Cover-Bild Fauler Zauber

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

12,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Knaur Taschenbuch
  • Genre: Fantasy & Science Fiction / Fantasy
  • Seitenzahl: 480
  • Ersterscheinung: 11.01.2019
  • ISBN: 9783426522905
Diana Wynne Jones

Fauler Zauber

Roman
Eva Bauche-Eppers (Übersetzer)

In ihrem humorvollen High-Fantasy-Roman erzählt die preisgekrönte britische Autorin Diana Wynne Jones, wie sich eine magische Welt als lukrative Geschäftsidee entpuppt.

Ausnahmslos alle – die Zauberer, Soldaten, Bauern, Drachen und Elfen – haben die Nase voll von Mr. Chesneys „Pilgerfahrten“. Jahr für Jahr fallen Touristengruppen aus der benachbarten Welt ein, um ein klassisches Fantasy-Abenteuer zu erleben – mit allem, was dazu gehört: bösen Magierinnen, gefährlichen Drachen und dem furchteinflößenden Dunklen Fürsten. Stets werden andere Bewohner des Reiches dazu auserwählt, diese Rollen zu übernehmen.
Aber dieses Jahr reicht es den Leuten. Mr. Chesney mag einen mächtigen Dämon an seiner Seite haben, doch ein Orakel weiß Rat. Nun ist es an Zauberer Derk und seiner Familie aus Menschen und Greifen, den Verwüstungen Einhalt zu gebieten und ihre Welt zu retten.

„Niemand erzählt so magische Geschichten wie Diana Wynne Jones.“ Neil Gaiman

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.03.2019

Nicht wie erhofft

0 0

Meine Meinung:
Das Cover gefällt mir sehr gut, schade finde ich nur, dass die Klappen nicht gestaltet wurden. Die Kapitel waren mir außerdem zu lang.

Ich muss ehrlich gestehen, dass dies für mich das ...

Meine Meinung:
Das Cover gefällt mir sehr gut, schade finde ich nur, dass die Klappen nicht gestaltet wurden. Die Kapitel waren mir außerdem zu lang.

Ich muss ehrlich gestehen, dass dies für mich das erste Werk der Autorin ist – ich habe nicht mal den Film ''Das wandelnde Schloss'' gesehen – deshalb bin ich auch ohne große Erwartungen an das Buch ran gegangen. Der Einstieg viel mir etwas schwer, weil man direkt in die Handlung hinein geworfen wird. An sich war der Schreibstil gut zu lesen, doch die Story hatte einige Längen und das Tempo der Handlung war für mich einfach nicht passend. Auch der Humor war leider nicht so meins – an manchen Stellen hätte mir ein etwas ernsterer Ton doch besser gefallen. Der Verlauf war klar und meist auch nachvollziehbar, doch mir fehlte die Tiefe. Die Idee fand ich eigentlich ganz interessant, doch die Umsetzung hat mir leider nicht gefallen.

Die Charaktere fand ich alle ganz ok, doch es waren mir einfach zu viele – dadurch hat mir auch bei den Figuren die Tiefe gefehlt und ich empfand sie als sehr oberflächlich.

Leider konnte der Klappentext bei mir nicht ganz das halten was er verspricht.

Veröffentlicht am 04.02.2019

Von fliegenden Schweinen und sprechenden Greifen...

0 0

Diana Wynne Jones ist eine, wie ich finde, in Deutschland viel zu wenig bekannte und unterschätzte Autorin. Bestes Beispiel ist ihre Howl’s Moving Castle Reihe. Etliche kennen den Film, aber kaum jemand ...

Diana Wynne Jones ist eine, wie ich finde, in Deutschland viel zu wenig bekannte und unterschätzte Autorin. Bestes Beispiel ist ihre Howl’s Moving Castle Reihe. Etliche kennen den Film, aber kaum jemand weiß, dass sie die Buchvorlage schuf, oder dass es überhaupt eine Buchvorlage gibt. Als Vielschreibern hat sie mehr als 40 Bücher veröffentlicht und ein großer Teil wurde noch nie ins Deutsche übersetzt. Daher war ich super aufgeregt, als ich Fauler Zauber im Programm von Knaur entdecke und wollte es unbedingt lesen und ich wurde nicht enttäuscht.

Meine Meinung:


Ein Feuerwerk der Ideen
Was haben fliegende Schweine, fleischfressende Schafe und ein Zauberer mit Alkoholproblem gemeinsam? Sie alle kommen in Fauler Zauber vor. Diana Wynne Jones sprüht vor Ideenreichtum und beweist es, indem sie eine herrlich skurrile, kreative Welt erfindet. Im Mittelpunkt steht der gutmütige Hexenmeister Derk und seine Familie aus Menschen- und Greifenkinder. Derks liebste Beschäftigung ist es nämlich allerhand neuer Kreaturen und Gewächse zu züchten und so finden sich in seinem Besitz nicht nur die erwähnten Schweine und Schafe, nein auch intelligente (aber zickige) Gänse, unsichtbare Katzen und geflügelte Pferde.

Und dieser bunte Haufen soll nun die alljährliche Pilgerfahrt organisieren, dass da vieles gehörig schief geht, liegt auf der Hand. Zumal man Derk nicht gesagt hat, dass der Plan gefasst wurde die Pilgerfahrten abzuschaffen und er und seine Kinder daher sich die größte Mühe geben die Pilgerfahrt ordnungsgemäß durchzuführen, um keine Strafe zu bekommen und wie dieser bunte, symphytische Haufen versucht allen Widrigkeiten zu trotzen ist wunderbar unterhaltsam.

Allgemein finde ich die Idee und das Konzept des Buches herrlich. Es erinnerte mich ein bisschen an Onlinerollenspiele aus der Sicht der NPCs. Ich bin sicher die wären auch nicht begeistert, dass tagtäglich Spieler ihre Welt erstürmen. Die Autorin schaffte s die Ausbeutung und Ungerechtigkeit gut darzustellen, sodass man schon sagen kann, dass zwischen den Zeilen auch Kritik am Kapitalismus und der Ausbeutung von Touristenregionen (man denke nur wie sich die Mallorquiner zurecht beschweren) mitschwingt. Diese Kritik, fast schon Satire wird aber locker leicht und unterschwellig übermittelt.

Zu wenig und zu viel zugleich
Ihr seht also schon, ich habe die bizarre Reise durchaus genossen, allerdings komme ich nicht umhin doch kleinere Kritikpunkte zu nennen. Zum einen gestaltet sich die erste Hälfte des Buches an manchen Stellen doch etwas langatmig. Viel Zeit wird mit Planung und Vorbereitung verbracht, was zwar nicht völlig uninteressant war, für das Tempo der Geschichte jedoch etwas verkürzt hätte werden können.

Dann hätte ich gerne noch ein bisschen mehr über die Pilgerfahrten und wie Mr. Chesney überhaupt in die Welt kam, erfahren. Hier ist allerdings zu erwähnen, dass es im Original das 1996 erschienene Buch „The Tough Guide to Fantasyland“ gibt, welches offenbar ein fiktiver Reiseführer für diese Pilgerfahrten ist. Vielleicht finden sich diese Informationen dort und wurden deshalb nicht nochmal erwähnt.

Als letztes bin ich nicht zu hundert Prozent zufrieden mit dem Ende, denn es kam mir etwas zu schnell (ironisch wen man meine Kritik vom Anfang bedenkt) und zu einfach.

Fazit:


Dieses skurrile Fantasyabenteuer sprüht vor Ideenreichtum und herzlichen Charakteren, sodass ich es guten Gewissens an alle, die Lust auf ein Abenteuer der anderen Art haben, empfehlen kann. Denn auch wenn ich kleinere Kritikpunkte hatte, kann ich sagen, es macht einfach Spaß, das Buch zu lesen.

Veröffentlicht am 03.02.2019

Ein Muss für jeden Fantasyliebhaber!

0 0

Allgemeines:

Fauler Zauber ist am 11.01.2019 als Taschenbuch bei Knaur erschienen. Die Klappenbroschur hat 420 Seiten und stammt aus der Feder der vielfach ausgezeichneten Autorin Diana Wynne Jones. 2007 ...

Allgemeines:

Fauler Zauber ist am 11.01.2019 als Taschenbuch bei Knaur erschienen. Die Klappenbroschur hat 420 Seiten und stammt aus der Feder der vielfach ausgezeichneten Autorin Diana Wynne Jones. 2007 erhielt Jones den World Fantasy Award für ihr Lebenswerk. Sie verstarb im Jahr 2011 in hohem Alter.

Die englischsprachige Ausgabe von Fauler Zauber erschien bereits im Jahr 1998. Jones lieferte mit Sophie im Schloss des Zauberers die Vorlage für den berühmten Film Das wandelnde Schloss. Das Buch muss ich unbedingt bald lesen. Kennt ihr es?

Inhalt:

„Ausnahmslos alle – die Zauberer, Soldaten, Bauern, Drachen und Elfen – haben die Nase voll von Mr. Chesneys „Pilgerfahrten“. Jahr für Jahr fallen Touristengruppen aus der benachbarten Welt ein, um ein klassisches Fantasy-Abenteuer zu erleben – mit allem, was dazu gehört: bösen Magierinnen, gefährlichen Drachen und dem furchteinflößenden Dunklen Fürsten. Stets werden andere Bewohner des Reiches dazu auserwählt, diese Rollen zu übernehmen.
Aber dieses Jahr reicht es den Leuten. Mr. Chesney mag einen mächtigen Dämon an seiner Seite haben, doch ein Orakel weiß Rat. Nun ist es an Zauberer Derk und seiner Familie aus Menschen und Greifen, den Verwüstungen Einhalt zu gebieten und ihre Welt zu retten.“ (Quelle: Knaur Taschenbuch)

Meine Meinung:

Was wäre, wenn die Charaktere all der fantastischen Welten, die wir regelmäßig besuchen, seit 40 Jahren in andere Rollen schlüpften – und das nur, weil die Menschen sie besuchen? Was wäre, wenn es tatsächliche organisierte Pilgerfahrten in fantastische Welten geben würde? Fahrten, auf denen gewöhnliche Menschen Abenteuer erleben wollen, die nur fantastische Gestalten, durch einen Knebelvertrag dazu gezwungen, ihnen bieten können? Und was wäre, wenn die Zauberer, Hexen, Werwölfe und Greife keine Lust mehr dazu hätten? Schließlich zerstören die Touristen regelmäßig große Teile ihrer Welt und sie verdienen daran nicht einmal genug Geld! Es gibt bei jeder Pilgerfahrt mehrere 100 Tote, von den Verlusten bei den Pferden ganz zu schweigen. Die Arbeitsbedingungen sind nicht länger auszuhalten, jeder möchte endlich wieder seinem richtigen Beruf nachgehen und sein Leben nicht länger nach faulem Zauber inszenieren. Das könnte niemand länger erdulden. Oder?

Diese Rezension einleitend, habe ich versucht die Gefühle der Protagonisten zu beschreiben, die zu Beginn der Lektüre geschildert worden sind. Als Leser fühlt man sich sogleich wie ein Teil ihrer Welt. Man regt sich mit ihnen zusammen über die Touristen auf, die regelmäßig ihre Welt besuchen. Und das liegt zu einem sehr großen Teil an den besonderen Protagonisten dieses Buches. Bevor die eigentlichen Abenteuer des Buches beginnen, wird ein ernüchterndes und erschütterndes Bld gezeichnet. Die Welt ist in großen Teilen zerstört, schafft es kaum, sich von Jahr zu Jahr zu erholen. Man beginnt, mit den Menschen zu fühlen und sich über die herrschenden Ungerechtigkeiten zu empören.

Jones ist es gelungen, eine so skurrile wie sympathische Familie zu erschaffen, die im Mittelpunkt der Geschehnisse stet. Und das nur, weil der Vater der Familie in diesem Jahr an der Reihe ist, den Dunklen Fürsten der Pilgerreisen zu spielen. Alle Familienmitglieder werden in die Planung der Reisen involviert. Seine Frau, seine menschlichen Kinder und seine Greifenkinder. Denn Derks Leidenschaft als Hexenmeister ist das Experimentieren mit verschiedenen genetischen Veränderungen. Somit kreierte er nicht nur denkende und sprechende Greifen, die als Familienmitglieder in seiner Familie leben. Nein, er hat auch fliegende Schweine, unsichtbare Katzen, ein ungestümes fliegendes Pferd namens Niedlich (und natürlich seine Mutter – Schönste) erschaffen. Gehässige Gänse, die mit Vorliebe Menschen angreifen und genau wissen, wie sie sie am besten ärgern können und so einige andere intelligente Gestalten sind ebenfalls mit von der Partie. Insgesamt bildet diese ganz besondere Familie den Ausgangspunkt für die Organisation vieler wichtiger Ereignisse der Pilgerreisen. Und die haben es in sich. Sie haben beinahe eine Art Drehbuch und sind sehr eng getaktet. Ihr könnt euch mit Sicherheit vorstellen, dass das Ganze ziemlich chaotisch wird, oder?

Selbstredend bleibt es nicht dabei, dass nur Hexenmeister eine Rolle spielen. Ein fürstlicher Drache, fleischfressende Schafe, eine Menge Zwerge und einige ruhmreiche Elfen werden ebenfalls auftauchen. Eben all die Gestalten, die in so einer Fantasywelt leben. Und all diese Gestalten versuchen, sich gegen Mr. Chesney, den Organisator der Pilgerreisen, zur Wehr zu setzen. Werden sie es schaffen, dem Knebelvertrag zu entkommen?

Fazit:

Jones ist es gelungen, eine zugleich humorvolle und düstere Geschichte zu schreiben, die ich so noch nie gelesen habe. Ich habe sie genossen, ich bin in ihr verschollen und wäre am liebsten gar nicht mehr herausgekommen. Die Autorin hat mich an vielen Stellen der Handlung überrascht. Aber auch Fauler Zauber war leider irgendwann zu Ende. Ich freue mich, dass dieses Buch für uns übersetzt worden ist und möchte es jedem Fantasyliebhaber ans Herz legen.

Veröffentlicht am 26.01.2019

Gehässige Gänse und fleischfressende Schafe

0 0

Klappentext


In ihrem humorvollen High-Fantasy-Roman erzählt die preisgekrönte britische Autorin Diana Wynne Jones, wie sich eine magische Welt als lukrative Geschäftsidee entpuppt.

Ausnahmslos alle ...

Klappentext


In ihrem humorvollen High-Fantasy-Roman erzählt die preisgekrönte britische Autorin Diana Wynne Jones, wie sich eine magische Welt als lukrative Geschäftsidee entpuppt.

Ausnahmslos alle – die Zauberer, Soldaten, Bauern, Drachen und Elfen – haben die Nase voll von Mr. Chesneys „Pilgerfahrten“. Jahr für Jahr fallen Touristengruppen aus der benachbarten Welt ein, um ein klassisches Fantasy-Abenteuer zu erleben – mit allem, was dazu gehört: bösen Magierinnen, gefährlichen Drachen und dem furchteinflößenden Dunklen Fürsten. Stets werden andere Bewohner des Reiches dazu auserwählt, diese Rollen zu übernehmen.
Aber dieses Jahr reicht es den Leuten. Mr. Chesney mag einen mächtigen Dämon an seiner Seite haben, doch ein Orakel weiß Rat. Nun ist es an Zauberer Derk und seiner Familie aus Menschen und Greifen, den Verwüstungen Einhalt zu gebieten und ihre Welt zu retten.

„Niemand erzählt so magische Geschichten wie Diana Wynne Jones.“ Neil Gaiman


Meinung

Hinter diesem Buch steckt eine witzige und sehr tolle Idee. Eine Fantasy - Welt, in die man aus unserer Welt reisen kann, um dort ein waschechtes Fantasy-Abenteuer zu erleben. Alles unter dem Begriff einer Pilgerreise, ausgerichtet von Mr. Chesney.
Natürlich stellt sich schnell heraus, dass die Bewohner eben jener Welt es nicht gut heißen, und dass dieses Vergnügen die Reisenden unsummen kostet. Ich könnte mir vorstellen, viele von uns würden so eine Reise sehr gern mit machen und erleben, und es würden sicher sehr viele gar nicht wirklich darüber nachdenken, was für Folgen das ganze hat. Man bezahlt schließlich nur für ein bisschen Spaß, für ein Abenteuer. Aber im Verlauf des Buches kann man sehr deutlich sehen, was solche Reisen, solche Veranstaltungen in betreffender Welt alles für einen Schaden anrichten.

Ich finde die Idee einer solchen Geschichte super. Es ist alles gut organisiert und schön ausgeklügelt. Logikfehler habe ich keine bemerkt, auch wenn ich mich durchaus gefragt habe, woher so viele Leute das Geld für diese Reise nehmen. Aber auch das ist sicher möglich.
Das Buch hat mir schon am Anfang direkt gefallen, durch den lockeren Schreibstil wurde ich direkt auf die Reise mitgenommen. Ich konnte mich schnell in die ganze Welt einfinden und schön entspannt und mit Spaß Lesen.

Man sieht schnell, dass die Leute dort schon lange unter Chesney und seinen Pilgerreisen leiden, und dass sie alle eigentlich schon mehr als genug von ihm und seinen Touristengruppen haben, durch die ständig alles zerstört und verdreckt wird - und durch die es auch immer Tote gibt. Natürlich gibt es darüber auch Beschwerden und so muss endlich ein Plan her, die unliebsamen Touren und Mr. Chesney los zu werden.

Tatsächlich ist es aber ein eher lustiges Buch, in dem es sehr witzig ist zu sehen, wie die Menschen alles organisieren und ablaufen lassen müssen, um alles so echt wie möglich zu halten, während wir immer den Blick hinter der Kulisse dieser Fantasygeschichte haben. Es ist enorm, was alles an Arbeit geleistet wird und zusätzlich sehr sehr witzig, auf was für Einfälle als Notlösungen für Fehlgeschlagene Attraktionen gekommen wird. Von den Pilgern selbst merkt man hauptsächlich nach etwas mehr als der Hälfte des Buches etwas. Vorher haben diese keine große Rolle gespielt, außer wenn für diese gerade wieder eine Attraktion lief. Den Großteil des Buches nahm dann aber doch Planung und Ablauf des ganzen Spektakels in Anspruch, was es aber keinesfalls langweilig machte.
Zusätzlich lief natürlich auch im Kreise der Bewohner der Welt einiges ab, was hier für Spannung und Überraschung sorgt. Im Genre Fantasy braucht es eben auch Intrigen.


Kurz und Knapp

Insgesamt war es ein witziges und doch auch spannendes Buch mit tollen Charakteren, die ich sehr mag. Vor allem Derks Familienmitglieder, samt Tiere, sind sehr besondere und tolle Charaktere die einem richtig ans Herz wachsen. Wenn auch teilweise kurios, so wie auf eher beängstigende Art die Fleischfressenden Schafe, oder auf sehr lustige Art, die fliegenden Schweine. Denn der Hexenmeister Derk experimentiert sehr gern und erschafft so recht besondere Tiere, die auch in seiner Welt nicht unbedingt üblich sind. So hat er tatsächlich nicht nur Menschen sondern auch Greifenkinder.

Eine Idee für Geschichte, Charaktere und Welt, auf die man erst mal kommen muss und die mir persönlich gut gefallen hat. An mancher Stelle hätte zwar durchaus auch etwas mehr das Gefühl nach Abenteuer aufkommen können, etwas mehr passieren, oder auch etwas mehr Spannung sein können, aber trotzdem passte es gut zu der Geschichte, da es hier ja tatsächlich gar nicht um ein Abenteuer ging, sondern um ganz anderes.
Vorhergesehen, wie sie nun den Chesney los werden könnten, habe ich jedenfalls nicht und war somit wirklich überrascht, vor allem da ich mir wirklich etwas ganz anderes vorgestellt hatte, bevor ich dieses Buch gelesen hatte. Ja, vielleicht hatte ich es mir auch noch einen Tick witziger vorgestellt. Dennoch bin ich sehr zufrieden mit der Geschichte.

Veröffentlicht am 25.01.2019

Es ist etwas faul in Derkholm

0 0

Mr Chesney nervt. Und zwar so richtig. Der Fantasyreisenunternehmer inszeniert seit Jahren Pilgerfahrten für Touristen aus einer benachbarten Welt ohne Magie. Für die Dauer der Reise muss dann jeder Magier ...

Mr Chesney nervt. Und zwar so richtig. Der Fantasyreisenunternehmer inszeniert seit Jahren Pilgerfahrten für Touristen aus einer benachbarten Welt ohne Magie. Für die Dauer der Reise muss dann jeder Magier der Fantasywelt eine Aufgabe übernehmen. Von der guten Fee bis zum bösen Zauberer ist dabei so ziemlich jede Rolle vertreten. Die Fantasyreise mit zu inszenieren ist nun eine Sache, dass die Touristen die Fantasywelt aber immer in einem katastrophalen Zustand hinterlassen eine andere. Als Zauberer Derk erfährt, dass er diesmal den Bösewicht mimen soll, reicht es ihm. Obwohl er und seine Familie gezwungenermaßen mitmachen müssen, versuchen sie doch insgeheim die Pilgerfahrt aufzuhalten.

In der Fantasyparodie „Fauler Zauber“ von Diana Wynne Jones wird nicht nur mit Mr Chesneys Pilgerfahrten abgerechnet, sondern auch mit gängigen Fantasyklischees. Es braucht nicht viel Fantasie um Mr Chesney als Autor von Fantasyromanen zu deuten, der seinen Figuren nach Belieben bestimmte Rollen zuordnet. Nur dass sich diese Figuren dem Willen des Erzählers nicht mehr beugen wollen. Darüber hinaus greift die Autorin verschiedene Klischees der Fantasyliteratur und der Ordnung fantastischer Welten auf und macht dadurch, dass sie diese als Rollen auf die Spitze treibt, deutlich, welcher, eigentlich vorhersehbaren, Ordnung fantastische Welten oft folgen.

Im englischen Original ist „Fauler Zauber“ bereits 1998 erschienen, ein Jahr nach „Harry Potter und der Stein der Weisen“. Ob Diana Wynne Jones, die bereits vorher zahlreiche Fantasygeschichten verfasst hatte, sich auch ein bisschen selbst entlarven wollte, ist allerdings nicht überliefert. Letztendlich ist ihre Fantasyparodie nicht nur spannend und humorvoll erzählt, sondern entlarvt auch, wie einfach die Konzepte für fantastische Welten oft sind. Auch, wenn man sich als bei näherer Beschäftigung mit der Erzählung ein bisschen ertappt fühlt, weil man auf immer ähnliche Konzepte in unterschiedlicher Ausführung immer aufs Neue reinfällt, hat die Geschichte an keiner Stelle einen belehrenden Ton oder erweckt einen schadenfrohen Eindruck. Ganz im Gegenteil: Die Geschichte selbst funktioniert nach dem vorgeführten Bauplan. Das sorgt für gute Unterhaltung, bei der nicht nur Fantasyfans an der einen oder anderen Stelle nicht anders können, als zu lachen.