Cover-Bild Gefühl und Norm

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122,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Harrassowitz Verlag
  • Themenbereich: Philosophie und Religion - Religion und Glaube …
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 692
  • Ersterscheinung: 13.10.2021
  • ISBN: 9783447117029

Gefühl und Norm

Religion und Gefühlskulturen im 18. Jahrhundert. Beiträge zum V. Internationalen Kongress für Pietismusforschung 2018
Daniel Cyranka (Herausgeber), Thomas Ruhland (Herausgeber), Christian Soboth (Herausgeber), Friedemann Stengel (Herausgeber)

Gefühle in ihrer unterschiedlichen Ausprägung und Performanz spiegeln soziale und kulturelle Normen und Werte und werden ihrerseits von diesen geformt und gespiegelt. Als Grundlage menschlichen Erlebens und Erfahrens haben sie für die Erforschung sozialer Realität hohe und beständige Relevanz. Auf dieser Einsicht des emotional turn aufbauend fokussiert der Sammelband die Frage, welche Rolle Religion als gestaltetes und gestaltendes Element in der Spannung von Norm und Gefühl im langen 18. Jahrhundert zukommt. Mit ‚Pietismus‘ wird dabei eine vielgestaltige vornehmlich frömmigkeitliche, aber auch sozial reformerische Bewegung greifbar, die – nach Ansicht der Zeitgenossen wie der Forschung – wesentlich um einen hochtemperierten emotionalen Kern herum organisiert gewesen sein soll. Damit wird eine schon in den 1690er Jahren von lutherisch- und reformiert-orthodoxer sowie von aufklärerischer Seite kolportierte Meistererzählung über einen gefühlsintensiven Pietismus prolongiert, der Verstand und Gelehrsamkeit abgeneigt gewesen sei.
Der Sammelband mit den Beiträgen zum V. Internationalen Pietismuskongress will diese pejorativen historischen wie jüngeren wissenschaftlichen Fest- und Zuschreibungen aus der Perspektive des Verhältnisses von Gefühl und Norm kritisch befragen. Die 45 Beiträge analysieren Gefühlswelten in ihren religiösen Kontexten und nehmen dazu eine interdisziplinäre Perspektive auf das wechselseitige Bedingungs- und Konstituierungsverhältnis von Gefühl und Norm ein. Die Pietismusforschung findet in diesem Band Anschluss an die aktuelle Emotionsforschung und zugleich wird die Unverzichtbarkeit der Pietismusforschung für eine umfassende history of emotions im Rahmen der Erforschung des langen 18. Jahrhunderts deutlich.

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