Cover-Bild Menschenwerk

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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Aufbau Verlag
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 224
  • Ersterscheinung: 15.09.2017
  • ISBN: 9783351036836
Han Kang

Menschenwerk

Roman
Ki-Hyang Lee (Übersetzer)

"Ich kämpfe, jeden Tag. Ich kämpfe gegen die Schande, überlebt zu haben und immer noch am Leben zu sein. Ich kämpfe gegen die Tatsache, dass ich ein Mensch bin. Und Sie, ebenso ein Mensch wie ich, welche Antworten können Sie mir geben?"

Ein Junge ist gestorben, und die Hinterbliebenen müssen weiterleben. Doch was ist ihnen ihr Leben noch wert? Han Kang beschreibt in ihrem neuen Roman, wie dehnbar die Grenzen menschlicher Leidensfähigkeit sind. Ein höchst mutiges Buch und ein brennender Aufruf gegen jede Art von Gewalt.

»Han Kang zu lesen ist wie in einen Strudel aus Brutalität und Zärtlichkeit geworfen zu werden, aus dem man durchgeschüttelt, perplex und tief bewegt wieder auftaucht.« Doris Dörrie

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.09.2017

Bewegender Appell gegen Gewalt

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1980: In Süddkorea werden bei einem Studentenaufstand viele Menschen von Soldaten gefangen genommen oder willkürlich erschossen. Während einige Angehörige bereits in improvisierten Leichenhallen trauern, ...

1980: In Süddkorea werden bei einem Studentenaufstand viele Menschen von Soldaten gefangen genommen oder willkürlich erschossen. Während einige Angehörige bereits in improvisierten Leichenhallen trauern, suchen andere noch nach Überlebenden. Doch auch Jahrzehnte nach den schrecklichen Ereignissen prägt das Erlebte den Alltag... .
Der Autorin gelingt es hier, den Leser mit vielen unterschiedlichen Schicksalen zu konfrontieren. Man wird fast dazu gezwungen, sich in die jeweilige Figur hineinzuversetzen und aus ihrer Sicht das Geschehen mitzuerleben, die Gefühle aushalten und ebenso vor der Frage zu stehen, was die Gewalt für einen Sinn hat.
Viele Momente während des Studentenaufstands, aber auch in der Zeit danach werden genauestens beleuchtet. Da ist zum Beispiel Dong-Ho, der nach seinem Freund sucht und dabei mitanpackt, als es um das Registrieren von Toten geht. Bei ihm, aber auch bei den anderen Figuren merkt man deutlich, dass der Tag des Aufstands eine Zäsur darstellt, die ihr Leben fortan in ein ,,davor" und ein ,,danach" einteilt. So begegnet man Jahre später auch einer jungen Frau, die 1980 verhaftet und grausam gefoltert wurde und seitdem ein zurückgezogenes und einsames Leben führt.
Das besondere an diesem Buch ist der nüchterne, aber auch poetische Schreibstil der Autorin. In jedem Kapitel erzählt sie die Geschichte einer anderen Figur jeweils auf eine komplett andere Art. Auch schafft sie es, den Leser direkt anzusprechen und das Geschehen aus den Augen der jeweiligen Person zu sehen.
Insgesamt war für mich sehr bewegend zu lesen, wie die Menschen brutal aus ihrem normalen Leben gerissen und mit unheimlich viel Leid konfrontiert werden. Dennoch hat mich beeindruckt, auf welche besondere Art und Weise Han Kang hier ein Stück Literatur erschaffen hat, welches deutlich macht, wie sinnlos Gewalt ist und wie schwer die Wunden zu heilen sind. Gerne empfehle ich das Buch weiter.