Cover-Bild Die Kräuterhändlerin

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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 400
  • Ersterscheinung: 28.02.2020
  • ISBN: 9783548060026
Beate Maly

Die Kräuterhändlerin

Eine starke Frau und eine Geschichte für alle Sinne

1230: Die junge Adelige Leni steht kurz vor ihrer Hochzeit, als die Burg ihres Vaters in der Nähe des Klosters Zwettl überfallen wird. Dabei gerät Leni in die Fänge des brutalen Hadmar von Kuenring. Mit letzter Kraft kann sie sich schließlich in den Wald retten. Doch hier muss sie feststellen, dass sie ein Kind von Hadmar erwartet. Leni findet Unterschlupf bei einer Kräuterfrau und bringt ihren Sohn Jakob zur Welt. Fortan leben die beiden verborgen im Schutz des Waldes, bis Leni eines Tages einen verletzten jungen Mann findet. Damian kommt aus Genua und handelt mit Gewürzen aus dem Orient. Während Leni ihn gesundpflegt, kommen die beiden sich näher, und gemeinsam entwickeln sie einen günstigen Pfefferersatz, der großen Absatz findet. Lenis Glück scheint zum Greifen nah, doch dann wird ihr Sohn von Hadmar entführt.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.04.2020

Auf der Flucht

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Ich war anfangs etwas skeptisch, was man über Kräuter denn alles schreiben könnte bzw. wie daraus eine Geschichte entstehen soll, die möglichst spannend und unterhaltsam ist und ich muss sagen, diese Geschichte ...

Ich war anfangs etwas skeptisch, was man über Kräuter denn alles schreiben könnte bzw. wie daraus eine Geschichte entstehen soll, die möglichst spannend und unterhaltsam ist und ich muss sagen, diese Geschichte ist wirklich genauso. Leni wächst nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater Otto von Rauheneck auf Burg Lichtenfels auf, gemeinsam mit ihrer angenommenen verwaisten Cousine Margot, die ihr mehr als übel mitspielt.
Ihres Hab und Guts beraubt, völlig allein auf sich gestellt und dann auch noch geschändet muss sie um das Überleben kämpfen. Doch weil sie eine gute Seele ist, darf sie Unterschlupf bei einer Kräuterfrau finden, die sie in diese so umfangreiche und interessante Wissenskunst einführt.Gemeinsam mit einem Händler aus Genua entwickeln sie eine Geschäftsidee, die überall Anklang findet, doch leider tauchen die Schatten der Vergangenheit wieder auf und Leni muss erneut um das Leben von sich und ihrem Sohn kämpfen.

Es ist so faszinierend, wie hier das Kräuterwissen und ihre Anwendung in die Geschichte eingeflochten wird, die so gut zusammenpasst und für einen flüssigen Schreibstil sorgt und man auf eine interessante, erstaunliche Reise ins Mittelalter genommen wird, wo man überrascht ist, was für Gesetze und Vorstellungen dort herrschen.
Die Abläufe, Gefühle, Gedanken, Charaktere, Umstände und Situationen werden so bildlich umschrieben, dass man mitten im Geschehen ist und teilweise denkt, man erlebt das alles selber.
Man mag das Buch gar nicht weglegen, weil sich diese Gefahr von vorne bis hinten durchzieht, allerdings hätte ich mir für das Ende ein wenig mehr noch an Spannung gewünscht, hier war es mir ein wenig zu schnell erledigt und das Ende kam doch etwas zu abrupt, was den Schwung der gesamten Geschichte etwas rausgenommen hat. Doch insgesamt gab es so viele neue Wendungen, Umstände zum Luft anhalten, dass das Buch alles in allem sehr gelungen ist und ich hier eine 4 Sterne Leseempfehlung gerne abgebe, da für mich zudem noch das Cover als auch die Charaktere absolut stimmig sind.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2020

Hat mich gut unterhalten

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Wir befinden uns in Hochmitttelalter. Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation herrscht der Stauferkaiser Friedrich II., im Herzogtum Österreich der Babenberger Leopold VI..

Beate Maly entführt uns ...

Wir befinden uns in Hochmitttelalter. Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation herrscht der Stauferkaiser Friedrich II., im Herzogtum Österreich der Babenberger Leopold VI..

Beate Maly entführt uns in das mittelalterliche Waldviertel. Der Landstrich ist rau, die Burgen zugig und die meisten Männer gewalttätig.

Das muss auch Leona von Rauheneck erfahren. Die Burg ihres Vaters wird von Hadmar von Kuenring überfallen und niedergebrannt, aller Bewohner ermordet und sie selbst brutal vergewaltigt. Schwer verletzt kann sie sich in den nahen Wald retten. Als sie Wochen später entdeckt, von Hadmar schwanger zu sein, will sie nur mehr eines: sterben. Doch daraus wird nichts, dann Mara eine Heilkundige, findet sie und päppelt sie auf.

Die beiden Frauen leben gemeinsam mit Johannes, Lenis Sohn mehrere Jahre unbehelligt im Wald, als Johannes einen verletzten Mann findet: Damian, einen Gewürz- und Kräuterhändler aus dem fernen Genua. Es scheint als ob sich das Blatt für Leni zum Glück hinwendet.

Doch schwarze Wolken ziehen am Himmel auf, denn Hadmar hat keinen Erben und hat Kunde von Johannes‘ Existenz erhalten ....

Meine Meinung:

Mit diesem historischen Roman ist Autorin Beate Maly wieder ein besonderes Buch gelungen. Geschickt verknüpft sie historische Personen und Ereignisse mit fiktiven.
Um den gewalttätigen Hadmar (1185-1231), er ist in der Reihenfolge der Dritte dieses Namens, ranken sich jede Menge Geschichten und Sagen. So werden er und sein Bruder Heinrich als „HUnde von Kuenring“ bezeichnet. Auch als Raubritter kennt man die Kuenringer. Die hier beschriebenen Missetaten sind teilweise historisch belegt, wenn auch die nicht Rauheneck hieß.

Beate Maly versteht es, den Charakteren viel Leben einzuhauchen. Man kann den Neid Margots auf Leona förmlich spüren und, dass Margot in diversen Intrigen ihre Finger drinnen hat, ist auch bald klar.

Das Mittelalter aus der Distanz von mehreren Jahrhundert und dem Komfort von heute zu betrachten, regt natürlich die Fantasie an. Leben wollte ich damals nicht. Da lebt es sich am Mittelmeer, bei den Genuesen oder den Venezianern schon ein wenig komfortabler.

Witzig finde ich die Idee der fertigen „Kräutermixtur“, der den Köchinnen die Arbeit erleichtert. Wir sind zwar noch sehr, sehr weit weg von Convienence-Produkten, aber ein Anfang ist gemacht.

Fazit:

Ein fesselnder, an Intrigen reicher, historischer Roman, dem ich gerne 5 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 16.03.2020

Ein informativer und historischer Roman

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Die Handlung des Romans" Die Kräuterhändlerin" beginnt in der Burg
Lichtenfels um das Jahr 1230.
Leni Rauheneck steht vor der Hochzeit mit dem Adeligen Gotthard. Ihre Mutter starb bei der Geburt ihres ...

Die Handlung des Romans" Die Kräuterhändlerin" beginnt in der Burg
Lichtenfels um das Jahr 1230.
Leni Rauheneck steht vor der Hochzeit mit dem Adeligen Gotthard. Ihre Mutter starb bei der Geburt ihres Bruders und ihr Vater Otto von Rauheneck ist seitdem in tiefer Trauer um seine Frau Karoline.
Als eines Tages die Burg überfallen wird, ihr Vater während der Kampfhandlungen sein Leben verliert und sie von Hademar, dem früheren Knappen ihres Vaters, vergewaltigt wird, flüchtet sie sich in den Wald und fristet unter schwersten Bedingungen ihr Leben. Als sie merkt, dass sie durch die Vergewaltigung schwanger wurde würde sie am liebsten ihrem Leben ein Ende setzen. Gerade im schlimmsten Moment ihres Lebens begegnet ihr die Ausgestoßene Mara, die früher als Hebamme und Kräuterfrau ihr Leben verdiente. Sie nimmt Leni zu sich in eine Hütte.
Im Lauf der Zeit freunden sich die beiden Frauen an und Leni kann sehr viel von der klugen Frau lernen. In ihrem gemeinsamen Unterschlupf bringt Leni schließlich ihren Sohn zur Welt, den sie Johannes nennt. Die drei Menschen wachsen zu einer Familie zusammen, bis Leni eines Tages im Wald einen verletzten Kaufmann findet. Sie pflegen Damian aus Genua, der
durch die gute Behandlung schließlich wieder gesund wird. Sie erfahren, dass er mit Kräutern und Gewürzen sowie verschiedenen Elixieren und Ölen handelt. Als reisende Söldner zufällig an der Hütte Maras vorbei kommen entdeckenn sie auch Leni und Johannes. Schließlich taucht kurze Zeit später Hademar auf und fordert die Herausgabe seines Sohnes, denn seine Ehe blieb kinderlos und er braucht einen Erben für sich.

Leni, auch Leona genannt, ist eine schlanke und intelligente junge Frau, die gerne lernt und vielseitig interessiert ist. Als kämpferische Mutter fügt sie sich nicht in ihr Schicksal und setzt ihre ganze Energie ein, wenn es um Ihren Sohn Johannes geht. So einfach lässt sie sich ihren Sohn nicht entreißen.
Damian ist ein Händler, der seine Heimat Genua verließ um für sein Geschäft neue Kräuter aus den Bergen und entfernteren Ländereien zu erschließen. Mir viel Humor und seinem Esel, mit dem er unterwegs ist, gewinnt er rasch die Menschenherzen.
Mara ist als Hebamme und Kräuterkundige von Herzen gerne für alle in Not geratenen Menschen da und hilft, wo sie nur kann.

Beate Maly gelang mit dem historischen Roman "Die Kräuterhändlerin " eine zu tiefst berührende, spannende und mehr als interessante Geschichte, die in ihrem historischen Rahmen faszinierende Einblicke in eine längst vergangene Zeit bietet.
Die Spannung in der Story steigt stetig von Beginn an und hält ihre Leser bis zur letzten Seite in Atem. Der Leser erlebt viele emotional zu tiefst mitreißende Momente mit - beispielsweise als eine Mutter-Kind Beziehung genauso brutal beendet werden soll wie sie gewaltsam begann.
Der Autorin gelang es sehr gut den Leser an Lenis Gedanken und den damit verbundenen Handlungen teilhaben zu lassen, wodurch sich die Entwicklung ihrer Persönlichkeit und ihre Emotionalität hautnah miterleben lässt.
Die schwungvoll - leichte und sehr verständliche Sprache macht die Lektüre zu einem angenehmen Leseerlebnis. Die handelnden Romanfiguren sind authentisch und präsentieren ihre Rollen vor einem sehr gut recherchierten historischen Hintergrund.
Beate Maly gelang ein sehr schön zu lesender, angenehm unterhaltsamer historischer Roman der durch sehr viel Spannung überzeugt.
Einen herzlichen Dank an den Ullstein Verlag und NetGalley für dieses
faszinierende Leseexemplar.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.03.2020

Glaubwürdige Geschichte

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Mit "Die Kräuterhändlerin" hat Beate Maly wieder mal einen tollen historischen Roman vorgelegt, der sich unglaublich gut “weglesen” lässt. An ihren Büchern schätze ich sehr, dass sie in einer wunderbaren ...

Mit "Die Kräuterhändlerin" hat Beate Maly wieder mal einen tollen historischen Roman vorgelegt, der sich unglaublich gut “weglesen” lässt. An ihren Büchern schätze ich sehr, dass sie in einer wunderbaren Prosa verfasst sind, in der kein Wort zu viel oder zu wenig ist. Ein Satz folgt vollkommen natürlich auf den nächsten. Hier ist nichts gekünstelt, hier wirkt nichts erzwungen oder sprachlich artifiziell. Die Worte fließen so dahin und der Leser fügt sich völlig in diesen Fluss mit ein.

Diesmal entführt uns Beate Maly in die Welt des österreichischen Hochmittelalters. Die junge Adelige Leona von Rauheneck, genannt Leni, wird Opfer einer Intrige und eines Überfalls gegen ihre Familie. Die Burg ihres Vaters wird vom greulichen Raubritter Hadmar von Kuenring annektiert, der sich auch an Leni vergreift. Ohne Rückhalt und auf sich allein gestellt, flieht Leni in die Wälder. Dort bietet ihr die ausgestoßene Kräuterfrau und Heilkundige Mara Zuflucht. Sie hilft ihr, ihren Sohn, Hadmars Kind, aufzuziehen. Jahre später lernt Leni den Genueser Gewürzhändler Damian kennen und erfährt zum ersten Mal in ihrem Leben einen Hauch von purem Glück. Leider ziehen bereits dunkle Wolken am Horizont auf, denn Hadmar hat keinen legitimen Erben...

Leona ist eine tolle, sympathische Protagonistin, mit der man mitfühlt und mitleidet. Man wünscht ihr einfach alles Glück der Welt und zuckt jedesmal zusammen, wenn ihr das Schicksal wieder mal übel mitgespielt hat. Durch Mara bekommen wir Einblick in das Leben einer Frau, die im Mittelalter als Aussätzige behandelt wurde, weil sie über medizinisches Wissen verfügte, gegen das die Kirche wetterte. Das Paradoxe an der Situation: Inoffiziell suchen die meisten Kranken die Kräuterfrau auf und ihnen wird geholfen. Schön finde ich auch, dass in der Darstellung ihres Lebens im Einklang mit der Natur die heidnischen Bräuche “entkriminalisiert” und als vom Jahreszyklus vorgegebene, natürliche Feste gefeiert werden.

Auch Damian gefällt mir total gut - kein Kunststück, ist er doch die einzige durchweg positiv gezeichnete (erwachsene) männliche Figur des Romans. Er ist sanftmütig, tier- und kinderlieb, hat aber auch eine zweifelnde, rationale und witzige Seite. Er ist aufgeklärt und gebildet, unter anderem prangert er die zweifelhaften Praktiken der Kirche wie z.B. den Ablasshandel an. Er ist eben kein Schwarzweiß-Charakter, sondern ein real wirkender Mensch mit differenzierten, modernen Gedanken.

Beate Maly hat ihre Geschichte an der Realhistorie angelehnt, wie sie im Nachwort schreibt. Das Geschlecht der Kuenringer (die “Hunde von Kuenring”) gab es tatsächlich. Sie waren im 13. Jahrhundert die mächtigsten Adeligen im jungen Herzogtum Österreich. Die Burg Aggstein, die auch im Roman ihr Hauptsitz ist, war es auch in Wirklichkeit. Auch eine Burgruine Lichtenfels gibt es im niederösterreichischen Waldviertel. Die wenigen Quellen legen dar, dass ihre Bewohner, die Rauhenecks, auf unerklärliche Weise verschwanden. Dass Beate Malys Geschichte demnach einen “wahren Kern” hat, gefällt mir besonders.

Mit "Die Kräuterhändlerin" ist Beate Maly mal wieder ein in sich perfekter historischer Wohlfühlroman gelungen, der keine Leserwünsche offen lässt - außer vielleicht den nach ihrem nächsten Buch.

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