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15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser, Carl
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 192
  • Ersterscheinung: 17.08.2020
  • ISBN: 9783446268166
Dirk Pope

Still!

Für Stille in lauten Zeiten – Dirk Pope über eine tiefe Freundschaft von zwei beeindruckenden Jugendlichen

Mariella redet nicht, nicht mit der Mutter, dem Vater, nicht mit den Goldfischen, den Lehrern oder Mitschülern. Weil ihre Eltern sich getrennt haben. Weil niemand sie verstehen will. Und weil ohnehin zu viel geredet wird. Je lauter es um sie herum wird, desto leiser wird sie. Mariellas Stille eckt an und fordert heraus. Keiner darf einfach so anders sein. Zum Glück ist da Stan, der gehörlos ist und Mariella akzeptiert, so wie sie ist. Gemeinsam mit ihm findet Mariella eine eigene Sprache. Die Begegnung der beiden bestärkt sie darin, bei sich zu bleiben und schließlich ihre Stimme doch wieder zu erheben.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.09.2020

Sound of Silence

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Mariella redet nicht mehr und sie hat ihre Gründe. Doch leider wird das weder von ihren Eltern akzeptiert noch von ihrem gesamten Umfeld. Die Mutter schleppt sie zum Arzt, keiner der Lehrer oder Mitschüler ...

Mariella redet nicht mehr und sie hat ihre Gründe. Doch leider wird das weder von ihren Eltern akzeptiert noch von ihrem gesamten Umfeld. Die Mutter schleppt sie zum Arzt, keiner der Lehrer oder Mitschüler versucht irgendwie mit Mariella Kontakt aufzunehmen. Doch dann trifft Mariella Stan, der auch nicht redet und gemeinsam finden sie einen Weg, Kontakt zu knüpfen.

„Ich glaube, wenn ein Mensch so genau hinzuhören versteht, versteht er den Beat, den Grundton unseres Seins. Ich meine die Vollkommenheit, die übrig bleibt, wenn man alle Geräusche und den Lärm um uns herum ausblendet. Man hört nur noch den Atem, vielleicht sogar das regelmässige Auf und Ab des Brustkorbs und das Herz, das tief drinnen anfängt melodisch zu schlagen. Wahrscheinlich ist es dieser nahezu lautlose Grundton, der seine Musik so einzigartig macht.“ (Seite 57)

Stille. Kann ein Mensch damit überhaupt umgehen? Oder sind wir auf die Geräusche, den ständigen Lärmpegel um uns herum, schon süchtig? Ich finde dass dieses Buch sich sehr gekonnt mit der Thematik Stille, aber gerade mit dem Sinn von Worten, Reden und seine oft daher gesagten Sinnlosigkeit ausspricht.

Der Schreibstil hat mich komplett begeistert! Denn der Autor hat sich sehr intensiv mit dieser Thematik auseinandergesetzt, auch wie er mit den Worten spielt, welche Gedankengänge der zu vielen Worten geht, Verbindungen herstellt, das hat mich absolut fasziniert. Die Kapitel sind knackig gehalten, der Schreibstil nimmt mit und das Gefühl des Lesens ist wow.

Mariella redet nicht mehr, von heute auf morgen. Warum auch? Wir begeben uns mit ihr zusammen in die Welt der Schweigsamkeit und wie die Umwelt auf sie reagiert. Erschreckenderweise muss man leider eingestehen, dass dies absolut so stattfinden würde. Ich habe Mariella immer für ihr beharrliches Schweigen bewundert, denn gerade die Klasse macht ihr ordentlich zu schaffen und doch bleibt sie standhaft. Was würden ihre Worte denn bei den Lehrern oder Mitschülern überhaupt ändern?

Warum sie schweigt, das wird zum Ende hin mehr als deutlich. Für den einen wird es eher profan sein, ich konnte diesen Schritt auf jeden Fall nachvollziehen und war schockiert über diese laute Wortgewalt, die man gegen Mariella angewendet hat.

Stan ist ebenso ruhig, aber hier hat es seinen Grund, den der Leser erfahren wird, was ich nicht spoilern möchte. Ich fand die Versuche der Kontaktaufnahme herzlich, die Wortspiele und Andeutungen oft zum piepen, denn beide haben nun mal ihre Situation, versuchen daraus das Beste zu machen und dies kommt beim Leser auch ungezwungen und ungefiltert an.

Gerade Menschen die wenig reden, die die Stille bevorzugen, werden sich in diesem Buch wiederfinden und gerade auch verstanden fühlen. Denn mal ehrlich, wie viele Sätze werden täglich in die Welt geworfen die so nichtaussagend sind, die leere Phrasen enthalten, die gesagt werden damit sie gesagt sind?
Mariella findet hier immer wieder Beispiele und Ansätze die dies stark verdeutlichen, die einen selbst sehr stark zum nachdenken anregen und zeigt dass Leute heute eher lästern, motzen und quasseln, aber wenn es auf eine wichtige Aussage ankommt, dann halten sie den Mund und ziehen sich zurück.

Sound of Silence, für viele ein Graus, denn nur wer laut ist findet Gehör, kommt weiter. Und wenn es still ist, dann muss sich jeder mit seinen Gedanken und seiner Form auseinandersetzen, das versetzt viele wohl in Panik.

Für mich ein Buch, was sich sehr intensiv und gewaltig, mit dieser Thematik Stille und Reden, Worte und ihre Wirkungen auseinandersetzt und welches ich unbedingt empfehlen möchte.

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Veröffentlicht am 23.09.2020

Still und doch aussagekräftig

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Ein Buch der ganz anderen Art.
Denn 'Still' ist alles andere als still und doch auch irgendwie genau das. Zwar schweigt die Protagonistin durchgehend, hat in dem Buch mit ihren Gedanken aber so viel mitzuteilen, ...

Ein Buch der ganz anderen Art.
Denn 'Still' ist alles andere als still und doch auch irgendwie genau das. Zwar schweigt die Protagonistin durchgehend, hat in dem Buch mit ihren Gedanken aber so viel mitzuteilen, dass es eine eigene und kräftige Aussage hat. Ich finde es wirklich toll, dass der Autor sich an genau dieses Thema gesetzt hat. Denn sind wir mal ehrlich, wird oft nicht auch einfach zu viel Geredet? Sind nicht manchmal weniger Worte mehr? Ich selbst kann nicht mit jedem sprechen, spreche allgemein eher wenig und dennoch nutze ich auch beim schreiben dieser Rezension viele Worte. Aber braucht es immer so viele Worte? Dieses Buch regt zum nachdenken an, jedenfalls hoffe ich das, denn auch wenn nicht alle Figuren gut weg kommen, so sieht die Realität aus. So wie viele in diesem Buch sind, vom Verhalten von den Aussagen, vom Denken; so sind in der echten Welt leider auch viel zu viele Menschen. Denn ich erkenne doch einige Situationen wieder. Ob nun von mir oder von anderen.

Schon vom Schreibstil ist es ein Jugendbuch, das mal auf vollkommen andere Art geschrieben ist. Die Sprache, Mariellas Gedanken - ich liebe die Art und die Formulierung einfach, andererseits könnte gerade dieser besondere und für mich sehr schöne Schreibstil, für so manchen Leser auf Dauer anstrengend werden. Ich persönlich finde es genau so wie es war einfach perfekt und würde gerade wegen des Schreibstils auch Erwachsenen das Buch ans Herz legen.

Es ist erstaunlich wie wenig Sprache im Sinn der wörtlichen Rede genutzt werden, oder wie wenig außerhalb von Mariellas Gedanken und ihrer Sichtweise passieren muss, um ein Buch dennoch spannend zu gestalten, denn langweilig war es nie. Ich schätze, es hat die optimale Länge für ein Buch über die Stille und ihrer Lautstärke. Und es schreit geradezu danach gelesen zu werden und etwas zu verändern.

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Veröffentlicht am 21.09.2020

Rezension zu Still! von Dirk Pope Grandios auf leise Weise erzählte Geschichte über die Folgen von Mariellas "Nichtsprechen"

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Mariella ist mit ihrer Mutter nach der Trennung ihrer Eltern in eine Kleinstadt gezogen. Leise war sie immer schon, aber nun ist sie still und das macht ihr Umfeld zu Hause und in der Schule nervös bzw. ...

Mariella ist mit ihrer Mutter nach der Trennung ihrer Eltern in eine Kleinstadt gezogen. Leise war sie immer schon, aber nun ist sie still und das macht ihr Umfeld zu Hause und in der Schule nervös bzw. eckt sie damit an. Die Lehrer und auch ihre Mitschüler fühlen sich dadurch provoziert und quasi in ihrer "Ruhe" gestört und das, obwohl Mariella keinen Ton von sich gibt. Mariella wird auf alle erdenklichen Arten von Lehrern und Mitschülern gequält/gemobbt. Als an Mariellas speziellem Lieblingsplatz ein Junge sitzt, kommt sie mit ihm ins Gespräch..... Stan macht es nichts aus, dass Mariella nicht spricht, denn er würde sie nicht hören, da er taub ist.

Geschichten über Mobbing... ja, die kennt man leider......denn sie gehören zum Alltag. Diese Geschichte handelt auch von Mobbing und dessen Folgen, aber sie ist ganz speziell durch die Protagonisten Mariella und Stan sowie durch den genialen Schreibstil, von dem ich ich nicht weiss, wie ich ihn richtig in Worte fassen kann. Mariella lässt mich teilhaben an ihren Eindrücken von ihrem Leben und ich kann quasie ihre Gedanken lesen. Dies geschieht schonungslos, offen, ehrlich, manchmal fast objekiv, was die Situationen deswegen umso furchtbarer macht. Sie führt imaginäre Gespräche und lässt mich gleichzeitig teilhaben an ihrem Kennenlernen mit Stan und dem Austausch ihrer Kurznachrichten mit teilweise philosophischen Charakter, doch gerade deswegen auch oft witzig. Ich mag überhaupt die Wortspiele, den Zynismus, ..... und bin gefühlt mitten in einer beginnenden Liebesgeschichte, als etwas unfassbar schreckliches passiert und mir schon beim Lesen die Tränen in die Augen schießen.

Dieser Roman lässt mich trotz vieler trauriger Szenen irgendwie auch hoffnungsvoll zurück. Selten hat mich ein Jugendroman derartig sprachlich und inhaltlich beeindruckt . Wenn ein Deutsch- und Sportlehrer. nämlich der Autor Dirk Pope, den Ort der Story zur Hälfte im Klassenzimmer und in der Sporthalle stattfinden lässt, ahne ich, dass er genau weiss, wovon er schreibt.

Dieses Buch würde sich hervorragend als Schullektüre eignen, denn allen wird der Spiegel vorgehalten - egal ob Schülernnen, Lehrernnen, Eltern oder dem sonstigen Umfeld. Was können wir alle tun, damit sich manches nicht wiederholt? Es ist nicht nur eine Geschichte über Ausgrenzung, über die Liebe, über die Frage...was ist Behinderung, sondern überhaupt wie gehen wir miteinander um.

...und alles ohne den erhobenen pädagogischen Zeigefinger....genial....Fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 18.09.2020

Großartiges Buch

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Marielle redet nicht, mit Niemandem, weil sich ihre Eltern getrennt haben. Und weil sowieso immer viel zu viel geredet wird aber keiner wirklich zuhört und sie auch keiner versteht. Doch dann begegnet ...

Marielle redet nicht, mit Niemandem, weil sich ihre Eltern getrennt haben. Und weil sowieso immer viel zu viel geredet wird aber keiner wirklich zuhört und sie auch keiner versteht. Doch dann begegnet sie Stan. Stan ist gehörlos und er akzeptiert Mariellas selektiven Mutismus. Gemeinsam finden sie eine gemeinsame Sprache und bestärken sich gegenseitig in ihrem Sein.

Meine Meinung:

Dieses Buch ist relativ kurz. Ich hab es an einem Nachmittag durchgesuchtet. Es hat mich direkt von der ersten Seite an begeistert. Ich finde Dirk Popes Schreibstil toll. Und ich finde es auch super, dass er sich mit dem Theme selektiver Mutismus und auch Misophonie auseinander setzt. Ich selber leide unter Misophonie und konnte mich oft wiederfinden. Auch finde ich Mariella als Person großartig. Ich liebe ihren Sarkasmus und die Ähnlichkeiten die wir gemeinsam haben. Ich hab eigentlich noch nie eine Protagonistin so gut verstanden wie sie.
Die Freundschaft mit Stan fand ich auch großartig mitzuerleben. In diesem Buch steckt so viel drin. Und, ganz wichtig:
Dieses Buch hat mich verstanden und andersherum.
Viel mehr möchte ich gar nicht sagen. Lest es selbst, findet raus was Mariella für eine tolle Person ist und findet euch in diesem Buch selbst wieder.

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Veröffentlicht am 17.09.2020

Manchmal bin ich sprachlos

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Mariella spricht nicht mehr. Irgendwann ist sie einfach still. Dabei finde ich es eher zweitrangig, aus welchem Grund sie sich gegen das Reden entschieden hat – ob sie sich dazu entschlossen hat, weil ...

Mariella spricht nicht mehr. Irgendwann ist sie einfach still. Dabei finde ich es eher zweitrangig, aus welchem Grund sie sich gegen das Reden entschieden hat – ob sie sich dazu entschlossen hat, weil ihre Eltern sich getrennt haben, weil niemand sie verstehen will oder weil ohnehin zu viel geredet wird. Mich fasziniert besonders, wie rigoros sie das durchzieht. Das stelle ich mir wirklich nicht einfach vor. Ob es ihre Mitschüler oder ihre Lehrer sind, egal wo sie unterwegs ist und wen sie trifft – nirgends verliert sie auch nur ein Wort. Damit stößt sie sehr häufig auf Unverständnis, was für mich unbegreiflich ist und worüber ich nur mit dem Kopf schütteln kann.
Dabei hat sie doch so viel zu sagen und das erzählt Dirk Pope in seinem Roman „Stille“ – bewundernswert, eindringlich und berührend, aber auch humorvoll, mit wunderbaren Worten und zauberhaften Wortspielereien.
Eine unerwartete Änderung in Mariellas Leben gibt es, als jemand an ihrem Lieblingsplatz sitzt. Der anfängliche Ärger, den sie spürt, wandelt sich bald, denn in dem gehörlosen Stan findet sie einen Freund, der sie so mag, wie sie ist. Irgendwie verstehen sie sich sofort und entdecken ihre eigene Art des Gesprächs. Sie erleben viel Schönes, doch es gibt auch traurige Situationen.
Mich hat die Geschichte von Mariella und Stan sehr berührt. Ich habe noch jetzt, wo ich die Rezension schreibe, das Gefühl, ich müsste ganz vorsichtig sein, um nichts zu zerstören.
Eines der bewegendsten Bücher, das ich in diesem Jahr gelesen habe – und eines, bei dem ich die fünf Sterne ganz fett drucken möchte, weil sie gar nicht ausreichen.
Ein grandioses Werk, das ich von Herzen gern weiterempfehle!

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