Cover-Bild Zwei fremde Leben

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14,99
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 24.07.2020
  • ISBN: 9783423436915
Frank Goldammer

Zwei fremde Leben

Roman
Ein verschwundenes Kind und die lebenslange Suche nach der Wahrheit

Ricarda Raspe und ihr Verlobter freuen sich auf ihr erstes Kind. Doch dann geht bei der Geburt in der Dresdner Klinik etwas schief − und es heißt, Ricardas Baby sei tot. Laut Vorschrift darf sie es nicht einmal mehr sehen. DDR-Alltag im Jahr 1973. Aber Ricarda glaubt nicht an den Tod ihres Kindes. Sie glaubt vielmehr an eine staatlich angeordnete Kindesentführung. Auch der Polizist Thomas Rust, der zufällig Zeuge des dramatischen Vorfalls wurde, hegt diesen Verdacht und stellt Recherchen an, die ihn in höchste Gefahr bringen. Erst 17 Jahre später laufen die Fäden zusammen, als die junge Claudia Behling jene Frau sucht, die sie nach ihrer Geburt weggegeben haben soll – ihre Mutter.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2020

spannendes Thema, unvorhergesehenes Ende, authentische Details lassen die DDR auferstehen

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Der Buchtitel, das Cover und der Klappentext haben mich neugierig auf das Buch werden lassen.
Ich bin selbst in der DDR aufgewachsen daher auch mein Interesse an solchen Erlebnissen bzw. Geschichten. ...

Der Buchtitel, das Cover und der Klappentext haben mich neugierig auf das Buch werden lassen.
Ich bin selbst in der DDR aufgewachsen daher auch mein Interesse an solchen Erlebnissen bzw. Geschichten.
Der Dtv Verlag ist für gute Bücher bekannt und auch der Autor ist mir schon untergekommen.
Die Schicksale von Kindesentzug in der DDR ist ein totgeschwiegenes spannendes Thema und wirkt noch in der Gegenwart nach.
Irgendwie wusste man es ja aber niemand traute sich darüber zu sprechen.

Der Schreibstil ist gut verständlich dabei nicht zu leicht zu lesen und der Erzählstil lässt mit authentischen Details das typische Ostfeeling aufkommen.
Die verschiedenen wechselnden Zeitstränge sind deutlich gekennzeichnet und lassen dadurch die Handlung gut nachvollziehen.

Wir reisen als erstes 1973 nach Dresden wo Ricarda Raspe eine vermeintliche Totgeburt hat mit der sie sich einfach nicht abfinden kann.
2 Jahre später kommt dann Tochter Ines als gefühlt ewig Zweite zur Welt und spürt das ihr Leben lang.
Thomas Rust ist Vorort und Kriminalbeamter bei der DDR Polizei was sich erst im Verlauf der Geschichte rauskristallisiert und riecht irgendwelche Mauscheleien von Anfang an, aber Nachfragen werden im Oststaat nicht gern gesehen und können unvorhersehbare Folgen nach sich ziehen.
Die geheimnisvoll anmutende Handlung um Ricarda Weber, dem manchmal undurchsichtigen Thomas Rust hat Krimielemente und man erwischt sich beim mitspekulieren.
Dann kommt die Wende und der Zeitsprung erfolgt über kurz 1989 zu 1993 nach Dresden und dort treffen wir wieder auf Ricarda die sich mit ihrem Leben zwar arrangiert hat deren Familie sich das Ganze aber nicht mehr geben will und sie sich eher selbst überlassen hat.
Da bekommt das neue Leben Risse und Ricarda holt die Vergangenheit ein die sie eh nie richtig losgelassen hat.
Es kommen noch verschiedene Aspekte und Personen mit ins Spiel und das alles lässt sich spannend lesen und gibt der Geschichte einen faszinierenden Twist. Das Ende schafft es zu überraschen und ich konnte nicht aufhören zu lesen bis ich endlich alles erfahren habe.

Ich vergebe 4 grossartige Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung für Interessierte der deutsch-deutschen Geschichte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.08.2020

spannend

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Ein Albtraum! Ricardas Baby stirbt bei der Geburt. Doch Ricarda glaubt nicht daran und versucht viele Jahre, ihre Tochter zu finden. Anzeichen, dass ihr Kind noch lebt, gibt es viele. Doch was tun, wenn ...

Ein Albtraum! Ricardas Baby stirbt bei der Geburt. Doch Ricarda glaubt nicht daran und versucht viele Jahre, ihre Tochter zu finden. Anzeichen, dass ihr Kind noch lebt, gibt es viele. Doch was tun, wenn alle mauern und ihr keine Auskunft geben?
Auch Polizist Thomas Rust, der zufällig vor Ort war, möchte wissen, was es mit dem schicksalhaften Tod des Kindes auf sich hat. Bei seinen Recherchen begibt er sich schließlich selbst in Gefahr.
Ich mag Goldammers Reihe mit Max Heller und wollte deshalb auch unbedingt dieses Stand-Alone lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Was sich zuerst wie ein Schicksalsroman liest, wird bald zu einem richtig heftigen Kriminalfall. Vor dem wahren Hintergrund, dass in der DDR Kinder ihren Eltern entzogen und weitervermittelt wurden, entwickelt Goldammer eine Story, bei der es einem kalt den Rücken hinunterläuft. Man merkt, dass ihn diese Geschichte selbst sehr beschäftigt hat.

Seine Protagonisten sind authentisch, wenn mir auch Ricardas Manie teilweise etwas nervig erschien. Auch Rusts Handlungsweise in der Gegenwart war etwas fragwürdig. Der Schluss wartet noch mit einer gut platzierten Wendung auf, die ich sehr gelungen fand.
Die Geschichte wird in mehreren Zeitebenen erzählt, in der Vergangenheit begleiten wir hauptsächlich Thomas Rust auf seiner Suche nach der Wahrheit, in der Gegenwart kämpft Ricarda immer noch mit den Dämonen aus ihrer Vergangenheit.

Fazit: Goldammer kann nicht nur Heller. In seinen Romanen merkt man ihm seine Heimatverbundenheit und seine Liebe zu Dresden an.

Veröffentlicht am 03.08.2020

Berührend

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Bisher kannte ich nur die Dresden-Krimis von Frank Goldammer und war darum sehr gespannt auf dieses Buch. Dieses Mal schickt uns der Autor in die 1970er Jahre in die DDR (einer der Zeitstränge). Dort freuen ...

Bisher kannte ich nur die Dresden-Krimis von Frank Goldammer und war darum sehr gespannt auf dieses Buch. Dieses Mal schickt uns der Autor in die 1970er Jahre in die DDR (einer der Zeitstränge). Dort freuen sich Ricarda und Steffen auf ihr erstes Kind - das war zwar nicht geplant und sie sind nicht verheiratet, aber dennoch sind sie voller Vorfreude. Ricardas Vater ist Chefarzt in der Klinik und bei der Geburt geht dann etwas schief. Ricarda darf ihr angeblich tot geborenes Kind nicht sehen, doch sie ist fest davon überzeugt, dass das Kind lebt. Die zweite Zeitebene spielt 17 Jahre später. Eine junge Frau ist auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter. Ein Buch, das ein ganz besonderes Thema der Vergangenheitsbewältigung anspricht, das der Zwangsadoption in der DDR. Eine kritische Zeitreise und ein berührendes Buch mit starken Protagonistinnen.

Veröffentlicht am 29.07.2020

Sehr spannend erzählt

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Inhalt
„Zwei fremde Leben“ handelt von den beiden Frauen Ricarda und Claudia, die sich auf eine fast schon lebenslange Suche begeben, um endlich die Wahrheit herauszufinden, die ihnen in der DDR niemand ...

Inhalt
„Zwei fremde Leben“ handelt von den beiden Frauen Ricarda und Claudia, die sich auf eine fast schon lebenslange Suche begeben, um endlich die Wahrheit herauszufinden, die ihnen in der DDR niemand sagen wollte. Dabei laufen sie sich zwangsläufig über den Weg und begehen einen Teil ihrer Suche gemeinsam.

Meine Meinung
Ich selbst bin nicht in der DDR aufgewachsen und kann daher nicht nachempfinden, wie das Leben dort war. Allerdings werden in der Familie immer wieder Geschichten erzählt, sodass ich es als sehr spannend empfinde, auch mal Geschichten aus anderen Ecken darüber zu lesen.
Zunächst einmal ist die Handlung sehr spannend erzählt, sodass ich das Buch nach nicht einmal zwei Tagen ausgelesen hatte. Die Handlung springt zwischen verschiedenen Jahren und Orten und auch Personen, sodass eine gewisse Dynamik entsteht. Jeder Strang der einzelnen Personen ist interessant, ohne dass sich der Leser ärgern müsste, weil nun wieder etwas von jemand anderem erzählt wird (was mir persönlich bei manch einer Geschichte schon passiert ist).
Auf Grund des geschichtlichen Hintergrunds und der Möglichkeit, dass sich das alles tatsächlich so zugetragen haben könnte, habe ich nicht das Bedürfnis, die Personen auf ihren Charakter hin zu analysieren und genau zu erläutern, wie sympathisch sie mir erschienen sind.
Neben Ricarda, die der festen Überzeugung ist, ihr Kind sei bei der Geburt nicht gestorben, und ihrer Familie, die versucht, sie vom Gegenteil zu überzeugen, lernt der Leser auch Claudia kennen, die versucht, ihre leiblichen Eltern zu finden, nachdem sie erfahren hat, dass sie adoptiert wurde. Eine weitere wichtige Person ist ein Mann namens Rust, der eigentlich nur zufällig in die Sache reingezogen wurde, sich dann aber darin festbeißt.
Immer wieder erfahren wir weitere kleine Details und erleiden mit den Personen Rückschläge, die uns irgendwo dennoch der Auflösung des Ganzen näher bringen.

Fazit: Das Ende fand ich nicht ganz so befriedigend, dennoch war die Geschichte genau mein Geschmack.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.07.2020

Emotional

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Emotional

Ein Kind stirbt - angeblich - bei der Geburt. Die Mutter darf es, wegen merkwürdiger Bestimmungen nicht noch mal sehen. Eine schreckliche Vorstellung, doch genau das muss die Protagonistin dieses ...

Emotional

Ein Kind stirbt - angeblich - bei der Geburt. Die Mutter darf es, wegen merkwürdiger Bestimmungen nicht noch mal sehen. Eine schreckliche Vorstellung, doch genau das muss die Protagonistin dieses Werkes durchmachen. Sie glaubt nicht an den Tod ihres Kindes und versucht alles um es ausfindig machen zu können.

Das Buch hat mich nicht mehr losgelassen. Als Mutter, die sich so ein Szenario gar nicht vorstellen möchte, hat mich die Geschichte sehr gepackt. ich wurde das ein oder andere Mal recht emotional und musste eine kurze Pause einlegen. Frank Goldammer schafft es, einen stark in die Geschichte zu locken und nicht mehr raus zu lassen.

Es ist mit Sicherheit kein leichter Roman für eine laue Sommernacht. Man muss sich klar sein, das die Geschichte einen emotional fordern wird und dennoch kann ich jedem dieses Buch nur ans Herz legen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere