Cover-Bild Die Liebe im Ernstfall

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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 288
  • Ersterscheinung: 27.02.2019
  • ISBN: 9783257070538
Daniela Krien

Die Liebe im Ernstfall

Sie heißen Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. Sie kennen sich, weil das Schicksal ihre Lebenslinien überkreuzte. Als Kinder und Jugendliche erlebten sie den Fall der Mauer, und wo vorher Grenzen und Beschränkungen waren, ist nun die Freiheit. Doch Freiheit, müssen sie erkennen, ist nur eine andere Form von Zwang: der Zwang zu wählen. Fünf Frauen, die das Leben aus dem Vollen schöpfen. Fünf Frauen, die das Leben beugt, aber keinesfalls bricht.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.02.2019

Abgründe des Familien- und Liebeslebens

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Fünf ganz normale Frauen, Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde, wollen in unserer liberalen, emanzipierten Welt, die Informationen über Alles und Jeden bereithält, ihr persönliches Glück finden. „Die ...

Fünf ganz normale Frauen, Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde, wollen in unserer liberalen, emanzipierten Welt, die Informationen über Alles und Jeden bereithält, ihr persönliches Glück finden. „Die Liebe im Ernstfall“ begleitet ihren recht holprigen Weg dorthin.

Von den Vorstellungen zu Selbstbild, Partnerschaft und Familie, die die jungen Frauen beim Eintritt ins Erwachsenenleben hatten, ist im Laufe der Jahre nicht mehr viel übrig geblieben. Jede, ja wirklich jede von ihnen, hat herbe Enttäuschungen in ihrem Leben erlitten. Lebensentwürfe mussten aufgegeben, ganz neu entworfen werden. Herausgekommen sind teilweise an Kreativität kaum zu übertreffende Muster, von denen mir mindestens eines als Nicht-Betroffene untragbar erscheint, die aber für die Protagonistinnen im Roman den einen gangbaren Weg aus der Krise markieren. Die Geschichten von Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde zeigen allerdings eine Vielzahl von Ansätzen auf, die allgemein übertragbar sind, die Hoffnung geben. Beim Lesen hat mich intensiv beschäftigt, wie es zu diesen zerstörerischen Entwicklungen in den Beziehungen kommen konnte. Wurden zu hohe Erwartungen an den Partner gestellt? Gab es ein Ungleichgewischt in der gegenseitigen Liebe? Wurde das Thema Kinder völlig unterschätzt? Hat man zu viel Fehlentwicklung immer wieder einfach heruntergeschluckt und zu wenig miteinander gesprochen? Ich finde, „Die Liebe im Ernstfall“ ist ein ganz wunderbarer Roman, auch zur Selbstreflektion. Vermutlich wird sich jede(r) in der ein oder anderen Situation wiedererkennen. Die Reaktionen im Buch sind mit den eigenen vergleichbar.

Unsere fünf Protagonistinnen sind ein bunter Blumenstrauß an weiblichen Charakteren, die mit ihren Eigenschaften von unterwürfig bis durchsetzungsstark, von zuvorkommend bis rücksichtslos, von schüchtern und zurückhaltend bis zur „Rampensau“ ein breites Spektrum der gesamten aktuellen weiblichen Generation abdecken dürften. Allen gemein – und das finde ich sehr bemerkenswert, weil aus meiner Sicht außergewöhnlich - ist allerdings eine im Verhältnis zu den Wellen, die ihr Leben schlägt, ihnen innewohnende Ruhe und Gelassenheit oder vielleicht sogar stoische Grundhaltung. Wie groß auch immer die Enttäuschung in ihren Leben sein mag, ignorante Partner, fremdgehende Partner, ausgediente Ehen oder verstorbene Kinder, so richtig ausrasten tut keine von ihnen. Selbstverständlich gibt es Streit und Kontroversen, aber keine schlägt, herausgefordert von der hässlichen Seite des Schicksals, um sich oder gibt sich hemmungslos schreiend ihrem Gefühlschaos hin. Diese analytische Nüchternheit und zielorientierte Lösungsfindung der Damen hat mich schon massiv beeindruckt.

„Die Liebe im Ernstfall“ ist das erste Buch, das mehrere Einzelgeschichten zu einem Roman vereint, das ich gelesen habe. Diese Art des Aufbaus hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich mir ursprünglich die Verknüpfung zwischen den Geschichten intensiver vorgestellt hatte. Die Auswahl und Ausgestaltung der Protagonistinnen und ihrer Lebensentwürfe ist in meinen Augen sensationell stimmig. Das beginnt schon bei den fünf Namen, die in dieser Konstellation nur im Zeitalter der späten DDR so auftreten konnten. Daniela Krien schreibt angenehm lesbare Textpassagen, springt allerdings scheinbar zufällig, zwischen verschiedenen Vergangenheiten und der Gegenwart hin und her, so dass sich der Roman zwar zügig lesen lässt, aber gleichzeitig einen wachen und wachsamen Leser fordert, damit entscheidende Details nicht verloren gehen. Obwohl es thematisch in ihrem Roman um Liebe geht, stellt er längst keine Trivialliteratur dar.

Sehr gern empfehle ich „Die Liebe im Ernstfall“ allen, die einen Blick in die normalen Abgründe des Familien- und Liebeslebens, die jeden von uns treffen können, aber nicht müssen, werfen wollen. Da die Mehrheit der Männer in diesem Roman eine nicht ganz so gute Figur machen, würde ich meine Empfehlung auf die weibliche Leserschaft und auf Männer, die „Frauenflüsterer“ sind, beschränken.

Veröffentlicht am 18.03.2019

Auf und ab

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Fünf gleichberechtigte Protagonistinnen, Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde, stehen im Mittelpunkt von Daniela Kriens drittem Roman "Die Liebe im Ernstfall" und geben den fünf Kapiteln ihre Namen. ...

Fünf gleichberechtigte Protagonistinnen, Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde, stehen im Mittelpunkt von Daniela Kriens drittem Roman "Die Liebe im Ernstfall" und geben den fünf Kapiteln ihre Namen. Fast könnte man meinen, es wären unverbundene Kurzgeschichten, doch sind die Schicksale kunstvoll verwoben. Ihre Namen tauchen immer wieder den Kapiteln der anderen auf, sei es als Freundin, Rivalin, Schwester, Buchhändlerin oder Hausärztin. Alle leben sie in Leipzig, sind zwischen 30 und 40 und suchen nach der großen, perfekten Liebe und einer gelingenden Partnerschaft. Ihre Beziehungen scheitern, mal verlassen sie ihre Männer, mal werden sie verlassen. Sie erleben Tragödien wie den Verlust eines Kindes, Abtreibungen, ungewollte Kinderlosigkeit, schwierige Beziehungen zu ihren Eltern, die Trostlosigkeit von Dating-Portalen und Sorgerechtsstreitigkeiten. Alle sind erfolgreich im Beruf, Paula als Buchhändlerin, Judith mit eigener Hausarztpraxis, Brida als Schriftstellerin, Malika mit ihren Geigenschülern und Jorinde als Schauspielerin, doch die dauerhafte Liebe bleibt für sie Illusion. Das klingt deprimierend, aber es versöhnt ein wenig, dass alle am Ende eine Möglichkeit zum Weitermachen finden - nicht unbedingt glücklich und erfüllt, nicht unbedingt mit einer großen Liebe, doch auch nicht ohne Hoffnung.

Daniela Krien erzählt diese Geschichten nüchtern und ohne Partei zu ergreifen. Alle Protagonistinnen scheinen ihr gleichermaßen am Herzen zu liegen, während ich klare Sympathien für Malika empfand, mit Paula und Jorinde mitfühlen konnte, mir aber Judith und Brida sehr fremd blieben. „Ob sie jemals daran gedacht habe, zu viel zu wollen“, fragt Bridas Ex-Mann sie einmal, und ich konnte ihn verstehen, erschien mir doch manches Jammern als Luxusproblem.

Obwohl ich schon während der Lektüre gemerkt habe, dass ich die einzelnen Schicksale schnell wieder vergessen würde, bleibt doch ein Nachhall von der inneren Zerrissenheit dieser Frauen, und ich habe mich gefragt, ob sie typisch für diese Frauengeneration sind. Springen oder nicht springen ist für sie die Frage, über die auch die sehr passende Cover-Figur auf ihrem Sprungbrett nachzugrübeln scheint.

Viele schöne Gedanken zu vielen Lebensbereichen habe ich während des Lesens gefunden, einer davon hat mir besonders gefallen: „Das Beste an Umzügen ist die Korrektur vorausgegangener Übertreibungen.“ Das Beste an diesem Buch, das weniger deprimierend ist, als man vielleicht glauben könnte, sind der nüchterne, pathosfreie Stil und die Einblicke in zerrissene Frauenbiografien.

Veröffentlicht am 17.03.2019

Von Freiheiten und Chancen...

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In Daniela Krien's neustem Buch "Die Liebe im Ernstfall" geht es in 5 verschiedenen Abschnitten um 5 Frauen, welche auf wundersame Weise miteinander verbunden sind und in mancher Art dasselbe Schicksal ...

In Daniela Krien's neustem Buch "Die Liebe im Ernstfall" geht es in 5 verschiedenen Abschnitten um 5 Frauen, welche auf wundersame Weise miteinander verbunden sind und in mancher Art dasselbe Schicksal teilen bzw. sich dieselben essenziellen Fragen im Leben zu stellen haben.
Der Schreibstil der Autorin zieht einen direkt in den seinen Bann und man verschlingt das Buch regelrecht. Mit jeder der 5 Frauen konnte ich mich ein Stück weit identifizieren, mit der einen mehr, mit der anderen weniger, obwohl sie selbst alle so facettenreich und sehr unterschiedlich dargestellt wurden. Zudem gefiel mir die Art, wie die Autorin die Verbindungen zwischen den einzelnen Frauen herausgearbeitet hat.
Jede der Frauen hat Entscheidungen getroffen und Chancen genutzt um sich frei zu fühlen, sie sind alle am Ende auf ihre Art und Weise ins Ungewisse gesprungen.
Dieses Buch ist eine Leseempfehlung von mir, denn es wirkt auch jetzt, eine Woche nachdem ich es beendet habe, nach!

Veröffentlicht am 17.03.2019

Liebe zwischen Utopie und Wirklichkeit

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Was für ein Buch! Es hat mich fasziniert und gefesselt, es war stets eine Freude weiter zu lesen. Und es tat mir Leid, Abschied nehmen zu müssen, gern hätte ich weiter am Leben der Frauen teilgenommen.
Wieso ...

Was für ein Buch! Es hat mich fasziniert und gefesselt, es war stets eine Freude weiter zu lesen. Und es tat mir Leid, Abschied nehmen zu müssen, gern hätte ich weiter am Leben der Frauen teilgenommen.
Wieso hat mich dieses Buch so in seinen Bann gezogen? Es handelt sich nicht um einen Roman, der eine fiktive Geschichte erzählt, sondern um die Einzelschicksale von fünf Frauen, die aus dem Leben gegriffen sind und deshalb sehr authentisch rüberkommen. Ich habe mich selber in der ein oder anderen Situation oder Reaktion wieder erkannt.
Die Frauen kennen sich untereinander, unterschiedlich intensiv, die einen sind Freundinnen, die anderen Schwestern oder man kennt sich nur berufsbedingt. Auf sensationelle Weise schafft es die Autorin die Schicksale dieser fünf Frauen in Verbindung zu bringen.
Alle fünf versuchen, eine glückliche Liebesbeziehung nach ihren Wünschen aufzubauen, aber alle fünf scheitern damit. Irgendwann nehmen die Zugeständnisse bzw. die Anpassung an den Partner soviel Raum ein, dass die Luft zum Atmen fehlt und die Beziehung zerbricht. Es bleibt kein Raum oder keine Akzeptanz für die eigene Freiheit, die eigene Selbstverwirklichung. Oder es ist wie bei Judith, die so hohe Ansprüche an eine Beziehung stellt, dass sie einfach keinen geeigneten Lebenspartner findet. Hier fragt man sich, ob ein wenig Kompromissbereitschaft nicht das Streben nach absoluter Freiheit ersetzen sollte.
Der Absprung aus den gewohnten Verhaltensmustern in die Ungewissheit sieht leicht aus, aber wie gelingt die Umsetzung? Hier habe ich das Buchcover vor Augen...
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und kurzweilig, man nimmt teil an den beschriebenen Gefühlen und Erwartungen. Die Sätze sind meist kurz, aber gehaltvoll und wechseln in der Zeit, was irgendwie eine Art von Unbeständigkeit ausdrückt, passend zum Auf und Ab der hier geschilderten Lebensweisen.
Es handelt sich hier um ein Buch, das ich gerne weiter empfehle, denn es hat mich im Inneren berührt und mich zum Nachdenken gebracht. Auch über das Lesen hinaus war ich mit der jeweiligen Problematik beschäftigt. Und auf der anderen Seite ist es auch ein Mut machendes Buch, denn keine der Frauen lässt sich letztendlich von fatalen Situationen unterkriegen, sondern es findet sich immer ein Ausweg.....Und ich denke, dass dies die Botschaft dieses Buches ist: Lass dich nicht von schlimmen Lebenserfahrungen beugen, es geht weiter, auch wenn du vielleicht ein paar Abstriche von deinen Idealvorstellungen akzeptieren musst.

Veröffentlicht am 17.03.2019

Fünf Frauen, die man durch die Höhen und Tiefen des Lebens begleitet

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Die fünf Frauen Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde stehen mitten im Leben und haben doch immer wieder das Gefühl, den Halt zu verlieren. Paulas Leben ist aus den Fugen geraten, als sie das jüngere ...

Die fünf Frauen Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde stehen mitten im Leben und haben doch immer wieder das Gefühl, den Halt zu verlieren. Paulas Leben ist aus den Fugen geraten, als sie das jüngere ihrer beiden Kinder verloren hat. Judith sucht seit Jahren über Online-Plattformen nach immer neuen Männern. Brida versucht, einen gemeinsamen Urlaub mit ihren Kindern, ihrem Ex-Mann und dessen neuer Freundin durchzustehen. Malika steht schon immer im Schatten ihrer Schwester Jorinde. Doch auch deren Leben ist alles andere als perfekt.

In fünf Kurzgeschichten von etwa gleicher Länge taucht der Lesen ein in die Leben von ganz verschiedenen Frauen, deren Geschichten sich an einigen Stellen kreuzen. Sie alle haben in ihrem Leben schon so einiges erlebt: Liebe, Freude und Erfolg, aber auch Trennungen und Verluste. Sie alle haben schon einmal erlebt, wie es ist, in ein Loch zu fallen und sich wieder aufrappeln zu müssen. Und sie alle haben dabei nie den Willen verloren, sich selbst treu zu bleiben.

Ich habe jede der Geschichten in hohem Tempo gelesen, da der Aufbau jeweils neugierig darauf macht, mehr über das Schicksal der jeweiligen Protagonistin erfahren zu wollen. Es gibt immer sowohl eine Handlung in der Gegenwart als auch zahlreiche Rückblicke, sodass man Einblicke in diverse Episoden erhält, welche die Protagonistin nachhaltig geprägt haben. Dabei muss ich sagen, dass für meinen Geschmack in diesem Buch zu viel fremdgegangen wurde und die deutliche Mehrheit der Männer in keinem guten Licht dasteht. Ich habe mich schwer damit getan, mich emotional auf die fünf Protagonistinnen einzulassen.

Großzügige Zeitsprünge sorgen dafür, dass man die Konsequenzen gewisser Entscheidungen miterleben kann. Alle müssen ihr Leben schließlich neu ordnen und entscheiden, wie es für sie weitergehen kann. Dabei endet jede Geschichte relativ offen und überlässt die Beantwortung einiger Fragen der eigenen Fantasie. Ein Buch für alle Leserinnen, die Lust darauf haben, fünf ganz unterschiedliche Frauen durch die Höhen und Tiefen des Lebens zu begleiten.