Cover-Bild Das Floß der Medusa

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12,00
inkl. MwSt
  • Verlag: btb
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 592
  • Ersterscheinung: 14.01.2019
  • ISBN: 9783442717194
Franzobel

Das Floß der Medusa

Roman
18. Juli 1816: Vor der Westküste von Afrika entdeckt der Kapitän der Argus ein etwa zwanzig Meter langes Floß. Was er darauf sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: hohle Augen, ausgedörrte Lippen, Haare, starr vor Salz, verbrannte Haut voller Wunden und Blasen … Die ausgemergelten, nackten Gestalten sind die letzten 15 von ursprünglich 147 Menschen, die nach dem Untergang der Fregatte Medusa zwei Wochen auf offener See überlebt haben. Da es in den Rettungsbooten zu wenige Plätze gab, wurden sie einfach ausgesetzt. Diese historisch belegte Geschichte bildet die Folie für Franzobels epochalen Roman, der in den Kern des Menschlichen zielt. Wie hoch ist der Preis des Überlebens?

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Lesejury-Facts

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.05.2019

Gewaltiger historischer Roman, beruhend auf wahren Begebenheiten

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1816 bleibt das französische Schiff Medusa in einer Sandbank stecken und zwingt die 400 Menschen an Bord, Entscheidungen zu treffen; schreckliche Entscheidungen.

Dieser historische auf wahren Begebenheiten ...

1816 bleibt das französische Schiff Medusa in einer Sandbank stecken und zwingt die 400 Menschen an Bord, Entscheidungen zu treffen; schreckliche Entscheidungen.

Dieser historische auf wahren Begebenheiten beruhende Roman fängt damit an, dass ein laienhaft zusammengeschustertes Floss bemannt mit 147 Menschen vor der westafrikanischen Küste gefunden wird. Die ersten Eindrücke werden durch die Augen des Kapitäns der Argus geschildert; hierbei greift der Autor zu recht drastischen, um nicht zu sagen, schnodderigen und groben Formulierungen. 147 ausgemergelte, dem Tode nahe Menschen werden als hässlich und stinkend beschrieben. Manche von ihnen halluzinieren, andere trinken den eigenen Urin und die nächsten stehen halbnackt und in die Gegend stierend einfach nur herum. Dem Kapitän der Argus wird ziemlich schnell klar, dass es sich bei diesen Leuten um die Überlebenden der Medusa handeln muss, deren Bemannung aus ca 400 Menschen bestanden hat. War war also mit all den anderen Menschen passiert?

Ab hier wird die Geschichte chronologisch vom Auslaufen der Medusa bis zur Tragödie. Man lernt sehr viele, sehr unterschiedliche Charaktere kennen, die dem Ganzen etwas humorvolles und skurriles verleihen und gleichzeitig wird sehr deutlich und ungeschönt beschrieben, wie hart der Schiffsalltag in diesen Zeiten gewesen ist.

Ein hochliterarischer, zynischer, schon fast rotzig frecher historischer Roman, dem man nicht mal so zwischendurch liest. Aber wenn man dem Ganzen eine Chance gibt, wird man gut unterhalten.