Cover-Bild Schleifen
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Zsolnay, Paul
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 416
  • Ersterscheinung: 27.01.2026
  • ISBN: 9783552075887
Elias Hirschl

Schleifen

Roman
Nach »Content« der neue Roman von Elias Hirschl – »Ein großer Ideenroman von einem der beglückendsten Autoren der Gegenwart.« Clemens J. Setz

Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In Otto Mandl, einem genialen Mathematiker, findet die junge Franziska ihren Seelenverwandten. Sie lernt, sich mit Wörtern aus toten Sprachen gegen ihr Leiden zu immunisieren. Die beiden entwickeln eine absolute Sprachbesessenheit und forschen fortan und bis an alle denkbaren Grenzen gemeinsam nach der perfekten Sprache.
»Schleifen« ist ein großer, ein kluger Roman über die Macht und den Einfluss von Sprache auf unser Leben, der richtig Spaß macht beim Lesen. Immer wieder stellt sich bei Elias Hirschl das schier Unglaubliche als wahr heraus, und der Rest ist extrem gut erfunden.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.02.2026

Lesenswert

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Elias Hirschl hat mit „Schleifen“ ein Buch geschrieben, das mich richtig erwischt hat – nicht wegen komplizierter Theorie, sondern weil es zeigt, wie sehr Sprache unter die Haut gehen kann. Die Idee, dass ...

Elias Hirschl hat mit „Schleifen“ ein Buch geschrieben, das mich richtig erwischt hat – nicht wegen komplizierter Theorie, sondern weil es zeigt, wie sehr Sprache unter die Haut gehen kann. Die Idee, dass Franziska jedes Wort direkt als Krankheit am eigenen Körper spürt, ist einerseits kreativ verrückt und gleichzeitig total beklemmend. Man fühlt beim Lesen richtig mit, wie schutzlos sie ihrer eigenen Wahrnehmung ausgeliefert ist.

Zusammen mit dem Mathematiker Otto Mandl flüchtet sie sich in die Logik, um sich gegen die Welt zu immunisieren. Das ist mal spannend, mal aber auch sehr traurig, weil man merkt, dass die beiden eine Rettung suchen, die es vielleicht gar nicht gibt. Hirschl schreibt das so leichtfüßig, dass man den Wiener Kreis fast vergisst und einfach nur wissen will, ob die beiden in ihren „Sprach-Schleifen“ glücklich werden. Ein kluges Buch, das einen emotional ordentlich durchschüttelt.

Veröffentlicht am 31.01.2026

Ungewöhnlich

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Ich habe die Vorgängerromane des Autors Elias Hirschl nicht gelesen , aber davon viel Gutes gehört.
Das Cover erschien mir zunächst wenig aussagekräftig, der Titel ebenso.
Kurz zum Inhalt:
Franziska Denk ...

Ich habe die Vorgängerromane des Autors Elias Hirschl nicht gelesen , aber davon viel Gutes gehört.
Das Cover erschien mir zunächst wenig aussagekräftig, der Titel ebenso.
Kurz zum Inhalt:
Franziska Denk leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, dass sie mitbekommt, ereilt sie sofort. In dem Mathematiker Otto Mandl findet Franziska einen Seelenpartner und sie lernt sich mit Wörtern aus toten Sprachen zu immunisieren. Die beiden sind absolut sprach besessen und forschen nach der perfekten Sprache.
Aber natürlich kann diese Inhaltsangabe in keinster Weise widergeben , was wirklich in diesem Roman passiert. Es hat auch ein paar Seiten gedauert , ehe ich mich entschieden habe , weiter zu lesen. Die Geschichte ist schon ganz schön schräg, aber das Durchhalten hat sich auf jeden Fall gelohnt. Man muss sich beim Lesen schon richtig konzentrieren , denn das Buch dreht sich um sprachphilosophische Fragen.
Es ist faszinierend, wie der junge Autor Sprache, Philosophie und Naturwissenschaften miteinander verbindet . Sprache ist bei ihm viel mehr als nur ein Mittel zur Kommunikation, es ist Experiment, Machtmittel und Sucht und so viel mehr , als wir zunächst glauben. Und das schafft er alles in einer leichten , schon fast spielerischen Schreibweise.
Hirschl schreibt einen klugen Roman, dessen Inhalt man sich zunächst erarbeiten muss , der aber zunehmend Spaß macht und nachwirkt.

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Die Vermessung der Sprache - Ein origineller, aber herausfordernder Roman

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MEINE MEINUNG
Elias Hirschls neuer Roman "Schleifen" ist ein hochkomplexes, intellektuell höchst herausforderndes Werk von seltener Eigenwilligkeit, das geschickt zwischen Sprachtheorie, Gesellschaftssatire ...

MEINE MEINUNG
Elias Hirschls neuer Roman "Schleifen" ist ein hochkomplexes, intellektuell höchst herausforderndes Werk von seltener Eigenwilligkeit, das geschickt zwischen Sprachtheorie, Gesellschaftssatire und absurdem Witz changiert. Es quillt über vor originellen Einfällen, groteske Sprachspielereien, bissiger Ironie und subversiver Gesellschaftskritik. Nach seinem viel beachteten Roman Content widmet sich Hirschl nun der Sprache selbst als Grundlage von Erkenntnis Verständigung und Macht, als Instrument der Kontrolle aber auch der Rebellion. Der Roman fordert uns durch seine sprachliche Virtuosität, die labyrinthischen Gedankenschleifen und philosophischen Exkurse heraus, belohnt uns aber auch mit einer Fülle an Ideen, schwarzem Humor und gedanklicher Schärfe.

Im Mittelpunkt steht zunächst die 1936 in Wien geborene Franziska Denk, eine passionierte Sprachforscherin mit einer merkwürdigen Krankheit. Sie entwickelt die Krankheitssymptome von historischen Seuchen und Leiden bis hin zu imaginären Gebrechen, sobald sie von ihnen liest oder hört. Ihre Begegnung mit dem lernt die den Mathematiker und Logikexperten Otto Mandl im Umfeld des Wiener Kreises bildet den Ausgangspunkt für ein für ein Gedankenspiel über Zeichen, Logik und die Grenzen der Verständigung. Gemeinsam suchen sie nach einer vollkommenen, „heilenden“ Sprache, die als Kommunikationsform ohne Mehrdeutigkeit und Ansteckung durch Irrtum oder Emotion dienen soll. Was zunächst mit der allmählichen Abschaffung der Schriftsprache als ein absurdes Gedankenspiel beginnt, entwickelt sich immer mehr zu einem überzeichneten, dystopischen Zukunftsszenario. Diese Welt kennt keine Worte mehr, Medikamente löschen Gedanken und Emotionen und stumme Extremisten übernehmen die Macht.
Mit spürbarer Freude an gedanklicher Übertreibung entfaltet Hirschl eine bitterböse Parabel auf den Zustand moderner Gesellschaften. So führt er uns die gesellschaftliche Verflachung und den Verlust kollektiver Vernunft in einer Welt vor Augen, in der Kommunikation zwar ständig stattfindet, aber absolut bedeutungslos ist
Vom esoterischen Ministaat „Wodot“ über totalitäre Pseudoreligionen bis zu einem Regime sprachloser Fanatiker spannt sich eine Satire, die in ihrer Überzeichnung erschreckend gegenwärtig wirkt. Hirschl seziert den Kult um Selbstoptimierung, die Ersatzreligion der Kommunikation und die naive Sehnsucht nach Eindeutigkeit in einer Welt aus Rauschen. Gekonnt zeigt er mit seiner satirischen Verdichtung auf, wie moderne Sinnsuche ins Sinnlose kippt. Gleichzeitig entlarvt er die Sprache der Wissenschaft und Kunst als ein hochkomplexes System, das sich als ein intellektuelles Perpetuum mobile der Selbstbezüglichkeit.im Kreis dreht. Geschickt demonstriert der Autor in der köstlich überdrehten Kafka-Episode, wie die irrationale Lust am Überinterpretieren jede Grenze zwischen Fakt und Fiktion verwischt und Analysewut selbst zur Krankheit werden kann.
Voller sprachlicher Finessen, überbordender Kreativität und humorvoller Ideen führt Hirschl uns durch ein beeindruckendes Kaleidoskop aus überschäumenden, provokanten Gedankenexperimenten. Fiktive Quellenangaben, anagrammatische Spiegelungen, mathematisch-linguistische Rätsel, ausufernde Fußnoten sowie die wiederkehrende, den Titel widerspiegelnde Schleifen-Metapher bilden ein dichtes Netz aus subtilen Anspielungen. Die Geschichte windet sich in Schleifen, reflektiert sich selbst, widerspricht sich und schafft gerade dadurch eine faszinierende Dynamik. Trotz aller der inhaltlichen Dichte bleibt dieser anspruchsvolle Roman erstaunlich unterhaltsam, getragen von pointierter Sprache, feinem Humor und einer fast spielerischen Intelligenz, und regt darüber hinaus sehr zum Innehalten und Nachdenken an.

FAZIT
Ein brillantes, überbordendes und zugleich beunruhigendes Sprachkunstwerk über Sinn, Wahn und die Macht des Wortes – ein Roman, der fordert, manchmal überfordert, aber all jene reich belohnt, die sich auf dieses vielschichtige Leseerlebnis einlassen und bereit sind, in seine endlosen Schleifen einzutauchen.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Eine denkwürdige Reise durch die Welt der Sprache und Mathematik

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Zu Beginn wusste ich nicht, was ich von diesem Roman halten sollte, und selbst nach der letzten Seite blieb die Frage: Ist das wahnsinnig intelligent oder einfach nur wahnsinnig? Am Ende habe ich beschlossen, ...

Zu Beginn wusste ich nicht, was ich von diesem Roman halten sollte, und selbst nach der letzten Seite blieb die Frage: Ist das wahnsinnig intelligent oder einfach nur wahnsinnig? Am Ende habe ich beschlossen, dass es wohl beides ist – und genau darin liegt seine Stärke.

Sprachlich ist Schleifen ein faszinierendes Experiment. Hirschl macht Sprache nicht nur zum Thema, sondern zum strukturellen Prinzip des Romans. Sie ist hier kein neutrales Transportmittel von Bedeutung, sondern eine Kraft mit realen Konsequenzen. Franziskas Krankheit – die Fähigkeit, Symptome zu übernehmen, von denen sie liest oder hört – wirkt zunächst wie eine bizarre Idee, verliert jedoch schnell ihre rein medizinische Dimension. Sie wird zum literarischen Beweisstück dafür, dass Sprache Wirklichkeit erzeugt.

Je weiter die Handlung voranschreitet, desto deutlicher verschiebt sich der Fokus: Es geht nicht mehr um Krankheit im engeren Sinn, sondern um die Macht der Begriffe, um Diskurse, um Konstruktion. Sprache infiziert, strukturiert, verformt. Und genau hier entfaltet der Roman seine verstörende Aktualität. In Zeiten von Fake News, algorithmischer Echokammern und polarisierenden Wahlkämpfen liest sich dieses Buch wie ein intellektueller Stresstest: Was ist Fakt, was ist Behauptung, was ist bloße rhetorische Simulation von Wahrheit?

Immer wieder musste ich beim Lesen austarieren, ob der Text mich bewusst in die Irre führt oder ob er mir einen philosophischen Kern präsentiert. Diese Ambiguität ist kein Nebeneffekt, sondern spielt sich auf mehreren Ebenen ab: erzählerisch, essayistisch, meta-reflexiv. Er spielt mit wissenschaftlichen Anmutungen, mathematischen Exkursen und sprachphilosophischen Gedankengängen, ohne je ganz preiszugeben, ob wir uns noch im Feld der Erkenntnis oder bereits im Reich der Konstruktion befinden.

Gerade diese Doppelbewegung – zwischen intelligenten Gedankenausflügen und absurder Überzeichnung – macht das Leseerlebnis so intensiv. Das Buch ist unterhaltsam und anstrengend zugleich. Es ist witzig, teilweise urkomisch in seinen sprachlichen Volten, und gleichzeitig erschreckend präzise in seiner Analyse diskursiver Mechanismen. Man liest nicht einfach eine Geschichte, sondern bewegt sich durch gedankliche Schleifen, die das eigene Denken spiegeln und infrage stellen.

Für mich ist Schleifen ein Roman, wie ich ihn bislang nicht gelesen habe. Intelligent und absurd, fordernd und faszinierend. Er richtet sich an Alle die bereit sind, sich auf eine Metaebene einzulassen – auf ein Nachdenken über Sprache selbst, über ihre Macht und ihre Gefährlichkeit.

Am Ende bleibt ein Gedanke, der lange nachhallt: Vielleicht sind selbst die vermeintlichen Grundmauern unserer Gedankenwelt keine festen Strukturen, sondern bewegliche Konstruktionen. Vielleicht ist selbst Mathematik nicht der letzte sichere Hafen, sondern ebenfalls ein philosophisch aufgeladener, mitunter prekärer Raum. Und vielleicht wissen wir tatsächlich weniger, als wir glauben – und erzählen uns die Welt nur so, wie sie uns gerade passt.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Sprache und ihre Macht

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Elias Hirschls Roman „Schleifen“ hat mich durch sein kunstvoll verziertes Cover magisch angezogen. Die Geschichte spielt in Wien vor Hundert Jahren. Die junge Protagonistin Franziska Denk leidet an einer ...

Elias Hirschls Roman „Schleifen“ hat mich durch sein kunstvoll verziertes Cover magisch angezogen. Die Geschichte spielt in Wien vor Hundert Jahren. Die junge Protagonistin Franziska Denk leidet an einer seltsamen Krankheit. Jede Krankheit von der sie hört, wird auf sie körperlich übertragen und die Symptome dieser Krankheit treten bei ihr auf. Ihre Krankheit und ihr Leben ändern sich erst, als sie den späteren Mathematiker Otto Mandl kennenlernt. Mandl ist wissenschaftlich sehr interessiert und entwickelt zusammen mit Franziska eine eigene Sprache, die verhindert, dass Krankheiten weiterhin physisch auf Franziska übertragen werden. Der Roman ist ein wunderbarer Roman über Spracheund die Macht, die diese hat.Er ist nicht leicht zu lesen, aber wenn man sich darauf eingelassen hat, wunderschön.

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