Cover-Bild Der Mann, der nicht mitspielt

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inkl. MwSt
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Hard Boiled, Roman Noir
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 640
  • Ersterscheinung: 11.04.2019
  • ISBN: 9783462052909
Christof Weigold

Der Mann, der nicht mitspielt

Hollywood 1921: Hardy Engels erster Fall
»In jeder Hinsicht ganz großes Kino zum Lesen« WDR 2 Krimitipp.

Hollywood in den Roaring Twenties – die Zeit der Stummfilme und der Prohibition, ein wahres Sündenbabel. Rätselhafte Todesfälle erschüttern die Stadt und bedrohen die noch junge Filmindustrie. Mittendrin: ein deutscher Privatdetektiv.Hardy Engel, ein gescheiterter Schauspieler, wird von der schönen Pepper Murphy beauftragt, das stadtbekannte Starlet Virginia Rappe zu finden. Kurz darauf stirbt Virginia unter mysteriösen Umständen, nachdem sie eine Party des beliebten Komikers Roscoe »Fatty« Arbuckle besucht hat. Dieser wird beschuldigt, sie brutal vergewaltigt und tödlich verletzt zu haben. Angefacht von den Boulevardzeitungen entwickelt sich der Fall zu einem Skandal, der ganz Hollywood in den Abgrund zu ziehen droht. Hardy Engel ermittelt in rivalisierenden Filmstudios und in der Kolonie der Deutschen rund um Universal-Gründer Carl Laemmle. Als er schließlich die Wahrheit herausfindet, die allzu viele Leute vertuschen wollen, ist nicht nur sein Leben in Gefahr.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2020

Es war einmal in Hollywood

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Der Möchtegernschauspieler und Privatdetektiv Hardy Engel bekommt im Los Angeles der 1920er Jahre den Auftrag, eine junge Frau zu finden. Als er sie auf der ausufernden Party eines Hollywoodstars findet, ...

Der Möchtegernschauspieler und Privatdetektiv Hardy Engel bekommt im Los Angeles der 1920er Jahre den Auftrag, eine junge Frau zu finden. Als er sie auf der ausufernden Party eines Hollywoodstars findet, ist sie verletzt, später tot. Doch was ist Virginia Rappe passiert? Seine Ermittlungen zeigen bald, dass hier etwas vertuscht werden soll. Und nicht nur für Engel wird es lebensgefährlich.

Das Setting ist toll. 1921 in Hollywood, das man nach den Beschreibungen kaum erkennt. Es ist noch im Aufbau, doch die bekannten großen Filmstudios haben sich schon niedergelassen. Hardy Engel, ein deutscher Einwanderer, schlägt sich mehr schlecht als recht als Privatdetektiv durch. Der Auftrag hat es in sich.

Ich mochte Die Schreibweise sehr gern, fühlte mich an alte Schwarzweiß-Filme erinnert, in denen der Held aus dem Off über seinen Fall berichtet. So hatte ich die Bilder der Umgebung immer direkt im Kopf. Das ausschweifende Leben der wenigen Hollywoodgrößen ist auch toll erzählt. Trotzdem konnte mich das Buch nicht komplett mitnehmen. Irgendwie zog sich der Fall und ich konnte irgendwann nicht mehr richtig folgen – bzw. wollte nicht mehr.

Insgesamt fand ich das Buch toll erzählt, die Bilder im Kopf interessant, aber weil ich mich nicht gut unterhalten fühlte, kann ich nur 3 von 5 Sternen geben.

Veröffentlicht am 04.04.2020

Vertuschung

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Hardy Engel, ein gescheiterter deutscher Schauspieler, versucht sich in den 20er Jahren in Hollywood als Privatdetektiv. Nur mit den Aufträgen sieht es mau aus. Doch plötzlich sucht ihn die schöne Pepper ...

Hardy Engel, ein gescheiterter deutscher Schauspieler, versucht sich in den 20er Jahren in Hollywood als Privatdetektiv. Nur mit den Aufträgen sieht es mau aus. Doch plötzlich sucht ihn die schöne Pepper Murphy auf und beauftragt ihn das verschwundene Starlet Virginia Rappe zu finden. Kurz darauf stirbt Virginia unter mysteriösen Umständen auf einer Party eines berühmten Komikers. Inmitten rivalisierenden Filmstudios und einer wilden Pressemeute versucht Hardy die Wahrheit zu ergründen, was für ihn zu einer grossen Gefahr wird.

Die Erzählung fand ich von der ersten Seite an sehr mitreissend. Die Anfänge des Hollywoods mit Stummfilmen und Prohibition ist gut umschrieben. Man kommt sich dadurch wie in einem Schwarz-Weiss-Film vor. Stückweise drohte die Geschichte in die Länge gezogen zu werden, aber dem Autor gelang es durch Wendungen dem etwas entgegenzusteuern.

Der Auftakt der Reihe rund um Hardy Engel finde ich besonders wegen der tollen Atmosphäre und dem sympathisch wirkenden Hardy sehr gelungen. Ich freue mich auf den zweiten Fall. 5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.01.2020

Es ist nicht alles Gold was glänzt

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Es ist nicht alles Gold was glänzt, auch wenn im Jahre 1921 Hollywood das gerne vorgaukelt.Hardy Engel , ein kleiner Privatschnüffler lernt im Laufe der Geschichte das schmutzige, unmoralische Filmgeschäft ...

Es ist nicht alles Gold was glänzt, auch wenn im Jahre 1921 Hollywood das gerne vorgaukelt.Hardy Engel , ein kleiner Privatschnüffler lernt im Laufe der Geschichte das schmutzige, unmoralische Filmgeschäft kennen. Anfangs glaubt er noch an eine Verbesserung seiner Lebensumstände, als er den Auftrag erhält, nach dem Filmstar Virginia Rappe zu suchen. Seine Auftraggeberin :eine hinreissende ,rothaarige Schönheit, in der er sich auf den ersten Blick verliebt.Er findet die Gesuchte recht bald, doch Virginia ist in einer denkbar schlechten Verfassung, und drei Tage später ist sie tot.Eigentlich wäre sein Auftrag erledigt, doch er wird immer tiefer in das schmutzige Geschehen verwickelt.Hardy ,der doch noch einiges auf Freundschaft und Moral gibt, findet sich bald mörderischen Intrigen ausgesetzt. 
Die Grundgeschichte basiert auf einem wahren Kriminalfall, der Schauspieler Roscoe (Fatty) Arbuckle wurde tatsächlich des Mordes an Virginia Rappe angeklagt.Seine Tat konnte aber nicht bewiesen werden , und er beteuerte bis zu seinem Lebensende seine Unschuld.Eine wirklich interessante Zeitreise, ich war überrascht, wie viel reale Fakten und Namen übernommen wurden.Dank Google hatte ich mir einige Fotos der damaligen Filmstars angesehen und auch einiges über das damalige Hollywood erfahren.Die Idee daraus eine Geschichte mit einem fiktiven deutschen Privatermittler zu machen , fand ich überzeugend.Die Geschichte wurde flott erzählt,Schreibstil flüssig und passend fürs Thema und die Zeit in der das Buch spielt.Ein kleiner Minuspunkt: ungefähr nach dem ersten Drittel hängt die Story etwas, sie verläuft ein wenig zäh voran.Spannung zieht aber wieder an, und der Schluß bringt noch einige Überraschungen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.06.2019

Spannender Krimi, der Hollywood zum Leben erweckt

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Zu diesem Buch gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, außer: Es ist sehr gut. Eine Perfekte Mischung aus spannendem Kriminalfall und Darstellung historischer Umstände und Kulissen. Für mich als großen ...

Zu diesem Buch gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, außer: Es ist sehr gut. Eine Perfekte Mischung aus spannendem Kriminalfall und Darstellung historischer Umstände und Kulissen. Für mich als großen Fan des frühen Kinos war dieses Buch eine tolle Entdeckung, denn es hat mir das Hollywood, von dem noch heute geschwärmt wird, obwohl es nicht mehr in der Form existiert, auf eine Art und Weise näher gebracht, die ich nicht erwartet hatte: Es ist viel glänzender und aufregender, aber auch viel schmutziger und abstoßender als angenommen. Wenn ich versuche, dem Roman gerecht zu werden, muss ich länger ausholen - entsprechend ausführlich fällt diese Rezension aus.



Die Glanzzeit von Hollywood

Die große Stärke dieses Romans liegt darin, dass der Autor sehr genau weiß, worüber er schreibt: Das Hollywood der 20er Jahre erwacht von der ersten Seite an zum Leben. Da ist auf der einen Seite die dreckige Stadt, die oft beinahe selbst wie eine Persönlichkeit wirkt mit all ihren sonderbaren Gegebenheiten. Dann sind da authentische Figuren, die jungen Schauspielerinnen, die alles für den Erfolg tun würden, oder die Bewohner von Chinatown, die anders als die anderen Einwanderer viel stärker unter sich bleiben und dadurch geheimnisvoll wirken. Natürlich sehen wir auch viele bekannte Persönlichkeiten, die es in der Geschichte wirklich gegeben hat: Carl Laemmle zum Beispiel, der Schwabe, der Universal Studios gegründet hat, oder Adolph Zukor, der Ungar, der im Roman "Famous Players" leitet, welches sich später in Paramount Pictures umbenennt. Sie alle bekommen schillernde Persönlichkeiten, ohne jedoch wie stereotype Abziehbilder von klischeehaft-bösen Studio-Bossen zu wirken.

Alles in diesem Roman atmet die Luft der 20er Jahre. Egal, wer man ist, egal, welchen Hintergrund man hat, jeder kann es zu etwas Großem bringen, wenn er nur zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist. Dieses Gefühl des amerikanischen Traums, der damals noch so wirklichkeitsnah war, steht auf jeder Seite. Trotzdem fühlt man sich als Leser nie wirklich wohl in dieser Welt. Es ist, als könnte man die Dekadenz und die Korruption unter allem riechen.



Ein schwer greifbarer Ermittler

Die Ermittlerfigur selbst, Hardy Engel, der ebenfalls Deutscher ist, blieb mir hingegen bis zum Schluss ungreifbar. Obwohl der Roman in der Ich-Perspektive geschrieben ist, konnte ich nie wirklich eine Verbindung zu ihm aufbauen. Gerade in der ersten Hälfte des Romans, der in insgesamt vier Abschnitte unterteilt ist, war die Ursache dafür seine erstaunliche Kompetenz: Er scheint nie Fehler zu machen, immer den richtigen Riecher zu haben und eine herausragende Menschenkenntnis zu besitzen. Über weite Strecken wirkte er wie ein bloßes Werkzeug, durch das die Geschichte erzählt werden sollte. Umso angenehmer war ich überrascht, als sich herausstellte, dass der ganze Fall deutlich komplexer ist und Hardy weit, weit entfernt davon, die Wahrheit zu kennen.

Trotzdem fällt es mir auch jetzt noch schwer, ihn wirklich zu greifen. Er ist clever und hart im Nehmen, immerhin war er Soldat im Großen Krieg und zuvor bei der Polizei in Deutschland gewesen. Darüber hinaus ist er nicht bestechbar. In einem Hollywood, das nur aus Korruption und Betrug zu bestehen scheint, fällt er damit natürlich auf. Gleichzeitig behält er bis zum Schluss einen gesunden Selbsterhaltungstrieb: Er versucht alles, um den Fall aufzuklären und an die Öffentlichkeit zu bringen, aber er versteht auch, wann er stumm bleiben muss. 



Überraschungen und Wendungen bis zum Schluss

Was dieser Roman mit Hilfe von Hardy Engel wunderbar schafft, ist, ganz langsam den Fall aufzubauen. Es fängt nicht direkt mit Mord an, sondern erscheint zunächst klein und unbedeutsam. Erst später stirbt die im Klappentext erwähnte Virginia Rappe und damit ist der Skandal da. Augenblicklich scheint ganz Hollywood betroffen zu sein. Doch Hardys Ermittlungen fördern immer neue Wahrheiten zu Tage, manche stellen sich davon später als Lügen heraus, manche erscheinen in neuem Licht. Da wir als Leser in Hardys Perspektive feststecken, bleiben wir genauso wie er bis zum Schluss im Dunkeln, wer es wirklich war und wer aus dem Hintergrund wo die Strippen gezogen hat. Wir sehen ihm bei der Detektivarbeit über die Schulter, können jeden Schritt nachvollziehen, aber wir sind ihm nie Voraus. Weigold spielt wundervoll mit den Eigenschaften des Ich-Erzählers, so dass es bis zum letzten Kapitel spannend bleibt, wie die Geschichte ausgeht.

In diesem Sinne stimmt es mich auch zuversichtlich, dass wir noch mehr von Hardy Engel zu lesen bekommen. Ein zweiter Teil um diesen Privatdetektiv Der blutrote Teppich ist bereits erschienen und ich kann es kaum abwarten, auch diese Geschichte zu lesen.



Fazit

Der Kriminalroman "Der Mann, der nicht mitspielt" von Christof Weigold versteht es meisterhaft, einen spannenden Mordfall vor der Kulisse des frühen Hollywoods zum Leben zu erwecken. Obwohl Hardy Engel bis zum Schluss eine schwer greifbare Figur bleibt, ist der Fall spannend und bis zum Schluss fragt man sich, wer nun wirklich hinter allem steckt. Für jeden Fan von Hollywood, aber auch alle, die sehr kritisch dieser Welt des schönen Scheins gegenüber stehen, ist dieser Krimi definitiv empfehlenswert!

Veröffentlicht am 14.06.2019

Eine spannende Zeitreise zurück in die Goldenen Zwanziger

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Hardy Engel wäre lieber Schauspieler und Komiker, statt ein Privatdetektiv. Aber ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss, um in Hollywood im Jahre 1921 überleben zu können.
Ein, auf den ersten Blick, ...

Hardy Engel wäre lieber Schauspieler und Komiker, statt ein Privatdetektiv. Aber ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss, um in Hollywood im Jahre 1921 überleben zu können.
Ein, auf den ersten Blick, einfacher Auftrag treibt jedoch Hardy Engel ganz schnell immer tiefer in die Filmbranche mit ihrer scheinbar heilen Welt.
Ein großer Skandal kündigt sich an und mittendrin steht Hardy Engel, der wie besessen ermittelt und schon bald um sein eigenes Leben fürchten muss.

Der Einstieg in das Buch gefiel mir sehr gut und ich war sofort gefesselt von diesem unglaublich lebendigen Schreibstil. Er war schön flüssig und so bildgewaltig, sodass ich mitten in den Szenen war und mir alles hervorragend vorstellen konnte.
Die Schauplätze wurden anschaulich beschrieben und ich konnte die Atmosphäre der damaligen Zeit richtig spüren.
Hardy Engel schilderte seine Erlebnisse in dem typischen erzählerischen Charme der Goldenen Zwanziger selber und ich hatte sofort einen Draht zu ihm. Manchmal war Hardy ein bisschen geschwätzig, sodass manche Passagen ein bisschen an Spannung verloren, aber insgesamt herrschte immer ein stimmungsvolles Feeling.
Das Buch war voller feinem und intelligenten Wortwitzes, der so manches Mal mit rasantem Tempo in einer raffiniert konstruierten Szene gipfelte.
Mir war Hardy Engel durch und durch sympathisch. Ein Mann der Prinzipien hat und versucht sich selbst und seinen Werten treu zu bleiben. Auch beim größten Druck gab Hardy Engel nie klein bei. Nicht immer handelte er besonnen und vorausschauend, aber wer macht dies schon ständig?
Unterteilt wurde die Geschichte in vier schlüssige Teile und sie markierten jeweils einen Meilenstein innerhalb der Handlungen. Dies fand ich sehr gut durchdacht, da für mich alles übersichtlich blieb.
Der Fall von Hardy Engel war vielschichtig und immer wieder wurde ich auf falsche Fährten gelockt. Christof Weigold verstand es, Realität und Fiktion so perfekt miteinander zu verbinden, dass sich die Geschichte authentisch darstellte und ich immer das Gefühl hatte, genauso könnte es gewesen sein.
Das Christof Weigold sauber recherchiert hatte, steht dabei völlig außer Frage. Viele der damaligen Schauspieler kannte ich nicht. Noch nicht einmal vom Namen her. Von der Neugier angetrieben habe ich selber nach den genannten Persönlichkeiten geforscht. Natürlich wollte ich ein Gesicht vor Augen haben, aber mich interessierte auch deren Leben.
Ich kann dies übrigens nicht während des Lesens empfehlen, denn es besteht schon ein gewisser Grad an Spoiler Gefahr. Immerhin flossen historisch korrekte Ereignisse in dieses Buch mit ein.
Christof Weigold ließ mich hinter die Kulissen Hollywoods zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts schauen. Das war sehr interessant, vor allem wie die Filmbranche damals gearbeitet hat. Und der Autor hatte auch perfekt ausgearbeitet, was auch heute noch aktuell ist. Nichts ist, wie es scheint und Hollywood verleiht zwar allem Glanz, doch meistens nur an der Oberfläche.

Fazit: Ein Krimi, der es in sich hat und dem Leser eine spannende Zeitreise zurück in die Goldenen Zwanziger, zu einem der wohl spektakulärsten Fälle der damaligen Zeit, gewährt. Top recherchiert und spannend bis zum Schluss.