feministische Anliegen: Wir kämpfen nicht für das, was uns vermeintlich zusteht, sondern für das, was wir wollen, was uns am Herzen liegt. (...) Wir halten uns nicht damit auf zu beweisen, dass wir recht haben, denn das interessiert sowieso niemanden. Erst recht entschuldigen und rechtfertigen wir uns nicht für unsere Wünsche und Sehnsüchte. Sondern wir tun konsequent das, was wir für richtig halten; jede/r im Rahmen der eigenen Möglichkeiten, so gut wir eben können."

Irgendwie hat Antje Schrupp es außerdem geschafft, dass ich mich während der Lektüre immer wieder direkt angesprochen fühlte, dass ich motiviert wurde, dass ich Hoffnung schöpfte. Ich glaube, dafür bin ich ihr am meisten dankbar: dass sie im Kern Hoffnung verbreitet. Mich persönlich motiviert Hoffnung deutlich mehr als das Gefühl, dass "alles verloren" bzw. hoffnungslos ist.

Fazit: Viele kluge Gedanken wurden in einem verständlichen Essay vereint. Man muss nicht mit allem einverstanden sein, aber als Idee und als Grundlage für Diskussionen und eine neue Welle des Feminismus, vor allem aber als Hoffnungsgeber, funktioniert dieses Büchlein ganz wunderbar.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Der maßgebliche Motor für Veränderungen ist unser Begehren: Feministische Denkanstöße 3,5⭐️

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Nach Antje Schrupps Ansicht ist das Patriarchat längst vorbei und wir leben in einer Art „postpatriarchalem Chaos“. Daher müssen feministische Strategien überdacht werden, um gegen den aktuellen Trend ...

Nach Antje Schrupps Ansicht ist das Patriarchat längst vorbei und wir leben in einer Art „postpatriarchalem Chaos“. Daher müssen feministische Strategien überdacht werden, um gegen den aktuellen Trend des „Rechts“ der Stärkeren, Gewalt und ökonomischer Überlegenheit anzugehen.

„Damit verbunden ist ein Perspektivenwechsel für feministische Anliegen: Wir kämpfen nicht für das, was uns vermeintlich zusteht, sondern für das, was wir wollen, was uns am Herzen liegt. Der dystopischen Welt der Chaoten, die auf Machtkämpfen, Ausbeutung und Egoismus beruht, setzen wir nicht etwa eine bessere Welt entgegen, sondern eine andere. Eine, die uns besser gefällt. Unsere Welt. Unsere Utopie. Eine Welt, so wie wir sie uns vorstellen. Wir halten uns nicht damit auf, zu beweisen, dass wir recht haben, denn das interessiert sowieso niemanden. Erst recht entschuldigen und rechtfertigen wir uns nicht für unsere Wünsche und Sehnsüchte. Sondern wir tun konsequent das, was wir für richtig halten; jeder im Rahmen der eigenen Möglichkeiten, so gut wir eben können. Weil wir wissen: ‚Es rettet uns kein höh’res Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun. Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun!‘ Feministischer Aktivismus bekommt auf diese Weise einen anderen Fokus: Er richtet sich nicht an die Machthaber, von denen wir Hilfe und Unterstützung erhoffen, sondern an Mitstreiterinnen und Verbündete, von denen wir glauben und denen wir zutrauen, gemeinsame Anliegen und Ziele voranzubringen. Das können sehr wohl auch Politikerinnen oder andere Personen in Machtpositionen sein – umso besser, denn sie haben Optionen und Möglichkeiten, die uns anderen fehlen. Aber es ist nicht das Amt, das sie zu möglichen Verbündeten macht, sondern ihr persönliches Begehren und die Beziehungen, die uns mit ihnen verbinden. Wir springen nicht auf Themen auf, die andere setzen und die wir mit unseren empörten Kommentaren nur verstärken würden, sondern wir priorisieren das, was uns interessiert.“

Die Autorin zitiert interessante Personen und argumentiert klug; auch wenn ich sagen muss, dass ich der ihr dennoch nicht in allen Punkten zustimme, z.B. was das Kapitel über Begehren angeht.

Teilweise war mir das Buch etwas zu theoretisch und trocken, insgesamt konnte ich jedoch einige interessante Denkanstöße mitnehmen.

„‘Nimm, was du kriegen kannst, und gib nichts zurück‘ – diese Lebensmaxime von Piratenkapitän Jack Sparrow im Spielfilm Fluch der Karibik bringt das Motto dieser neuen Zeit genau auf den Punkt: Wir haben es heute nicht mehr mit Patriarchen zu tun, sondern mit Piraten. Autokraten, die andere Länder überfallen, Tech-Milliardäre im Stil von ‚Move fast and break things‘, Medien, die für mehr Klicks Lügen erzählen: Im postpatriarchalen Chaos ist Skrupellosigkeit eine Tugend. Traditionen gelten für Piraten nicht. Auch keine patriarchalen.
Wenn wir in diesem Chaos unsere Freiheit erobern wollen – und das bedeutet, die Freiheit aller Menschen, denn Freiheit gibt es entweder für alle oder für niemanden –, sind wir dabei auf uns selbst gestellt. Niemand sonst wird das für uns erledigen.“

Um etwas zu verändern, müssen wir alle die Initiative ergreifen, im Kleinen wie im Großen.

„Es gibt Initiativen, denen wir uns anschließen, Bücher, die wir lesen, Ideen, die wir teilen und weiterdenken können, Projekte, in die wir unsere eigenen Ressourcen und Möglichkeiten einbringen können. Es kommt nicht darauf an, wie viel oder wie wenig das ist. Es kommt darauf an, dass wir damit beginnen. Und diesen Weg konsequent gehen, so weit es eben in unseren Kräften steht und uns nicht überfordert. Die wichtigsten politischen Verhandlungen führen wir womöglich nicht mit unseren politischen Gegner
innen, sondern mit uns selbst: Was ist mir was wert? Was kann und will ich tun? Wo bin ich bereit, mich unbeliebt zu machen? Kann ich über meinen Schatten springen, um dieses Bündnis einzugehen?
Der maßgebliche Motor für Veränderungen ist unser Begehren. Unsere wichtigsten Ressourcen sind die Aufmerksamkeit, die wir der Welt, den Menschen, den Ereignissen widmen, die wichtig sind. Die Klarheit, mit der wir sehen, was notwendig ist, um gutes Leben für alle auf dieser Welt zu ermöglichen. Unsere Beziehungen, unsere Entschlossenheit, unser Einfallsreichtum.“

Vielen Dank an den Aufbau Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 08.05.2026

Zwischen Freiheit & Widerspruch

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„Postpatriarchales Chaos und wie wir mit Feminismus die Freiheit erobern“ von Antje Schrupp erschien am 11.02.2026 im Aufbau Verlag als Hardcover mit 192 Seiten. In ihrem essayistischen Sachbuch entwirft ...

„Postpatriarchales Chaos und wie wir mit Feminismus die Freiheit erobern“ von Antje Schrupp erschien am 11.02.2026 im Aufbau Verlag als Hardcover mit 192 Seiten. In ihrem essayistischen Sachbuch entwirft Schrupp die These, dass wir nicht mehr im Patriarchat leben, sondern längst im „postpatriarchalen Chaos“. Statt alter patriarchaler Ordnung dominierten heute Willkür, Bro-Culture und Machtpolitik – und genau darauf müsse Feminismus neue Antworten finden.

Meine Meinung

Schon auf den ersten Seiten wird klar: Das hier ist kein leicht konsumierbarer Einstiegstext in feministische Theorie, sondern ein bewusst streitbarer Essay, der Debatten provozieren will. Schrupp schreibt klug, pointiert und mit einer sprachlichen Schärfe, die mich überrascht hat. Besonders stark fand ich ihre Analyse antifeministischer Bewegungen und die Verbindung von rechter Politik, toxischer Männlichkeit und gesellschaftlicher Instabilität: „Alle politischen Krisen, mit denen wir heute konfrontiert sind […] sind direkt mit bestimmten Formen von toxischer Männlichkeit verknüpft.“ (S. 13)

Auch ihre Gedanken über Feminismus als gelebte Praxis statt starres Theoriegebäude fand ich spannend: „Feminismus ist kein Parteiprogramm, das man unterschreiben könnte, sondern eine politische Praxis, die gelebt wird oder nicht.“ (S. 17) Solche Passagen waren für mich die stärksten des Buches, weil sie komplexe Zusammenhänge verständlich und zugänglich formulieren.

Und trotzdem blieb mein Lesegefühl insgesamt erstaunlich ambivalent. Vieles wirkte auf mich eher impressionistisch als analytisch. Schrupp springt zwischen Beobachtungen, politischen Diagnosen und philosophischen Überlegungen, ohne ihre Argumente immer wirklich auszuführen. Gerade bei Themen wie Queerfeminismus, Klassenverhältnissen oder Kapitalismuskritik hatte ich oft das Gefühl, dass vieles vorausgesetzt wird, während andere Aspekte kaum mitgedacht werden.

Besonders irritiert hat mich, wie wenig die Autorin ökonomische Ungleichheit und Klassenprivilegien in ihre Überlegungen einbezieht. Der Essay richtet sich für mich sehr deutlich an eine eher akademisch geprägte, ökonomisch abgesicherte Mittelschicht. Dass Freiheit innerhalb kapitalistischer Strukturen überhaupt umfassend erreichbar sei, bleibt für mich ein fragwürdiger Gedanke. Genau deshalb konnte ich manche ihrer Schlussfolgerungen nur schwer mittragen – auch wenn ich einzelne Beobachtungen durchaus scharfsinnig fand.

Sehr gelungen fand ich dagegen ihre Kritik an oberflächigen Social-Media-Debatten: „Was fehlt, ist eine konstruktive Streitkultur.“ (S. 16) Dieser Satz zeigt ziemlich gut, warum das Buch trotz meiner Kritik interessant bleibt: Es fordert dazu auf, sich mit Feminismus wieder ernsthaft auseinanderzusetzen – jenseits von Insta-Kacheln und Schlagworten.

Fazit

Am Ende bleibt für mich ein durchwachsenes Gefühl zurück. Einige Passagen waren wirklich brillant, andere haben mich eher verwirrt oder sogar abgestoßen. Für alle, die gerne politische Essays lesen, feministische Debatten verfolgen und Lust auf streitbare Perspektiven haben. Weniger geeignet für Menschen, die einen leicht zugänglichen Einstieg oder klare Antworten erwarten. Mich hat das Buch gleichermaßen fasziniert wie frustriert – und vermutlich werde ich noch länger darüber nachdenken. Vielen Dank an den Aufbau Verlag & netgalley.de für das digitale Rezensionsexemplar!

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