Cover-Bild Die Glasschwestern
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Eichborn
  • Themenbereich: Belletristik
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 432
  • Ersterscheinung: 28.02.2020
  • ISBN: 9783847900450
  • Empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Franziska Hauser

Die Glasschwestern

Roman

Dunja lebt mit ihren zwei Kindern und deren Vater in der Großstadt, ihre Zwillingsschwester Saphie in einem kleinen Dorf an der ehemals deutsch-deutschen Grenze. Als der Zufall auf irrwitzige Weise zuschlägt und innerhalb kurzer Zeit die Männer der beiden sterben, nähern die Schwestern sich einander wieder an. Dunja zieht in Saphies Hotel und damit zurück in die Welt ihrer Kindheit. Die Geschichte zweier sehr verschiedener Frauen und über die menschliche Fähigkeit, sich immer wieder neu erfinden zu können.

Ein Generationenroman aus dem ehemaligen Grenzgebiet, der alte Geschichten, Geheimnisse und Lügen zutage fördert und gleichsam ein Vergeben der Vergangenheit und Annehmen der Gegenwart ermöglicht.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.03.2020

Ruhig und mit viel Feingefühl erzählter Roman

1


„Die Glasschwestern“ im gleichnamigen Roman von Franziska Hauser sind die Zwillinge Dunja und Saphie. Aufgewachsen sind die beiden Frauen vor fast vierzig Jahren in einem kleinen Dorf im Osten Deutschlands. ...


„Die Glasschwestern“ im gleichnamigen Roman von Franziska Hauser sind die Zwillinge Dunja und Saphie. Aufgewachsen sind die beiden Frauen vor fast vierzig Jahren in einem kleinen Dorf im Osten Deutschlands. Ihr Vater war Glasbläser und hat für seine Töchter gerne Schmuck aus Glas hergestellt, den die beiden gerne trugen. Das führte zu ihrem Spitznamen und damit zum Titel des Buchs.

Zu Beginn des Romans, der in der Gegenwart spielt, führt Saphie ein Hotel in der Heimat. Dunja lebt etwa 60 Kilometer entfernt in der Großstadt und unterrichtet dort deutsch. Sie hat zwei erwachsene Kinder, war aber mit deren Vater Winne nie verheiratet und lebt inzwischen von ihm getrennt. Dennoch trifft es sie tief, als Winne stirbt. Auch Saphie ist bestürzt und traurig, viel mehr aber noch darüber, dass ihr Ehemann Gilbhart zufällig am gleichen Tag aus dem Leben scheidet.

Die beiden Schwestern sind vom Charakter her sehr verschieden. Dunja ist von Kindheit an eher zurückhaltend und ängstlich, Saphie dagegen stellt sich den ihr übertragenen Aufgaben und zeigt dabei kaum Furcht. Welche Gefühle Saphie dabei wirklich hat, lernt sie immer mehr zu unterdrücken. Stattdessen schlüpft sie in eine Rolle, in der sie der Welt ihr wahres Gesicht und Wesen verweigert. Als Inhaberin eines Hotels kommt sie in vielen Dingen einfach ihrer Pflicht nach. So war es ursprünglich nicht geplant. Denn früher hat sie sich eigentlich ein Leben in der Stadt erträumt und auch bei Dunja haben sich ihre jugendlichen Vorstellungen von der Zukunft nicht erfüllt. Gerne hätte sie die Werkstatt ihres Vaters übernommen, doch durch die Öffnung der deutsch-deutschen Grenze ist dieser Traum geplatzt.

Durch den Tod ihrer Partner ist plötzlich eine riesige Veränderung für beide da. Es hat immer Phasen gegeben, in denen die Schwestern einander brauchten und genauso haben sie gelernt einander loszulassen und ihren eigenen Weg zu gehen, denn trotz räumlicher Distanz wussten sie immer, dass es jemanden gab, der sie im Hilfsfalle unterstützen würde. Jetzt ist es wieder soweit, Dunja sucht die Nähe von Saphie und zieht vorläufig in deren Hotel. Während Dunja versucht, sich mit Arbeit von ihrem Kummer abzulenken, zieht Saphie sich zunehmend zurück und durchbricht damit ihre tägliche Routine, die viele Erinnerungen an ihren Mann mit sich bringen.

Franziska Hauser beschreibt detailreich die sich über mehrere Monate hinziehenden Veränderungen im Wesen der Zwillinge, was sich auch dadurch ausdrückt, dass zunächst Dunja diejenige ist, die mehr im Fokus steht und sich dieser zum Ende hin eher auf Saphie richtet. Die Schwestern kennen sich genau und jede weiß von der anderen, wie diese in welcher Situation reagieren würde. Beide blicken immer wieder auf ihr Leben an der Seite ihres jeweiligen Partners zurück. Bis zum Schluss bleiben Winne und Gilbhart unvergessen und nehmen weiter einen breiten Platz in den Gedanken der Zwillinge ein. Mir persönlich war das im Rahmen der charakterlichen Änderungen unverständlich, zumal es mir erschien, dass aufgrund diverser Differenzen in beiden Beziehungen schon lange keine oder nur noch wenig Liebe im Raum steht.

„Die Glasschwestern“ von Franziska Hauser ist ein ruhig erzählter Roman, in dessen Mittelpunkt die Zwillinge Dunja und Saphie stehen. Die Autorin beschreibt detailliert und bewegend mit sehr viel Feingefühl wie beide sich aufgrund des plötzlichen Verlusts ihres Ehemanns beziehungsweise früheren Partners charakterlich verändern und sie in kleinen Schritten ihre dadurch gewonnene Chance auf eine von ihnen neu gestaltete Zukunft nutzen. Gerne empfehle ich den Roman an empathische Leser weiter.

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Veröffentlicht am 18.03.2020

Roman über zwei ungleiche Schwestern, die nach einem ähnlichen Schicksalsschlag ihre Leben von Grund auf ändern und sich dabei annähern.

1

Fast zeitgleich sterben die beiden Männer der Zwillingsschwestern Dunja und Saphie. Während Dunja von Winne, mit dem sie die beiden erwachsenen Kinder Jules und Augusta hat, getrennt war, waren Saphie ...

Fast zeitgleich sterben die beiden Männer der Zwillingsschwestern Dunja und Saphie. Während Dunja von Winne, mit dem sie die beiden erwachsenen Kinder Jules und Augusta hat, getrennt war, waren Saphie und Gilbhart, Inhaber eines kleinen Hotels in einem Dorf an der ehemals deutsch-deutschen Grenze, verheiratet und kinderlos.
Nach den Beerdigungen zieht Dunja zu Saphie in das Hotel, um sie zu unterstützen und kehrt damit von der Stadt in ihre Heimat zurück.
Die beiden Schwestern waren schon als Kinder sehr unterschiedlich. Dunja ist ein kreativer Kopf, die das Leben gelassen sieht, jedoch gerade als junge Mutter kämpfen musste, weil Winne weder als Vater noch als Versorger für die Familie da war. Saphie ist geradliniger, eine Perfektionistin, die sich in die Arbeit stürzt und dabei keinen Raum für ihre eigenen Bedürfnisse oder Gedanken darum lässt. In der Zeit der Trauer beginnen sich beide zu verändern und aufeinander zuzubewegen, bis Dunja Verantwortung übernimmt, Saphie einen Nervenzusammenbruch erleidet und die Rollen sich zu vertauschen beginnen. Dabei werden die Schwestern mit der Vergangenheit ihrer Familie konfrontiert, als ein Fernsehteam über einen Fluchttunnel berichten möchte, der seinen Ursprung in ihrem Dorf hat.

Der Roman zunächst aus der Perspektive von Dunja erzählt, die nach dem Tod des Vaters ihrer Kinder in die Heimat ihrer Kindheit zieht, bis ein Wechsel erfolgt und der Leser tiefer in die Gedankenwelt von Saphie eintauchen kann.
Die Trauer um den Verstorbenen ist bei Dunja eher zweitrangig, sie blickt vielmehr wehmütig auf die Vergangenheit zurück und bedauert, dass ihre Kinder inzwischen erwachsen sind. Auf der anderen Seite ist sie jedoch bereit für einen Neuanfang, löst Saphie allmählich als Hotelchefin ab und bindet sich auch in Sachen Liebe stärker an das Dorf.
Saphie lenkt sich unmittelbar nach Gilbharts Tod mit der Arbeit im Hotel ab, bis sie seinen Tod nicht mehr verdrängen kann und ihr vor Trauer und Einsamkeit alles egal zu werden scheint und sie sich aus jeglicher Verantwortung flüchtet.

Die Geschichte entwickelt sich eher gemächlich und erhält durch den Bezug auf die deutsch-deutsche Vergangenheit Dynamik. Die Hintergründe zum Fluchttunnel in den Westen und die Folgen für die Familie von Dunja, Saphie und ihre jüngere Schwester Lenka bleiben jedoch nebensächlich und hätten mit der Aufdeckung eines (offenen) Familiengeheimnisses mehr Raum für Aufregung und Emotionen geboten.
So steht die Entwicklung der beiden "Glasschwestern", wie sie im Dorf als Töchter eines Glasbläsers und einer Glasmalerin genannt werden, im Vordergrund. Dabei wird die Gegensätzlichkeit, die sich phasenweise umkehrt, bildhaft und empathisch beschrieben. Durch den Perspektivwechsel sind die Gefühle beider Schwestern nachvollziehbar und sowohl Saphies Verzweiflung und Flucht in die Vergangenheit als auch Dunjas Engagement und Blick in die Zukunft verständlich.
"Die Glasschwestern" ist ein Buch über zwei Frauen, die nach einem ähnlichen Schicksalsschlag ihr Leben von Grund auf ändern und dabei unbewusst Charaktereigenschaften der jeweils anderen übernehmen.

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Veröffentlicht am 17.03.2020

Schöner Generationenroman

1

Sehr verschieden sind die 39jährigen Zwillingsschwestern Dunja und Saphie, die als Kinder in ihrem Heimatdorf im ehemals innerdeutschen Grenzgebiet „Glasschwestern“ (daher der Buchtitel) genannt wurden, ...

Sehr verschieden sind die 39jährigen Zwillingsschwestern Dunja und Saphie, die als Kinder in ihrem Heimatdorf im ehemals innerdeutschen Grenzgebiet „Glasschwestern“ (daher der Buchtitel) genannt wurden, weil sie den handgemachten, geblasenen Glasschmuck ihres Vaters trugen. Eine merkwürdige Parallele gibt es aber in ihrem Leben: Ihre beiden Männer/Lebensgefährten sterben am selben Tag. Daraufhin zieht Dunja aus der Großstadt zurück in das kleine Dorf ihrer Kindheit, wo Saphie ein Hotel führt. Sehr seltsam ist es dann, dass Dunja mehr und mehr wie Saphie wird (von der in engen sozialen Verhältnissen lebenden, zum Grübeln neigenden Frau zur erfolgreichen Hotelmanagerin) und umgekehrt (die früher eher vorausschauende Saphie arbeitet ihre Ehe mit einem Säufer auf, der ihre eigene Liebe zu ihm nicht so recht erwidern wollte). Daneben spielen familiäre Probleme mit ihrer jüngeren Schwester und Dunjas zwei Kindern eine wichtige Rolle. Auch die deutsch-deutsche Geschichte wird – wenn auch nur am Rande – anhand eines Fluchttunnels thematisiert, in dessen Bau der Vater auf seltsame Weise involviert war.
Das Buch liest sich gut und flüssig. Der Schreibstil ist sehr besonders. Sehr gefallen haben mir die Kapitelüberschriften, die jeweils kleine Lebensweisheiten wiedergeben (z.B. „Alte Liebe rostet, wenn sie neue kostet“), sowie die ungewöhnlichen, wenngleich gewöhnungsbedürftigen Vornamen der Romanfiguren, die einem altdeutschen Kalender entlehnt sind. Es ist besonders Fans von Familiengeschichten zu empfehlen. Die Darstellung des unbedingten Familienzusammenhaltes ist sehr schön. Als Leser fühlt man sich bildlich in die kleine Welt der Schwestern im Hotel hineinversetzt.

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Veröffentlicht am 16.03.2020

Wo stehe ich, wo will ich hin? -

2

Der Roman von Franziska Hauser „Die Glasschwestern“ handelt von den Zwillingsschwestern Saphie und Dunja, beide Ende dreißig und ihrer zehn Jahre jüngeren Schwester Lenka. Während Dunja schon zwei fast ...

Der Roman von Franziska Hauser „Die Glasschwestern“ handelt von den Zwillingsschwestern Saphie und Dunja, beide Ende dreißig und ihrer zehn Jahre jüngeren Schwester Lenka. Während Dunja schon zwei fast erwachsene Kinder hat, in der Stadt lebt und arbeitet, lebt Saphie, kinderlos, in dem Dorf ihrer Kindheit und führt mit ihrem Mann ein Hotel. Beide Männer sterben plötzlich und erwartet an dem selben Tag. Eigentlich heißt es in der Geschichte gab es nie Parallelen im Leben der Zwillingsschwestern und dann dies. Nicht nur die Männer müssen beerdigt werden, sondern das ganze Leben wird auf den Kopf gestellt und hinterfragt.... wer bin ich, was möchte ich, wo will ich hin? Neben den Zwillingsschwestern spielen auch die Kinder von Dunja , Lenka und auch das gesamte Umfeld vom Hotel, wo Dunja nach dem Tod der Männer sich aufhält eine große Rolle.
Die Autorin zeigt in ihrem Roman immer wieder neue Facetten der Figuren, gibt bruchstückhafte Rückblicke und Einblicke in das Leben der Frauen in der Gegenwart und der Kindheit. Gerade, wenn ich denke, jetzt lerne ich sie kennen, dann endet der Moment für mich unvermittelt und ich kann mich nicht. oder nur schwer, in sie hineinfühlen und verstehen.
Sprachlich hat das Buch mir sehr gut gefallen, insbesondere die Überschriften - quasi eine Art Lebensweisheit – zu Beginn jedes Kapitels fand ich sehr gut gewählt, jedoch fiel es mir schwer mich mit den Figuren „anzufreunden“. Vielleicht hat Franziska Hauser dies jedoch auch beabsichtigt, um mir als Leser den Spiegel vorzuhalten, in wie fern mich selber andere Menschen auch nicht verstehen oder um über mein eigenes Leben nachzudenken und den Lebensentwurf auch in Frage zu stellen. Letzteres ist ihr auf jeden Fall gelungen. Selber hätte ich mir gerne „Figuren“ gewünscht, die nicht in der Mehrzahl so „sperrig“ sind.
Insgesamt von mir 3,5 Sterne

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Veröffentlicht am 30.03.2020

Zwei ungleiche Schwestern

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Aufgewachsen in einem Dorf an der deutsch-deutschen Grenze, hatten sich die Lebenswege der Zwillingsschwestern Dunja und Saphie

Aufgewachsen in einem Dorf an der deutsch-deutschen Grenze, hatten sich die Lebenswege der Zwillingsschwestern Dunja und Saphie

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