Cover-Bild The Doll Factory
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Eichborn
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 416
  • Ersterscheinung: 27.03.2020
  • ISBN: 9783847900436
Elizabeth Macneal

The Doll Factory

Roman
Eva Bonné (Übersetzer)

London, 1850. Iris schuftet unter harten Bedingungen in einer Puppenmanufaktur, doch heimlich malt sie Bilder und träumt von einem Dasein als Künstlerin. Als sie für den Maler Louis Frost Modell stehen soll und von ihm unterrichtet wird, eröffnet sich ihr eine völlig neue Welt: Künstlerische Meisterschaft, persönliche Entfaltung und die Liebe zu Louis stellen ihr Leben auf den Kopf. Sie ahnt jedoch nicht, dass sie einen heimlichen Verehrer hat. Einen Verehrer, der seinen ganz eigenen, dunklen Plan verfolgt.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2020

Kongenial, aber mir zu viel

1

Für die Konzeption und den Aufbau der bedrückenden Atmosphäre zolle ich der Autorin allerhöchsten Respekt; für mich waren die Abgründe der menschlichen Psyche in Kombination mit dem alltäglichen Leid, ...

Für die Konzeption und den Aufbau der bedrückenden Atmosphäre zolle ich der Autorin allerhöchsten Respekt; für mich waren die Abgründe der menschlichen Psyche in Kombination mit dem alltäglichen Leid, Dreck und Elend jedoch zu viel, das beklemmende Gefühl minderte mein Lesevergnügen erheblich.


Mit Beenden des Buches schwirrten mir viele Worte im Kopf herum - bedrückend, krank, widerwärtig, ekelerregend, erschreckend, scheußlich... doch nach dem ich meiner Mutter von meinen Leseeindrücken erzählt hatte, konnte ich meine Gedanken sortieren:

Von der ersten Seite an hatte ich Schwierigkeiten mit dem Schreibstil - Präsenz ist einfach nicht meine liebste Erzählform und immer wieder stolperte ich darüber; es wollte einfach nicht zu historischem Schauplatz und Zeit passen. Zudem war die Sprache auch immer mal wieder vulgär und in meinen Augen unpassend neumodisch.

Dennoch konnte mich das Buch fesseln - zwar war durch den Klappentext von Anfang an klar, worauf die Geschichte hinauslaufen würde bzw. von welchem Charakter unerwartete Entwicklungen zu erwarten sind, und dennoch löste das über allem schwebende Damoklesschwert einen Lese-Sog aus. War mir das Setting und seine Beschreibung auch oft zu dick aufgetragen, zu ekelerregend, so schuf die Autorin Macneal damit auch eine bedrohliche Stimmung, eine schauerliche Ahnung zukünftigen Leids.

Und obwohl ich eben wusste, wer für dieses Leid verantwortlich sein würde, war ich doch über die Entfaltung des Wahnsinns überrascht; hatte das Verstörende unter der Oberfläche trotz Andeutungen nicht vollständig erahnen können. Wie die Elizabeth Macneal hier Schicht für Schicht das kranke Innere ans Licht bringt, immer wieder mit Symbolen und Metaphern in den verschiedenen Erzählsträngen arbeitet, um sie alle zu einem furchtbaren Ende zu führen - Hut ab für diese Leistung!

Als Kunstlaie ließen mich die Schwärmereien für Farben, Licht und Formen zwar kalt; ein künstlerischer Geist dürfte jedoch Freude an den Beschreibungen und der vermittelten Liebe zu den schönen Künsten finden. Gefallen hat mir hingegen die Liebesgeschichte, die sich ganz zart und langsam entwickelt, von stiller Zuneigung und Wertschätzung getragen.

Enttäuscht hat mich dann jedoch das abrupte Ende und das quasi nicht existente 1-Satz-Nachwort - bei dem historischen Kontext hätte ich mir viel mehr Erläuterungen der Autorin gewünscht, als nur die Anmerkung zum Nachnamen einer Nebenfigur! Dass es Präraffaelische Bruderschaft tatsächlich gegeben hat, dass Louis und seine Werke nur eine künstlerische Freiheit waren, Hintergrundinformationen zur Weltausstellung in London 1851... Schade!

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Veröffentlicht am 29.03.2020

Ausbaufähig

1

Dieses Buch war für mich die reinste Achterbahn. Als ich es begann war ich hellauf begeistert, da die Autorin einen Ton anschlug, der mir richtig gut gefiel. Es war eine Mischung aus dem was man den Damen ...

Dieses Buch war für mich die reinste Achterbahn. Als ich es begann war ich hellauf begeistert, da die Autorin einen Ton anschlug, der mir richtig gut gefiel. Es war eine Mischung aus dem was man den Damen damals lehrte, wie auch den Herren, und einem derben Unterton, den ich so vermutlich nicht erwartet hätte. Doch irgendwie wurde es dann komisch. Der Weg von der Puppenmanufaktur zur Künstlerin ist ein recht langer. Die Seiten werden gefüllt mit diversen Wiederholungen, die mir dann irgendwann mehr auf die Nerven gingen als das sie mich unterhielten. So kam es, dass mich die ersten knapp hundert Seiten begeisterten, danach musste ich mich bis Seite 250/300 durch Quälen und dann kam das was ich erwartet hatte. Wobei ich sagen muss, dass ich auch hier mehr erwartet hätte. Auf der einen Seite sind die Beschreibungen sehr detailliert, die Atmosphäre spitze, aber an einigen Stellen, an denen es wirklich darauf ankam, wurde so gar nichts transportiert.

Gegen Ende gibt es einige Szenen, die wirklich Spannung aufbauen könnten, Emotionen hervorrufen, einen Fingernägel kauen lassen, aber all das blieb aus und das fand ich wirklich schade. Während die Autorin den Zwist zwischen den Schwestern, Iris und Rose, bis aufs Kleinste schafft zu vermitteln – trotz der häufigen Wiederholungen – so hat sie, aus meiner Sicht, im entscheidenden Moment versagt. Liebe und Sehnsucht konnte sie sehr gut vermitteln, keine Frage, selbst den Wahn des Verehrers schaffte sie zweitweise gut zu betonen, aber als es darauf ankam, fehlte mir einfach was.

Auch die Charaktere selbst fand ich etwas fragwürdig. Einmal waren sie sehr schön gezeichnet und ich hatte das Gefühl Zugang zu haben, aber dann war da wieder so gut wie nichts. Vielleicht lag es daran, dass es das Debüt der Autorin ist, das weiß ich nicht. Sie zeigt auch klar, dass sie es kann, aber irgendwie fehlte mir die Konstante. Die Geschichte selbst fand ich recht schön, wenn auch etwas vorhersehbar und konstruiert. Der Schreibstil an sich war glücklicherweise gut und schön zu lesen. Wie schon erwähnt, war auch die Atmosphäre meist sehr gut getroffen. Besonders gut gefiel mir das Ende, da erst durch den Epilog das eigentliche  Ende klar wird und selbst dort wird nicht zu viel verraten. So bleibt genügend Spielraum um sich eigene Gedanken dazu zu machen. 

Fazit:

Eine interessante Geschichte, deren Ausführung etwas besser hätte sein können, aber dennoch passabel unterhalten hat.