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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Luchterhand
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 256
  • Ersterscheinung: 12.11.2018
  • ISBN: 9783630875286
Elizabeth Strout

Alles ist möglich

Roman
Sabine Roth (Übersetzer)

In ihrem neuen Roman erzählt Elizabeth Strout unvergessliche Geschichten über die Menschen einer Kleinstadt, die sich nach Liebe und Glück sehnen, aber oft Kummer und Schmerz erleben.

Da sind zwei Schwestern: Die eine gibt für die Ehe mit einem reichen Mann ihre Selbstachtung auf, während die andere sich von einem Buch dazu inspirieren lässt, ihr Leben zu ändern. Der Hausmeister der Schule will einem Außenseiter helfen und stürzt dabei in eine Glaubenskrise; eine erwachsene Frau sehnt sich immer noch wie ein Kind nach der Liebe ihrer Mutter. Und eine in New York erfolgreiche Schriftstellerin kehrt nach siebzehn Jahren zum ersten Mal in ihre Heimat zurück, um ihre Geschwister zu besuchen.

Die ganze Bandbreite menschlicher Gefühle, von Hass und Neid, Einsamkeit und Wut bis zu innigster Menschenliebe entfaltet sich in diesen Familiengeschichten. Es sind Geschichten über die Natur des Menschen in all seiner Verletzlichkeit und Stärke, über die unendliche Vielfältigkeit des Lebens.



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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2019

Alles ist möglich

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Ich muss zugeben, dass ich mich mit der ersten und zweiten Geschichte etwas schwer getan habe. Es entstand kein so richtiger Lesefluss und ich holperte mehr als ich las. Dann hatte ich einen freien Nachmittag ...

Ich muss zugeben, dass ich mich mit der ersten und zweiten Geschichte etwas schwer getan habe. Es entstand kein so richtiger Lesefluss und ich holperte mehr als ich las. Dann hatte ich einen freien Nachmittag und gab dem Buch noch einmal eine Chance und einen Neustart. Ich musste einfach länger abtauchen können, länger an der Geschichte bleiben, um die vielen kleinen Details im Kopf zu verankern, um dann die nächste Geschichte besser verstehen zu können. Einmal im Lesefluss macht dieses Buch Spaß.

Viele kleinere Geschichten über Menschen, die mehr oder weniger in ihrem Leben und in der Kleinstadt gefangen sind. Die Geschichten fügen sich jedoch immer mehr zusammen und am Ende hat man das Gefühl jeden Einzelnen in der Kleinstadt zu kennen. Man weiß nicht nur ihre Namen und ihr Aussehen, sondern auch ihre tiefen Gefühle, ihre Vergangenheit und ihre Probleme.

Elizabeth Strout schreibt schnörkellos und mit ganz klaren Worten. Sie lässt tief in das Innere der Charaktere schauen und manchmal möchte man gar nicht so viel trauriges, wütendes und enttäuschtes hören. Aber man fängt an nachzudenken und zu reflektieren. Es ist keine leichte Kost, aber doch mit einem kleinen Sinn für Humor und einen guten Gespür für Menschen.

Veröffentlicht am 19.01.2019

Berührende Einblicke

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Elizabeth Strout beschreibt in „Alles ist möglich“ das Leben einer Handvoll Menschen in der fiktiven Kleinstadt Amgash in Illinois, inmitten des „Corn Belt“, wo die Menschen vom Anbau von Sojabohnen und ...

Elizabeth Strout beschreibt in „Alles ist möglich“ das Leben einer Handvoll Menschen in der fiktiven Kleinstadt Amgash in Illinois, inmitten des „Corn Belt“, wo die Menschen vom Anbau von Sojabohnen und Mais leben. Die Bevölkerung ist arm, und nur wenige schaffen es wegzuziehen um anderswo ihr Glück zu machen. Eine davon ist Lucy Barton, eine in New York lebende Schriftstellerin, die als Kind bitter arm war. Ihr Bruder hat die Heimat nie verlassen und lebt nach wie vor im heruntergekommenen Elternhaus. Nach vielen Jahren beschließt Lucy ihren Heimatort wieder zu besuchen und dabei Bruder und Schwester wiederzusehen. Dabei brechen alte Gefühle wieder auf.
Dies ist nur eine von vielen Geschichten, um die es in diesem Buch geht. In jeder Kurzgeschichte geht es um eine andere Person oder Familie, doch gibt es immer Verbindungen zwischen den einzelnen Personen. Wir lernen ganze Familien kennen, zum Beispiel die Nicely-Schwestern, die früher von allen die „Nicely Prinzessinnen“ genannt wurden.
Elizabeth Strout beschreibt alle nur denkbaren menschlichen Gefühle und Neigungen mit großer Wärme. Sie beherrscht es meisterhaft, diese Gefühle mit wenigen Worten und Bildern auszudrücken. So beschreibt sie das Gefühl der Angst beispielsweise als Elritze, die hektisch im Wasser hin- und herflitzt.
Am Ende des Buchs hätte ich gerne noch mehr gelesen über die Bewohner von Amgash und ihre unterschiedlichen Lebensgeschichten.

Veröffentlicht am 13.12.2018

Ein leiser, ein sensibler Roman, dem es gelingt, hinter die Oberfläche menschlicher Schwächen und Sehnsüchte zu blicken

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Elizabeth Strout, Alles ist möglich, Luchterhand 2018, ISBN 978-3-630-87528-6

Das neue Buch der amerikanischen Schriftstellerin Elizabeth Strout, die spät zum Schreiben kam, aber mit ihren bisherigen ...

Elizabeth Strout, Alles ist möglich, Luchterhand 2018, ISBN 978-3-630-87528-6

Das neue Buch der amerikanischen Schriftstellerin Elizabeth Strout, die spät zum Schreiben kam, aber mit ihren bisherigen Romanen auch in Deutschland sehr erfolgreich war, besteht aus einer langen Reihe locker miteinander verbundener einzelner Geschichten. Sie porträtieren Menschen und ihr Leben in ihren Familien in der ganzen Bandbreite menschlicher Gefühle. Da geht es um Hass und Neid, um tiefe Einsamkeit und brennende Wut und immer wieder um etwas, was den Menschen erst zum Menschen macht, die Liebe zu anderen und zu sich selbst. Diese Menschen sehnen sich nach Liebe und nach Glück, trotz ihres Kummers und ihres Schmerzes, den sie regelmäßig erleben.

All diese Menschen, die in den jeweiligen Kapiteln im Mittelpunkt stehen, kennen sich mehr oder weniger oder sind sogar miteinander verwandt. Sie alle leben in oder um die (fiktive) amerikanische Kleinstadt Amgash in Illinois (USA), „einem Kaff zwischen Mais- und Sojabohnenfeldern“.
Da ist zunächst Tommy, ein ehemaliger Farmer, dem vor langer Zeit sein ganzer Hof abgebrannt ist. Der vermutete Brandstifter wurde nie gefunden. Er findet einen Job als Hausmeister in der örtlichen Schule und lernt über die Zeit viele Kinder und Familien und ihre sozialen Hintergründe kennen, die in der Folge in dem Roman eine Rolle spielen. In der Sorge um andere findet er im Alter einen Sinn für sich und sein Leben.

Da sind die beiden Schwestern Patty und Angelina, die ihr Leben auf verschiedene Weise meistern wollen. Oder Dottie, die eine Frühstückspension betreibt und dabei eine große Menschenkenntnis erwirbt. Leser, die Elizabeth Strouts Roman „Die Unvollkommenheit der Liebe“ gelesen haben, treffen hier wieder auf die mittlerweile in New York lebende erfolgreiche Schriftstellerin Lucy Barton, erfahren etwas über ihre schwere und armselige Kindheit und über ihre relativ erfolglose Heimkehr nach Amgash.

Elizabeth Strout beschreibt ihre Figuren und ihre Schicksale mit Einfühlungsvermögen und Sympathie. Wir erfahren von Liebessglück und der schrecklichen Einsamkeit im Alter, von nachbarschaftlicher Solidarität und ebenso von nachbarschaftlichem Tratsch. Immer wieder lässt sie in ihren Figuren eine Haltung durchblicken, die wir aus früheren Romanen von ihr kennen, dass nämlich eine gewisse Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit und die Anerkennung dessen, was ist, dem Leben der Menschen einen Sinn geben können. Sie schreibt berührend über die Natur des Menschen in all seiner Verletzlichkeit und Stärke und über die unendliche Vielfältigkeit des Lebens.

Wie schon ihr 2010 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneter Debütroman „Mit Blick aufs Meer“ ist auch “Alles ist möglich“ ein leiser, ein sensibler Roman, dem es gelingt, hinter die Oberfläche menschlicher Schwächen und Sehnsüchte zu blicken und in ihnen durch seine Personen das zu sehen, was sie sind: Menschen, die kämpfen um ihr Leben und ihr Glück, so wie jeder andere in jeder anderen Stadt der Welt.