Cover-Bild Eine ganze Welt
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  • Handlung
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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Hoffmann und Campe
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 02.03.2021
  • ISBN: 9783455010091
Goldie Goldbloom

Eine ganze Welt

Anette Grube (Übersetzer)

Eine Frau am Wendepunkt. Ein Geheimnis, das sie von allen trennt, die ihr wichtig sind. Und die Möglichkeit, mit viel Verständnis füreinander Brücken zu schlagen.
Surie Eckstein erfüllt ihr Leben als Oberhaupt einer Großfamilie. Sie erwartet gerade ihr erstes Urenkelkind, als eine Katastrophe eintritt – oder ist es ein Gottesgeschenk? Mit 57 Jahren ist sie noch einmal schwanger - mit Zwillingen! Plötzlich fühlt sich Surie, in der chassidischen Gemeinde von Brooklyn hochangesehen und ständig von Menschen umgeben, völlig allein. Nicht einmal Yidel, der nicht nur ihre große Liebe, sondern auch ihr bester Freund ist, wagt sie sich anzuvertrauen, so groß ist ihre Scham. Denn was sollen bloß die Leute denken? Zum ersten Mal stellt Surie die starren Regeln infrage, die ihr ganzes Leben geprägt haben.
„Ein Buch voller Weisheit, über die Differenz zwischen dem Leben, wie es sein sollte und wie es ist.“ Amy Bloom
„Eine lebenserfahrene ältere Frau in einem jugendlichen Dilemma. Ein Roman, so schön wie überraschend.“ Claire Messud
„Goldie Goldbloom zeigt, wie schwierig es ist, sich selbst zu akzeptieren, sich selbst wirklich zu kennen.“ Audrey Niffenegger

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.04.2021

Eine ganze Welt

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!ein Lesehighlight 2021!

Klappentext:
„Surie Eckstein erfüllt ihr Leben als Oberhaupt einer Großfamilie. Sie erwartet gerade ihr erstes Urenkelkind, als eine Katastrophe eintritt – oder ist es ein Gottesgeschenk? ...

!ein Lesehighlight 2021!

Klappentext:
„Surie Eckstein erfüllt ihr Leben als Oberhaupt einer Großfamilie. Sie erwartet gerade ihr erstes Urenkelkind, als eine Katastrophe eintritt – oder ist es ein Gottesgeschenk? Mit 57 Jahren ist sie noch einmal schwanger - mit Zwillingen! Plötzlich fühlt sich Surie, in der chassidischen Gemeinde von Brooklyn hochangesehen und ständig von Menschen umgeben, völlig allein. Nicht einmal Yidel, der nicht nur ihre große Liebe, sondern auch ihr bester Freund ist, wagt sie sich anzuvertrauen, so groß ist ihre Scham. Denn was sollen bloß die Leute denken? Zum ersten Mal stellt Surie die starren Regeln infrage, die ihr ganzes Leben geprägt haben.“

Da denkt man als Frau, irgendwann ist auch mal gut wenn die Wechseljahre eintreten und dann das...jedenfalls bei Surie: schwanger mit Zwillingen und das mit 57 Jahren. Die Geschichte „Eine ganze Welt“ von Goldie Goldbloom handelt genau um dieses Thema und um noch so viel mehr. Mein Leserherz wurde hier in alle Höhen und Tiefen mitgenommen und es wurde berührt, wo es selten durch ein Buch so berührt wird. Goldbloom beleuchtet hier die orthodoxen Juden in New York. Wer schon mal da war, wird festgestellt haben, das unheimlich viele Juden in der Stadt leben. Sie haben ihre eigenen Regeln, genau wie alle Menschen und alle Religionen auf der Welt. Goldbloom geht hier sehr schön gefühlvoll vor und wählt Worte mit Bedacht. Hier stimmt alles. Vor allem der Spruch „Erstens kommt es anders und Zweitens als man denkt!“. Das trifft nicht nur in der Geschichte zu, sondern auch im Schreibstil von Goldbloom. Surie hier so zu erleben, war ein echtes Geschenk der Autorin an die Leserschaft. Zu sehen, welche Gedankengänge Surie hat, als sie erfährt das sie schwanger ist, was wohl die Familie dazu sagen wird, was die Gemeinde dazu sagen wird, ob sie das alles schafft und dann kommt da noch der Tot ihre Sohnes Lipa wieder hoch. Die Protagonistin muss viel verarbeiten aber auch der Leser. Gedankenkino bleibt hier keineswegs aus - und das nicht nur für die weibliche Leserschaft! Es war wirklich eine Wonne zu sehen, wie Surie die Hilfe ihrer Hebamme annimmt und auch in ihrem Alter noch Neues dazu lernt - plötzlich werden große Probleme ganz klein und stemmbar. Als Leser muss man hier wahrlich viel verarbeiten und viele Dinge lassen einen dabei staunen oder gar wütend werden, denn das Leben in einer jüdischen Gemeinde ist anders und genau da trifft Goldbloom den Nerv.
Dieses gesamte Mischung aus etwas Bizarrem, etwas Liebevollem und etwas Besonderem, aus Zusammenhalt und Gemeinschaft ist „Eine ganze Welt“ für sich. Sie merken, der Titel trifft hier perfekt zu. Ich kann nicht anders und vergebe ausgezeichnete 5 Sterne für dieses Lesehighlight. Dieses Autorin wird definitiv in mein Repertoire aufgenommen!

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Veröffentlicht am 02.04.2021

perfekt

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„Eine ganze Welt“ erzählt von einer mir bis dato gänzlich fremden Welt. Strengen religiösen Regeln unterworfene orthodoxe Juden im heutigen New York. Dieses mittelalterlich anmutende Konstrukt, in dem ...

„Eine ganze Welt“ erzählt von einer mir bis dato gänzlich fremden Welt. Strengen religiösen Regeln unterworfene orthodoxe Juden im heutigen New York. Dieses mittelalterlich anmutende Konstrukt, in dem die Frauen ganz unten in der männlich dominierten Hierarchie stehen, sich möglichst nur der Familie und der Erziehung der Kinder widmen sollen und alle Handlungen von der Glaubensgemeinschaft genau und wertend betrachtet werden, das hatte ich so nicht erwartet. Fasziniert hat mich, dass Surie und ihr Mann Yidel mir trotz dieser fremden Ansichten schnell sehr nah kamen. Das Buch wird auf eine wunderbar einfühlsame Art und Weise erzählt und ich konnte akzeptieren, dass ihre Religion ihr Leben auf diese Weise bestimmt. Umso spannender wird es, als Surie ihre unerwartete Schwangerschaft mit 57 sie aus der Bahn zu werfen droht. Ihre schwankende Gefühlswelt, ihre Ängste und Sorgen, gingen mir sehr nah.

Das Buch ist ein rundherum perfektes Wohlfühlbuch. Das Cover ist passend und zieht den Blick des Interessierten an. Der Titel könnte nicht treffender gewählt sein. Und der Schreibstil wirft den Leser mit einem liebevollen Blick in diese Welt und ist zu jeder Zeit warmherzig und aufmerksam. Für mich war diese Autorin und diese Geschichte eine wahnsinnig schöne Neuentdeckung.

Veröffentlicht am 21.03.2021

Einblick in die unbekannte Welt der chassidischen Juden

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Autorin Goldie Goldblum lässt uns mit diesem Roman in eine fremde Welt eintauchen: in die Lebenswelt der orthodoxen Juden.

Surie Eckstein, geachtete Ehefrau eines Rabbis in Brooklyn, zehnfache Mutter, ...


Autorin Goldie Goldblum lässt uns mit diesem Roman in eine fremde Welt eintauchen: in die Lebenswelt der orthodoxen Juden.

Surie Eckstein, geachtete Ehefrau eines Rabbis in Brooklyn, zehnfache Mutter, Großmutter von 32 Enkeln und angehende Urgroßmutter, erfährt mit 57 Jahren, dass sie mit Zwillingen schwanger ist. Ein Schock für die Frau, die eine Brustkrebserkrankung überstanden hat. Obwohl sie eine gute und liebevolle Beziehung zu ihrem Mann Ydel hat, verheimlicht sie die Schwangerschaft.

Val, die Hebamme, wird ihr zur großen Stütze und ermuntert Surie als Dolmetscherin auf der gynäkologischen Station des Krankenhauses zu arbeiten. Wieso also Dolmetscherin? Die strenggläubigen Frauen sprechen nur jiddisch, manche ein paar Brocken englisch. Sie dürfen nur eingeschränkt ihre Wohnungen verlassen und bewegen sich ausschließlich in ihren eigenen orthodoxen Kreisen.

Durch die Arbeit im Krankenhaus öffnet sich für Surie eine neue Welt, die sie einerseits fasziniert und die ihr andererseits auch Angst macht.

Meine Meinung:

Goldie Goldblum entführt ihre Leser in eine bizarre Welt der Ver- und Gebote.
Chassidische Juden müssen extra strenge Regeln befolgen bzw. fragen wegen jeder Kleinigkeit den Rabbi, ob erlaubt oder nicht erlaubt.

Den Mädchen wird häufig weiterführende Schulbildung verwehrt. Sie sollen sich um die Familie kümmern, mehr braucht es nicht. Doch auch die Jungs haben es nicht leicht, wie das Beispiel von Suries Sohn Lipa zeigt. Er ist schwul, hat AIDS und wird aus der Gemeinschaft ausgestoßen. Selbst nach seinem Tod darf sein Name nicht mehr genannt werden. Er gilt als Schande für die Familie, die auf ihre Reputation bedacht ist. Surie erfährt lediglich durch ihre alte, blinde Schwiegermutter so etwas wie Anteilnahme.

Der Schreibstil ist eindringlich, sorgt manchmal für Staunen, Kopfschütteln und Wut. Wut deshalb, weil ich Fanatismus und Orthodoxie in jeder Form ablehne. Ich beschäftige mich schon länger mit den unterschiedlichen Richtungen innerhalb des Judentums. Frauen werden häufig nur als Gebärmaschinen gesehen. Je mehr Kinder, desto besser. Das stärkt das Ansehen der Männer. Wenn man die vielen Vorschriften für das Eheleben kennt, wundert es nicht, dass fast jeder Beischlaf zu einer Schwangerschaft führt und zehn, zwölf Kinder eher die Regel als die Ausnahme.

Ich lebe in Wien und bin in der Leopoldstadt, jenem Bezirk mit den meisten jüdischen Einwohnern, aufgewachsen. Regelmäßig begegne ich jüdischen Familien. Den Frauen, die mit kaum 20 Jahren schon vier, fünf Kinder geboren haben, die aufgrund der strengen Kleiderordnung und den Perücken sofort als orthodoxe Juden identifizierbar sind und ihren Männern, die entweder doppelt oder dreifach so alt sind wie die Frauen selbst, oder ähnlich jung sind. Auch leicht zu erkennen an ihren Kniebundhosen, den weißen Strümpfen, den Schläfenlocken und dem mit Biberpelz besetzten großen Hut.

Mich hat das Buch sehr berührt, zumal ich am Vortrag eine Doku über jüdische Frauen in Israel gesehen habe, die sich scheiden lassen wollten und denen ihre Männer dieselbe aus unterschiedlichen Gründen verweigern.

Deborah Tannens Buch „Unorthodox“ wartet noch darauf gelesen zu werden, was ich nun angehen werde.


Fazit:

Ein interessanter Einblick in eine unbekannte Welt. Gerne gebe ich diesem Roman 5 Sterne.

Veröffentlicht am 02.03.2021

Eine Großmutter in Nöten

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„Eine ganze Welt“ ist Goldie Goldbloom zweiter Roman und war in der USA ein großer Erfolg.

Die Autorin führt uns in eine chassidische Familie in New York. In dieser Gemeinde war viel verboten. So extrem ...



„Eine ganze Welt“ ist Goldie Goldbloom zweiter Roman und war in der USA ein großer Erfolg.

Die Autorin führt uns in eine chassidische Familie in New York. In dieser Gemeinde war viel verboten. So extrem hatte ich es noch in keinem Roman gelesen.

Surie Eckstein ist 57 Jahre alt und hat schon viele Enkel. Sie hat eine Krebserkrankung überstanden und erfährt jetzt, das sie wieder schwanger ist und auch noch mit Zwillingen. In dieser Gemeinde ging es krass zu. Surie erzählt es niemanden, nicht einmal ihrem Mann. Sie hat Angst was ihre Familie dazu sagt.
Ihre Hebamme überredet sie im Krankenhaus zu arbeiten, denn sie kann gut mit chassidischen Frauen umgehen, weil sie weiß was sie empfinden.
Surie ist viel mit Bedenken versehen. So erfährt sie, das ein Therapeut ihrer Gemeinde Unzucht mit Jugendlichen treibt, aber sie redet nicht mit ihrer Familie darüber.

Die Autorin schafft es, das ich mich in Surie gut eindenken kann. Es ein bedeutender berührender Roman von den Nöten einer Frau, sehr zu empfehlen.