Cover-Bild Alte Sorten

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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 256
  • Ersterscheinung: 26.06.2019
  • ISBN: 9783832183813
Ewald Arenz

Alte Sorten

Roman
Sally und Liss: zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Sally, kurz vor dem Abitur, will einfach in Ruhe gelassen werden. Sie hasst so ziemlich alles: Angebote, Vorschriften, Regeln, Erwachsene. Fragen hasst sie am meisten, vor allem die nach ihrem Aussehen.
Liss ist eine starke, verschlossene Frau, die die Arbeiten, die auf ihrem Hof anfallen, problemlos zu meistern scheint. Schon beim ersten Gespräch der beiden stellt Sally fest, dass Liss anders ist als andere Erwachsene. Kein heimliches Mustern, kein voreiliges Urteilen, keine misstrauischen Fragen. Liss bietet ihr an, bei ihr auf dem Hof zu übernachten. Aus einer Nacht werden Wochen. Für Sally ist die ältere Frau ein Rätsel. Was ist das für Eine, die nie über sich spricht, die das Haus, in dem die frühere An-wesenheit anderer noch deutlich zu spüren ist, allein bewohnt? Während sie gemeinsam Bäume auszeichnen, Kartoffeln ernten und Liss die alten Birnensorten in ihrem Obstgarten beschreibt, deren Geschmack Sally so liebt, kommen sich die beiden Frauen näher. Und erfahren nach und nach von den Verletzungen, die ihnen zugefügt wurden.

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich in 31 Regalen.
  • 16 Mitglieder haben dieses Buch gelesen.
  • Dieser Titel ist das Lieblingsbuch von 2 Mitgliedern.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2019

Ein unglaublich berührender, wunderschöner und feinfühliger Roman

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„Alte Sorten“ von Ewald Arenz ist 2019 im DuMont Buchverlag erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 256 Seiten.

Liss und Sally sind zwei ganz unterschiedliche Einzelgängerinnen, die sich ...

„Alte Sorten“ von Ewald Arenz ist 2019 im DuMont Buchverlag erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 256 Seiten.

Liss und Sally sind zwei ganz unterschiedliche Einzelgängerinnen, die sich rein zufällig begegnen und sich auf einen gemeinsamen Weg einlassen. Liss lebt seit Jahren auf einem Bauernhof und erledigt die täglich anstehenden Aufgaben und die magersüchtig scheinende, kurz vor dem Abitur stehende Sally rebelliert gegen jede Art vor Zwang. Und nun leben beide auf dem Hof zusammen und helfen sich gegenseitig ohne anfangs großartig miteinander zu reden. Sie sind. Und aus diesem Sein entwickelt sich ein heilende Beziehung.

Ewald Arenz gelingt es in seinem Roman den Leser durch seinen einerseits feinfühligen und ruhigen Schreibstil in den Bann zu ziehen und andererseits schreibt er sehr hart und krass und nimmt kein Blatt vor den Mund. Ich als Leserin fühlte so ab der ersten Seite sowohl was die Höhen als auch die Tiefen von Liss und Sally anbelangt, mit und konnte mich völlig in die beiden Protagonistinnen hineinversetzen und deren Gefühle und Gedanken nachvollziehen. Ewald Arenz schafft es in seinem Roman auf die Beziehung der beiden Frauen einzugehen, aber auch die Verbundenheit zur Landwirtschaft und Natur vor allem von Liss auf wunderbare Art und Weise darzustellen. Ich habe dies so sehr genossen.

Fazit: Ein wunderschöner, feinfühliger und sehr lesenswerter Roman.
Es war für mich ein Erlebnis, dieses Buch zu lesen und in die Welt von Liss und Sally einzutauchen.
Es hat mich sehr berührt und bereichert und klingt ganz wunderbar in mir nach.

Veröffentlicht am 06.05.2019

Freundschaft verbindet Generationen

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Klappentext:
In einem Weinberg begegnen sich Sally und Liss. Sally, jung und wütend, ist auf der Flucht vor allem und jedem. Liss, ebenfalls eine Einzelgängerin, bewirtschaftet allein einen Hof.
Von ...

Klappentext:
In einem Weinberg begegnen sich Sally und Liss. Sally, jung und wütend, ist auf der Flucht vor allem und jedem. Liss, ebenfalls eine Einzelgängerin, bewirtschaftet allein einen Hof.
Von Anfang an spüren beide eine seltsame Verbundenheit. Bei der gemeinsamen Arbeit auf den herbstlichen Feldern, in Birnengarten und beim Versorgen der Bienen beginnen Sie zaghaft, über das zu sprechen, was sie von anderen Menschen trennt.
Als Sally ungewollt eine existenzielle Krise auslöst, entdecken Sie die stille Kraft der Freundschaft.

Meine Meinung:

Der poetische und leichte Schreibstil ließ mich schnell in die Geschichte finden. Die Seiten flogen nur so dahin.
Sowohl die Beschreibung der einzelnen Personen, allen voran Sally und Liss,als auch die Schilderung der Umgebung war so genau, dass ich ganz klare Bilder im Kopf hatte.
Immer wieder wähnte ich mich in der Umgebung, ich hörte den Wind, roch den Duft der Felder und der Früchte.
Die langsame und behutsame Annäherung der beiden unterschiedlichen Frauen, die mehr gemeinsam haben, als man auf den ersten Blick vermutet, wurde sehr gut dargestellt.

Fazit:

Ein Buch der leisen, aber sehr schönen Töne, was mir sehr gut gefallen hat.

Veröffentlicht am 06.05.2019

Leise und eindrucksvoll erzählt

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„In Sally wurde es das erste Mal seit langer Zeit für einen Augenblick ganz still, und sie bewegte sich nicht, um diese Stille nicht gleich wieder zu verlieren.“ (Zitat Seite 17, 18)

Inhalt:
Sally, jung, ...

„In Sally wurde es das erste Mal seit langer Zeit für einen Augenblick ganz still, und sie bewegte sich nicht, um diese Stille nicht gleich wieder zu verlieren.“ (Zitat Seite 17, 18)

Inhalt:
Sally, jung, Schülerin kurz vor dem Abitur, gerade wieder in einer psychotherapeutischen Klinik, verlässt diese und macht sich auf den Weg, einfach weg. Irgendwo zwischen Weite und Feldern, nahe bei einem Dorf, trifft sie auf die ältere Liss, die alleine einen Hof bewirtschaftet. Liss, schweigsam, unangepasst, findet in Sally viel von sich selbst in jungen Jahren wieder. Sie lädt Sally ein, bei ihr auf dem Hof zu übernachten und aus einer Nacht werden viele Tage. Es ist Herbst und gemeinsam erledigen sie die anfallenden Arbeiten – und aus dem ersten Schweigen werden Gespräche und gegenseitiges Verständnis.

Thema und Genre:
In diesem Roman geht es um das Erwachsenwerden, Erziehung, Familie. Doch auch gegenseitiges Verständnis und Aufbegehren gegen Vorurteile und Zwänge sind Themen. Gleichzeitig erfährt der Leser viel über das realistische Landleben, Obstbau und alte Obstsorten.

Charaktere:
Liss und Sally, die beiden Hauptprotagonistinnen sind eigenwillig und für die Menschen um sie herum „anders“. Das Leben besteht für Liss‘ Vater aus Arbeit und genauer Ordnung, Bücher und Bildung passen nicht in dieses Leben. Doch Liss widersetzt sich der Enge des Dorflebens, auch wenn sie an den Hof zurückkehrt.
Sally ist jung, begabt, doch sie hat ihren eigenen Willen und ihre eigene Meinung, manchmal ist sie auch einfach eine Suchende. Ihre Eltern meinen es gut, verstehen sie aber nicht. So wie die meisten Erwachsenen mit Unverständnis auf Sally und ihre Probleme reagieren. Bei Liss, die sie nicht drängt, sondern wartet, bis Sally selbst entscheidet, fühlt sie sich akzeptiert.

Handlung und Schreibstil:
Die Geschichte spielt im Herbst, zwischen Anfang September und Mitte Oktober, auf einem großen Hof irgendwo auf dem Land in der Nähe eines Dorfes. Rückblenden in Form von Erinnerungen der beiden Protagonistinnen ergänzen die Handlung. Der Roman ist ein einzelne Kapitel eingeteilt, die als Überschrift das jeweilige Datum tragen. Im Mittelpunkt steht jeweils Sally oder Liss, sodass der Leser die Ereignisse auch aus verschiedenen Perspektiven erfährt. So erhält der Roman zusätzliche Tiefe. Die Spannung ergibt sich einerseits aus dem schrittweisen Annähern der beiden Frauen, den ebenso auftretenden Missverständnissen, andererseits aus der Frage, warum die Dorfbewohner Liss meiden.
Der Autor erzählt leise, eindrücklich, gibt jeder der beiden Frauen die passende Sprache. Intensive Schilderungen der Natur, der alten Obstsorten und des Landlebens im Herbst ergänzen die Geschichte, großartig, aber realistisch und ohne falsche Romantik.

Fazit:
Ein leises, eindrucksvolles Buch, in dessen Mittelpunkt zwei auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Frauen stehen, die bald erkennen, wie viel sie gemeinsam haben. Eine Geschichte und Sprache, die den Leser sofort in ihren Bann zieht und noch lange in den Gedanken bleibt.