Cover-Bild The Cure
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29,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hannibal Verlag
  • Themenbereich: Kunst - Musik
  • Genre: Sachbücher / Film, Kunst & Kultur
  • Seitenzahl: 240
  • Ersterscheinung: 10.06.2021
  • ISBN: 9783854457015
Ian Gittins

The Cure

Dunkelbunte Jahre
Kirsten Borchardt (Übersetzer)

Zwischen Düsterrock und Popjuwelen

„Wir hatten nie die Absicht, so erfolgreich zu werden“, bekennt Cure-Sänger und Mastermind Robert Smith freimütig. Dass der Weg von The Cure aus der Londoner Vorstadt-Tristesse bis in die großen Stadien der ganzen Welt führen würde, damit rechnete wirklich niemand, als ihre Karriere vor über vierzig Jahren begann. The Cure waren Anti-Stars, von Anfang an – und gerade das trug ihnen schließlich eine riesige Fangemeinde ein.
Aus dem minimalistischen Postpunk, den Smith und seine wechselnden Mitstreiter auf ihren ersten Alben präsentierten, erwuchs zu Beginn der Achtzigerjahre ein düsterer Sound, der mit seiner melodiösen Wehmut ganzen Scharen unverstandener, einsamer Teenager das Gefühl gab, nicht mehr allein zu sein. The Cure wurden zum Aushängeschild des Gothic, dessen Stil Robert Smith mit seiner wild toupierten Vogelnestfrisur auch optisch prägte, und der gerade in Deutschland zu einer der lebendigsten Subkulturen der letzten Jahrzehnte wurde. Dabei sah Smith sich selbst nie als Teil dieser Bewegung und kämpfte stets gegen das Düsterimage an.
Dabei genoss er den Flirt mit den seelischen Abgründen durchaus und inszenierte ihn so wohlig melodisch wie niemand sonst; ihr Meilenstein-Album Disintegration von 1989, das ihnen endgültig Weltruhm einbrachte, war dafür der perfekte Beweis. Aber auf der anderen Seite standen lupenreine Pophits wie „Boys Don’t Cry“, „Lullaby“ oder „Friday I’m In Love“. Dass auch sie unverkennbar nach The Cure klangen, dafür sorgte Smith mit seiner charakteristischen Stimme, die stets gekonnt auf dem schmalen Grat zwischen Selbstmitleid und Augenzwinkern wandelte.
Heute füllen The Cure noch immer mühelos die großen Arenen, und ihre Dreistundenkonzerte sind legendär. Für das nächste Jahr hat Smith ein neues Album versprochen – ein guter Anlass, um die unwahrscheinliche Karriere seiner Band in Ian Gittins‘ opulent illustrierter Biografie noch einmal Revue passieren zu lassen. Mehr als vierzig dunkelbunte Jahre in Wort und Bild, ergänzt um Playlists und Literaturtipps, um das Cure-Universum ganz neu zu entdecken. Ein Fest für Fans!

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.06.2021

Bekennende Anti-Stars, die zur Legende wurden

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Wohl kaum eine Band hat ein düsteres Image als "The Cure" - eine dunkle, selbstinszenierte Atmosphäre wabert um die Band, hüllt sie in eine depressive Stimmung und ihre Texte sind Ausdruck vieler rebellierender ...

Wohl kaum eine Band hat ein düsteres Image als "The Cure" - eine dunkle, selbstinszenierte Atmosphäre wabert um die Band, hüllt sie in eine depressive Stimmung und ihre Texte sind Ausdruck vieler rebellierender Teenies, die sich von allen missverstanden und in die Ecke gedrängt fühlen.

Optisch als auch musikalisch der Gothic-Szene zugewiesen, beginnt der Weg der Band eher verhalten, denn die schwermütigen Songs sind alles andere als einschlägige Hits und werden nur einer relativ kleinen Fangemeinde zugängig.

Die Band um den polarisierenden Frontmann Robert Smith hat viele Alkohol- und Drogeneskapaden durch, immer am Rande des eigenen "Wahnsinns" und der Selbstzerstörung.Aber irgendwann wird der Schalter umgelegt und aus den Jungs aus dem Untergrund wird eine Popband, die mit Hits wie" Boys don't cry", "Friday I'm in love" oder "Lullaby" genau den Nerv der Teenies in den 1980er Jahren trifft und so ist der komentenhafte Aufstieg nicht mehr aufzuhalten. Zwar beinhalten die Songtexte immer noch den für die Band typischen Einschlag aus Selbstmitleid und Desinteresse, aber Smith gelingt es, mit einem Augenzwinkern und einer guten Portion Selbstironie diese Komponente geschickt zu verpacken und so hittauglich zu gestalten.

Der Sprung in die 90er und hinüber ins neue Jahrtausend ist allerdings nicht so gut gelungen, die Band tritt eher auf der Stelle. Zwar füllen The Cure immer noch große Hallen, aber der ganz große Wurf an veröffentlichen Songs ist nicht mehr zu verzeichnen. The Cure ist zwar nicht in der Versenkung verschwunden, aber wirklich präsent ist sie auch nicht.

Die Biografie gibt ungeschönte Einblicke in das Bandleben, die wechselnden Besetzungen und die vielen Zerwürfnisse, den Verfall durch Drogen und Alkohol, zeigt aber auch, wie Minimalismus und Genialität eine Band quasi unsterblich machen und so ihren Platz in der Musikgeschichte sichern.

Vervollständigt wird das umfassende Wekt mit vielen Fotos, die den Wandel von der schüchternen Teenieband zum Aushängeschild der Gothicszene portraitieren. Playlists und Literaturtipps setzen noch das Tüpfelchen auf dem I und machen den umfassenden Einblick in das Cure-Imperium perfekt.


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