Cover-Bild Die beste aller Beziehungen
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28,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Insel Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 640
  • Ersterscheinung: 11.03.2026
  • ISBN: 9783458645290
Gun-Britt Sundström

Die beste aller Beziehungen

Roman
Nina Hoyer (Übersetzer)

Martina und Gustav treffen sich als junge Studierende im Stockholm der Siebziger und werden schnell ein Paar. Doch während Gustav Halt und Beständigkeit sucht, sträubt sich Martina gegen Konventionen und gesellschaftliche Erwartungen. Ihre Beziehung hält Gespräche und Konflikte, Trennungen und Neubeginne aus. Es geht um Nähe und Intimität, um Sex und Treue, ums Sprechen und ums Schweigen – und vor allem um die Frage: Kann man geliebt werden, ohne sich selbst aufzugeben?

Die beste aller Beziherungen ist eine scharfsinnige, zugleich bittersüße Reflexion über Liebe, Freiheit und Verantwortung. Gun-Britt Sundström erzählt mit Witz und Klarheit darüber, wie man leben und lieben kann, ohne die eigenen Überzeugungen zu verraten.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2026

Ein eindrucksvoller Roman von zeitloser Aktualität.

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Die beste aller Beziehungen ist ein Roman, den ich gerne weiterempfehle.
Es ist eines der wenigen Bücher, bei denen ich mich mit einer Rezension schwer getan habe, weil es so komplex daher kommt.
Es ist ...

Die beste aller Beziehungen ist ein Roman, den ich gerne weiterempfehle.
Es ist eines der wenigen Bücher, bei denen ich mich mit einer Rezension schwer getan habe, weil es so komplex daher kommt.
Es ist ein echter Wälzer, ein Schmöker, eine brobdingnagische Aufgabe.
Es ist schwer, es ist anstrengend, es fordert heraus. Denn Protagonistin Martina hinterfragt wirklich jede Regung, jedes Wort.
Und es ist wundervoll.
Mit der Feststellung im Vorwort, es sei „auf eine vollkommen andere Art ungeschminkt“, denn „ungeschminkt“ bedeute heute etwas grob Intimes, nahezu Pornografisches, konnte ich zunächst unter großem Widerstand nicht ganz mitgehen - denn wo führt es uns hin, die ursprüngliche „ungeschminkte Wahrheit“ derart zu „radikalisieren“, sie in ein Extrem hineinzudenken?
Doch vielleicht liegt hierin tatsächlich der Kern einer Wahrheit unserer Zeit.
Wenn authentische und integre Ehrlichkeit, wie die unserer Protagonistin es oft ist, zu etwas stilisiert wird, das heute zwangsläufig als etwas grob Intimes, Pornografisches gefühlt werden muss, ist es dann nicht kein Wunder, dass sie selten wird, verpönt, kritisiert, dass sie Angst macht und wir mit ihr nicht mehr vertraut sein können?
Gerade in Zeiten des wieder zunehmenden sozialen Misstrauens, einer dialoggestörten Zeit?
Dass eine Martina als „herausfordernd“ kategorisiert werden muss, weil sie „ihre Beziehungen ernst nimmt“, weil sie sie reflektiert, durchdenkt, gestalten will - aber eben auch auf den Prüfstand stellt, hinterfragt, kritisiert, anzweifelt und sich damit verletzlich zeigt, angreifbar?
Weil sie aus der Reihe tanzt?
„Grob intim“, „pornografisch“ als Klassifizierung dafür, wie wir ehrlich, wahrhaftig sein einordnen: Krasser, absoluter, extremer; das ist ein Symptom unserer Zeit. Aber auch: ängstlicher, feiger, narzisstischer, kränkbarer, distanzierter, isolierter. Wenn wir Offenheit und Authentizität so empfinden.
Vielleicht ist es das, was den Ansatz dieses Buches so interessant macht. Eben weil er uns zeigt, wie es sein kann, wie es sein darf, wenn wir lieben, wenn wir in Beziehung gehen. Welche auch immer, übrigens.
Ein Buch von 1976, neu aufgelegt. So aktuell jetzt, wie schon seinerzeit. Das scheint erstaunlich.
Ich denke, es ist ganz genau das, was immer schon dem „Ungeschminkten“ inhärent war, woran wir uns heute wieder erinnern dürfen. Ehrlichkeit. Echtheit. Integre Authentizität.
Ein Zurück zur echten Verbindung, statt zur ängstlichen Distanz, zur gelebten Akzeptanz und dem Erforschen von Unterschieden, statt zum Erzwingen von Gemeinsamkeit als Konformität. Ein Miteinander, statt eines Gegeneinanders. Im Dialog.
Zu einem „Normal“-Denken, statt einer empfindlichen Übersteigerung der Begrifflichkeiten, die uns letztlich voneinander entfernt und ausbrennt. Denn: was darf man eben dann noch sagen, wenn jede Ehrlichkeit des eigenen Fühlens und jede Gestaltung der eigenen Beziehungen als „grob“ intim, mit einem nahezu pornografischen Charakter automatisch auch als potenziell grenzverletzend, übergriffig, weil eindring-lich, bewertet wird? Als Angriff; auf den Anderen, das Andere, die Anderen? Als Rütteln am auf tönernen Füßen gebauten Selbstbild; des Einzelnen, aber auch der Gesellschaft?
„Ungeschminkt“ ist nicht grob intim, pornografisch, oder ungeschont, grob, verletzend. Es ist echt. Es ist verbindend. Es ist nah. Und es ist sicher dringend an der Zeit, dass wir die Angst vor dem Nah-Sein wieder ablegen. Und dafür eben auch die Angst vor Konfrontation, vor Verletzlichkeit, Echtheit. Wir haben verlernt, uns sichtbar zu machen und wir haben verlernt, die volle Verantwortung für uns selbst und unsere Beziehungen zu übernehmen. Auch für die zu uns selbst.
Martina, einfach als Kind ihrer Zeit, aber auch als Vorreiterin dieser, geht uns da ganz gut voraus. Natürlich weit überspitzt hier und da, doch dieser Roman hat eine zeitlose, allgemeingültige Wahrheit, die ganz unabhängig seines zeitlich-politischen Kontextes stattfindet; auch wenn selbiger durchaus interessant nachzuvollziehen ist.
Wir sind in einer Zeit in Beziehung, die uns, individualistischer denn je, vor die Frage stellt, wie man trotz Freiheit lieben kann. Eben jene Frage, die Martina andersherum stellt: wie kann man trotz Liebe frei sein? Am Ende ist es einerlei, die Antwort bleibt gleich. Wir müssen reden. Miteinander und auch mit uns selbst. Ein Hoch also auf Martina und ihr mutiges Beispiel, aus dem wir heute wie damals so viel mitnehmen können. Es ist der Mühe wert.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Sprachliche Sensibilität

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Das Buch „ die beste aller Beziehungen“ geschrieben von er Autorin Gun-Britt Sundström hat mir aus mehreren Gründen gefallen. Zum einen finde ich, dass das Cover zum lesen einlädt. Mir gefällt die Farbwahl ...

Das Buch „ die beste aller Beziehungen“ geschrieben von er Autorin Gun-Britt Sundström hat mir aus mehreren Gründen gefallen. Zum einen finde ich, dass das Cover zum lesen einlädt. Mir gefällt die Farbwahl aber auch die Neuger, die hinter der Illustration steckt.
Worum gehts? Es geht um zwei Menschen, Martina und Gustav, die unterschiedlicher nicht sein können, jedoch eine Beziehung miteinander führen. Die Autorin schreibt warm, herzlich und mit Tiefgang wie eine solche Beziehung standhaft bleibt und beschreibt Themen wie Trennung und Neubeginn, Erwartungen, Konflikte und das alltägliche leben zweier Menschen.
Besonders gefällt mir an dem Buch, dass es zum nachdenken anregt und Probleme einer völlig normalen Beziehung aufnimmt. Geschrieben ist es scharfsinnig, mit viel Humor und einer Leichtigkeit.
Ich habe es gerne gelesen und kann es weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Eine lange Reise durch zwei Leben

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"Verheirate dich, du wirst es bereuen; verheirate dich nicht, du wirst es auch bereuen. Heirate oder heirate nicht, du wirst beides bereuen."

Mit diesem Zitat von Kierkegaard starten wir in ...

"Verheirate dich, du wirst es bereuen; verheirate dich nicht, du wirst es auch bereuen. Heirate oder heirate nicht, du wirst beides bereuen."

Mit diesem Zitat von Kierkegaard starten wir in die äußerst komplexe Beziehung zwischen Martina und Gustav. Die beiden streiten sich um Freiheit und ums Gebundensein, um den Sinn der Liebe, der Heirat, der Bedeutung von Sexualität, der Monogamie, der Politik und des restlichen Lebens. Die Debatten, die darum entstehen, sind in den Jahrzehnten seit der Ersterscheinung 1976 kein bisschen weniger relevant geworden. Nur gibt es jetzt weniger Anstandsdamen.
Zwischendurch wird der Roman etwas langatmig, was aber sehr gut zur steigenden Frustration und Eskalation zwischen Gustav und Martina passt. Man kann dadurch richtig mitfühlend, wie nervenzehrend die gemeinsame Geschichte eigentlich ist.

Fazit: Das Konzept der Situationship gab es auch schon in den 1970ern und es war auch da schon kacke.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Ehrlich

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Dieses Buch ist klug, witzig und zugleich erstaunlich ehrlich und modern, trotz seines hohen Alters von 50 Jahren. Selten habe ich eine so realistische Beschreibung einer längeren Beziehung gelesen. Im ...

Dieses Buch ist klug, witzig und zugleich erstaunlich ehrlich und modern, trotz seines hohen Alters von 50 Jahren. Selten habe ich eine so realistische Beschreibung einer längeren Beziehung gelesen. Im Mittelpunkt stehen Gustav und Martina, zwei schwedische Studenten. Sie möchten einander nahe sein, brauchen aber auch Raum für sich selbst. Genau darin liegt der Kern des Buches: Wie kann man mit einem anderen Menschen zusammenleben, ohne sich selbst zu verlieren? Das Buch erzählt von großen Gefühlen und schwierigen Fragen ohne übertriebene Dramatik oder Sentimentalität. Dadurch wirkt die Geschichte sogar gemütlich – selbst dann, wenn es unangenehm ehrlich wird. Auch die Wiederholungen im Alltag der Protagonisten spielen eine wichtige Rolle. Sie zeigen, wie Beziehungen mit der Zeit routinierter werden. Diese Routine kann Sicherheit geben, gleichzeitig kann sie aber auch langweilig und dadurch zerstörerisch wirken. Genau diese Mischung aus Geborgenheit und Monotonie beschreibt die Autorin sehr treffend. Das Buch bringt auf den Punkt, wie widersprüchlich und gleichzeitig vertraut Beziehungen sein können. Für mich ist es eine klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Balance in Beziehungen

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Gun-Britt Sundströms Roman „Die beste aller Beziehungen“ ist eine tiefgründige und zugleich lebensnahe Auseinandersetzung mit den zentralen Themen Liebe, Freiheit und Selbstbestimmung. Am Beispiel des ...

Gun-Britt Sundströms Roman „Die beste aller Beziehungen“ ist eine tiefgründige und zugleich lebensnahe Auseinandersetzung mit den zentralen Themen Liebe, Freiheit und Selbstbestimmung. Am Beispiel des Paares Martina und Gustav zeigt die Autorin auf, wie es gelingen kann, eine glückliche und tiefe Verbindung einzugehen, ohne dabei die eigene Individualität aufzugeben.
Sundström scheut sich nicht davor, die realen Herausforderungen einer Partnerschaft direkt anzusprechen: Von unterschiedlichen Bedürfnissen in Sachen Intimität und Sexualität über die verschiedenen Facetten der „Love Language“ bis hin zur essenziellen Bedeutung von ehrlichen Gesprächen. Der Roman macht deutlich, dass Verschiedenheiten zwischen Partnern völlig natürlich sind, aber nur dann nicht zur Belastung werden, wenn man den Mut findet, offen über sie zu sprechen.
Obwohl das Buch mit seinen 638 Seiten recht umfangreich ist, sorgt der angenehme und flüssige Schreibstil dafür, dass man vollkommen in der Geschichte versinkt. Es ist ein beeindruckendes Werk über die Kunst, gemeinsam durchs Leben zu gehen und sich dabei dennoch selbst treu zu bleiben. Ein Buch, das trotz seiner Dicke viel zu schnell zu Ende geht.

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