Cover-Bild Einfluss der Separationsart auf die Qualität von Blutprodukten beim Hund

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inkl. MwSt
  • Verlag: VVB Laufersweiler Verlag
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 330
  • Ersterscheinung: 10.11.2018
  • ISBN: 9783835967359
Esther Hindricks

Einfluss der Separationsart auf die Qualität von Blutprodukten beim Hund

Hintergrund
Der Einsatz von Blutprodukten gehört zu den lebensrettenden Maßnahmen in der Tiermedizin, jedoch stellt sich die Herstellung von Blutkomponenten aufgrund ihres technischen, aber auch personellen Aufwandes als aufwändig dar. Das Ziel dieser Studie war die Evaluierung der Qualität von Blutprodukten, die zum einen mit dem klassischen Verfahren der Vollblutzentrifugation und zum anderen mit einem neuartigen Hohlfasersysem, dem 3MTM Blood Separation System hergestellt wurden.
Studiendesign und Methoden
Für die Studie standen 32 klinisch gesunde Hunde im Studienzeitraum von Februar - Juni 2017 als Blutspender zur Verfügung, die randomisiert der Gruppe Zentrifuge (n=15) oder Hohlfasersystem (n=17) zugeteilt wurden. Ein Studienausschluss erfolgte, wenn die Blutbeutel nicht adäquat befüllt werden konnten, oder beim Vorliegen einer Hyperlipidämie. Die Proben für die Untersuchungen der einzelnen Parameter wurden an unterschiedlichen Orten entnommen (1) Spender venös, 2) Citratplasma des Spenders, 3) Vollblutbeutel (VB-Beutel), 4) Plasmabeutel, 5) Erythrozytenkonzentrat-Beutel (EK-Beutel), 6) Citratplasma des Vollblutbeutels nach Lagerung bei Raumtemperatur für die Dauer der Gewinnung der Blutprodukte). Die hämatologische Untersuchung der Proben erfolgte mit dem Hämatologiesystem ADVIA® 2120 (Siemens Healthcare GmbH). Mithilfe des Cobas b 221 Systems (Roche Diagnostics) wurden der pH – Wert, der pO2, pCO2 sowie der Glukose - und Laktatgehalt ermittelt. Der Probengehalt an Totalprotein, Albumin, Kalium, Phosphat und der LDH wurde mithilfe des ABX Pentra 400 (HORIBA ABX SAS) analysiert. Die einzelnen Gerinnungsparameter wie die PT, die aPTT, der Faktor V und VIII, das Fibrinogen sowie das AT III wurden unter Verwendung des STA Compact® (Diagnostica Stago S.A.S.) ermittelt. Das Fremdlabor LABOKLIN (LABOKLIN GmbH & Co. KG, Labor für klinische Diagnostik) führte die Analyse des vWF-Antigens in der Probe durch. Die Serumelektrophorese wurde durch das Fremdlabor der Firma BIOCONTROL in Ingelheim durchgeführt.
Ergebnisse
Das Plasma der Gruppe Hohlfasersystem zeigte signifikante Verlängerungen der Prothrombinzeit PT (p<0,0001) und der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit aPTT (p<0,0001) im Vergleich zur Gruppe Zentrifuge. Für diese Gruppe Hohlfasersysem ergaben sich signifikant geringere Konzentrationen für das Fibrinogen (p<0,0001), den Faktor V (p=0,0019) und das Antithrombin AT III (p=0,0004) im Vergleich zur Zentrifuge. Des Weiteren war der Totalproteingehalt (TTP) (p=0,001) sowie das Albumin (p=0,0001) im Vergleich zur Zentrifuge beim Hohlfasersystem signifikant verringert. Die Lagerung des Plasmas bei Raumtemperatur für die Dauer der Blutkomponenten Gewinnung zeigte keinen nachteiligen Einfluss auf die Gerinnungsparameter.
Im Erythrozytenkonzentrat war der Hämatokrit bei der Gruppe Zentrifuge signifikant (p=0,04) höher im Vergleich zum Hohlfasersystem. Der Gehalt an Erythrozyten und Hämoglobin war im EK der Gruppe Zentrifuge höher, sodass hierfür ein signifikanter Unterschied zwischen den Systemen ausfindig gemacht werden konnte. Bei der Gruppe Zentrifuge zeigte sich zudem eine signifikante Verringerung in der Konzentration des TTP (p=0,0002) und des Albumins (p<0,0001) im Vergleich zur Gruppe Hohlfasersystem. Die Gruppe Hohlfasersystem wies bei der Betrachtung der prozentualen Differenz zwischen dem VB- und EK-Beutel signifikant niedrigere Gehalte an Thrombozyten (p=0,01) und Leukozyten (p=0,002) auf sowie einen signifikant niedrigeren pCO2 (p=0,02) Gehalt, im Vergleich zur Gruppe Zentrifuge. Des Weiteren zeigte die Gruppe Hohlfasersystem eine signifikant höhere Laktat Konzentration (p=0,0012).
Schlussfolgerung
Anhand der erhobenen Daten dieser Studie kann geschlussfolgert werden, dass die Qualität der Blutprodukte die mithilfe der Zentrifuge hergestellt wurden besser waren, als zum hier getesteten Hohlfasersystem. Dies gilt insbesondere für die Plasmaqualität. Inwieweit die Reduktion einzelner Gerinnungsparameter trotz statistischer Signifikanzen eine klinische Bedeutung beim therapeutischen Einsatz hat, ist in weiteren Studien näher zu evaluieren. Für den Fall, dass keine Zentrifuge zur Verfügung steht, stellt das Hohlfasersystem eine gute Alternative dar. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Blutspender keine Hyperlipidämie aufweisen sollte, da in einem Fall das Hohlfasersystem beim Vorliegen einer Hyperlipidämie nicht funktionierte.

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