Cover-Bild Was wir nicht wollten

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16,95
inkl. MwSt
  • Verlag: Ueberreuter Verlag
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 256
  • Ersterscheinung: 13.07.2018
  • ISBN: 9783764170868
Daniel Höra

Was wir nicht wollten

„Wir haben das nicht gewollt. Wir wollten nur so eine Art Gerechtigkeit und dann ist die ganze Geschichte völlig außer Kontrolle geraten.“

Fünf Jugendliche wachsen gemeinsam in einer Wohnsiedlung auf und gehen zusammen durch dick und dünn. Als sie eines Tages ungerechterweise von einer Nachbarin bei der Hausverwaltung angeschwärzt werden, beschließen sie, der Nachbarin einen Schreck einzujagen. Sie entführen ihren geistig behinderten Sohn Bobbo – in der Absicht, ihn vor Einbruch der Dunkelheit wieder nach Hause zu bringen. Als jedoch Heiner, ein undurchsichtiger Typ, sie dabei beobachtet und erpresst, gerät die Situation außer Kontrolle …

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.09.2018

eine Racheaktion die aus dem Ruder läuft...

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Was wir nicht wollten von Daniel Höra aus dem Ueberreuter Verlag.

Zum Inhalt:
„Wir haben das nicht gewollt. Wir wollten nur so eine Art Gerechtigkeit und dann ist die ganze Geschichte völlig außer Kontrolle ...

Was wir nicht wollten von Daniel Höra aus dem Ueberreuter Verlag.

Zum Inhalt:
„Wir haben das nicht gewollt. Wir wollten nur so eine Art Gerechtigkeit und dann ist die ganze Geschichte völlig außer Kontrolle geraten.“

Fünf Jugendliche wachsen gemeinsam in einer Wohnsiedlung auf und gehen zusammen durch dick und dünn. Als sie eines Tages ungerechterweise von einer Nachbarin bei der Hausverwaltung angeschwärzt werden, beschließen sie, der Nachbarin einen Schreck einzujagen. Sie entführen ihren geistig behinderten Sohn Bobbo – in der Absicht, ihn vor Einbruch der Dunkelheit wieder nach Hause zu bringen. Als jedoch Heiner, ein undurchsichtiger Typ, sie dabei beobachtet und erpresst, gerät die Situation außer Kontrolle …

Meine Meinung:

Die Geschichte ist sehr bewegend erzählt. Die Jugendliche und ihre Familien leben in der Siedlung alte Mühle, in H. einer Stadt in Deutschland. Die Kids sind den ganzen Tag auf sich alleine gestellt, ihre Eltern müssen Arbeiten um über die Runden zu kommen. Sie haben groß niemanden der sich um sie kümmer bzw. sich mit ihnen beschäftigen kann. Die Clique besteht aus Koko, der Anführerin, Tomi (Tomislav) der mit seiner Familie aus dem Balkan kommt, Betty, deren Familie Kriminell ist, Scholle, dessen Vater Schlachter ist und dem Jungen aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird ( er wird von allen Spargel genannt). Die Clique geht an sich durch dick und dünn, jedoch herrscht untereinander ab und an ein rauer Ton - Siedlung like.

Die Jungs und Mädels kommen auf die Idee, einen Garten hinter Garagen auf einem kleinen Stück Wiese anzupflanzen. Bobbo, der eigentlich richtig Robert heißt, mit 9 Jahren ein Straßenbahnopfern war und seit dem geistig zurückgeblieben ist, hilft ihnen mit. Der Garten, gibt ihnen die Zuversicht etwas erschaffen zu können. Völlig begeistert von der Idee machen sie sich ans Werk, ackern und lassen Gemüse wachsen. Bis zu jenem Tag, an dem alles durch Bobbos Mutter zerstört wird.

Eine Geschichte die auch aufzeigt, dass wir unsere Kinder ernst nehmen müssen, ihren Tatendrang unterstützen und dass man auch mit Kleinigkeiten etwas großes wachsen lassen kann. Gerade in den ärmeren Wohnungsgebieten, haben Kinder fast keine Freizeitaktivitäten oder können sich verwirklichen.

Um der Mutter einen Denkzettel zu verpassen, entführen die Kids Bobbo und verstecken ihn in einen Schacht und später einer alten Fabrik. Jedoch gerät die Entführung außer Kontrolle. Ein fieser Heiner mischt sich ein und die Jugendlichen stecken schon bald ganz tief drin.

Das Buch ist sehr realistisch geschrieben und flüssig zu lesen. Ein dummer Jugendstreich der eskaliert und eine Freundschaft, die zu zerbrechen droht.

Die Kids haben nicht viel und bekommen selbst das letzte kleine Ding, für dass sie sich mit Feuereifer begeisterten, zerstört. Kinder sollten sich entwickeln dürfen. Die Wut, Frust und auch das Sinnen nach Rache, kann man vollkommen nachempfinden.

Heiner, der vor Anderen ganz cool ist und gern den Anführer spielt, ist im Grunde genommen ein einsamer Kerl. Er möchte besser da stehen als er ist, arbeitet heimlich in einer Autowaschanlage .

Koko trägt so viel Leid und Last mit sich herum, die eine Jugendliche nicht verdient hat. Bobbo ist sehr kreativ und nicht so daneben wie alle denken. Spargel, der Vernünftigste von allen, fühlt sich immer unwohler in der Situation.

Nach großem Streit und anschließendem Zusammenschluss der Clique, flippt Heiner komplett aus und eine Tragödie passiert.
Die Spannung wird hier bis zum Schluss super aufgebaut und sehr dramatisch niedergeschrieben.

Fazit: Ein tolles Buch was ich wärmstens empfehlen kann. Die Geschichte ist sehr authentisch und lebensnahe geschrieben. Ein dummer Jugendstreich der aus dem Ruder läuft, eine Clique die daran zu zerbrechen droht. Selbst die Vorurteile gegenüber den Kranken unter uns Menschen kann manchmal einfach falsch sein.
Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung für Daniel Höra und „Was wir nicht wollten“.
Ich danke dem Ueberreuter Verlag für das Rezensionsexemplar.