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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Europa Verlage
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 328
  • Ersterscheinung: 29.07.2021
  • ISBN: 9783958904057
Felicity Ward

Sag mir, wer ich bin

Sabine Leopold (Übersetzer)

„Ich habe immer gewusst, dass ich in Paris sterben werde“, flüstert Sally, als sie in einem Pariser Krankenhaus aus dem Koma erwacht. „Aber du bist nicht tot“, antwortet der Arzt. „Du lebst und du wirst wieder in Ordnung kommen.“ Doch schon bald wird dem Mädchen klar, dass sie nie wieder in Ordnung kommen wird. Nach einem Überfall, bei dem sie beinahe vergewaltigt und ermordet worden wäre, erholt sie sich zwar körperlich und kehrt in ihre Heimat Montreal zurück. Doch ihr Zuhause ist nicht mehr der sichere Ort, der es einmal war. Denn Sally ist überzeugt: Der Angreifer sucht überall nach ihr – um sein Werk zu vollenden und sie zu töten … es sei denn, sie käme ihm damit zuvor. Jahre nach dem grauenvollen Ereignis geschieht es: Auf einer Party erkennt sie über die Köpfe der anderen Gäste hinweg ihren ehemaligen Angreifer. Im gleichen Moment sieht er sie. Was folgt, ist ein spannungsgeladenes Katz-und-Maus-Spiel mit einem vollkommen unerwarteten, schockierenden Ende.

Eine Geschichte über Furcht, Hass und Vergeltung, wie sie sich nicht nur zwischen zwei Menschen, sondern auch verschiedenen Kulturen und Nationen überall auf der Welt tagtäglich abspielt.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.08.2021

Wenn Traumata nicht bearbeitet werden

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Als 16-jährige gerät Sally in Paris in die Gewalt eines unbekannten Mannes, der sie fast umbringt. Dieses Trauma wird sie nie wieder loslassen und bestimmt ihr weiteres Leben. Obwohl sie heiratet und versucht, ...

Als 16-jährige gerät Sally in Paris in die Gewalt eines unbekannten Mannes, der sie fast umbringt. Dieses Trauma wird sie nie wieder loslassen und bestimmt ihr weiteres Leben. Obwohl sie heiratet und versucht, sich anzupassen, sucht sie doch immer nach dem Mann, der ihr Leben zerstörte.

Zu Beginn war ich begeistert von „Sag mir, wer ich bin“. Die Autorin Felicity Ward beginnt ihr Buch mit einer Einleitung, um uns über die Besonderheiten ihrer Heimat Montreal zu informieren. Zurecht vermutet sie, dass ich mich noch nie mit der Geschichte von Kanada und Montreal auseinandergesetzt habe und ohne ihre Erläuterungen die Konflikte zwischen den englisch- und den französischsprachigen Bewohnern nicht hätte einordnen können.

Der nüchterne, emotionslose Schreibstil der Autorin macht es mir als Leserin schwer, einen Zugang zu den Figuren, insbesondere auch zu Sally zu erhalten. Sally will ihr Trauma verdrängen, sich nicht damit auseinandersetzen. Sie verweigert jedes Gespräch über die Ereignisse in Paris. Dadurch fällt auch ihren Eltern und dem sonstigen Umfeld der Umgang mit Sally schwer. Lediglich ihr Patenonkel findet einen Zugang zu ihr. Das Verhältnis der beiden zueinander entfacht mein Interesse und ich bin neugierig geworden, wie sich das weitere Leben von Sally und Carson entwickelt.

Auf einer Party glaubt Sally, in dem Franzosen Philippe Marignac ihren Peiniger von einst zu erkennen. Und hier setzt für mich ein Bruch in der Geschichte ein. Was nun folgt, sorgt bei mir für Verwirrung, Abscheu und Unverständnis. Gerade aufgrund von Sallys Vergangenheit, ihren Ängsten, ihrem zerbrechlichen Wesen, verstehe ich ihr weiteres Verhalten in keiner Weise. Sie wird von Seite zu Seite immer irrationaler und sprunghafter. Doch auch Philippe Marignac empfinde ich als hochgradig gestört. Die Gedanken und Handlungsweisen beider Figuren lassen in meinem Kopf jede Menge Fragezeichen aufleuchten. Sallys Ehemann und auch ihr sonstiges Umfeld tragen nicht zur Entspannung der Situation bei. Gerne möchte ich glauben, dass viele für mich unverständliche Verhaltensweisen der Figuren dem Zeitgeist der 60er bis 80er Jahre des letzten Jahrhunderts geschuldet sind, in denen das Buch spielt. Da ich selbst jedoch nie sexualisierter Gewalt ausgesetzt war, kann ich mir kein Urteil anmaßen, was dieses Erlebnis in den Personen auslöst. Ich denke jedoch, dass eine Bearbeitung der Traumata wünschenswert und hilfreich gewesen wäre.

Gegen Ende des Buches ist mir endlich bewusst geworden, was mich an dem Buch und den Figuren am meisten stört. Keine Person verfügt über Empathie. Jeder sieht nur sich selbst, bezieht alles für oder gegen sich und ist für die Sorgen, Nöte, Persönlichkeit des Gegenübers vollkommen unempfänglich.

Auf ein Katz-und-Maus-Spiel, wie im Kurzinhalt angegeben, habe ich übrigens vergeblich gewartet.

Fazit: Sowohl der Schreibstil als auch der Inhalt des Buches waren für mich gewöhnungsbedürftig. Leider kann ich keine Empfehlung aussprechen.

Veröffentlicht am 15.08.2021

In ständiger Seelenqual

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Als Teenager überlebt Sally nur knapp eine versuchte Vergewaltigung und gewaltvolle Entführung samt Körperverletzung in Paris. Da sie keine Hilfe bekommt und ihre Eltern nicht nur mit Verschwiegenheit, ...

Als Teenager überlebt Sally nur knapp eine versuchte Vergewaltigung und gewaltvolle Entführung samt Körperverletzung in Paris. Da sie keine Hilfe bekommt und ihre Eltern nicht nur mit Verschwiegenheit, sondern wiederum mit Gewalt reagieren, wenn Sally von ihren Qualen spricht, versucht sie so gut wie es ihr möglich ist, das Trauma zu verdrängen. Doch das gelingt ihr ohne professionelle Therapie verständlicherweise nicht und so schleppt sie ihre inneren, seelischen Verletzungen sowie Ängste ein Leben oder ein Roman lang in „Sag mir, wer ich bin“ mit sich. Später wird sie ihren Patenonkel Carson heiraten, der ihr längere Zeit den Hof macht und unbedingt mit ihr schlafen möchte. Eingebettet in besseren Kreisen denkt Sally auf einer Feier, ihrem früheren Peiniger begegnet zu sein – Philippe. Jetzt beginnt das angekündigte „ Katz-und-Maus-Spiel“ , das die Autorin Felicity Ward so konstruiert, dass Sally angeblich die düster-gewaltvollen Elemente von Philippe provoziert. Sie gehen eine Sado-Maso-Beziehung ein, die in unerträglicher Gewalt und tödliche Gefahr umschlägt, solange Sally nicht die Wahrheit sagt. Dabei geht sie abermals seelisch zugrunde, scheint aber augenscheinlich ihre Sexualität zu befreien.

Nicht nur das konfuse Vorwort über Spaltungen zwischen englisch- und französischstämmigen Kanadiern in Montreal sowie über nicht verständliche Bezüge zwischen #MeToo, Völkermord und Opfer-Täter-Mentalität sind verwirrend und zweifelhaft – der gesamte Roman sowie die fragwürdigen Ansichten der Protagonisten sind es. Schlecht konstruiert in jede Menge nichtssagender Dialoge (teils auf Französisch), verliert sich die Handlung so wie Sally sich selbst. Dabei war der Beginn und Sallys Kampf nach dem Trauma um ein selbstständiges Leben trotz Ängsten, Panik sowie der zurückgewonnen Erinnerungen noch recht vielversprechend.

Im letzten Teil blitzt ein wenig Spannung auf, die schnell beim Lesen in Ärger umschlägt, da die Autorin am Ende das Opfer als Täterin dastehen lässt. Dieser Roman ist nicht empfehlenswert und ist so wie Sallys Innenleben eine Qual – ohne wichtige Kernaussage, im Gegenteil. Von der Autorin Felicity Ward ist nichts im Internet zu recherchieren – sie lässt die Leser mit ihrem fraglichen Roman verwirrt zurück.

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Veröffentlicht am 13.08.2021

Sinnlos, unlogisch, fragwürdig

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Die 16-jährige Kanadierin Sally wurde bei ihrer Sprachreise in Paris beinahe vergewaltigt und sehr schwer verletzt. Sie fällt ins Koma und als sie aufwachte, erinnert sie sich nur an Nasenblutungen. Sie ...

Die 16-jährige Kanadierin Sally wurde bei ihrer Sprachreise in Paris beinahe vergewaltigt und sehr schwer verletzt. Sie fällt ins Koma und als sie aufwachte, erinnert sie sich nur an Nasenblutungen. Sie kehrt in ihre Heimat Montreal zurück, versucht zu funktionieren und heiratet sogar. Obwohl sie mittlerweile an den Vorfall erinnerte, schweigt sie weiterhin, erzählt, dass sie wegen Nasenblutung ins Koma gefallen hat. Sally macht keinen Therapien, geht nicht ins Restaurant, steigt niemals ins Taxi ein und sieht in allen Männer potenzielle Gewaltiger. Bis sie auf einer Party unter den Gästen einen Mann sieht, von dem sie hundertprozentig sicher ist, dass er der Gewalttäter war...

Es ist der schrecklichster, seltsamster, grauenhaftester Roman, den ich je gelesen habe! Sorry but no sorry!!!

Auf dem Klappentext wurde das Buch als spannendes Katz-und-Maus-Spiel angekündigt, nur ich habe hier weder die Katze noch die Maus gefunden, geschweige den ein spannendes Spiel. Es geht hier eher um einen Strauß, der seinen Kopf in den Sand steckt. Denn egal wie schwer Sallys psychische Probleme sind, sie weigert absolut dagegen zum Psychologen zu gehen. Dafür aber arbeitet sie bei einer Hilfsorganisation für die Frauen, die unter Gewalt leiden, wo sie kräftig mithilft. Muss ich jetzt den Sinn da hinter verstehen? Es ist noch nicht alles! Als sie mit sieben Jahren einen Exhibitionisten getroffen und ihre Eltern davon erzählt hat, prügelt ihr Vater sie grün und blau. Was für ein Vater ist er denn? Obwohl die Ärzte ihren Eltern genau erklärt hatten, warum Sally im Koma gelegen hat, glauben sie tatsächlich, dass an die Nasenblutung liegt. Hää? Ihre 30-Jahre ältere Patenonkel ist nicht nur scharf auf sie, sogar nimmt sie als Frau, wobei ihr Vater Freudentanz führt. In meinen Augen, braucht hier nicht nur Sally dringend psychologische Hilfe, sondern die Männer brauchen es noch dringender. Dazu kommt die Konflikte zwischen England und Frankreich abstammende Kanadiern, welche ohne besonderer Logik in die Handlung gebaut sind. Die Autorin erzählt das Ganze in einer Sprache, die mir wie von Drittklässlern gewirkt hat. Besonders die Dialoge fand ich grauenvoll konstruiert. Jede Menge nichts sagende Gespräche.

Ich habe hier einen Spannungsroman erwartet und erst im total verwirrende Vorwort erfahren, das es eine #MeToo Geschichte ist. Eher sein sollte! Denn ich lese sehr gern und viel über die MeToo-Bewegung daher kann ich mit Sicherheit sagen, dass das nichts mit dem Thema zu tun hat. Es ist überhaupt nicht mein Buch. Schade!

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