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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 624
  • Ersterscheinung: 12.06.2025
  • ISBN: 9783423284639
Barbara Kingsolver

Die Unbehausten

Roman | »Eine Wucht. Wer die USA verstehen will, muss Kingsolver lesen.« Brigitte
Dirk van Gunsteren (Übersetzer)

Davon, was es bedeutet, eine Zuflucht zu haben in der Welt

Von der gefeierten Autorin von ›Demon Copperhead‹: ein großer Roman über zwei Menschen, 150 Jahre voneinander entfernt, die sich auf ihre Weisen zurechtfinden müssen in einer aus den Fugen geratenen Welt.

Alles scheint um Willa Knox zusammenzubrechen: Als freie Journalistin steht sie ohne Aufträge da. Ihr Mann Iano verliert seine Professur, Sohn Zeke, als Harvard-Absolvent der große Hoffnungsträger der Familie, ist gerade Vater geworden – aber alleinerziehend. Und ihr schwerkranker Schwiegervater schwärmt vom »Megafon«, dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten.

Am selben Fleck, 150 Jahre zuvor, freundet sich ein Lehrer namens Thatcher mit seiner eigenbrötlerischen Nachbarin an. Die Naturforscherin Mary Treat steht in lebhaftem Austausch mit Charles Darwin, doch in der verschworenen Ortsgemeinschaft wird die Theorie von der Evolution als Sünde angeprangert.

Was verbindet diese Menschen über die Jahrhunderte hinweg? Ein viktorianisches Haus, das ihnen über dem Kopf einzustürzen droht – und eine Zeit, in der damals wie heute kein Stein auf dem anderen bleibt.

 Warmherzig, humorvoll und zutiefst menschlich erzählt Barbara Kingsolver von den Verwerfungen der Gegenwart, in denen gespenstisch vertraut die Vergangenheit anklingt.


Übersetzt von Dirk van Gunsteren


»Ein lebendig wimmelndes Haus der Literatur, raffiniert und fesselnd.« Meg Wolitzer

»Von enormer Aktualität, schmerzhaft vertraut und hinreißend geschrieben.« NPR

»So voller Witz und Lebensnähe, dass man meint, mit den Figuren am Küchentisch zu sitzen und um Rat in ihren Krisen gebeten zu werden.« The Times

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.08.2025

Unbehaust

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Die Unbehausten - Barbara Kingsolver
Zwei Geschichten, durch Jahrhunderte getrennt, doch durch den Ort der Handlungen verbunden.
Die Autorin hat ein unglaubliches Erzähltalent, mit dem sie ihre Leser ...


Die Unbehausten - Barbara Kingsolver
Zwei Geschichten, durch Jahrhunderte getrennt, doch durch den Ort der Handlungen verbunden.
Die Autorin hat ein unglaubliches Erzähltalent, mit dem sie ihre Leser durch viele Seiten führt.
Der gegenwärtige Handlungsstrang beschäftigt sich mit Willas Familie, zwischen Existenzängsten, dem amerikanischen Traum und medizinischer Unterversorgung. Da kommen ganz aktuelle Themen des modernen Amerika aufs Tablett.
Nicht weniger interessant ist der zweite Erzählstrang, der zu Zeiten Charles Darwins handelt, welcher auch immer wieder eine große Rolle spielt. Wissenschaft und deren mangelnde Anerkennung in der kirchlich geprägten Gesellschaft sind hier das große Thema.
So unterschiedlich diese beiden Geschichten erst einmal erscheinen, ergänzen sie sich dennoch sehr gut und haben mir beide gefallen.
Obwohl es doch einige Längen im Roman gibt, sorgt Kingsolver mit ihrem ganz eigenen, humorvollen und klugen Erzählstil immer wieder dafür, dass man dranbleibt. Denn nicht zuletzt ist ihre Geschichte immer wieder ein Spiegelbild der amerikanischen Gesellschaft - damals wie heute.
Sehr lesenswert - 4 Sterne


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Veröffentlicht am 02.08.2025

Bestandsaufnahme

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Zwei Zeitebenen, zwei Familien, zwei Handlungsstränge mit 145 Jahren Abstand, und dennoch zwei Gemeinsamkeiten.

Die eine schafft der Handlungsort, die viktorianische Villa in Vineland, New Jersey. Alt, ...

Zwei Zeitebenen, zwei Familien, zwei Handlungsstränge mit 145 Jahren Abstand, und dennoch zwei Gemeinsamkeiten.

Die eine schafft der Handlungsort, die viktorianische Villa in Vineland, New Jersey. Alt, heruntergekommen, baufällig vom Dach bis zu den Grundmauern, aber sowohl damals (die Greenwoods) wie heute (die Knox‘) fehlen den Bewohnern die finanziellen Mittel für eine umfassende Renovierung, die ihnen das Dach über dem Kopf sichern würde.

Die zweite Verbindung ergibt sich aus dem Wirken der historisch verbürgten Mary Treat, einer Biologin und Entomologin, die damals im Haus nebenan lebte und mit der Thatcher Greenwood die Darwinsche Evolutionstheorie diskutiert, was im konservativen Vineland zu dieser Zeit einer Gotteslästerung gleichkommt. Soll man in alten Denkmustern verharren oder Neues willkommen heißen? Thatcher entscheidet sich für den Fortschritt. Er lässt sich nicht entmutigen und mundtot machen, kämpft gegen alle Widerstände für das, was ihm wichtig ist.

Auch in der Gegenwart ist Willa Fox nicht bereit, kampflos aufzugeben. Die Mitfünfzigerin will die drohende Obdachlosigkeit ihrer Familie abwenden, setzt ihre journalistischen Fähigkeiten ein und recherchiert. Auch wenn sie aktuell ohne Job ist, beherrscht sie ihr Metier aus dem Effeff und findet heraus, dass die Villa als historisch wertvolles Gebäude, nicht zuletzt wegen Mary Treat und den Greenwoods, einen Anspruch auf Fördergelder haben müsste. Eigentlich. Es folgen endlose Kämpfe mit den Behörden, die sie ausfechten wird.

Auf den ersten Blick scheint „Die Unbehausten“ eine Familiengeschichte zu sein, aber im Kern ist es ein höchst politisches Buch. Die Probleme, mit der Familie Knox in der Gegenwart zu kämpfen hat, speisen sich überwiegend aus Unsicherheiten, auf die sie keinen Einfluss nehmen können und die für sehr viele Amerikaner täglich Brot sind. Befristete Arbeitsverhältnisse, die nicht verlängert werden, die Rückzahlung hoher Studienkredite, ein Gesundheitssystem, das bei Inanspruchnahme den finanziellen Ruin nach sich zieht. Money makes the world go round. Der amerikanische Traum, für viele Menschen schon längst zum desaströsen Albtraum verkommen.

Im Original wurde der Roman 2018 veröffentlicht, also kurz nachdem Trump zum Präsidenten gewählt wurde. 2021 folgte Biden, seit diesem Jahr wieder Trump, aber großartig zum Besseren hat sich seither leider nichts für die Menschen in den Vereinigten Staaten verändert. Im Gegenteil. Die Alltagsprobleme der weißen, amerikanischen Familien, die Kingsolver hier ungeschönt beschreibt, bestehen weiter.

Unter diesem Aspekt hat der Roman für politisch interessiert Leserinnen und Leser wenig Neues zu bieten, aber dennoch habe ich „Die Unbehausten“ gerne gelesen, Zum einen mochte ich Kingsolvers Menschen, die trotz aller Probleme nicht klein beigeben, zum anderen aber auch die von ironischem Humor getragenen Passagen. Weniger gelungen waren allerdings die langatmigen, erklärenden Einschübe. Überflüssige und hölzerne Fremdkörper, die Dialoge langatmig und gescriptet wirken ließen. Darauf hätte ich gut verzichten können.

Veröffentlicht am 16.07.2025

Auf wackeligem Fundament

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Der Bundesstaat New Jersey im Osten der USA vor der ersten Amtszeit von Donald Trump: Journalistin Willa Knox und ihr Mann Iano, promovierter Politikwissenschaftler und als Dozent an einer Uni tätig, sind ...

Der Bundesstaat New Jersey im Osten der USA vor der ersten Amtszeit von Donald Trump: Journalistin Willa Knox und ihr Mann Iano, promovierter Politikwissenschaftler und als Dozent an einer Uni tätig, sind ratlos. Sie sind in ihren Fünfzigern und haben ihr Leben lang gearbeitet. Doch sie verfügen nicht über genug finanzielle Mittel, um die dringend notwendigen Reparaturen an ihrem maroden, einsturzgefährdeten Haus, das sie geerbt haben, ausführen zu lassen. Zudem haben sie gerade mehrere Mäuler zu stopfen: den pflegebedürftigen Großvater Nick, den verschuldeten und jüngst verwitweten Sohn Zeke, ihr Enkelkind im Säuglingsalter und ihre Tochter Tig, eine Studienabbrecherin. Was soll aus ihnen allen nur werden? Schon 150 Jahre zuvor steht auf diesem Areal ein wenig stabiles Haus. In ihm lebt Naturkundelehrer Thatcher Greenwood mit seiner Frau, den die Freundschaft zu einer Naturforscherin in Schwierigkeiten bringt…

„Die Unbehausten“ ist ein Roman von Barbara Kingsolver, der im Original bereits 2018 und nun auch in Deutschland erschienen ist.

Erzählt wird die Geschichte in 18 Kapiteln, aus personaler Perspektive und auf zwei Zeit- und Handlungsebenen: Da ist einerseits Willa im gegenwartsnahen Strang und andererseits Thatcher im Jahr 1874. Das offensichtlichste der verbindenden Elemente ist der Wohnort. Beide Ebenen werden abwechselnd erzählt. Als kreativ empfunden habe ich, dass jeweils der letzte Satz eines Kapitels auch die Überschrift des nächsten ist.

Die Figuren sind mit psychologischer Tiefe dargestellt. Das Personal des Romans ist jedoch recht umfangreich. Die Namen der Charaktere muten darüber hinaus zum Teil ungewöhnlich an. Gerade zu Beginn kann es herausfordernd sein, die Charaktere zuzuordnen. Diese Verwirrung klärt sich jedoch schnell.

Neben den fiktiven Figuren greift der Roman auf eine historische Persönlichkeit zurück. Ich fand es sehr interessant, von der Biologin Mary Treat zu erfahren, deren Arbeit leider zu wenig Beachtung findet. Auch sie ist ein Bindeglied zwischen Willa und Thatcher.

Auch was die Themen angeht, ist die Geschichte komplex, facettenreich und tiefgründig. Das Buch ist zugleich Familien-, Gesellschafts- und historischer Roman.

Eine zentrale Rolle spielen gesellschaftliche und politische Umbrüche, vor allem bedenkliche Tendenzen. Diesbezüglich werden Parallelen zwischen dem 19. Jahrhundert und der Neuzeit herausgearbeitet. Obwohl die Autorin zum Zeitpunkt des Schreibens noch nicht alle Auswüchse des Trumpismus kennen konnte, wirkt die Analyse von Populismus und Demagogentum erstaunlich treffend und aktuell.

Der Niedergang der politischen Kultur, Demokratie und toleranten Werte spiegelt sich metaphorisch im verfallenden Haus wider. Mit ihrem Roman rüttelt die Autorin am Fundament des American Dream, das offenbar wackeliger ist als gedacht.

Darüber hinaus ist der Roman als Kritik am Kapitalismus und dessen ausbeuterischen Strukturen zu lesen. Es geht um soziale Ungerechtigkeiten, finanzielle Not, Ausbeutung der Umwelt, Wirtschaftswachstum um jeden Preis und ähnliche Themen.

Der Text, übersetzt von Dirk van Gusteren, brilliert mit lebensnahen, interessanten Dialogen. Davon abgesehen, ist die Sprache allerdings unauffällig.

Auf den rund 600 Seiten enthält die Geschichte erstaunlich wenige Längen und Redundanzen. Obwohl sich die Autorin gerade auf der historischen Ebene einige künstlerische Freiheiten gestattet, wirkt die Handlung stimmig.

Die sparsame Gestaltung des Covers fügt sich gut zu der deutschen Ausgabe von „Demon Copperhead“, besitzt ansonsten aber keine Aussagekraft. Der deutsche Titel, der nahe am englischsprachigen Original („Unsheltered“) bleibt, wirkt sprachlich veraltet, aber passt inhaltlich gut.

Mein Fazit:
Zwar kommt Barbara Kingsolver mit der Geschichte um Willa und Thatcher nicht an ihren preisgekrönten Roman „Demon Copperhead“ heran. Dennoch ist auch „Die Unbehausten“ eine gehaltvolle wie unterhaltsame Lektüre, die ich bedenkenlos weiterempfehlen kann.

Veröffentlicht am 24.06.2025

Ein weiteres Lesehighlight von Barbara Kingsolver

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Willa hat das Haus ihrer Tante geerbt. Ein viktorianisches Gebäude in New Jersey. Es soll als Heim für sie und ihre Familie dienen. Schwierig ist nur, dass es baufällig ist und buchstäblich langsam aber ...

Willa hat das Haus ihrer Tante geerbt. Ein viktorianisches Gebäude in New Jersey. Es soll als Heim für sie und ihre Familie dienen. Schwierig ist nur, dass es baufällig ist und buchstäblich langsam aber sicher nach und nach auseinanderfällt. Die Familie kann sich einen Umbau nicht leisten. Während einer privaten Recherche entdeckt Willa, dass evtl. eine historische Persönlichkeit im 19 Jahrhundert in ebendiesem Haus gelebt haben könnte. Wenn dem wirklich so ist, könnte sie eine finanzielle Unterstützung zur Renovierung beantragen. Um welche Persönlichkeit handelt es sich und kann Willa zum Erhalt ihres Heimes beitragen?

Thatcher Greenwood ist der neue Lehrer an der Highschool in Vineland und ein großer Verfechter des Darwinismus. Sein neuer Arbeitgeber und der Direktor der Schule, Professor Cutler, ist allerdings wenig davon überzeugt und hält die Schöpfungslehre als einzig wahre Antwort, woher das Leben stammt. Als Thatcher eines Tages zufällig seine Nachbarin Mary kennenlernt, scheint er eine Gleichgesinnte getroffen zu haben. Mary führt in ihrem Zuhause aber auch in der angrenzenden Sumpflandschaft eigene wissenschaftliche Experimente durch. In der Welt von Flora und Fauna haben es ihr vor allem Spinnen und Ameisen angetan. Für eine Frau im Jahre 1874 absolut unschicklich.

Es ist unmöglich, sich dem Charme von Willa und ihrer Familie zu entziehen. Jedes Mitglied ist mit ihren/seinen Ecken und Kanten ganz besonders liebenswert und auch der meckernde, pflegebedürftige Schwiegervater wächst einem ans Herz. Die beiden Forscher*innen, Mary und Thatcher, sind ebenfalls sehr zugänglich gezeichnet und man möchte beide so gerne an die Hand nehmen und ihnen sagen, dass es in der Zukunft besser um die Wissenschaft bestellt ist. Wie viele vor ihnen, waren sie ihrer Zeit voraus.
In "Die Unbehausten" spielt Barbara Kingsolver mit historischen Parallelen zur Gegenwart und beweist einmal mehr, wie stilsicher und wortgewandt sie ist. Auch wenn ich zugeben muss, dass mich dieses Buch nicht ganz so fesseln konnte wie "Demon Copperhead", empfehle ich es mit großer Freude weiter.

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Wichtiges Thema, aber mit Längen

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DIE UNBEHAUSTEN
Barbara Kingsolver

Dieses Buch ist ein früherer Roman von Barbara Kingsolver, der im Original bereits 2018 erschienen ist. Nach dem überwältigenden Erfolg von Demon Copperhead wurde er ...

DIE UNBEHAUSTEN
Barbara Kingsolver

Dieses Buch ist ein früherer Roman von Barbara Kingsolver, der im Original bereits 2018 erschienen ist. Nach dem überwältigenden Erfolg von Demon Copperhead wurde er nun ins Deutsche übersetzt.

1870:
Thatcher Greenwood ist Naturkundelehrer mit Leidenschaft – und ein überzeugter Anhänger von Darwins Evolutionslehre. Doch an seiner Schule sind moderne Gedanken unerwünscht. Der Rektor verbietet Experimente und lehnt jede Form wissenschaftlichen Fortschritts ab. Thatcher steht kurz vor der Kündigung.
Auch privat steckt er fest: Die Ehe mit seiner Frau Rose ist lieblos, das Haus, in dem sie mit deren Mutter und Schwester wohnen, verrottet zusehends. Als einziger Verdiener droht ihm alles über dem Kopf zusammenzubrechen.
Nur bei seiner Nachbarin, der Biologin Mary Treat, findet er Verständnis und intellektuelle Verbundenheit.

2020:
Die Journalistin Willa und ihr Mann Iano, Politikwissenschaftler, rutschen in eine handfeste Krise. Nachdem Iano seine feste Stelle verliert und das gemeinsame Haus dadurch praktisch wertlos ist, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als in ein geerbtes, einsturzgefährdetes Haus zu ziehen.
Dort leben sie mit dem pflegebedürftigen Schwiegervater – ohne Krankenversicherung, mit Schulden und ohne Perspektive.
Als sich die Freundin ihres Sohnes das Leben nimmt, ziehen auch Sohn und Enkelkind bei ihnen ein. Und als wäre das nicht genug, steht plötzlich auch die rebellische Tochter wieder vor der Tür.

Wie diese beiden Zeitebenen miteinander verknüpft sind, müsst ihr selbst herausfinden.

Barbara Kingsolver legt den Finger auf viele wunde Punkte des amerikanischen Gesellschaftssystems: prekäre Arbeitsverhältnisse, Bildungsungleichheit, fehlende Absicherung sowie mangelndes Gesundheitswesen.
Und doch hat mich der Roman emotional nicht erreicht.
Die Themen sind wichtig, der Stil präzise – aber die Figuren und ihre Geschichten blieben für mich seltsam distanziert.

Die Handlung in der Gegenwart hat mir insgesamt besser gefallen als die im Jahr 1870.
Und doch war es gerade die Ausdrucksweise und das höfliche, beinahe altmodisch-gentlemanhafte Auftreten von Thatcher, das mich beeindruckt hat.
Insgesamt zog sich das Buch für mich aber über weite Strecken – 200 Seiten weniger hätten der Erzählung gutgetan.

Nach Demon Copperhead, einem Buch, das mich tief beeindruckt hat, konnte mich dieses Werk leider nicht überzeugen. Dennoch bleibt Kingsolver für mich eine Autorin, die ich weiterhin lesen möchte.

Fazit:
Relevant und sprachlich solide – aber ohne emotionale Tiefe.
3½/5

Ein interessanter Aspekt am Rande: Die Figur der Mary Treat basiert auf einer realen Person – Kingsolver verknüpft hier geschickt historische Biografie mit Fiktion.



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