Cover-Bild Roter Rabe

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15,90
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Genre: Krimis & Thriller / Historische Kriminalromane
  • Seitenzahl: 384
  • Ersterscheinung: 21.12.2018
  • ISBN: 9783423262095
Frank Goldammer

Roter Rabe

Kriminalroman

Spion im eigenen Land

Im Spätsommer 1951 kehrt Oberkommissar Heller mit seiner Familie aus dem staatlich genehmigten Ostseeurlaub nach Dresden zuru¨ck. Fu¨r seine Frau Karin geht die Fahrt gleich weiter, denn sie hat u¨berraschend die Reiseerlaubnis in den Westen zu Sohn Erwin erhalten. Heller ist besorgt. Doch sein neuer Fall lässt ihm keine Zeit zum Gru¨beln: Zwei unter Spionageverdacht stehende Männer, Zeugen Jehovas, sterben in ihren Gefängniszellen. Und es geschehen weitere mysteriöse Todesfälle. Bei einem der Opfer wird eine geheimnisvolle Botschaft gefunden: »Eine Flut wird kommen.« Heller beschleicht eine schreckliche Ahnung.

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich in 29 Regalen.
  • 7 Mitglieder haben dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.12.2018

Leichen pflastern seinen Weg

2

September 1951: Kaum ist Heller aus dem Ostseeurlaub zurück und hat Karin in den Zug nach Köln zu ihrem Sohn Erwin gesetzt, muss er sich um 2 obskure Todesfälle kümmern. Zwei Mitglieder der Zeugen Jehovas ...

September 1951: Kaum ist Heller aus dem Ostseeurlaub zurück und hat Karin in den Zug nach Köln zu ihrem Sohn Erwin gesetzt, muss er sich um 2 obskure Todesfälle kümmern. Zwei Mitglieder der Zeugen Jehovas saßen wegen Spionage in U-Haft in getrennten Zellen und haben gleichzeitig auf eine sehr ungewöhnliche Art Selbstmord begangen. Die Russen machen jetzt die (deutschen) Wärter dafür verantwortlich. Hellers Vorgesetzter Niesbach hat Angst. „Wäre es Mord, müssten wir alle um unsere Posten fürchten ... Und um unsere Leben.“ (S. 21/21)

6 Jahre nach Kriegsende geht die Angst wieder um. Aus dem Ostsektor ist ein eigenständiger Staat geworden, die DDR, doch die Russen mischen sich immer noch in alles ein. Widerspruch wird nicht geduldet, alles und jeder kontrolliert. Dazu kursieren Gerüchte, dass die Amis etwas ganz Großes planen, um die Russen zu entmachten. Es wird getuschelt, die Atombombe, welche schon 1945 auf Dresden fallen sollte, wäre jetzt so weit ... Überall tauchen Flugblätter auf, in denen vor feindlichen Spionen und Abhöraktionen gewarnt wird.

Als Heller mit den Ermittlungen beginnt, taucht sein alter Freund Alexej Saizev wieder auf. Der hat ihn damals bei den Ermittlungen zum „Angstmann“ unterstützt, jetzt arbeitet er für den Geheimdienst MGB. Saizev macht ihm unmissverständlich klar, dass Heller zwar ermitteln darf, am besten aber zu keinem Ergebnis kommt, denn Saizev ist hinter „dem Amerikaner“ her, einem Topspion, vermutlich von der CIA. Die Russen nennen ihn „Woron“ (den Raben).
Doch nicht nur Saizev und Niesbach erschweren Hellers Ermittlungen. Der ehemalige Polizist Salbach ist jetzt Unterkommissar und neu in Hellers Team, aber sein Kollege Oldenbusch traut ihm nicht, hält ihn für einen Spion vom MfS (Ministerium für Staatssicherheit). Heller ist entsetzt: „Ich glaube, hier leiden alle unter Verfolgungswahn. Wo soll denn das hinführen, wenn jeder jedem misstraut?“ (S. 36)
Trotzdem ermittelt Heller rastlos und immer ratloser. Jeder Zeuge, den sie finden, hat plötzlich einen Unfall oder begeht Selbstmord. Er muss schneller werden. Was bzw. wer steht hinter allem? Woher hat derjenige seine Informationen? Ist es einer von ihnen? Worum geht es wirklich? „Ich habe den Verdacht, dass an dieser Sache mehr hängt als nur die üblichen Verdächtigen. Etwas soll hier geschehen. In dieser Stadt, Ich habe keine Ahnung, was.“ (S. 27)

Dazu kommen private Sorgen. Karin sollte ein Telegramm schicken, sobald sie in Köln angekommen ist, aber es kommt nie eins. Die Nachbarn werden komisch, die Kollegen fragen nach Karin. Kann es sein, dass sie wirklich einfach drüben bleibt? Ohne Heller? Ohne Anni?
Ihre Vermieterin Frau Marquardt ist extrem vergesslich und schusselig geworden. Plötzlich taucht eine entfernte junge Verwandte auf – Edeltraut Hermann. Heller hat ein komisches Gefühl.

Frank Goldammer schreibt wieder extrem fesselnd und legt ein unglaubliches Tempo vor. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die vielen Verdächtigen, die ganzen Toten (bei 8 habe ich aufgehört zu zählen), die Spitzel, die Frage, wer auf welcher Seite steht, schaffen eine ziemlich düstere Atmosphäre. „... der kalte Krieg ist viel schwieriger als der andere Krieg. Hier kämpft man an vielen Fronten und weiß nicht, ob der Feind wirklich Feind und der Freund wirklich Freund ist. Man darf niemandem Vertrauen schenken, man muss immer wachsam sein. Immerzu. Ohne Unterlass.“(S.93)
Als gebürtige Dresdnerin kann ich mich noch gut an die Zeit erinnern, als man genau überlegen musste, gegenüber wem man was sagen durfte, konnte mich gut in Heller einfühlen, in seine Sorge, ob Karin wiederkommt. Und nicht zuletzt die Angst, was genau denn „die große Sache“ ist, die der Rabe plant – gruselig.

5 Sterne und meine unbedingte Leseempfehlung – ich bin schon sehr gespannt auf Hellers nächsten Fall.

Veröffentlicht am 15.02.2019

Es ist nichts, wie es zu sein scheint...

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Vorab möchte ich sagen, dass dies der vierte Band der „Max Heller“-Reihe ist, aber auch ohne Vorkenntnisse - wie auch in meinem Fall - gelesen werden kann. Trotzdem ist es bestimmt kein Fehler die gesamte ...

Vorab möchte ich sagen, dass dies der vierte Band der „Max Heller“-Reihe ist, aber auch ohne Vorkenntnisse - wie auch in meinem Fall - gelesen werden kann. Trotzdem ist es bestimmt kein Fehler die gesamte Reihe zu lesen - wie dieser Band mir bewiesen hat!

Dresden 1951: Kaum ist Oberkommissar Heller aus dem Urlaub an der Ostsee zurück in Dresden, bekommt seine Frau Karin eine Reiseerlaubnis in den Westen. Heller bleibt in der zwischen Zeit zu Hause mit dem Kind Anni und Frau Marquart. Doch wer soll sich um das Mädchen kümmern während er arbeitet? Und was ist mit der alten Dame Marquart?
Als wäre dies nicht genug, bekommt Heller auch einen neuen Fall: Zwei Männer, Zeugen Jehovas, die unter Spionageverdacht standen, sterben in ihren Gefängniszellen auf gleiche mysteriöse Weise. Als sich noch weitere Todesfälle ereignen, scheint mehr hinter der Sache zu stecken - doch was?

„Roter Rabe“ ist der vierte Band der historischen Kriminalroman-Reihe „Max Heller“ und ist wie die anderen auch in sich abgeschlossen. Das Buch spielt im Jahre 1951 in Dresden und somit in der damaligen DDR.

Auch wenn ich die vorherigen Bände zuvor nicht gelesen habe, brauchte ich nicht lange, um mich in das Geschehen hineinzuversetzen.
Besonders schnell habe ich mich in den historischen Kontext hineinversetzen können. Es werden zwischendurch immer mal wieder historische Fakten eingeworfen. Dadurch findet man sich gut zurecht, auch wenn man sich in dieser Epoche nicht so gut auskennt.
Heller habe ich gut genug kennengelernt und fand ihn als Protagonist sehr sympathisch, was ebenso für die anderen Charaktere gilt.

Das Buch blieb durchweg spannend, da Heller immer neue Erkenntnisse schöpft, die alles wieder durcheinander wirbeln. So glaubt man irgendwann etwas zu wissen, und schon erscheint es wieder anders.
Zum Ende hin wird man auf den letzten 50 Seiten nocheinmal schön verwirrt, so dass man selbst nicht mehr weiß, was man denn nun glaubt. Auch wenn man das Ende irgendwann so vermutet hat, kommt man zwischendurch ganz von dieser Idee ab!

Wenn man also historische Kriminalromane mag, ist dieses Buch auf jeden Fall perfekt! Es bleibt die gesamte Zeit über realistisch und spannend! Von mir bekommt dieses Buch 5 Sterne!

Veröffentlicht am 02.02.2019

Wer vertraut, verliert...

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Mit dem 4. Teil der Max-Heller-Reihe sind wir in den 1950er Jahren angekommen. Die DDR steckt in den Kinderschuhen, die Mächte drum herum versuchen nach wie vor, ihren Einfluss geltend zu machen. Kriminalkommissar ...

Mit dem 4. Teil der Max-Heller-Reihe sind wir in den 1950er Jahren angekommen. Die DDR steckt in den Kinderschuhen, die Mächte drum herum versuchen nach wie vor, ihren Einfluss geltend zu machen. Kriminalkommissar Max Heller hat es nicht leicht zwischen den Geheimdienstspitzeln verschiedener Länder. Und mit dem (angeblichen) Selbstmord zweier Zeugen Jehovas im Gefängnis beginnt für ihn ein Katz-und-Maus-Spiel, in dessen Mittelpunkt „der Rabe“ rückt, ein berüchtigter Agent, von dem nur Gerüchte im Umlauf sind und dessen wahre Identität und Nationalität niemand kennt.

Man sieht also – es ist keine einfache Krimikost, die dem Leser hier geboten wird, sondern eher ein Agententhriller. Man muss schon mitdenken und wird hineingerissen in einen Strudel aus Lügen, Intrigen und Machtspielen. Frank Goldammer ist es gelungen, den Leser nicht nur als Beobachter in den Kalten Krieg zu führen, sondern ihn quasi mitten hinein zu schubsen. Irgendwann wusste auch ich beim Lesen nicht mehr – wem kann man vertrauen? Kann man überhaupt jemandem vertrauen im Dresden des Jahres 1951?
In einer Nebenhandlung wird die private Geschichte der Familie Heller weitererzählt – diesmal allerdings sehr fokussiert auf Heller und seine Frau. Es geht vorrangig darum, dass sie ein Besuchervisum für den Westen bekommen hat und den ausgereisten Sohn besucht, während Heller Zweifel kommen, ob seine Frau überhaupt wieder in den Osten zurückkehrt.

Leider wird in diesem Teil kaum auf Hellers anderen Sohn eingegangen, der sich zum systemtreuen SED’ler gemausert hat und wohl eine große Karriere beim MfS anstrebt. Im letzten Band waren da Konflikte zwischen Vater und Sohn offenbar geworden und ich hatte mich darauf gefreut zu lesen, wie es zwischen den beiden weitergeht. Schade, dass das diesmal so gar kein Thema war… jetzt hoffe ich, dass es im nächsten Band wieder mehr in den Mittelpunkt rückt.

Insgesamt habe ich auch diesen Band wieder sehr genossen – wenn auch nicht ganz so sehr, wie das Vorgängerbuch. Ich werde aber auf jeden Fall die Reihe weiterverfolgen und freue mich schon auf ein neues Krimiabenteuer mit Max Heller.

Veröffentlicht am 28.01.2019

Roter Rabe

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Obwohl der Krieg längst zu Ende ist, haben sich die Zeiten nicht wirklich geändert und nach wie vor bestimmt ständiges Misstrauen das Miteinander. Dies bekommt auch der Dresdner Oberkommissar Max Heller ...

Obwohl der Krieg längst zu Ende ist, haben sich die Zeiten nicht wirklich geändert und nach wie vor bestimmt ständiges Misstrauen das Miteinander. Dies bekommt auch der Dresdner Oberkommissar Max Heller in seinem neuen Fall auf äußerst schmerzhafte Weise zu spüren. Da es für ihn auch privat gerade nicht so rund läuft, setzen ihm die jüngsten Geschehnisse mehr zu als er sich eingestehen möchte. Hin- und hergerissen zwischen Loyalität und Vernunft, bewegt er sich zunehmend auf dünnerem Eis. Die Gerüchteküche brodelt und Heller hat es ist nicht leicht zwischen Dichtung und Wahrheit zu unterscheiden. Obwohl es ihm zunehmend schwerer fällt sich der allgemeinen Verunsicherung zu entziehen, widersetzt er sich mutig den Weisungen seines Vorgesetzten. Seiner Intuition folgend läßt er nichts unversucht, den wahren Feind zu entlarven, um dem sinnlosen Morden und der drohenden Gefahr endlich ein Ende zu setzen.

FAZIT
Eine atmosphärisch dichte Geschichte, in der die Auswirkungen der gesellschaftlichen Verunsicherung der Nachkriegsjahre nachvollziehbar spürbar werden und so die besondere Stimmung hervorragend einfangen.

Veröffentlicht am 27.01.2019

Dresden 1951

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Spion im eigenen Land
Im Spätsommer 1951 kehrt Oberkommissar Heller mit seiner Familie aus dem staatlich genehmigten Ostseeurlaub nach Dresden zurück. Für seine Frau Karin geht die Fahrt gleich weiter, ...

Spion im eigenen Land
Im Spätsommer 1951 kehrt Oberkommissar Heller mit seiner Familie aus dem staatlich genehmigten Ostseeurlaub nach Dresden zurück. Für seine Frau Karin geht die Fahrt gleich weiter, denn sie hat überraschend die Reiseerlaubnis in den Westen zu Sohn Erwin erhalten. Heller ist besorgt. Doch sein neuer Fall lässt ihm keine Zeit zum Grübeln: Zwei unter Spionageverdacht stehende Männer, Zeugen Jehovas, sterben in ihren Gefängniszellen. Und es geschehen weitere mysteriöse Todesfälle. Bei einem der Opfer wird eine geheimnisvolle Botschaft gefunden: »Eine Flut wird kommen.« Heller beschleicht eine schreckliche Ahnung. (Klappcovertext vom Buch)
Ich bin sehr gut in die Story gekommen, obwohl ich bisher noch kein Buch dieser Reihe gelesen habe. Der Schreibstil ist gut, spannend und flüssig geschrieben. Die Charakter habe bin sehr gut gefallen. Besonders Heller hat mir gut gefallen. Aber auch dass ich sehr viel über die DDR und wie es dort 1951 so abging erfahren. Besonders interessant was das Misstrauen ob im Berufsleben oder auch Privat. Da ich das bisher noch nicht so gewusst habe, da ich im Westen aufgewachsen bin und auch keine Verwandte im Ostteil hatte. Aber jetzt kurz zur Story, die Geschichte spielt 1951 in Dresden. Max Heller, ein Kriminalbeamter, der bisher noch nicht der SED beigetreten ist. Das nicht so gern gesehen wird, deshalb darf er auch nicht mit seiner Frau ihren Sohn in Köln besuchen. In der zwischen Zeit kümmert er sich um Anni und die Vermieterin Frau Marquart und noch auf die Selbstmordfälle der Zeugen Jehovas. War es wirklich Selbstmord und warum? Fragen über Fragen, aber das sind nicht die einzigen. Denn man fragt sich warum meldet sich Karin nicht? Was ist mit den anderen Todesfällen? Die Spannung ist von Anfang bis Ende sehr gut, besonders durch die vielen Fragen.
Ich kann die sehr bildliche Geschichte sehr empfehlen. Ich habe vielen neues erfahren und wurde auch sehr gut unterhalten durch seine tolle Spannung und vielen Wendungen am Schluss.