Cover-Bild Töchter der verlorenen Heimat
Band 4 der Reihe "Bewegende Familiengeschichten"
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inkl. MwSt
  • Verlag: beHEARTBEAT
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Generationenroman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 01.11.2025
  • ISBN: 9783751775823
Eva Grübl-Widmann

Töchter der verlorenen Heimat

Ein Geheimnis in den Bergen. Zwei Frauen. Eine Wahrheit, die alles verändert.

München, 1961: Paula hat erreicht, wovon viele Frauen nur träumen: Sie ist Ärztin an einer renommierten Frauenklinik - ein hart erkämpfter Erfolg in einer von Männern dominierten Welt. Doch als sie sich um eine begehrte Facharztstelle bewirbt, wird ein männlicher Kollege bevorzugt - trotz ihrer überragenden Qualifikationen. Tief enttäuscht beginnt Paula, ihre Zukunft in München infrage zu stellen.

Als die Nachricht vom Tod ihres Großvaters eintrifft, beschließt sie, gemeinsam mit ihrer Mutter Johanna zur Beerdigung in deren Südtiroler Heimatdorf zu reisen. Dort, umgeben von den schroffen Gipfeln der Dolomiten, stößt Paula auf eine Mauer aus Schweigen - und auf ein Geflecht aus Vorurteilen und schmerzhaften Erinnerungen, das bis tief in die Vergangenheit reicht.

Während Johanna gezwungen ist, sich längst verdrängten Erlebnissen zu stellen, begibt sich Paula auf eine Reise zu ihren eigenen Wurzeln - und deckt ein Geheimnis auf, das ihr Leben für immer verändert.

Ein berührender und fesselnder Familiengeheimnis-Roman über Heimat, Identität und den Mut, die eigene Geschichte zu hinterfragen.

Weitere Romane der Autorin bei beHEARTBEAT:

Das Bernsteincollier

Zeit der Dornen

Das Geheimnis des Schärengarten

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Zwischen zwei Welten – eine Mutter, eine Tochter und das Schweigen der Vergangenheit

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„Töchter der verlorenen Heimat“ ist ein Roman, der mich vom ersten Kapitel an nicht mehr losgelassen hat. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so fesselnd war die Geschichte um Johanna und ihre ...

„Töchter der verlorenen Heimat“ ist ein Roman, der mich vom ersten Kapitel an nicht mehr losgelassen hat. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so fesselnd war die Geschichte um Johanna und ihre Tochter Paula, zwei Frauen, die in unterschiedlichen Zeiten leben, aber doch durch dieselbe schmerzvolle Vergangenheit miteinander verbunden sind.

Besonders beeindruckt hat mich die Erzählweise: Der Roman wechselt zwischen den 1920er- und 1930er-Jahren, in denen Johanna in Südtirol aufwächst, und den 1960er-Jahren, in denen Paula als Ärztin lebt und gemeinsam mit ihrer Mutter zur Beerdigung des Großvaters nach Südtirol reist. Durch diese Rückblenden entfaltet sich Stück für Stück eine bewegende Familiengeschichte, die von Armut, Verlust, Liebe, Scham und unausgesprochenen Wahrheiten geprägt ist.

Johannas Schicksal hat mich tief berührt. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter muss sie auf dem Hof hart mitarbeiten, ihre Träume bleiben unerfüllt. Als sie sich in den Italiener Gianluca verliebt, scheint für einen kurzen Moment Hoffnung aufzuleuchten – doch diese Liebe ist in den aufgeladenen politischen Zeiten unmöglich. Der Hass zwischen Südtirolern und Italienern zieht sich wie ein dunkler Schatten durch das Buch. Als Johanna schwanger wird, zwingt sie ihre Familie zur Heirat mit dem Großbauern Georg. Ihr Leben verstrickt sich daraufhin immer mehr in Lügen, Schuld und Reue.

Paulas Geschichte ist die leise, aber ebenso eindrückliche Fortsetzung dieser Tragödie. Als Tochter eines ungeliebten Geheimnisses trägt sie die Narben der Vergangenheit weiter. Besonders berührt hat mich, wie sie trotz aller Demütigungen – etwa weil sie wegen ihres italienischen Aussehens gehänselt wird – ihren Weg geht. Der Roadtrip mit ihrer Mutter nach Südtirol wird zu einer emotionalen Spurensuche nach Wahrheit und Versöhnung.

Was mich an diesem Buch so begeistert hat, ist die dichte Atmosphäre und die ständige unterschwellige Spannung. Man spürt förmlich die Berge, die Kälte, das Schweigen der Dörfer, die unausgesprochenen Konflikte zwischen den Kulturen. Die Autorin schafft es meisterhaft, historische Ereignisse und persönliche Schicksale zu verweben, ohne dass es jemals belehrend wirkt. Stattdessen liest man atemlos weiter, weil man wissen will, was damals wirklich geschehen ist – und wie Johanna und Paula mit der Wahrheit umgehen.

Am Ende bleibt das Gefühl, etwas über ein Stück Geschichte erfahren zu haben, das viel zu selten erzählt wird – und zugleich eine zutiefst menschliche Geschichte über Schuld, Liebe und Vergebung gelesen zu haben. „Töchter der verlorenen Heimat“ ist ein Roman, der nachhallt, der unter die Haut geht und den man so schnell nicht vergisst.

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Veröffentlicht am 12.11.2025

Heimkehr und Enthüllungen: Zwei Frauen, eine bewegende Geschichte

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In diesem Roman wachsen die Figuren und ihre Umgebung schnell ans Herz. Die Geschichte entfaltet sich ruhig und warm, und es ist spannend, den Schicksalen von Paula und ihrer Mutter Johanna zu folgen.
Paula ...

In diesem Roman wachsen die Figuren und ihre Umgebung schnell ans Herz. Die Geschichte entfaltet sich ruhig und warm, und es ist spannend, den Schicksalen von Paula und ihrer Mutter Johanna zu folgen.
Paula und Johanna machen sich auf den Weg in ihre Südtiroler Heimat, die beide viele Jahre nicht gesehen haben. Der Tod des Großvaters ist der Anlass, doch es bleibt nicht bei einem Pflichtbesuch. Für Paula wird es zu einer Gelegenheit, die eigenen Wurzeln zu verstehen und den Blick auf sich selbst neu zu ordnen. Johanna hingegen muss sich Erinnerungen und Erlebnissen stellen, die sie lange verdrängt hat. So entsteht Schritt für Schritt eine eindringliche Begegnung mit der Vergangenheit, die das Verhältnis von Mutter und Tochter spürbar verändert.
Paulas Zurückweisung im Beruf trifft sie tief und wird glaubwürdig erzählt. Sanft wird sichtbar, was diese Erfahrung in ihr bewegt. Die Autorin verknüpft die Gegenwart in München und in Südtirol mit den Zwanzigerjahren in Südtirol und bringt die verschiedenen Zeit- und Erzählstränge so zusammen, dass der historische Hintergrund lebendig wird. Die politischen und sozialen Spannungen jener Zeit, der Verlust der Heimat und die vielschichtige Unterdrückung werden anschaulich und nachvollziehbar dargestellt.
Südtirol wirkt so greifbar, dass man die Berge, die engen Gassen der Dörfer und die einsamen Höfe vor sich sieht. Die Landschaft bleibt nicht nur Kulisse, sondern trägt die Atmosphäre der Geschichte.
Der Roman verbindet Themen wie Identität, Familiengeheimnisse und das schwierige Verhältnis zwischen Mutter und Tochter einfühlsam und ohne Übertreibung. Trotz manch schwerer Momente bleibt ein leiser Hoffnungston bestehen. Am Ende stellt sich ein ruhiges Gefühl der Zufriedenheit ein.
Eine klare Empfehlung für alle, die berührende historische Familiengeschichten lieben. 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Die Südtirolfrage

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Ich muss ja gestehen, obwohl ich schon ein paar Mal Urlaub in Südtirol gemacht habe, kenne ich mich mit deren Geschichte überhaupt nicht aus. Dieses Buch hat mich nun nicht nur geschichtlich weitergebracht. ...

Ich muss ja gestehen, obwohl ich schon ein paar Mal Urlaub in Südtirol gemacht habe, kenne ich mich mit deren Geschichte überhaupt nicht aus. Dieses Buch hat mich nun nicht nur geschichtlich weitergebracht. Es ist so wunderbar geschrieben, das ich komplett darin eintauchen konnte.

Erzählt wird abwechselnd aus den Jahren 1961 und 1927, so dass man so nach und nach in die Familiengeschichte eintauchen kann. Die ärmlichen Verhältnisse von damals werden genauso anschaulich geschildert wie die Gegebenheiten von 1961, als es in Italien kaum Autobahnen gab, was mich beim Lesen sehr verwundert hat. Aber ich konnte mich gut in Paula hineinversetzten, als sie mit ihrem Käfer ganz in den Süden Italiens gefahren ist und das eine oder andere Abenteuer erlebt hat.

Dies ist das erste Buch von Eva Grübl-Widmann für mich, aber bestimmt nicht das letzte. Sie versteht es meisterhaft, eine flüssige Erzählung zu schreiben und Charaktere und Umgebung so ausführlich zu schildern, als säße man daneben. Seien es die alten südtiroler Männer in ihrem grenzenlosen Hass oder die mit der Zeit verbittert gewordene Johanna. Aber auch Paula hat als Ärztin in einer männerdominierten Welt ihr Päckchen zu tragen. Mich hat das Buch sehr beeindruckt und ich kann es nur wärmstens empfehlen!

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Südtirol im Zwiespalt

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Im Jahre 1961 ist es auch in München noch schwierig, sich als Frau erfolgreich im Beruf zu behaupten. So wird die Ärztin Paula zum wiederholten Male übergangen, als es um die Neubesetzung einer Führungsposition ...

Im Jahre 1961 ist es auch in München noch schwierig, sich als Frau erfolgreich im Beruf zu behaupten. So wird die Ärztin Paula zum wiederholten Male übergangen, als es um die Neubesetzung einer Führungsposition im Krankenhaus geht. Anlässlich eines Todesfalles in Südtirol fährt Paula mit ihrer Mutter Johanna kurzerhand in deren Heimat, die die beiden seit knapp dreißig Jahren nicht mehr besucht haben. Wie wird die vergessene Familie auf den Besuch reagieren?

Ein großartiger Roman, der auf bewegende Weise das Schicksal der verbitterten Johanna erzählt und gleichzeitig die dramatische Geschichte Südtirols in Erinnerung ruft. Paulas Entschluss, Richtung Bozen aufzubrechen, bringt einen Stein ins Rollen, der nicht nur dem Leser aufregende Stunden beschert, sondern auch die Figuren im Buch vor schier unlösbare Fragen stellt. Höchst lebendig setzt Eva Grübl-Widmann alles in Szene, beschreibt grandios die einzelnen Geschehnisse und verknüpft auf außerordentlich gelungene Weise zwei Zeitebenen miteinander zu einem spannenden Stück Zeitgeschichte, in dem Johanna und Paula, aber auch alle anderen Figuren, tatsächlich solch ein Drama erlebt haben könnten. Der tiefgreifende Zwist zwischen Südtirolern und (Süd)Italienern wird plastisch herausgearbeitet, die unterschiedlichen Lebenswelten geschickt dargestellt. Viel Detailwissen packt die Autorin wie nebenbei in die fiktive Handlung und hält mit ihrem bildhaften Schreibstil die Spannung hoch. Die mächtigen Berggipfel des Alto Adige, das laute Leben in Italien, das umso lauter und wilder wird, je weiter man in den Süden kommt, die verführerisch duftenden Speisen, der knatternde VW Käfer und viele spürbare Emotionen, das sind die Besonderheiten, welche der Geschichte ihre Glaubwürdigkeit verleihen.

Identitätsverlust, eiskaltes Schweigen innerhalb der Familie und wohlgehütete Geheimnisse vor dem Hintergrund der politischen Wunden, Probleme, welche mitunter bis heute ihre Schatten werfen, stehen im Mittelpunkt dieses stellenweise eher traurig stimmenden Romans. Trotz allem steckt aber auch ausreichend Mut und Hoffnung zwischen den Zeilen, sodass ich die letzte Träne aus den Augenwinkeln wischen und das Buch mit einem Lächeln im Gesicht beenden kann. Uneingeschränkte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 05.11.2025

bewegender Frauenroman, uneingeschränkte Empfehlung

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Paula hat sich im Gegensatz zu ihrer Mutter Johanna ihren Lebenstraum erfüllt. Sie ist Ärztin geworden und arbeitet an einer Münchner Klinik. Auch wenn bereits das Jahr 1961 geschrieben wird, hat Paula ...

Paula hat sich im Gegensatz zu ihrer Mutter Johanna ihren Lebenstraum erfüllt. Sie ist Ärztin geworden und arbeitet an einer Münchner Klinik. Auch wenn bereits das Jahr 1961 geschrieben wird, hat Paula als Frau noch immer härter um berufliche Anerkennung zu kämpfen. Trotz geringer Aussichten hat sie sich auf die ausgeschriebene Facharztstelle beworben. Wie zu erwarten, erhält die jedoch ein weitaus weniger geeigneter und qualifizierter männlicher Kollege. Als dann die Nachricht vom Tod ihres Großvaters eintrifft, fährt sie gemeinsam mit ihrer Mutter in deren Südtiroler Heimatdorf. Paula hat ihre Verwandtschaft dort nie kennengelernt. Nie hat ihre Mutter über ihr Leben vor dem Umzug nach München gesprochen. Und wenn Paula ehrlich ist, ist ihr Mutter-Tochter-Verhältnis nicht sehr herzlich. Wie die Autorin dann, immer im Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit, die Lebensgeschichte von Johanna, von allen nur Hanni genannt, beschreibt, hat mich unwahrscheinlich kurzweilig unterhalten. Bisher war mir gar nicht bewusst, wie schwer es die Menschen in Südtirol gehabt haben. Dass das Leben der deutschsprechenden Bevölkerung entrechtet, die Sprache verboten, selbst Namen geändert werden mussten und Zuwiderhandlungen mitunter hart bestraft wurden. Und das bereits nach dem ersten Weltkrieg. Ganz ehrlich, von diesem Teil der europäischen Geschichte hatte ich bisher noch nie etwas gehört. Insofern finde ich es gut, dass es in diesem Buch thematisiert und durch die Lebensgeschichte von Johanna Gruber zum Thema gemacht wurde. Ich habe Hannis Lebensweg als sehr traurig empfunden und konnte verstehen, warum sie in München so resigniert und ihrer Tochter gegenüber so distanziert gewesen ist. Ein wirklich berührendes Frauenschicksal. Von gibt’s 5 Lese-Sterne und eine 100%ige Leseempfehlung.

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