Cover-Bild Das Awaren-Amulett
14,00
inkl. MwSt
  • Verlag: edition oberkassel
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 400
  • Ersterscheinung: 17.11.2016
  • ISBN: 9783958130661
Carmen Mayer

Das Awaren-Amulett

Johannes, ein protestantischer Junge aus dem Land ob der Enns, flieht zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges aus seiner Heimat. Er hat beide Eltern bei einem brutalen Überfall verloren, seine Schwester wurde verschleppt. Bei der Leiche seiner Mutter findet er ein ihm nicht bekanntes Amulett, das angeblich aus dem sagenhaften Schatz der Awaren stammen soll. Er nimmt es mit. In den Wirren der Bauernaufstände 1625/26 entkommt Johannes nur knapp dem Tod und verliert dabei das Amulett. Dann erfährt er von der Verhaftung einer angeblichen Hexe, die mit Hilfe genau dieses Amuletts viel Unheil angerichtet haben soll …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.07.2017

Spannend

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„...Als Feldpfarrer hatte er sich verdingen wollen, als berittener Soldat war er letztendlich mitgezogen. Inzwischen graute ihm vor dem, was er gesehen hatte, und er schwor sich, nie wieder eine Waffe ...

„...Als Feldpfarrer hatte er sich verdingen wollen, als berittener Soldat war er letztendlich mitgezogen. Inzwischen graute ihm vor dem, was er gesehen hatte, und er schwor sich, nie wieder eine Waffe in die Hand zu nehmen...“

Das Buch beginnt zur Zeit Karl des Großen. Sein Neffe Bertulf hat den Schatz der Awaren vor Karl versteckt. Er behält nur ein Amulett. Das möchte er einer awarischen Fürstentochter geben.
Dann wechselt die Handlung in das Jahr 1626. in einem Seitental der Enns lebt Johannes mit seinen Eltern und seiner kleinen Schwester in einer Mühle. Jetzt ist er auf der Flucht. Während seiner Abwesenheit im Auftrag des Vaters haben Söldner die Mühle überfallen. Seine Eltern sind tot, die Schwester verschwunden. Die Mühle ist nur noch eine Ruine. Auch der Mönch Anselm, den Johannes aufsucht, ist nicht mehr in seiner Hütte. Als Johannes seine Eltern beerdigt, findet er bei der Mutter ein kostbares Amulett. Er nimmt es an sich und macht sich auf den Weg nach Linz. Dort lebt Johannes Kepler, ein Freund Anselms.
Die Autorin hat einen spannenden und abwechslungsreichen historischen Roman geschrieben. Ich darf Johannes auf seinen Weg durch Österreich und Deutschland begleiten.
Johannes wurde von Anselm in Schreiben, Lesen und Rechnen, aber auch Medizin und praktischen Tätigkeiten ausgebildet. Ungewöhnlich ist es deshalb, weil Anselm Katholik ist, Johannes und seine Familie aber Protestanten. Auf seiner Reise erlebt Johannes, wie unter bayrischer Besetzung die Protestanten in Österreich entweder zum Katholizismus übertreten müssen, oder das Land verlassen. Johannes findet unterwegs immer Arbeit und Unterstützung.
Der Schriftstil ist leicht lesbar. Gleichzeitig sorgt er für eine fesselnde Handlung, denn ab und an kann Johannes` Leben erst in letzter Minute gerettet werden. Wer von Soldaten aufgegriffen wird, ist deren Willkür ausgesetzt. Behütet im Tal der Enns aufgewachsen, muss Johannes lernen, dass es nicht gut ist, immer seine Meinung zu sagen. Als Protestant steht man im Fokus der Herrschenden. Wie grausam die gegen Andersdenkende vorgehen, erlebt er wiederholt auf seiner Wanderung, denn die Zeitverhältnisse sorgen dafür, dass er nie lange an einem Ort bleiben kann..
Als besonderes Stilmittel verwendet die Autorin Johannes` Erinnerungen an die vergangenen Jahre. In diesen kursiven Teilen erfahre ich mehr über die Kindheit des jungen Mannes, aber auch über die Beziehungen seiner Eltern zu Anselm. Dort lerne ich auch seinen Freund Jakob kennen, der in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen ist und später in der Handlung noch eine Rolle spielen wird.
Wichtige historische Ereignisse sind in den Text integriert. Das sind zum Beispiel das Würfeln auf dem Haushamer Feld, Hexenprozesse und die Niederschlagung des Bauernaufstandes. Gleichzeitig erfahre ich, wie die Kaufmannsschicht in dieser Zeit gelebt hat, da Johannes bei verschiedenen Familien unterkommt. Die Hilfsbereitschaft unter den protestantischen Familien hat funktioniert, auch wenn sie sich den Regeln der Städte unterordnen mussten.
Als Johannes Anselm wieder trifft, wird der für ihn zum väterlichen Freund und Beschützer.
Gut herausgearbeitet werden die Emotionen der Protagonisten. Johannes` Hoffnung, seine Schwester zu finden, durchzieht wie ein roter Faden die Handlung. Die Wut und der Hass von denjenigen, die ihre Angehörigen und ihr Hab und Gut durch plündernde Söldner verloren haben, ist mit der Hand greifbar.
Obiges Zitat stammt von Konrad. Er fasst zusammen, was viele nicht nur im damaligen Krieg erleben mussten. Im Kampf um die Macht gibt es kaum noch Menschlichkeit.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Die Autorin zeichnet ein realistischen Bild von einem zerrissenen und besetzten Land.

Veröffentlicht am 20.07.2017

Das Awaren Amulett

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Ein guter recherchierter Roman über den dreißigjährigen Krieg und unter ihnen ein liebenswürdiger Junge der seinen Weg geht und nicht seinen Glauben verliert. Johannes muß harte Schicksalsschläge erleiden. ...

Ein guter recherchierter Roman über den dreißigjährigen Krieg und unter ihnen ein liebenswürdiger Junge der seinen Weg geht und nicht seinen Glauben verliert. Johannes muß harte Schicksalsschläge erleiden. Er verliert Eltern und die Schwester wird verschleppt. So ist er auf Suche und ob er sie je findet ist die Frage. Auch ein geheimnisvolles Amulett spielt eine tragende Rolle, aber ob man dieses Geheimnis lösen kann ist nicht zu sagen.
Die Autorin schreibt ein sehr tolles Buch, eine bewegende Geschichte mit viel geschichtliches. Man konnte sich jede einzelne Szene sehr gut vorstellen. Es ist einfühlsam und manche Passagen sehr traurig. Das ganze dunkle Mittelalter wird hier beschrieben und es graust einem davor. Aber trotz alledem ist es eine spannende Geschichte die einen nicht mehr los lassen konnte.
Ein schöner Schreibstil ließ das Buch flüssig lesen und man war gefangen.
Ich kann das Buch empfehlen für all die Leser die solche Geschichten mögen.

Veröffentlicht am 03.08.2017

Das geheimnisvolle Amulett

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Im Prolog befinden wir uns im Jahre 796 zur Zeit von Karl dem Großen. Sein Neffe Bertulf, trägt ein Amulett aus dem Schatz der Awaren bei sich, das er seiner Herzensdame, die in einem versteckten Tal an ...

Im Prolog befinden wir uns im Jahre 796 zur Zeit von Karl dem Großen. Sein Neffe Bertulf, trägt ein Amulett aus dem Schatz der Awaren bei sich, das er seiner Herzensdame, die in einem versteckten Tal an der Enisa (der heutigen Enns) lebt, schenken möchte.
Im darauffolgenden ersten Kaipitel, das bereits im Jahre 1626 spielt, halten wir uns in diesem besagten Tal, dem Geseis (heutiges Gesäuse bei Admont in der Steiermark, Österreich) auf und begleiten den Jungen Johannes auf den Rückweg zu seinem Elternhaus, die eine Mühle besitzen. Doch während seiner Abwesenheit haben die Bairischen das Tal überfallen, Häuser in Brand gesetzt und gemordet. Die Eltern von Johannes Eltern sind tot, seine Schwester Elisabeth wurde verschleppt.
In den verbrannten Überresten findet er bei seiner Mutter ein Amulett mit fremden Schriftzeichen, das er als Andeken an sie mitnimmt. Er erhofft sich Hilfe bei Bruder Anselm, seinemn Oheim, der als Eremit in den Bergen wohnt und bei dem er eine Ausbildung genossen hat. Aber der Mönch ist ebenfalls verschwunden und so macht sich Johannes schweren Herzens auf, nach seiner Schwester zu suchen. Ohne Plan tritt er zuerst seine Reise nach Linz an, wo er Johannes Kepler aufsuchen möchte, der ein Freund von Bruder Anselm ist und wo hofft auch seine Tante zu finden. Nur kurze Zeit sind ihm im Hause Kepler vergönnt, denn auch Johannes Kepler verlässt mit seiner Familie das Land. Auch Johannes hat kaum die Möglichkeit länger an einem Ort zu verweilen. Auf der Suche nach Anselm, seiner Schwester und dem gestohlenen Amulett, gerät Johannes immer wieder in Lebensgefahr. Denn während wir ihn auf seinem Weg durch Österreich und Süddeutschland begleiten, erleben wir überall daselbe Bild. Die bayrischen Katholiken lassen den Protestanten nur zwei Wahlmöglichkeiten: Übertritt zum Katholizismus oder das Verlassen des Landes. Alle die bleiben und weiter an ihrem Glauben festhalten, werden ermordet. Es wird gebrandschatzt, ums Leben gewürfelt, Bauernaufstände werden niedergeschlagen und ganze Täler ausgerottet. Diese Zeit ist der Beginn einer der dunklesten Epochen des Mittelalters mit Glaubenskämpfen und Hexenverbrennungen.

In kursiver Schrift werden Erlebnisse aus Johannes Vergangenheit erzählt. Man erfährt mehr über seine Kindheit, seine Ausbildung bei Bruder Anselm und seinen Wissensdurst, sowie seinem Freund Jakob. Dies lockert die Handlung etwas auf, die schonungslos die Glaubenskämpfe beschreibt. Und doch fand ich auch Parallelen zur Gegenwart, denn Glaubenskriege gehören leider nicht nur der Vergangenheit an.
Johannes ist ein sehr ehrlicher und aufrechter junger Mann, der schon früh im Leben auf eigenen Füßen stehen muss. Unbeirrt hält er an seinem Glauben fest, obwohl es ihm einige Male fast das Leben kostet. Auch die Liebe zu seiner Familie und den Wunsch seine Schwester aus den Händen der Bairischen zu retten, sind bei ihm oberste Priorität.

Der Autorin gelingt es mit ihrem fesselnden Schreibstil, die geschichtlichen Ereignisse sehr bildhaft und spannend zu beschreiben. Mir war als Österreicherin gar nicht bekannt, dass wir bis zum 17. Jahrhundert größtenteils protestantisch waren, da die heutige Bevölkerung zu fast 90% katholisch ist.

Schreibstil:
Carmen Mayer hat den Schreibstil der damaligen Zeit angepasst und trotzdem lässt sich der Roman sehr flüssig lesen. Wie bereits erwähnt lebt die Handlung, die die geschichtlichen Hintergründe mit der fiktiven Geschichte rund um Johannes und das geheimnisvolle Amulett verbindet, vorallem von der sehr bildgewaltigen Sprache und dem lebendigen Schreibstil. Man leidet mit Johannes mit und möchte den anfangs noch eher naiven Jungen vor jeglicher Gefahr bewahren. Die geschichtlichen Hintergründe sind hervorragend recherchiert.
Am Ende gibt es noch eine Nachwort der Autorin und ein Glossar zu den historischen Personen zur Zeit Karls des Großen.

Fazit
Ein beeindruckender historischer Roman, der sehr lebendig erzählt wird. Der Beginn des Dreißigjährigen Krieges und die Glaubenskämpfe lassen wieder einmal erkennen, dass der Mensch leider nicht aus seiner Geschichte lernt. Einige Stellen erinnern doch sehr an gegenwärtige Kriegsschauplätze und religiösen Fanatismus. Packend geschrieben und hervorragend recherchiert - ein Genuss für Fans des historischen Romans.

Veröffentlicht am 07.08.2017

Ein spannendes Zeitzeugnis

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Mit diesem Buch gelingt es der Autorin Carmen Mayer auf hervorragende Art und Weise, ein spannendes Zeitzeugnis abzulegen. Detailreich und gut recherchiert werden die Jahre des Dreißigjährigen Krieges ...

Mit diesem Buch gelingt es der Autorin Carmen Mayer auf hervorragende Art und Weise, ein spannendes Zeitzeugnis abzulegen. Detailreich und gut recherchiert werden die Jahre des Dreißigjährigen Krieges dargestellt. Die Hauptfigur Johannes versucht, trotz aller widrigen Umstände, sein Leben in halbwegs geordneten Bahnen verlaufen zu lassen. Er ist anfangs noch ein Jugendlicher, der durch einen brutalen Überfall nicht nur seine Familie, sondern auch sein Zuhause und seine Heimat verliert. Das einzige, das ihm bleibt, ist ein geheimnisvolles Amulett, das seine tote Mutter um den Hals trägt. Er macht sich auf die Suche nach seiner Schwester, die verschleppt wurde....
Johannes entkommt mehrfach nur knapp den Tod und verliert dabei auch das Amulett. Das Geheimnis dahinter enthüllt sich erst nach und nach.... Denn Johannes hat immer wieder das Glück auf Menschen zu treffen, für die der Mensch und nicht dessen Religion zählt. Immer wieder zeigt sich die Menschlichkeit - auch in den Wirren dieses schrecklichen Krieges, der Europa so sehr verändert hat.
Man erlebt mit, wie Johannes sich regelrecht durchs Leben kämpft und sein Schicksal annimmt. Ein spannendes Buch, das die Schrecken des Krieges sehr deutlich beschreibt. Leider haben die Menschen seit damals nicht viel gelernt und streiten immer noch über Religionen.
Mich hat dieses Buch sehr berührt und ich kann es nur empfehlen.

Veröffentlicht am 30.07.2017

Wirren des Dreißigjähirgen Krieges

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Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges verliert Johannes nach einem brutalen Überfall seine Familie, die Heimstatt abgebrannt, die Schwester verschleppt, Vater und Mutter tot. Bei seiner Mutter findet er ...

Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges verliert Johannes nach einem brutalen Überfall seine Familie, die Heimstatt abgebrannt, die Schwester verschleppt, Vater und Mutter tot. Bei seiner Mutter findet er ein altes Amulett. Knapp überlebt er die Baueraufstände, erlebt viel Gräuel und findet doch im-mer wieder Menschen, die ihm helfen. Das Amulett stammt angeblich aus dem Schatz der Awaren aus der Zeit Karl des Großen. Als Lehrmeister und Beistand ist auch Anselm, ein ehemaliger Mönch, oft an Johannes Seite, durch den viele Fragen aufgeklärt werden.
Beim Lesen fragt man sich wie Menschen zu solchen Dingen fähig sind, wegen des Glaubens, oder der Irrsinnigkeit die Bauern mit Abgaben zu erdrücken. Das alles ist von der Autorin gut und aus-führlich beschrieben. Johannes entwickelt sich mit der Zeit vom ahnungslosen und von Verlust-schmerz erfüllten Jungen zu einem jungen Mann, der das Töten, zudem aus solchen Gründen, nicht erträgt und erleben will, aber doch an seinem protestantischen Glauben fest hält. Dazu seinen Weg trotz aller Hindernisse findet.
Eine gute Geschichte in einer Zeit wo fast jeder gegen jeden vorging und das Überleben schwer war. Eingebunden in Johannes Geschichte wird die Geschichte des Amuletts, aus einer Zeit lange vor Johannes Leben.
Sehr umfassend beschrieben, einiges an geschichtlichem Wissen gut verpackt und auch Johannes Kepler erscheint im Roman, wie auch andere Personen, die erst gar nicht so erscheinen, aber im Herzen einfach Mensch geblieben sind. Ein gut zu lesender Schreibstil. Ich selber hätte mir noch etwas mehr persönlichen Bezug, Tiefe zu Johannes gewünscht, als Hauptcharakter fehlte mir ir-gendwie noch etwas, aber das liegt halt an meinem eigenen Empfinden, denn der Roman ist gut zu lesen.