Cover-Bild Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
(7)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
19,99 €
inkl. MwSt
  • Verlag: Insel Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Familienleben
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 18.02.2026
  • ISBN: 9783458786665
Dita Zipfel

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt

Roman | Über die explosive Kraft zweier Frauen, die sich verbünden

Ein kraftvoller und abgründiger Roman, ebenso wütend wie zart, über weibliche Selbstbestimmung, über Körper und wem sie gehören, über das Kinderhaben und die Sehnsucht danach.

Nach diesem Urlaub, so ist der Plan, wird Linn ein perfekt gereifter Embryo eingesetzt und sie wird sein, was sie sich schon lange wünscht: schwanger. In den schicken Bungalow am Strand hat der Jugendfreund ihres Partners und wohlhabende Selfmademan Felix sie beide eingeladen. Während Matze und Felix sich mit Crémant betrinken, angeln gehen und versuchen, die Statusunterschiede zwischen ihnen zu ignorieren, beobachten sich die Frauen distanziert. Linn, zerrissen zwischen dem unbedingten Wunsch, Mutter zu werden, und dem Zweifel, ob sie das überhaupt kann, eine »gute« Mutter sein, blickt mit einer Mischung aus Neid und Widerwillen auf Eva, die geduldig mit ihrem Sohn buddelt, ihn eincremt und tröstet und Sandkörner aus Babyaugen wischt. Doch im Laufe der Urlaubstage entwickelt sich zwischen geflüsterten Gesprächen und heimlichem Kiffen eine Nähe, die festgefahrene Bilder ins Wanken bringt. Eva und Linn verschieben sachte die Regeln und werden mehr als Freundinnen: Sie werden Verbündete.

Weitere Formate

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.01.2026

Kinder, Kinder!

0

Zwei befreundete Paare machen zusammen Urlaub an der Côte d'Azur. Die einen haben Kinder, die anderen nicht, die einen sind reich, die anderen nicht.
Man erwartet von Anfang an, dass das Ganze in einer ...

Zwei befreundete Paare machen zusammen Urlaub an der Côte d'Azur. Die einen haben Kinder, die anderen nicht, die einen sind reich, die anderen nicht.
Man erwartet von Anfang an, dass das Ganze in einer Katastrophe endet und hofft gleichzeitig, dass es doch nicht so ist. Der Schluss ist dann ganz überraschend, völlig anders als von mir erwartet. Ehrlich gesagt habe ich ihn nicht zu hundert Prozent verstanden.
Man lernt die vier Personen im Lauf des Buches sehr gut kennen, mit ihren jeweiligen Gedanken und Wünschen. Zwischendurch tritt auch noch die Putzfrau und Gärtnerin auf, die wiederum einen völlig anderen Lebenshintergrund als die beiden deutschen Paare hat.
Hauptthema des Buches ist der Kinderwunsch, und obwohl mich dieses Thema persönlich zur Zeit so gar nicht beschäftigt, hat mich das Buch total gepackt.
Ich habe den dünnen Roman mit seinen nur 219 Seiten fast in einem Rutsch durchgelesen, konnte gar nicht aufhören, weil mich die Personen, obwohl sie mir nicht unbedingt sympathisch waren, sehr angesprochen haben. Und sie werden mich sicher auch nach Ende der Lektüre noch eine Weile begleiten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2026

Wenn Mutterschaft zur Kampfzone wird

0

Mit „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ legt Dita Zipfel einen kraftvollen Gegenwartsroman vor, erschienen im Insel Verlag. Erzählt wird von zwei Paaren, die gemeinsam Urlaub an der Côte d’Azur ...

Mit „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ legt Dita Zipfel einen kraftvollen Gegenwartsroman vor, erschienen im Insel Verlag. Erzählt wird von zwei Paaren, die gemeinsam Urlaub an der Côte d’Azur machen und von zwei Frauen, deren Leben unterschiedlicher kaum sein könnten. Linn steht kurz vor einer weiteren IVF-Behandlung, Eva ist bereits Mutter zweier Kinder. Zwischen Sommerhitze, Gesprächen am Strand und unterschwelligen Spannungen entfaltet sich ein Roman über Mutterschaft, Körper, Klassenunterschiede und weibliche Selbstbestimmung.

Meine Meinung

Ich wollte dieses Buch zuerst nicht lesen. Nicht noch ein Roman über (unerfüllte) Mutterschaft, dachte ich. Nicht weil das Thema nicht wichtig ist oder es nicht super Bücher dazu gibt ("Im Leben nebenan", "Eva" und "Der Schlaf der anderen" - I am looking at you), aber weil ich in letzter Zeit einfach viel zu dem Thema gelesen hab. Tja...und dann hat mich doch etwas gereizt. Was soll ich sagen: Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. Zipfels Text macht es einem leicht und gleichzeitig schwer, wegzuschauen.

Formal lebt der Roman von kurzen Kapiteln, wechselnden Perspektiven (Linn, Eva, Matze, Felix, Latifa), vielen unausgesprochenen Konflikten und einer großen inneren Spannung. Es hat mich vom Schreibstil her sehr an "Blaues Wunder" von Anne Freytag erinnert, auch wenns thematisch ganz anders ist. Besonders gelungen finde ich, wie präzise Zipfel soziale Unterschiede und Klassenbewusstsein beobachtet, etwa in scheinbar beiläufigen Momenten: „Vielleicht ist es ein Privileg der Reichen, vom Interieur in Ruhe gelassen zu werden.“ (S. 8)

Inhaltlich geht es natürlich um Kinderwunsch und Mutterschaft aber eben nicht nur. Es geht um weibliche Körper als Projektionsflächen, um Schuld, Angst und Kontrolle. Um Männer, die Raum einnehmen, ohne ihn zu hinterfragen. Und um Frauen, die lernen, sich zu verbünden.

Ein kleiner Kritikpunkt bleibt für mich die Orientierung: Die Perspektivwechsel sind raffiniert, aber nicht immer klar gekennzeichnet. Kapitelüberschriften mit Namen hätten mir stellenweise geholfen. Trotzdem: Die psychologische Tiefe der Figuren und der kammerspielartige Aufbau tragen den Roman souverän.

Fazit

"Es ist hell und draußen dreht sich die Welt" ist ein wütender, stringent erzählter und sehr gegenwärtiger Roman über Mutterschaft, Macht und weibliche Solidarität. Für alle, die feministische Gegenwartsliteratur, psychologisch dichte Texte und Sally-Rooney-eske Kammerspiele mögen. Kein Wohlfühlbuch, aber eins das man nicht weglegen kann. Danke an Vorablesen.de und den Insel Verlag für das Rezensionsexemplar.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.02.2026

Ungewöhnlich

0

Mich hat das Buch gleich am Anfang gefesselt, als Linn sich im gemeinsamen Ferienhaus umsieht und denkt etwas stimmt nicht, bis sie die Erkenntnis trefft, dass sie es ist, die nicht passt.

Sie ist im ...

Mich hat das Buch gleich am Anfang gefesselt, als Linn sich im gemeinsamen Ferienhaus umsieht und denkt etwas stimmt nicht, bis sie die Erkenntnis trefft, dass sie es ist, die nicht passt.

Sie ist im Urlaub mit dem reichen Kindheitsfreund ihres Mannes und dessen perfekten Ehefrau, Eva, und ihren zwei Kindern, während sie selbst erfolglos versucht ein Kind zu bekommen.

Ich habe mich dann aber schwer getan mit der Geschichte, so wenig konnte ich Linn nachvollziehen, die, voll mit unterdrückter Wut, ständig merkwürdig unüberlegte Dinge sagt und tut. Eher verstehen konnte ich vielleicht noch Eva, mit ihrer sie selbst erschöpfenden Suche nach Perfektion. Während die Ehemänner an allem eher unbeteiligt wirken. Wobei zum Ende klar wird, das auch der Reiche und entspannte Felix mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat.

Dennoch fasziniert das Buch. Es ist mit seinen kurzen Kapiteln schnell zu lesen und immer wieder so Sätze, die einem zum nachdenken anregen. Vielleicht muss man die Personen nicht verstehen oder sympathisch finden sondern kann sich einfach an der Sprache und der Absurdität erfreuen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.02.2026

Ein intensives Kammerspiel über Freundschaft, Grenzen und Weiblichkeit

0

„Weil sie ein bisschen stolz war auf ihre Fähigkeit, einen Unterschied zu machen, statt immer nur das Nötigste, damit alle überleben. Seit wann war sie so sehr damit beschäftigt? So beschäftigt damit, ...

„Weil sie ein bisschen stolz war auf ihre Fähigkeit, einen Unterschied zu machen, statt immer nur das Nötigste, damit alle überleben. Seit wann war sie so sehr damit beschäftigt? So beschäftigt damit, Bedürfnisse zu befriedigen, dass darüber hinaus nichts mehr möglich war. Es gibt so viele Bedürfnisse. Unendlich viele. Befriedigt man eins, kommen drei nach, und wer kann entscheiden, welches ignoriert werden darf, ja, vielleicht sogar sollte?" (S. 110)

Der Roman „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt" von Dita Zipfel fühlt sich beim Lesen wie ein intensives Kammerspiel an. Zwei Paare reisen gemeinsam in den Urlaub nach Südfrankreich: das eine mit ihren beiden Kindern, gut situiert und Gastgeber; das andere Paar mit unerfülltem Kinderwunsch. Die Männer sind seit Schulzeiten eng befreundet. Die Frauen nähern sich zunehmend aneinander an, dabei so unterschiedlich – die eine fast archaisch-wild. Die andere in ihrer weichen Art vordergründig zufrieden-angepasst.
Die Sprache ist kraftvoll und zugleich auch irgendwie zart. Die Annäherung zwischen Eva und Linn hat mich an den französischen Film „Liebe mich, wenn du dich traust" aus dem Jahre 2003 erinnert: dieses sich gegenseitige Antreiben, über Grenzen bringen, immer ein bisschen am Rande des Wahnsinns.
Was mir besonders gefallen hat, war die Darstellung der beiden unterschiedlichen Frauenfiguren. Beide so besonders und speziell, dass es eine Freude war, ihnen in ihren Gedankengängen zu folgen, die zugleich so vertraut sind. Sie als Leserin bei ihren Taten zu begleiten, die zum Teil nachvollziehbar sind, hat sich mitunter irritierend angefühlt.
Das Ende kam für mich tatsächlich etwas abrupt und hat mich mit hundert Fragezeichen im Kopf zurückgelassen. Ich hätte mir ein anderes Ende gewünscht – andererseits passt es irgendwie auch wieder sehr gut zu den beiden Frauen mit ihrer in sich schlummernden ungezähmten Wildheit. Letztendlich war es wie eines dieser Bühnenstücke, bei dem am Ende alle nackt über die Bühne laufen und sich gegenseitig mit Tomaten bewerfen und man als Zuschauer sich fragt: Was will die Autorin uns damit sagen? Es ist auf jeden Fall ein emotionales Leseerlebnis, zum Teil wild, dann wieder überraschend feinfühlig. Und auch die Fragezeichen, die die Autorin zum Ende mit Wucht platziert, hallen noch nach.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.03.2026

Intensiv und feministisch

0

Felix, erfolgreich, wohlhabend und selbstbewusst und mit einer jungen, schönen und fruchtbaren Frau namens Eva liiert sowie zwei Kindern, lädt seinen besten Freund Matze, wenig erfolgreich und finanziell ...

Felix, erfolgreich, wohlhabend und selbstbewusst und mit einer jungen, schönen und fruchtbaren Frau namens Eva liiert sowie zwei Kindern, lädt seinen besten Freund Matze, wenig erfolgreich und finanziell sehr viel weniger gut gestellt und dessen Frau Linn, älter, nicht so schön und vor allem ungewollt kinderlos, in einen Luxusurlaub nach Südfrankreich ein. Während sich die Männer – klischeehaft männlich – alle Unterschiede ignorierend mit Crémant betrinken und angeln gehen, beobachten die Frauen sich und ihre Haltungen distanziert. Derweil Eva scheinbar in ihrer Mutterrolle aufgeht, ist Linn zerrissen zwischen dem Wunsch, mit einer weiteren künstlichen Befruchtung endlich Mutter zu werden und der Frage, ob sie überhaupt eine „gute“ Mutter sein kann…..

Die Autorin Dita Zipfel hat neben Romanen auch Drehbücher und Theaterstücke geschrieben, und „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ wirkt wie ein Kammerspiel mit seinen vier (oder genauer gesagt fünf) Darsteller*Innen in einer französischen Luxusvilla, ohne Statisterie und ohne Dekorationsaufwand; ausgenommen der gelbe Kanarienvogel, der die Titelseite ziert und auch als Symbol im Roman wirkt.

Die Kapitel sind kurz, genau wie die knappen Sätze und die manchmal fast sperrig wirkende Sprache. Dazu kommen viele Perspektivwechsel, die nicht gekennzeichnet sind und teilweise sehr abrupt wirken. Dennoch zeichnet Dita Zipfel ein klares Bild von ihren Figuren, ihren Gedanken und Wünschen; vieles entwickelt sich zwischen den Zeilen und lässt Raum für Interpretationen, dazu kommt eine starke Symbolik, mit der sich weiter befasst werden kann.
Obgleich die Themen um Kinderwunsch und die Frage einer „guten“ Mutter nicht (mehr) mein Thema sind, konnte mich dieser Roman absolut in seinen Bann ziehen mit seiner Intensität.

Während die Männer in ihren vertrauten Mustern bleiben und ihre zugewiesenen Rollen annehmen, stehen die Frauen im Mittelpunkt: sie beobachten, hadern mit sich und anderen, setzen sich mit dem Erfahrenen auseinander und planen schließlich ihre Zukunft. Aus Neid und Missgunst entwickeln sich im Laufe der Zeit Verständnis, Respekt und Solidarität bei Eva und Linn; schließlich werden sie sogar zu Verbündeten. Insbesondere die Frauen bestechen durch die einfühlsam beschriebenen Gedanken und Handlungen, ihre authentische Mehrdimensionalität und ihre Zerrissenheit sowie ihre mehr oder weniger offen gezeigte Wut. Und auch, wenn mir Linn vornehmlich unsympathisch blieb mit ihrer offen gelebten Female Rage und irritierenden Handlungen, war ihre Rolle durchaus nachvollziehbar und regte zum Nachdenken an.

Es ist beachtlich, wie viele Themen Dita Zipfel auf gerade einmal gut 200 Seiten abhandelt: Rollenbilder, patriarchale Strukturen, Weibliche Selbstbestimmung, Muttersein und ungewollte Schwangerschaften, die Belastungen künstlicher Befruchtungen, psychische Erkrankungen, weibliche Wut und gesellschaftliche Regeln. Gut beobachtet von der Autorin und mit feinen Zwischentönen kraftvoll erzählt. Für mich passte auch das einigermaßen überraschende Ende und viele offene Fragen absolut zu diesem Roman, der dahin reicht, wo es wehtut.

Ein Buch, das mich bewegt hat und noch lange nachhallt, aber das sicherlich polarisiert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere