Cover-Bild Das Ting

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18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 464
  • Ersterscheinung: 16.09.2019
  • ISBN: 9783423230063
Artur Dziuk

Das Ting

Roman

#schoeneneuemenschen

Vier junge Visionäre gründen in Berlin ein Start-Up up und entwickeln zusammen eine App: das sogenannte Ting, das körperbezogene Daten seiner Nutzer sammelt, auswertet und auf dieser Grundlage Handlungs- und Entscheidungsempfehlungen gibt.

Das Prinzip Ting überzeugt – die App schlägt ein wie eine Bombe. Getrieben vom Erfolg entwickelt Mitgründer Linus die Möglichkeiten immer weiter, sein eigenes Leben und das der User mithilfe des Ting zu optimieren. Doch um neue Investoren für die Firma zu gewinnen, sind er und sein Team bald gezwungen, sich auf ein gefährliches Spiel einzulassen: Sie verpflichten sich vertraglich, künftig unter allen Umständen jeder Empfehlung des Ting zu gehorchen – mit verheerenden Folgen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.06.2020

Eine spannende Idee, deren Umsetzung mich nicht überzeugen konnte.

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Das Ting“ von Artur Dziuk erzählt die Geschichte eines Start-Ups und seiner vier Gründer, die zusammen eine App entwickeln, die das Leben der Menschen durch Empfehlungen optimieren soll. Erschienen ist ...

Das Ting“ von Artur Dziuk erzählt die Geschichte eines Start-Ups und seiner vier Gründer, die zusammen eine App entwickeln, die das Leben der Menschen durch Empfehlungen optimieren soll. Erschienen ist der Roman im September 2019 bei dtv bold.

Vier Menschen die unterschiedlicher nicht sein könnten gründen zusammen ein Start-up. Schon in seiner Studienzeit hatte Linus Landmann die Idee zu einer App, die das Leben jedes einzelnen Menschen verbessern soll. Das Ting soll mit Hilfe von körperbezogenen Daten Empfehlungen geben, wie sich die jeweilige Person beispielsweise besser ernähren oder die eigene Karriere voranbringen kann. Erst Jahre später soll er zusammen mit Adam Strzela, Kasper Strindholm und Niu (Nachname habe ich vergessen) die Chance bekommen seine Idee in die Tat umzusetzen, doch Investoren zu finden ist nicht leicht. Um die Effizienz der App zu testen beschliessen die vier Gründer das Ting zu testen und verpflichten sich dazu alle Empfehlungen des Ting bedingunglos und umgehend umzusetzen. Ein spannendes Experiment beginnt...

Ich bin sehr zwiegespalten bei diesem Buch, denn das Thema, das in diesem Buch aufgegriffen wird, finde ich total spannend, aber die Umsetzung des Ganzen fand ich teilweise sehr langweilig, so dass ich zwischenzeitlich an abbrechen gedacht habe und letztendlich das letzte Drittel des Buches mehr oder weniger überflogen habe.
Der Schreibstil lies sich gut lesen, hat sich für mich aber zu sehr in den ganzen Ausführungen zu den Gedankengängen der einzelnen Personen verloren. Für die Art der Geschichte, die der Autor sich entschlossen hat zu erzählen, sind diese wichtig, aber für mich hätten diese dennoch kürzer ausfallen können. Ich habe glaube ich einfach eine andere Art von Geschichte erwartet und bin daher etwas enttäuscht.
Das gesamte Buch ist sehr auf unsere Leistungsgesellschaft ausgerichtet, die ständig nach Selbstoptimierung verlangt. In diesem Punkt hat der Roman definitiv einen Nerv getroffen. Karrieremenschen können das was geschildert wird, vielleicht noch mehr nachvollziehen als ich. Ich habe noch nie den Drang verspürt, dass ich 16 Stunden am Tag arbeiten möchte und wirklich alles dem Ziel unterordne, reich und erfolgreich zu werden. Wahrscheinlich treibt es das Buch in dieser Hinsicht auf die Spitze und prangert eben das auch in gewisser Weise an.
Die vier Gründer des Start-ups könnten unterschiedlicher nicht sein. Linus fällt zusammen mit Adam ein großer Anteil an der Idee zum Ting zu. Er selbst nimmt sich als Looser wahr, der keinen Job bekommt, es aber endlich schaffen muss. Adam ist ein Arschloch vor dem Herren, der rücksichtslos alles zu seinem Vorteil nutzt und seine Herkunft leugnet. Kasper möchte sich aus dem Schatten seines erfolgreichen Vaters befreien und etwas Eigenes auf die Beine stellen und Niu ist das Mastermind hinter der Programmierung, die schlecht mit Veränderungen umgehen kann und daher strikte Routinen befolgt.
Als sie sich entschließen, allen Empfehlungen des Ting bedingungslos zu folgen, hat dies sehr unterschiedliche Auswirkungen. Die Entwicklung des Ting habe ich sehr gerne mitverfolgt. Wie werden die Daten gesammelt, wie werden diese in Relation gesetzt und wie gibt das Ting die Empfehlungen an den Anwender weiter. Wir erleben in diesem Buch unterschiedliche Entwicklungsstufen der App und mit jeder Stufe steigert sich der Gruselfaktor.
Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Auch darüber, ob man so viele Daten über sich preisgeben möchte, obwohl das eher im Hintergrund läuft. Eher noch fragt man sich, was braucht man wirklich zum glücklich sein. Möchte man ein perfekter Mensch sein, der sich gesund ernährt, nur mit den Menschen befreundet ist, die einen voran bringen und der die Karriere vor alles andere stellt? Das sind alles interessante Fragen, aber es wird eben auch bis ins kleinste Detail nachverfolgt und das für alle vier Personen.
Ich hatte echte Schwierigkeiten mich mit so manchen Dingen zu identifizieren und das Buch hatte für mich keinen wirklichen Sympathieträger. Gerade alles was mit dem Start-up gründen zu tun hatte. Nichts davon erschien mir wirklich erstrebenswert oder auch das Assessment-Center, das am Anfang des Buches beschrieben wird, war mir sehr suspekt. Keine Ahnung, ob das übertrieben ist oder ob es das in manchen Branchen wirklich gibt.

Fazit: Eine spannende Idee, die interessante Fragen aufwirft, mich in ihrer Umsetzung allerdings nicht wirklich abholen konnte. So wirklich weiß ich nicht, wem ich dieses Buch empfehlen soll. Man sollte es wohl mögen, wenn eine Geschichte eher ruhiger daher kommt und nicht groß von Spannung getragen wird.

Veröffentlicht am 21.06.2020

Eine klasse Idee

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Linus und Adam hatten während ihrer Uni-Zeit eine Idee für eine App entwickelt. Ting, das Navigationsgerät für’s Leben.
Während Adam diese Idee abhakte, hat Linus versucht die App zu programmieren und ...

Linus und Adam hatten während ihrer Uni-Zeit eine Idee für eine App entwickelt. Ting, das Navigationsgerät für’s Leben.
Während Adam diese Idee abhakte, hat Linus versucht die App zu programmieren und nun lässt er sich von seinem Prototyp Ratschläge erteilen und einer führt ihn wieder zu Adam.

Das Cover gefällt mir irgendwie. Besonders die Farben mag ich sehr gerne. :D
Die Idee hinter dem Ting hat mich von Anfang an fasziniert. Die ganze Zeit hatte ich auch während des Lesens im Hinterkopf, würde ich so eine App auch benutzen wollen? Und um ehrlich zu sein, ich wäre neugierig, denn Linus und Adam haben eine echt tolle Idee da, die sie zusammen mit Niu als Programmieren und Kasper als Geldgeber umsetzen wollen.
Ich fand das alles schon sehr realitätsnah, denn man verfolgt die vier hautnah dabei, wie sie ihr Start-Up gründen und alles aufbauen.
Aber was die Geschichte trägt ist nicht nur ihre Nähe zur Realität, sondern auch die vier Menschen, die hinter dem Ting stecken. Denn jeder von ihnen hat seine eigenen Beweggründe sich an dem Start-Up zu beteiligen. Während Linus an diesem Projekt hängt, weil es sein Baby ist, sieht Adam darin seine Chance zu beweisen, dass aus ihm etwas werden kann und er schnell zu Profit kommen kann.
Niu hingegen braucht einfach ein neues Ziel in ihrem Leben, dass ihr Halt gibt und Kasper möchte sich zunächst einfach nur von seiner Familie absetzen und zeigen, dass er was alleine auf die Beine bringen kann.
Doch wie das so ist, entwickelt sich natürlich alles anders und auch diese Veränderungen hat der Autor wirklich toll hinbekommen.
Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen, jeder auf seine Weise, obwohl ich sagen muss, dass man gewiss nicht jeden der vieren mögen muss.
Auch der Schreibstil ist wirklich gelungen, denn durch die Wechsel zwischen den Vieren lernt man sie genauer kennen und weiß so viel mehr, als die anderen Partner.
Durch die Wechsel hat der Autor auch die Möglichkeit etwas in der Zeiten zu springen und so bedeutet jedes neue Kapitel auch einen kleinen Zeitsprung nach vorne und weiter voran in der Entwicklung des Ting.
Diese muss ich ehrlich zugeben hat mich mehr und mehr erschreckt und ich wusste später nicht mehr ob ich alles so toll finden soll oder nicht. Aber dazu möchte ich hier nicht zu viel verraten.
Am Ende muss dann jeder sein eigenes Resümee ziehen und das fand ich sehr gelungen, denn auch ich als Leserin kann einiges für mich mitnehmen.

Mein Fazit: Konnte mich die Idee des Ting zunächst sehr faszinieren, erschreckte mich die Entwicklung mehr und mehr. Aber genau durch seine realitätsnähe fand ich das Buch sehr gut gelungen, denn alles könnte genauso passieren.
Dazu kommen die vier Charaktere, die alle ihren eigenen Wünschen und Zielen nachjagen und das Ting individuell nutzen.
Meiner Meinung nach ein echt gelungenes Buch, welches ich auch weiterempfehlen würde. Besonders weil man sich diese ganze Entwicklung sehr gut vorstellen kann, dass das bald so passieren könnte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.04.2020

konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen

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Inhalt
Das Ting ist eine App, die Daten seiner Nutzer sammelt und anhand derer Empfehlungen gibt, wie der Nutzer in bestimmten Situationen handeln oder wie er sich entscheiden soll.
Linus hat die App ...

Inhalt
Das Ting ist eine App, die Daten seiner Nutzer sammelt und anhand derer Empfehlungen gibt, wie der Nutzer in bestimmten Situationen handeln oder wie er sich entscheiden soll.
Linus hat die App entwickelt und sein ehemaliger Freund und Kommilitone Adam möchte dann mit ihm ein Start-Up gründen und die App groß rausbringen. Sie holen noch die Programmiererin Niu und Adams ehemaligen Chef Kasper mit ins Boot. Zusammen entwickeln sie die App immer weiter und sind getrieben vom großen Erfolg, den sie sich von der App versprechen. Um das Ting auf Herz und Nieren zu testen, wollen die vier selbst die ersten Nutzer sein. Dafür verpflichten sie sich mit einem Zusatzvertrag, jeder Empfehlung des Ting folge zu leisten. Doch nicht jede Empfehlung entspricht den Wünschen der Nutzer...

Meine Meinung
Die Klappentext klang für mich sehr interessant, weshalb ich neugierig auf das Buch wurde. Irgendwie hatte es mich ein bisschen an „The Circle“ erinnert, der mir unfassbar gut gefallen hatte. Leider muss ich aber sagen, dass mich „das Ting“ nicht so überzeugen konnte. Ich hatte das Gefühl, dass man viel mehr aus der Geschichte hätte herausholen können und nur an der Oberfläche gekrazt wurde.

Die Geschichte ist in drei Abschnitte unterteilt und jeder Abschnitt wiederum in vier Kapitel die jeweils aus der Perspektive der vier Protagonisten geschrieben ist.
Zu Beginn erleben wir Linus in einem Bewerbungsverfahren. Ich muss sagen, dass der Start ins Buch sehr zäh war. Ich habe mir schwer getan voran zu kommen, weil es sich doch etwas gezogen hat. Doch als ich dann in der Geschichte richtig drin war und diese auch Fahrt aufgenommen hatte, konnte sie mich auch fesseln. Es war spannend zu sehen, wie die vier Protagonisten das Start-up nach und nach aufbauen, das Ting weiterentwickeln und es selbst auch testen.
Durch die Nutzung des Ting machen auch die Protagonisten selbst eine Entwickelung durch, was ebenfalls sehr spannend war zu sehen und, wodurch natürlich deutlich wurde, dass das Ting auch seine Gefahren birgt. Das hat die Geschichte sehr spannend und interessant gemacht. Dennoch muss ich sagen, dass ich mir, wie oben schon angedeutet, mehr erhofft hatte.

Achtung Spoiler
Ich hatte die ganze Zeit irgendwie auf eine größere Katastrophe gewartet, dass die Menschen sich gegen die Markteinführung von das Ting wehren oder einem gezeigt wird, wie groß die Auswirkungen sein könnten, wenn alle Menschen das Ting nutzen. Aber das blieb alles irgendwie aus bzw so weit kam es gar nicht. Das fand ich irgendwie enttäuschend. Kaum hatte man das Gefühl, dass es gleich so richtig los gehen wird, war es dann auch schon vorbei.
Spoiler Ende

Die Protagonisten des Buches waren charakterlich komplett unterschiedlich, was die Geschichte vielseitig und interessant machte. Man erfährt viel über sie, dadurch, dass die Perspektiven häufig wechselten. Die Dynamik zwischen ihnen hat gestimmt, sodass sie in der Geschichte auch gut miteinander harmoniert hatten. Ich konnte gut mit ihnen mitfiebern, hätte mir aber gewünscht, dass auch die emotionale Seite mehr beleuchtet wird und ich mich so auch gefühlsmäßig hätte mitreißen lassen können. Das blieb leider aus.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er war einfach und flüssig gehalten, sodass man auch, wenn es etwas zäher wurde, gut voran gekommen ist. Auch die technischen Aspekte wurden gut beschrieben, sodass man dem gut folgen konnte.
Gut hat mir auch gefallen, dass die Empfehlungen des Ting abgedruckt waren, sodass man auch in der Hinsicht einen guten Eindruck bzw ein gutes Verständnis von dem Ting bekommen konnte.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, aber es konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.04.2020

Bisher habe ich noch nichts Vergleichbares gelesen!

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Schon seit seinem Studium hat Linus einen Traum. Er möchte ein sogenanntes „Navigationssystem fürs Leben“ erschaffen. Dieses soll das Leben des Nutzers in allen Bereichen verbessern und erleichtern. Das ...

Schon seit seinem Studium hat Linus einen Traum. Er möchte ein sogenanntes „Navigationssystem fürs Leben“ erschaffen. Dieses soll das Leben des Nutzers in allen Bereichen verbessern und erleichtern. Das Ting, wie es auch genannt wird, gibt Handlungsempfehlungen, die langfristig das Leben des Verwenders optimieren sollen. Jahrelang hat Linus an einem Prototyp des Tings gearbeitet, doch ihm fehlen die nötigen finanziellen Mittel, sowie ein besseres Verständnis vom Programmieren, um das Navigationssystem auf die nächste Stufe zu heben. Bei einem Jobinterview trifft er seinen ehemaligen besten Freund Adam wieder. Die beiden haben sich während des Studiums kennengelernt und wurde schnell beste Freunde, bis Adam eine von Linus Ideen für seine Abschlussarbeit nutzte. Linus musste daraufhin sein Studium verlängern und hat auch danach einfach keinen Fuß in die Tür bekommen. Und auch dieses Mal scheitert er bei seinem Jobinterview.

Doch wie das Schicksal so spielt, ist das der Beginn des Tings. Adam, Linus, Kasper und Niu schließen sich zusammen. Die vier haben die nötigen Fähigkeiten, um das Ting zum Leben zu erwecken. Als sie schließlich mit der neuen Version fertig sind, wird es Zeit für einen Betatest. Vertraglich legen sie fest, dass sie während der nächsten Monate alle jede Anweisung des Tings befolgen müssen. Sollten sie das nicht tun, können sie ganz einfach aus dem Start-up geworfen werden. Schnell müssen sie jedoch feststellen, dass das Navigationssystem nicht für jeden gleich funktioniert. Es scheint unterschiedliche Dinge für jeden einzelnen geplant zu haben …

Charaktere:
Linus ist sozusagen das Herz des Start-ups. Seit seinem Studium möchte er das Ting zum Leben erwecken. Trotz der vielen Steine, die ihm im Weg lagen, hat er diesen Traum nie aufgegeben und schließlich sogar in die Realität umsetzen können. Bis zum Schluss hängt sein ganzes Herzblut an dieser Erfindung. Sein Charakter ist sehr stark von Versagensängsten und Selbstzweifeln geprägt. Er stammt aus einer Familie, in der jeder Erfolg zu haben scheint. Vor allem seine Schwester ist für ihre Eltern ein Paradebeispiel eines idealen Kinds. Immer wieder wird Linus vorgehalten, wie weit sie es gebracht hat, im Gegensatz zu ihm. Doch auch seine langjährige Freundin übt immer wieder Druck auf ihn aus. Wäre es nach ihr gegangen, hätte Linus den Traum vom Ting schon vor Jahren aufgegeben und sich einen 0815 9-to-5 Job gesucht. Eine der ersten Empfehlung des Tings besteht darin mit seiner Freundin Schluss zu machen. Und obwohl er vertraglich dazu verpflichtet ist, ignoriert er diese Anweisung immer und immer wieder…

Während Linus stark durch seine familiären Erwartungen geprägt ist, ist es Adam durch seine Herkunft. Er hat polnische Wurzeln. Diese würde er aber am liebsten so weit wie möglich hinter sich lassen. So kann er beispielsweise kaum mehr seine Muttersprache und versucht sich auch so weit es möglich ist von seiner Herkunft zu distanzieren. Aber auch er hat so seine familiären Probleme. Adam wuchs ohne Mutter auf und hat auch mittlerweile schon lange keinen Kontakt mehr zu seinem Vater, denn dieser spiegelt genau das Klischee wider, von welchem er sich so stark versucht zu distanzieren. Adam ist es sehr wichtig im Leben Erfolg zu haben. Er setzt alles daran beispielsweise Steve Jobs nachzueifern. Auch er will groß herauskommen und ein Vorbild für andere Menschen werden. Als schließlich Linus wieder auftaucht und Adam kurz darauf seinen Job verliert, sieht er seine Chance darin. Das ist seine Möglichkeit ganz groß herauszukommen. Und nicht nur das, durch das Ting schafft er es auch tatsächlich sein Leben zu optimieren. Was er dabei auf der Strecke lässt sind allerdings seine alten Freunde. Nach und nach muss er feststellen, was der Preis ist, nur auf den Erfolg/Beruf fixiert zu sein…

Der dritte im Bunde ist Kasper Strindholm, der Sohn von Adams vorherigen Chef. Adam und Kasper sind sich nicht gerade sympathisch. Hätte Adam nicht Probleme Investoren zu finden, hätte er niemals Kasper in dem Team akzeptiert. Dieser ist so ein bisschen der Kritiker im Team. Auch er hält es für eine fantastische Erfindung, doch er sieht auch die Schattenseiten des Ganzen. Von Beginn an hat er Angst davor, was durch das Ting aus der Menschheit werden könnte. Nichtsdestotrotz steckt auch er alles was er kann in das Start-up. Wie auch für Adam ist das Navigationssystem seine zweite Chance. Denn nicht er wurde von seinem Vater als neue Geschäftsführung von Strindholm Consulting eingesetzt, sondern seine Schwester. Voller Wut und Enttäuschung beschließt er, dass es an der Zeit ist seine Familie hinter sich zu lassen und etwas Eigenes zu beginnen.

Als letztes gibt es noch Niu, ein kleines Genie könnte man sagen. Sie ist für die Programmierung des Tings verantwortlich und schafft es, es auf eine ganz neue Ebene zu heben. Niu selbst lebt sehr in sich selbst zurückgezogen. Sie hat kaum Kontakt mit ihrer Familie, keine Freunde, kaum Hobbys. Eigentlich hätte sie nicht einmal beim Ting mitgemacht, wäre sie nicht mit ihrem eigenen Projekt gerade fertig geworden und vor der Frage gestanden: „Was jetzt?“. Das Navigationssystem verhält sich für Niu ganz anders als für die anderen. Es trifft keine Aussagen darüber, dass sie mehr arbeiten oder zum Sport gehen sollte. Dennoch hat es schlussendlich einen größeren Einfluss auf Nius Leben als je einer hätte vermuten können.

Schreibstil/Spannungsbogen:
Ich mochte den Schreibstil des Buchs wirklich gerne. „Das Ting“ war für mich sehr ‚out-of-the-box‘. Wer mir schon länger folgt weiß, dass ich vor allem Romantasy und NA/YA lese. Auch, wenn ich wirklich gerne aus meiner Komfortzone beim Lesen komme, weiß man dennoch nie, ob es einen wirklich zusagen wird. Doch der Autor hat es mir mit seinem Schreibstil wirklich leicht gemacht. Das Buch wechselt zwischen den vier verschiedenen Protagonisten, sodass der Leser einen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt von jeden einzelnen kommt. Was die Spannung betrifft, muss ich zugeben, dass das Buch vollkommen anders war, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich dachte die ganze Zeit, es würde irgendwann ein Punkt kommen, an dem wir die Schattenseiten einer solchen Erfindung miterleben würden. Es wurden zwar mögliche Risiken durchaus in die Geschichte eingeflochten, aber trotzdem hat das Buch auf eine ganz andere Message abgezielt, als ich erwartet hatte. Persönlich fand ich das wirklich klasse. Ich hatte nicht mit solch einer ‚Wendung‘ gerechnet. Ich möchte hier allerdings anmerken, dass das Buch nicht per se spannungsgeladen ist. Das soll ganz und gar nicht heißen, dass es langweilig ist. Ich wollte an ganz vielen Stellen unbedingt wissen was als nächstes passiert, aber das hat nichts damit zu tun, dass man wie bei einem Fantasyroman bestimmte Stellen hat, die wahnsinnig spannend sind, sondern die Spannung besteht darin zu erfahren, wie die Charaktere sich als nächstes verhalten werden, was das Ting für Empfehlungen geben wird und schlussendlich auch wohin das Start-up die vier Protagonisten führen wird. Ich habe beispielsweise kein bisschen mit solch einem Ende gerechnet, es war relativ offen und ich hatte auch noch einige unbeantwortete Fragen, aber genau das ist denke ich auch das Ziel des Buchs. Der Leser soll sich mit dieser Thematik auseinandersetzen und seine eigenen Antworten für sich selbst finden.

Fazit:
Ich tue mich tatsächlich ein bisschen schwer mit meiner Sternebewertung. Anfänglich wollte ich dem Buch vier Sterne geben, aber mittlerweile tendiere ich sogar zu fünf Sternen. Für mich ich das so schwer, weil ich einfach noch nichts Vergleichbares gelesen habe. Normalerweise ordne ich Bücher so ein, dass ich mir überlege, wie ich ein ähnliches Buch bewertet habe. Das ist in diesem Fall einfach nicht möglich, aber ich denke deshalb verdient es auch wirklich fünf Sterne. Ich habe nicht wirklich Kritikpunkte, ich mochte den Schreibstil total, die Charaktere waren sehr interessant und vielschichtig. Wie gesagt habe ich bisher nichts Vergleichbares gelesen, es regt zum Nachdenken an und lässt dem Leser Raum für seine ganz eigene Meinung … was soll ich sagen? Ich kann „Das Ting“ einfach nur wärmstens empfehlen. ♥

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2020

Leider nicht herausgeholt was möglich gewesen wäre

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Stelle dir vor, du hast die Möglichkeit die Idee deines Lebens, dein Hobby, der Sinn deiner Existenz, diesen wahr werden zu lassen. Diese Möglichkeit haben vier Gründer, welche an einer sensationell neuen ...

Stelle dir vor, du hast die Möglichkeit die Idee deines Lebens, dein Hobby, der Sinn deiner Existenz, diesen wahr werden zu lassen. Diese Möglichkeit haben vier Gründer, welche an einer sensationell neuen App arbeiten.

Im ersten von den drei Teilen, werden die vier Charaktere vorgestellt und die Basis für die weitere Geschichte gelegt. Adam ist der Erfinder des Tings. Das Projekt kostet wahnsinnig viel Geld und da dies nicht auf Bäumen wächst, muss er sich nun eine Job suchen. Er hat ein Vorstellungsgespräch und trifft dort auf seinen alten Studienkollegen Linus. Dieser hat Adam während der Uni eine Grundlage für eine wichtige Arbeit gestohlen, heute ist er der Meinung die Idee zum Ting wäre seine gewesen und Adam hätte ihn beklaut.

Linus arbeitet in dem Unternehmen wo Adam das Vorstellungsgespräch hat. Es kommt während dieses Termins heraus, dass dieser Firmenspionage betrieben hat und dies nicht besonders gut. Somit wird ihm kurze Zeit später bereits gekündigt. Er sieht die Schuld nun bei Adam. Linus ist der einzige der dreien in einer festen Beziehung. Diese läuft aber schon seit langem nicht mehr besonders gut. Das Projekt Ting wird dies nicht besser machen.

Kasper ist der dritte Mann in der Runde und der Sohn des Geschäftsführers. Dieser sieht nur den Erfolg der Firma und die Familie ist ihm recht egal Kasper arbeitet als sein Assistent und sieht sich in naher Zukunft als der folgende Geschäftsführer. Seine Schwester belächelt er nur. Dann ist die Silvesternacht und er erfährt auf seinen Geburtstag das seine Schwester die Geschäftsführung übernehmen wird. Er verlässt die Familie mit Wut im Bauch und sucht Adam auf. Das er in der Vergangenheit seine eigene Firma fast in die Insolvenz brachte und daraus nichts lernte macht es auch nicht besser.

Nicht mit der Firma in Verbindung zu bringen ist die junge Nie. Die 20-jährige Studienabbrecherin gilt als die beste Programmiererin. Sie ist einsam, ausgebrannt und überfordert mit der Welt. Ein Nerd wie er nicht schlimmer dargestellt werden kann. Aber eine sehr hübsche.

Im zweiten Teil beginnt dann die Geschichte um das Ting. Die vier Gründen eine Firma, ziehen in eine alte Kirche und beginnen Adams Ting weiter auszubauen.

Hier eine kurze Beschreibung was das Ting ist: Es ist dein neues Gewissen. Ein Chip unter der Haut in der Hand misst deine Körperwerte, berechnet Situationen und Entscheidungen und gibt dir in Form deiner Stimme in deinem Kopf Anweisungen. Diese sollen dir durch den Alltag helfen.

Die Idee ist so brillant und alle beteiligen sich mit ihren Stärken am Projekt. Damit dieses dann aber auch als positiv verkauft werden kann, wird ein Zusatzvertrag ausgestellt. Alle schwören für einen festen Zeitraum allen Befehlen des Tings zu folgen. Sie sprechen von Hinweisen, Hilfen und Tipps. Aber unterm Strich werden sie sehen das es Befehle sind und so mancher davon wird ihr Leben verändern und das in der Masse nicht ins Gute.

Der zweite Teil handelt davon wie die Gründer die App ausbauen und diese beginnt ihr Leben zu verändern. Im dritten Teil werden wir erleben wie sehr über einen sehr langen Zeitraum die Leben der vier verändert wurden und wie das Ting ihr Leben verändert hat.

Ich bin unterm Strich sehr enttäuscht wurden. Ich habe mir mehr erhofft zu erfahren, was das Ting im technischen Sinne ist und woher diese extremen Unterschiede herkommen, bei den einzelnen Personen und deren Tingerfahrung.

Die Charaktere selbst haben immer alle einen Abschnitt. So hat man im ersten Teil für jeden einen großen um diesen kennen zu lernen. Im zweiten erlebt man den persönlichen Werdegang von allen und im dritten wo es jeden hingeführt hat. Dies erleichtert zu verstehen wer erstmal wer ist, woher er in die Geschichte reingeholt wird und warum Im weiteren Verlauf zeigt es wie es den Personen im Einzelnen geht, da jede Geschichte aus der Ich-Perspektive spielt. Jedoch habe ich zu keinen von ihnen eine Basis aufbauen können. Alle waren mir auf ihre Art einfach zu unsympathisch. Am meisten mochte ich Kaspar nicht. Sohn bekommt Firma in den Arsch geschoben, dann doch nicht und meint dann er wäre der Chef von der Tingfirma. Ne so was geht mal gar nicht.

Ein Buch was man lesen kann, aber nicht muss. Die Geschichte ist neu und innovativ, aber leider zu flach gehalten und das emotionale was es so sehr ausmachen könnte ist genauso wenig hervorspringend wie die Technik des Ting welche fast gänzlich verloren geht.