Der Bachelor in neuem Format – die Kandidatinnen müssen sich gegenseitig umbringen.
In „Die Nacht der Königinnen“ von Christian Handel veranstaltet der sogenannte Schlangenkönig eine Brautschau. Die Protagonistin Alix hat das Pech eine der dreizehn Auserwählten zu sein, denn tatsächlich ...
In „Die Nacht der Königinnen“ von Christian Handel veranstaltet der sogenannte Schlangenkönig eine Brautschau. Die Protagonistin Alix hat das Pech eine der dreizehn Auserwählten zu sein, denn tatsächlich kann niemand den neuen König leiden. Als eine der Kandidatinnen plötzlich über Nacht verschwindet, beginnt die Gerüchteküche zu brodeln und einige der anderen potentiellen Bräute versuchen dem Rätsel auf den Grund zu gehen. Schließlich eskaliert die ganze Situation am Tag des Kostümballs und für die Mädchen wird ein Albtraum wahr.
Fazit
Wunderschönes Cover und ein spannender Titel – da kann man doch nicht nein sagen?
Zuallererst etwas positives – der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen. Dieser ist sehr ausführlich, ausladend und dadurch kann man sich alles bildlich vorstellen. Und eigentlich war das auch schon alles. Ich habe mich sehr an den Namen der Charaktere gestört, die teilweise irgendwo in die Moderne passen, andererseits alte Namen mit ein paar ausgetauschten Buchstaben sind und wieder andere sind so fantasiereich, dass sie auch komplett fehl am Platz wirken. Auch mit der Protagonistin wurde ich bis zuletzt nicht warm und das Verhalten von König Gideon hat mich ebenfalls massiv genervt. Die erste Hälfte des Buches hat sich angefühlt, wie wenn ich gerade den Bachelor anschauen würde. Er entführt immer wieder eine der Kandidatinnen für ein Gespräch hier, ein Gespräch da, trifft sich mal hier und mal dort und führt belanglose Gespräche mit ihnen. Und er scheint einen Narren an Alix gefressen zu haben. Wieso eigentlich? Na vermutlich weil sie die Protagonistin ist, denn wirklich tiefergehende Gründe als ihre faszinierenden Eulenaugen gibt es nicht. Es wurden viele Sachen eingebaut, die nie eine zufriedenstellende Erklärung bekommen haben, wie die Porträts vom Schlangenkönig mit denen er die Mädchen nun beobachten oder nicht beobachten konnte? Der mysteriöse Eulenturm? Welche Art oder Arten von Magie gibt es nun in dieser Welt und wie ist diese so grundsätzlich aufgebaut? Es wirkt auf mich einfach alles zu viel. Als hätte der Autor alles mögliche mit einbauen wollen, was an sich nichts negatives ist, aber dann hätte ich mir tatsächlich mehr Informationen und Aufklärung gewünscht, denn so ist es einfach nur verschwendetes Potential. Und der schwache Versuch am Ende eine Verknüpfung zwischen Alix, den Eulenaugen und der letzten Königin zu schaffen – den konnte ich leider nur noch belächeln.
Wobei es doch noch etwas positives gab – die zweite Hälfte des Buches. Es wurde chaotisch, brutal und einigermaßen spannend bei den Spielen auf Leben und Tod. Und im Gegensatz zu Gideon hab ich einen Narren an Rebekka gefressen. Sie war eindeutig der coolste Charakter in dem gesamten Buch.
Obwohl das Buch nun für mich sehr schwach angefangen hat und mit der Zeit besser geworden ist, würde ich dennoch keine Empfehlung aussprechen. Dafür haben mich viel zu viele Sachen gestört.