Cover-Bild Die Schneetoten

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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Aufbau TB
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 384
  • Ersterscheinung: 07.12.2018
  • ISBN: 9783746633824
Barbara Fradkin

Die Schneetoten

Ein Kanada-Krimi
Bela Wohl (Übersetzer)

Verschollen im Wintercamp.

Amanda Doucette ist mit Jugendlichen unterschiedlicher Nationalität in einem Wintercamp. Bis auf Luc sind alle aus politischen Krisengebieten nach Kanada gekommen. Zuerst verschwindet Luc, kurz darauf Yasmina, ein Mädchen mit irakischen Wurzeln, in den unendlichen weißen Weiten. Amanda macht sich mit ihrem Hund Kaylee und Chris Tymko auf die Suche nach beiden. Schon bald erfährt sie, dass Yasmina zu einer Gruppe radikalisierter Jugendlicher gehört. Was hat sie vor?

„Kluges Plotting und die angebrachte Frage, was junge Leute zu extremistischen Ideologien hinzieht.“ Publishers Weekly

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.01.2019

Alles für die Ideologie

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Über Weihnachten habe ich mich bereits mit der kanadischen Krimiszene beschäftig und bin so auch auf Barbara Fradkin gestößen.
Irreführung steht bei Barbara Fradkin ganz groß im Vordergrund. Amanda Doucette ...

Über Weihnachten habe ich mich bereits mit der kanadischen Krimiszene beschäftig und bin so auch auf Barbara Fradkin gestößen.
Irreführung steht bei Barbara Fradkin ganz groß im Vordergrund. Amanda Doucette begibt sich nach einem schweren Trauma mit einer gemischten Gruppe von jugendlichen Flüchtlingen in die tiefste Schneewildnis Kanadas. Dort will sie vor allem zwischen den verschiedenen Glaubensrichtungen und tief verwurzelter Kriegswunden vermitteln.
Als sich kurzfristig ein abgelehnter Schüler aufdrängt, beschließt Amanda, trotz Ablehnung ihres Mitarbeiters, den jungen Kanadier Luc mit auf die Tour zu nehmen.
Als ob die Kälte nicht schon allen zu schaffen machen würde, brodelt es untereinander gewaltig, dennoch gelingt es Amanda und ihren beiden Führern die Jugendlichen in eine wahre Abenteurertruppe zu verwandeln.
Erst als Luc verschwindet, immer mehr Geheimnisse gelüftet werden und dann auch noch Yasmina allein in die Wildnis aufbricht wird Amanda klar, dass hier eigentlich ein ganz anderes Spiel gespielt wird und sie von Anfang an die Regeln nicht verstand.
Mit Hilfe von Amandas Freunden, dem Journalisten und Mitinitiator Matthew sowie dem Mountie Chris, dem Retter aus ihrer letzten brenzligen Situation gelingt es nach und nach, einen perfiden Plan zu durchschauen.
Wer kennt nicht Kanadas unglaubliche schneebedeckten Weiten und diese bezaubernden modernen und offenen Millionenstädte? Doch Barbara Fradkin betrachtet ihr Heimatland von einer ganz anderen Seite. Während Kanada sich als Einwandererland rühmt, scheinen doch die Immigranten auf sich gestellt und ganz besonders die nächste Generation noch mehr mit sich selbst und der Vergangenheit in Konflikt.
Das Land selbst auf eine großartige Zukunft und massenweise Tourismus eingestellt, scheitert an zwei Landessprachen und an einer Polizeiverwaltung, die ein Laie kaum zu verstehen vermag.
Fradkin macht mit "Die Schneetoten" auf die Verletzbarkeit der Natur und dem unnatürlichen Drang der Menschen nach Freiheit aufmerksam. Generationen von Menschen auf der Flucht und dem Wunsch nach Freiheit haben sich allerdings auch in Kanada noch nicht wirklich selbst gefunden.
Da es sich bei "Die Schneetoten" bereits um den 2. Teil der Amanda Doucette Reihe handelt, empfiehlt es sich, zuerst den 1. Band "Die Toten in den Klippen" zu lesen, auch wenn die beiden Krimis sich dennoch unabhängig voneinander lesen lassen.

Veröffentlicht am 10.01.2019

Spannend, aber auch sehr heftig

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Die Entwicklungshelferin Amanda Doucette hat in Kanada ein Wintercamp für Jugendliche unterschiedlicher Nationalitäten organisiert. Dabei ist auch Luc, der als einziger nicht aus einem Kriegsgebiet stammt ...

Die Entwicklungshelferin Amanda Doucette hat in Kanada ein Wintercamp für Jugendliche unterschiedlicher Nationalitäten organisiert. Dabei ist auch Luc, der als einziger nicht aus einem Kriegsgebiet stammt und es schwer hat, sich in der Gruppe zu integrieren. Als er plötzlich verschwindet und heraus kommt, dass er sich mit extremistischen Ideologien befasst hat, droht die Situation völlig zu eskalieren... .
Barbara Fradkin hat hier einen Krimi geschrieben, der in der atemberaubenden Landschaft Kanadas spielt und dabei auch kritische und sehr aktuelle Themen aufgreift. Bei diesem Buch habe ich erst ein wenig Zeit gebraucht, um mich einzulesen und hatte immer das Gefühl, dass mir Informationen aus dem Vorgängerband fehlten, gerade was Amanda und ihre Vergangenheit sowie ihre Beziehung zu Chris Tymko betrifft. Doch ab einer bestimmten Stelle hat auch mich die Handlung gepackt, weil es richtig spannend wurde und es zu Wendungen und Überraschungen kam, die ich so nicht erwartet hätte.
Meistens werden die Geschehnisse aus der Sicht von Amanda Doucette geschildert, die mir von Anfang an sehr taff vorkam. Schnell merkt man aber auch, wie sie noch immer unter traumatischen Erlebnissen aus ihrer Zeit als Entwicklungshelferin leidet. Mir hat bei ihr besonders gefallen, dass ihr die Jugendlichen wirklich wichtig sind und sie auch in brenzligen Situationen immer helfen will und dabei auch in Kauf nimmt, selbst in die Schusslinie zu geraten.
Die Autorin Barbara Fradkin schreibt gut lesbar und hat es geschafft, mir die kanadische verschneite Landschaft richtig vor Augen zu malen. Dabei zeigt sie auch sehr eindrücklich, wie sich gerade Jugendliche von extremistischen Ideologien angezogen fühlen und wie Radikale das für sich ausnutzen. Gerade dieser Teil dieses Buches hat mich sehr erschreckt und beklommen zurück gelassen. Teilweise geht es in der Handlung auch sehr heftig zu und gerade auch die unvorhersehbaren Wendungen haben mich schon schockiert.
Insgesamt ist ,,Die Schneetoten" ein Krimi, der unscheinbar beginnt, aber dann richtig spannend, aber auch sehr heftig wird. Gerne empfehle ich das Buch hier weiter.

Veröffentlicht am 08.01.2019

Eisige Winde

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wehen durch das Wintercamp, das die ehemalige Entwicklungshelferin Amanda Doucette gemeinsam mit einigen Helfern für junge Leute, die es nicht einfach haben, organisiert: es sind zumeist Flüchtlinge, vor ...

wehen durch das Wintercamp, das die ehemalige Entwicklungshelferin Amanda Doucette gemeinsam mit einigen Helfern für junge Leute, die es nicht einfach haben, organisiert: es sind zumeist Flüchtlinge, vor allem aus dem Nahen Osten, genauer gesagt ist nur ein echter Kanadier, nämlich Luc, dabei. Und der verscherzt es sich alsbald mit allen anderen "Kollegen", wobei er nicht der Einzige ist, der Animositäten weckt.

Und dann ist er auch noch weg! Nicht ganz spurlos verschwunden - denn Amanda und auch ihr Team kennen sich in der kanadischen Wildnis bestens aus und sind somit unter anderem geübte Fährtenleser.

Dennoch - Luc ist schlicht unauffindbar. Und dann verschwindet eine Zweite, nämlich Yasmina, die mit ihrer Familie - die Eltern sind Wissenschaftler- aus dem Irak geflohen ist. Ist es tatsächlich möglich, dass gerade sie sich radikalisiert hat? Darauf deuten nämlich verschiedene Hinweise. Und was ist mit Luc? Auf welcher Seite steht er? Die Blicke, die Yasmina und er sich im Camp zugeworfen hatten, sprachen nämlich Bände...

Ein Krimi, in dem es durchaus auch mal härter zugeht und Blut fließt. Und das nicht zu knapp! Aber eben nur stellenweise, ansonsten sind es eher politische und soziale Fragestellungen, die hier eine Rolle spielen. Und eben Kanada mit seinen schneebedeckten Weiten und den charismatischen Städten. Kanada, das sich so offen gegenüber Flüchtlingen verhält, ist sozusagen einer der maßgeblichen Helden dieses Bandes - man könnte sogar sagen, dass das Land Kanada Amandas engster Unterstützer ist. Und manchmal auch - aber eher selten - ihr größter Feind.

Beim Einbringen eines so gewaltigen Naturschauspiels in den Krimi, ist es aus meiner Sicht nicht allzu verwunderlich, dass Längen in der Handlung entstehen, gerade auch bei langwierigen Szenen in der schneebedeckten Landschaft, die einen nicht geringen Teil der Handlung bestimmen.

Leider kein Buch wie ein Orkan, sondern stellenweise fast ein bisschen dröge. Wenn auch die Themen sehr interessant und vor allem auch aktuell sind, in jeder Hinsicht. Ein Krimi, den man mal gut im Urlaub lesen kann, aber nicht im Strandkorb. Das ist was für den Winterurlaub, zwischen Après Ski und Nachtruhe auf der Hüttn!