Cover-Bild Die Schwestern vom Ku'damm: Jahre des Aufbaus
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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: ROWOHLT Wunderlich
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Generationenroman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 432
  • Ersterscheinung: 23.10.2018
  • ISBN: 9783805203371
Brigitte Riebe

Die Schwestern vom Ku'damm: Jahre des Aufbaus

Wirtschaftswunder, Kaufrausch, Träume in Pastell - drei Schwestern und ein Kaufhaus am Ku'damm.
Der Auftakt der großen 50er-Jahre-Trilogie von Bestseller-Autorin Brigitte Riebe.

Berlin im Mai 1945: Es ist die Stunde Null, die Stadt liegt ebenso in Trümmern wie die Seelen der Menschen. Auch das Kaufhaus Thalheim am Ku'damm ist zerstört. Fassungslos stehen die drei Schwestern Rike, Silvie und Florentine vor der Ruine des einst so stolzen Familienunternehmens. Doch Rike, die Älteste, hat einen Traum: Sie will das Kaufhaus wieder aufbauen und mit raffinierten Stoffen und neuesten Modekreationen Farbe in das triste Nachkriegsberlin bringen. Nach der Währungsreform scheint es tatsächlich aufwärts zu gehen, die Menschen hungern nach Konsum und schönen Dingen. Doch die neuen Zeiten bringen neue Probleme. Als ein dunkles Geheimnis zutage tritt, das ein unrühmliches Licht auf das Kaufhaus und seine Geschichte wirft, müssen die Schwestern erkennen, dass die Vergangenheit noch immer lebendig ist…

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.09.2020

Nach dem Krieg war noch lange nicht Schluss ...

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Meine Meinung

Prolog erster Satz: Das Schönste, was sie jemals gesehen hat!


Der Prolog beginnt in Berlin 1932. Das Mädchen Ulrike Thalheim lässt den Leser an ihrer Begeisterung für dem Umbau des Kaufhauses ...

Meine Meinung

Prolog erster Satz: Das Schönste, was sie jemals gesehen hat!


Der Prolog beginnt in Berlin 1932. Das Mädchen Ulrike Thalheim lässt den Leser an ihrer Begeisterung für dem Umbau des Kaufhauses Thalheim & Weisgerber teilhaben. Ein Glasdach, welches ein wunderbares Licht auf die teure Bekleidung zaubert, zieht das Mädchen in ihren Bann. Ihre kleinen Zwillingsgeschwister Oskar und Silvie tollen unbeschwert durch das Kaufhaus. Friederich Thalheim ist sehr stolz auf den gelungenen Umbau. Alma Thalheim steht dem ganzen Prunk skeptisch gegenüber. Der Teilhaber Markus Weisgerber ist Jude. Ulrike verehrt ihre wunderschöne Mutter, die ein paar Jahre später Opfer eines Unfalls wird …

Beginn: 1945

Diese spannende Geschichte beschreibt die Umstände, in denen Menschen unmittelbar nach dem Krieg leben mussten. Ulrike (Rike), Silvie, Florie und Claire Thalheim haben alles verloren. Das prunkvolle Kaufhaus Thalheim & Weisgerber liegt in Schutt und Asche. Ihr Haus mussten sie verlassen. Sie ziehen in das Haus ihrer Oma Frida in der Bleibtreustraße und leben dort in beengten Verhältnissen. Friederich Thalheim ist noch nicht vom Krieg zurück gekehrt. Auch von seinem Sohn Oskar gibt es kein Lebenszeichen. Rike übernimmt für alle Frauen die Verantwortung. Sie verdienen sich ihre Lebensmittelmarken als Trümmerfrauen. Als ihr geliebter Vater endlich zurück kommt, hat sie ein großes Ziel. Sie will das Kaufhaus wieder aufbauen. Von ihrem Bruder Oskar gibt es auch weiterhin kein Lebenszeichen.

Hunger! Dieses Wort zieht durch die ganze Geschichte. Es gibt kaum Lebensmittel. Der Schwarzmarkt blüht. Kälte! Mit kaum Gas, Heizöl und Brennholz müssen die Menschen bitterkalte Winter überstehen. Nicht alle überleben. Dennoch lassen sich die Thalheim Frauen nicht unterkriegen. Zwischen all der Armut spielt Bekleidung eine große Rolle. Hoffnung! Die optimistischen Frauen organisieren eine Modeschau mit einfachsten Mitteln, zwischen den Trümmern von Berlin. Sie findet großen Anklang. Liebe! Trotz der katastrophalen Umstände kommt auch die Liebe nicht zu kurz.

Der bildliche Schreibstil hat mein Kopfkino aktiviert. Ich konnte mir alle Protagonisten gut vorstellen. Wir erleben das Geschehen aus der Sicht von Rike. Rike kommt durch ihre Ernsthaftigkeit manchmal etwas spröde rüber. Sie sorgt sich um alles und jeden. Hält das Getriebe am laufen. Durch eine Erbschaft wird sie zu einer vermögenden Frau. Aber auch ein Familiengeheimnis gehört zu ihrem Erbe. Ein Geheimnis, das sie erschüttert. Silvie nimmt das Leben von der lockeren Seite, was ihr manchmal Ärger mit ihrer Schwester Rike einbringt. Die bildhübsche junge Frau verliebt sich schnell und oft. Doch auch sie ist in den schweren Zeiten oftmals eine große Hilfe. Claire ist die zweite Frau von Friederich Thalheim. Die sensible Frau wächst über sich selbst hinaus. Florentine ist Friederichs und Claires gemeinsame Tochter. Sie hat schon als kleines Kind viel Schlimmes erlebt. Konnte ihren geliebten Hund retten. Wird in der Geschichte noch alle überraschen. Es gibt noch viele weitere Protagonisten, die die Geschichte wunderbar komplementieren.

Bei Friederich Thalheim wusste ich lange nicht, wie ich ihn einordnen soll. Wie viele Geheimnisse er haben könnte, die der Familie großen Schaden zufügen würden. Sein jüdischer Partner Markus Weisgerber musste Berlin verlassen. Von 1945 – 1951 erleben wir den Wiederaufbau Berlins. Auch 1951 liegt noch vieles im Argen. Deutschland ist gespalten. Den Menschen ist gutes Essen wichtiger, als teure Kleidung. 1951 findet erstmals die Berlinale statt.

Fazit

Dieser gut recherchierte Roman hat mich bestens unterhalten. Er hat mir wieder einmal vor Augen geführt, wie gut wir es eigentlich haben. Nach dem Krieg war noch lange nicht Schluss. Häuser wurden von den Alliierten besetzt. Viele Soldaten lebten unter katastrophalen Bedingungen in Gefangenschaft. Fast alle litten unter großen Hunger. 1946 herrschte einer der kältesten Winter in Deutschland, den viele Menschen nicht überlebten. Viele kämpften um ihr Eigentum, welches ihnen enteignet wurde. Erwähnenswert ist auch der Anhang. Von 1945 – 1951 werden wichtige Geschehnisse aufgelistet. Von mir eine absolute Empfehlung!

Danke Brigitte Riebe

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Veröffentlicht am 12.10.2019

Auftakt der Reihe um die Schwestern vom Ku'damm

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Kurz zum Inhalt:
Berlin, 1945. Das Kaufhaus Thalheim am Ku'damm liegt in Trümmern. Die Familie, allen voran Familienvater Fritz, seine neue Frau Claire, und die Töchter Ulrike, Silvie und Florentine sind ...

Kurz zum Inhalt:
Berlin, 1945. Das Kaufhaus Thalheim am Ku'damm liegt in Trümmern. Die Familie, allen voran Familienvater Fritz, seine neue Frau Claire, und die Töchter Ulrike, Silvie und Florentine sind fassungslos. Und Sohn Oskar ist immer noch nicht aus dem Krieg zurückgekehrt.
Rike, die Älteste, will das Kaufhaus um jeden Preis wieder aufbauen, doch es ist ein beschwerlicher Weg. Und bevor das Kaufhaus an alter Stelle im neuen Glanz erstrahlen kann, muss erstmals in einem anderen Gebäude ein Ausweichquartier eingerichtet werden.
Rike ist eine gewiefte Geschäftsfrau und lässt sich mit neuen bunten Stoffen und einer Modenschau auf den Trümmern der Stadt neue Ideen zur Geschäftsbelebung einfallen.
Doch der Weg ist beschwerlich, und der Erfolg nicht immer so wie erhofft, und als Rike dann auch noch ein Familiengeheimnis erfährt, scheint nichts mehr so wie früher...


Meine Meinung:
"Jahre des Aufbaus" ist der erste Teil der Trilogie um die Thalheim-Schwestern. In diesem Teil steht Rike, die Älteste, im Fokus.
Die Familiengeschichte ist unheimlich spannend zu verfolgen, und es passiert immer etwas Neues.
Gespickt ist das ganze mit historischen Details, zB die Trümmerfrauen, die Besatzungszonen, die neue Währung und die Gründung der DDR. Historische Details sind geschickt ins Geschehen verwoben, die detaillierte Beschreibung des damaligen Berlins und des beschwerlichen Lebens der Menschen in der Nachkriegszeit ließen das Gefühl entstehen, mitten dabei zu sein.

Im Prolog erfährt man über das Kaufhaus Thalheim im Jahr 1932, als es noch ein florierender Betrieb war. Fritz betrieb das Kaufhaus mit seinem Partner Markus Weißgerber, einem Juden. Dieser konnte Deutschland später noch rechtzeitig verlassen.
Die eigentliche Geschichte spielt in den Jahren 1945 bis 1951.
Die Schreibweise ist angenehm zu lesen, mit viel direkter Rede. Man fiebert mit den Figuren mit, über ihr Schicksal, und hofft, dass sie alle Probleme gut lösen können. Man leidet mit Rike, hat mit ihr Liebeskummer, und freut sich über jeden positiven Fortschritt.
Gut fand ich, obwohl Rike im Mittelpunkt steht, dass man immer über alle Familienmitglieder, auch über Onkel Carl und die Cousins gelesen hat, so dass der Fokus nicht zu sehr auf Rike liegt.
Die drei Schwestern sind komplett unterschiedliche Charaktere - Silvie fand ich zu oberflächlich, und Florentine geht leider ein bisschen unter. Das ist wahrscheinlich so gewollt, denn in den anderen beiden Bänden ist jeweils eine andere Schwester die Hauptfigur.
Eine Lieblingsfigur von mir war auch Miri Sternberg, eine Jüdin, die während des Krieges untertauchen konnte und eine begnadete Designerin und gute Freundin von Rike ist und ohne die das Modekaufhaus Thalheim bestimmt nie zu solchem Glanz gekommen wäre.
Das Familiengeheimnis ist auch sehr schwerwiegend, und nur der Großvater, der in der Schweiz lebte und das Tagebuch von Rikes und Silvies verstorbener Mutter Alma aufbewahrt hat, wusste Bescheid.

Sehr interessant und lehrreich ist auch die Zeittafel am Ende des Buches, in der die historischen Ereignisse detailliert aufgezählt sind.


Fazit:
Kurzweiliger Auftakt einer Familiensaga im Berlin der Nachkriegszeit mit vielen geschichtlichen Details, die geschickt in die Geschichte verwoben sind.

Veröffentlicht am 22.08.2019

Die Schwestern vom Ku'damm - Jahre des Aufbaus

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Handlung:
Berlin 1945
Der Krieg ist vorbei und die Menschen Berlins schöpfen langsam etwas Hoffnung für die Zukunft. Doch dafür müssen Sie erst die Stadt wieder aufbauen und von den Ruinen und Schutt befreien. ...

Handlung:
Berlin 1945
Der Krieg ist vorbei und die Menschen Berlins schöpfen langsam etwas Hoffnung für die Zukunft. Doch dafür müssen Sie erst die Stadt wieder aufbauen und von den Ruinen und Schutt befreien. Dabei helfen auch die Frauen der Familie Thalheim mit. Während des Krieges wurde ihr Kaufhaus am Ku'damm zerbombt, der Bruder ist im Krieg vermisst und die Villa wird von den Besatzern eingezogen.
Rike, die älteste Schwester, träumt heimlich davon, das Kaufhaus wieder aufzubauen, es noch schöner und prächtiger zu gestalten und Farbe in das triste und graue Berlin zu bringen. Dafür gibt es zwar haufenweise Ideen, doch es ist nicht ausreichend Geld vorhanden, um noch mehr Stoffe zu bezahlen.
Mit der Einführung der neuen Währungsreform scheint es zwar aufwärts zu gehen, doch an jeder Ecke lauern Probleme. Sowohl geschäftlicher, als auch privater Natur. Und eines Tages wird der Ruf des Kaufhauses, vor allem jedoch der Familie Thalheim angezweifelt und die Schwestern erkennen, dass man die Vergangenheit nicht einfach hinter sich lassen kann.

Meinung:
Das Cover ist sehr schlicht und einfach gehalten. Dazu trägt schon der weiß-beige Farbton im Hintergrund bei, auch die Dame wurde recht schlicht dargestellt und zeichnet sich durch eine blasse Haut aus. So zeigt sich, dass die Person selbst nicht so wichtig ist, sondern ihre Kleidung im Mittelpunkt steht, eines der Hauptthemen des Buches. Zusammen mit dem blau unterlegten Titel stellt die Dame die Dinge dar, die als erstes ins Auge fallen. Erst danach habe ich das Café Kranzler wahrgenommen. Insgesamt finde ich es wunderbar schlicht und einfach gehalten.

Von der Autorin habe ich bereits Bücher gelesen, wenn auch unter einem anderen Pseudonym. Sie haben mir wirklich gut gefallen, die Schreibweise war immer wunderbar und die Handlung wurde spannend gehalten. Dadurch, aber auch durch viel positives Feedback, dass ich zu dem Buch gelesen und gehört habe, war ich wirklich gespannt auf den Roman. Ich habe mich sehr auf das Lesen gefreut und nachdem ich das Buch schon lange lesen wollte, bin ich mit voller Vorfreude gestartet.

Der Prolog hat mir gefallen. Er spielt einige Jahre vor dem Beginn der eigentlichen Handlung, gibt ein erstes Bild auf die Protagonisten, die Stadt und liefert Zusammenhänge. Die Szenen waren lebendig und ich war sehr angetan davon. Leider lief es nicht ganz so gut weiter. Es gibt einen Zeitsprung von 13 Jahren, die Zeit ist eine andere und ich hatte Probleme, alles wahrzunehmen und tatsächlich fand ich die Schreibweise nicht perfekt. Insgesamt fand ich die folgenden Kapitel schwer, auch wenn die Handlung an sich spannend geschildert wurde. Insgesamt brauchte ich etwas Zeit um in das Buch zu finden, was ungefähr auf der 70 bis 80 Seite geschehen ist.
Danach hatte ich absolut keine Probleme mehr und habe voller Interesse weitergelesen. Die Schreibweise wurde entspannter und ich fand die beschriebenen Situationen lebhafter und klarer. Ich hatte das Gefühl, dass nun endlich die Haupthandlung beginnt und die Vorgeschichte vorbei ist.

Nachdem ich meine Startschwierigkeiten überwunden hatte, fand ich die Schreibweise viel angenehmer und diese war so, wie ich sie bereits kannte. Gleichzeitig vereint sie einen einfachen Charakter mit anspruchsvollen Details, die sich besonders anhand der politischen Details, sowie den Beschreibungen der Stadt auszeichnet. Diese waren unglaublich eingängig und schufen ein schonungsloses Bild.

Das Buch zeichnet sich zum einen durch die spannende Geschichte der Familie Thalheim aus, zum anderen durch die wunderbare, anschauliche Erklärung und Einbindung der politischen Lage in Deutschland. In die Handlung werden viele Ereignisse eingebunden, die der Geschichte einen großen Wahrheitsgehalt geben und auf offene Weise, ohne Schnörkel oder Verschönerungen die Situation wiedergeben. An vielen Stellen konnte ich noch etwas dazulernen und ich fand es richtig gut, dass es am Ende noch eine Aufstellung mit einigen Ereignissen in Berlin gibt, die das politische Geschehen von 1945 bis 1951 wiedergibt. So wurde das Wichtigste kurz zusammengefasst und man kann sich das Gelesene nochmals vor Augen rufen.
An vielen Stellen war ich erstaunt darüber, wie gekonnt die Autorin die historischen Ereignisse in die Handlung eingebunden hat, sodass es einen nahtlosen Übergang von Wahrheit und Fiktion gibt. Fast schien es so, als würde hier eine komplett wahre Geschichte erzählt werden.

Es findet eine Untergliederung in Kapitel statt, die meist recht umfassend sind und stets einen begrenzten Zeitraum beschreiben. Als Erzählinstanz dient hierbei ein allwissender Erzähler, der sowohl Einblicke in die Politik und die Lage der Stadt nach dem Krieg gibt, als auch in das Leben der Charaktere. So lernen wir als Leser eine überschaubare Anzahl an stetig wiederkehrenden Protagonisten kennen, die unterschiedlichen Alters, mit verschiedenen Ambitionen und politischen Interessen sind. Es gibt leider kein Personenverzeichnis, was mir anfangs geholfen hätte, jedoch ist es auch so einfach, die Personen wiederzuerkennen und sich zu merken.
Vor allem in die Gefühls- und Gedankenwelt von Rike gibt es einige Einblicke, sie agiert als Hauptprotagonistin und auf ihrem Charakter liegt das Hauptaugenmerk, auch in der Darstellung. Auf jeden Fall gibt es einige nachdenkliche Momente von ihr, in denen auch Gewissenskonflikte dargestellt werden, sowie politische Gedanken und Überlegungen rund um das Leben und die Liebe.

Als Setting dient fast durchweg die Stadt Berlin. Nur wenige Szenen spielen an anderen Orten, hierbei sind eigentlich nur zwei Fahrten von Rike wichtig, einmal in die Schweiz, wo sie eine große Überraschung erwartet und einmal nach Italien, wo sie nicht nur Erfahrungen sammelt...
Es mag makaber klingen, aber es war einfach fantastisch, wie genau und bildhaft die zertrümmerte Stadt dargestellt wurde. Es war schockierend ehrlich und unverblümt. Gerade die Szenen, in denen die Damen der Familie mit dabei helfen, den Schutt wegzutragen sind besonders eingängig gewesen und gehören zu meinen Lieblingsszenen.

Wie ich schon erwähnt hatte, gibt es eine recht überschaubare Anzahl an Protagonisten. Vor allem dreht sich die Handlung um die Familie Thalheim und ihnen nahe stehende Personen. Dazu gibt es nur wenige Nebencharaktere, die ab und an auftreten aber einen einprägenden Charakter haben, sodass man sie schnell wiedererkennt.
Besonders im Mittelpunkt stehen die drei Schwestern, wobei sich dieser erste Teil der Reihe vor allem um Rike, die Älteste dreht. Sie durchlebt in den sechs Jahren einiges, wandelt sich stark, was natürlich ist und auch der Zeit geschuldet ist. Man merkt, dass sie früh Verwantwortung übernehmen musste oder wollte und sie das Erlebte schneller erwachsen gemacht hat. Von den drei Schwestern ist sie mir bisher am sympathischsten, mit ihrem Charakter kann ich mich am besten identifizieren.
Im Gegensatz zu ihr sind ihre Schwestern nicht ganz so stark gezeichnet, wobei sie auch ihren eigenen Kopf haben und für ihre Prinzipien eintreten. Flori und Silvie sind auch interessante Charaktere, aber man erfährt noch zu wenig, was in ihren Köpfen vorgeht. Deshalb bin ich sehr gespannt, wie sie in den weiteren Teilen auftreten werden.
Aber auch bei ihnen war schon eine Entwicklung sichtbar. Flori ist erwachsener geworden, lebt nicht mehr in ihrer Traumwelt und stellt sich den Ereignissen. Silvie macht beruflich einen starken Weg, wird selbstbewusster und wirkt am Ende nicht mehr wie ein Püppchen, sondern wie eine gestandene Frau, die weiß, was sie will.
Nicht so sympathisch fand ich den Vater der Schwestern, Friedrich. Er wirkte fast ein wenig gruselig und ich vermute bei ihm wahrscheinlich mehr schlechtes, als wirklich vorhanden ist. Friedrich wirkt auf mich nicht sonderlich vertrauensvoll und ich glaube nicht, dass es ihm gefällt, welche Pläne Rike hat und welche Rolle sie selbst dabei einnimmt.

Fazit:
Nachdem ich einige Seiten brauchte, um in die Handlung zu finden, die Charaktere kennenzulernen und mit der ganzen Zeit klarzukommen, habe ich das Buch richtig gerne in die Hand genommen. Ich konnte in die Handlung eintauchen, mir vieles bildlich vorstellen und die wunderbare Recherchearbeit der Autorin hat das Buch zu einem Genuss werden lassen. Am Ende war wirklich alles stimmig und ich bin mehr als gespannt auf die folgenden Teile.

Veröffentlicht am 13.03.2019

tolle Histo-Reihe

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Die Frauen einer Berliner Kaufmannsfamilie stehen im Mittelpunkt des neuen Romans von Brigitte Riebe. Der Krieg hat ihnen so viel genommen. Das Kaufhaus zerstört, der Bruder vermisst, die Stadt ein Trümmerfeld, ...

Die Frauen einer Berliner Kaufmannsfamilie stehen im Mittelpunkt des neuen Romans von Brigitte Riebe. Der Krieg hat ihnen so viel genommen. Das Kaufhaus zerstört, der Bruder vermisst, die Stadt ein Trümmerfeld, das Haus von den Russen besetzt. Dennoch geben sie nicht auf und kämpfen Tag für Tag. Erst auf den Schuttbergen als Trümmerfrauen aber bald auch mit dem Wunsch, das Bekleidungsgeschäft wieder aufzubauen und in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Bewunderswert, welche Zähigkeit und Kreativität die Menschen damals an den Tag gelegt haben, um die Schrecken der Nazi-Herrschaft und die Wunden des Weltkrieges hinter sich zu lassen.




Schnell erobern die Charaktere das Herz des Lesers, zieht die Geschichte einen in ihren Bann. Man merkt, dass hier gründlich recherchiert wurde. Aber auch die Liebe für die Figuren und ihre Entwicklung sind zu spüren und gerne folgt man ihnen durch eine eigentlich gar nicht so leichte Zeit.




"Jahre des Aufbaus" ist der erste Band einer vielversprechenden Reihe. Brigitte Riebe lässt die Fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts eindringlich und hautnah wieder aufleben . Ich habe das Buch mit Freude gelesen und kann es sehr empfehlen. Ungeduldig warte ich, wie es mit den Mädels weitergeht.

Veröffentlicht am 14.02.2019

Kaum Wegzulegen

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Als erstes möchte ich den Illustrator des Covers mein Lob aussprechen. Dies ist wirklich gelungen, schöne dezente Farbgestaltung und es passt zum Design der 50iger Jahre. Und auch die beiden Folgebände ...

Als erstes möchte ich den Illustrator des Covers mein Lob aussprechen. Dies ist wirklich gelungen, schöne dezente Farbgestaltung und es passt zum Design der 50iger Jahre. Und auch die beiden Folgebände die Mitte 2019 und Mitte 2020 erscheinen passen perfekt zu Band 1 und zu ihrer Zeit.
Das Buch startet mit einem kurzen Rückblick ins Jahr 1932 mit der Eröffnung des Kaufhauses am Kurfürsten Damm. Man spürt sofort die Spannung, aber auch die Freude. Keiner kann sich vorstellen, dass in wenigen Jahren, die Welt anders aussehen wird. Nach diesem Prolog beginnt das Buch mit der Geschichte des Wiederaufbaus nach dem Krieg, die Welt und auch das Kaufhaus liegt in Trümmern.
Der Roman fängt die Stimmung sehr gut auf. Einerseits die Trauer um die Verluste, die schwere Zeit, der Hunger, die Zerstörung. Was mussten sie damals ertragen. Anderseits die Vorwärtsstimmung, der Optimismus „es wird wieder besser“. Vor allem Rike, einer der drei „Kaufhaus-Schwestern“, glaubt an neue Zukunft des Kaufhauses.
Mir hat es richtig Freude gemacht bei dem Aufbau der neuen Zukunft dabei zu sein. Der Schreibstil der Autorin macht es mir leicht, mich in die Zeit und die Stimmung damals hineinzuversetzen. Der Roman hat alles, Spannung, lebendige Charaktere und sehr gut beschriebene Umgebung inklusive einer Autorin, der es gelingt geschichtliche Ereignisse gekonnt in die fiktive Geschichte einzuarbeiten, so dass ich oft das Gefühl hatte wahre Geschichte zu lesen.
Ein rundum gelungener historischer Roman, der mich mitgerissen und emotional berührt hat. Ich freue mich schon auf die Folgebände.