Cover-Bild In Liebe Dein Karl
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Belletristik - Kurzgeschichten
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 336
  • Ersterscheinung: 22.01.2020
  • ISBN: 9783257070965
Ingrid Noll

In Liebe Dein Karl

Geschichten und mehr
Die ganze Palette der Ingrid Noll in Kurzgeschichten: ihr krimineller Witz, ihre warmherzige Lebenserfahrung, ihre bodenständige Beobachtungsgabe. In diesem Buch kommt ein Weiteres hinzu: Autobiographisches, authentisch und nachhallend. Ein Brief an ihre verstorbene Mutter, die Rolle ihres Vaters. Wie sie sich in ihr Enkelkind verliebte. Ihre Kindheit in China. Wie sie sich ihre letzten 24 Stunden wünschen würde und was sie am Altwerden nervt.

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei evafl in einem Regal.
  • evafl hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.04.2020

Ein kleine Biografie und teuflisch gute Kurzgeschichten

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»Die selbst erlebten Anekdoten sind allerdings schnell aufgebraucht. Doch jetzt beginnt die eigentliche Lust des Schriftstellers: Er wird zum Allmächtigen, darf einen neuen Kosmos erfinden und Menschen ...

»Die selbst erlebten Anekdoten sind allerdings schnell aufgebraucht. Doch jetzt beginnt die eigentliche Lust des Schriftstellers: Er wird zum Allmächtigen, darf einen neuen Kosmos erfinden und Menschen mit einem eigenen Schicksal erschaffen – einem spektakulären oder ganz alltäglichen, je nach Lust und Laune.« Aus Die Rolle des Erzählers – In Liebe Dein Karl.

»In Liebe Dein Karl« von Ingrid Noll ist nicht nur eine teuflisch gute Kurzgeschichtensammlung, sondern auch eine kleine Biografie.

Das Buch ist in 5 Teile gegliedert:
Diebe und Triebe
Lust und Last der Liebe
Tierische Täter
Mörderische Mythen
Erinnerungen und Notizen

Zum Inhalt
»In Liebe Dein Karl« ist die Heimat von 21 Kurzgeschichten und 10 autobiographischen Texten. Die Kurzgeschichten haben, wie wir es von Ingrid Noll gewohnt sind, oftmals schillernde weibliche Protagonisten, Charaktere, die sich nicht unterkriegen lassen und mit faszinierender intelligenter krimineller Energie, ihr Leben komfortabel machen. Männer haben sich unterzuordnen. Gerade in den Kurzgeschichten sind die Wendepunkte wichtig. Hier ist Ingrid Nolls Dramaturgie geradezu hinreißend. Der Leser lacht, weint und bangt mit der »Täterin«, dass sie ja nicht überführt wird, am besten erst gar nicht verdächtigt wird.

In Liebe dein Karl mit Don Cato
Don Cato liest gerne mit.
Autobiographische Schriften “In Liebe Dein Karl”
Für mich sind Ingrid Nolls autobiographische Schriften ein Juwel. Die Autorin erzählt aus ihrer Kindheit in China. Besonders nett fand ich, dass Mütter ihren Töchtern erzählen, dass sie abends zuhause bleiben sollten, weil sich in der Nacht Fledermäuse in den Haaren kleiner Mädchen einnisten.

Ingrid Noll ist ein sehr bodenständiger Mensch. Wie viel ihr Freundschaft bedeutet, kann man in der Geschichte über Manuela lesen.

»Im Nachhinein stelle ich fest, dass ich unerhörtes Glück hatte: Bereits mit zwölf Jahren fand ich eine humorvolle, originelle und überaus liebenswerte Freundin, mit der man noch lachen kann, wie vor fünfundfünfzig Jahren.«

Auch von der Nonnenschule, die sie besuchte, erzählt die Autorin, und ihrer Verehrung für Juliette Greco und den Kleidungsstil. Ein schwarzer Rollkragenpullover macht schon sehr existentialistisch. Die Feministin in ihr war geboren.

Und dennoch stand die Familie immer im Vordergrund. Ingrid Noll wartete auf ihre Zeit. Kaum waren die Kinder aus dem Haus, richtete sie sich ihr Arbeitszimmer, das Fenster über Eck hat und auch mal von Eichhörnchen besucht wird, um sich ein Nüsschen abzustauben, ein.

Der Leser findet einen sehr privaten Brief an die Mutter und erfährt einiges über den Vater. Und der Leser staunt, wie die Autorin sich ihren letzten Tag vorstellt.

Ich habe Ingrid Noll bei einer Lesung im Mainzer Theater erlebt. Man muss sie einfach lieben. Das Bild, das ich von der großen Dame der Kriminalgeschichten habe, hat sich mit diesem Buch bestätigt. Ich bin begeistert.

"In Liebe Dein Karl" Ingrid Noll 1
Cover und äußere Gestaltung »In Liebe Dein Karl«

Beim Covermotiv handelt es sich um den Ausschnitt eines Gemäldes von Caravaggio, eigentlich Michelangelo Merisi, »David mit dem Haupt des Goliath«.

Caravaggio wurde nicht willkürlich gewählt, sondern die im Buch enthaltene faszinierende Kurzgeschichte »Das weiße Hemd der Hure« ist aus der Sicht einer jungen Frau, die Caravaggio Modell sitzt, geschrieben. Eine schöne Idee für das Cover.

Das Hörbuch “In Liebe Dein Karl”

Das Hörbuch gibt es als Audio CD oder Hörbuchdownload, aber leider nicht bei Audible. Deswegen habe ich diesmal auf das Hörbuch verzichtet.

Das Hörbuch wird ungekürzt von Anna Schudt gelesen. Es umfasst 6 CDs und hat eine Länge von 6 Std. 4 Min.
Erschienen am 22. Januar 2020.

Fazit “In Liebe Dein Karl”

Es ist mir immer wieder eine Freude, Ingrid Noll zu lesen. Eine Autorin, die sich selbst auf die Schippe, die Leser zum Weinen und zum Lachen bringen kann. Ingrid Noll sieht die Welt nicht in Schwarz/Weiß, ihre Welt hat nicht nur zahlreiche Grautöne. Nein! Ihre Welt ist bunt. In meinem Beitrag zu »Ingrid Noll liest aus ‹Goldschatz›« schrieb ich:

Ich wünsche mir, ich möge im Alter von achtzig Jahren, diese Ausstrahlung, Präsenz und Eloquenz von Ingrid Noll haben!

Ja! Ingrid Noll ist nicht nur, die bei uns meist gekaufte Krimiautorin, sondern eine selbstbewusste Frau, der das Alter nichts anhaben kann. Eine Stelle möchte ich noch zitieren, weil es mir genauso geht, obwohl ich noch ein paar Jahre jünger bin.

»Viele über Siebzigjährige machen es wie ich – lehnen Spritze und Skalpell rigoros ab und kaufen stattdessen diese sinnlosen, teuren, entzückenden Cremedosen, denn irgendetwas will man sich auf die alten Tage doch noch tun.«

Vielleicht macht genau das Ingrid Nolls Charme und ihre Anziehungskraft aus: Ingrid Noll erkennt die kleinen liebenswerten Schwächen, die in uns allen wohnen. Wir identifizieren uns, meist sehr amüsiert mit ihren Texten. Ingrid Noll versöhnt uns, ihre Leser, mit unseren menschlichen Schwächen. Der Ehrenhauptkommissarin der Mannheimer Polizei ist eben nichts Menschliches fremd.

Mein herzliches Dankeschön geht an Ingrid Noll für die gute Unterhaltung und den Diogenes Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Veröffentlicht am 03.03.2020

Schwarzer Humor mit kuriosen Überlegungen.

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Dieses Buch beinhaltet die unterschiedlichsten Kurzgeschichten von Ingrid Noll, aber auch weitere sehr persönliche Erinnerungen und Notizen von ihr. Von schwarzem Humor bis zu angenehmer Unterhaltung findet ...

Dieses Buch beinhaltet die unterschiedlichsten Kurzgeschichten von Ingrid Noll, aber auch weitere sehr persönliche Erinnerungen und Notizen von ihr. Von schwarzem Humor bis zu angenehmer Unterhaltung findet man hier wirklich viele verschiedene Themen.

Ingrid Noll ist wohl die Autorin, die mich bislang am längsten begleitet. Schon seit dem Teenageralter habe ich immer wieder die verschiedensten Bücher von ihr gelesen und lese diese auch heute alle noch gerne. Umso mehr habe ich mich über dieses neue Buch mit den unterschiedlichsten Geschichten gefreut.

Der Schreibstil von Ingrid Noll gefällt mir sehr gut, denn er ist angenehm zu lesen. Man merkt, dass sie es mag, sich raffiniert auszudrücken, so kommen doch auch hin und wieder mal Begriffe vor, die bei mir alles andere als alltäglich sind. Aber da lerne ich gerne dazu, für mich gehört dies einfach zu ihrer Art und Weise. Ansonsten war für mich alles gut lesbar, gut verständlich.

Die Geschichten beginnen inhaltlich recht heftig, ich bin durchaus einiges gewohnt, aber hier wurde ich dann doch ein wenig überrascht. Nichtsdestotrotz waren auch diese Geschichten sehr unterhaltsam, ebenso wie die weiteren folgenden. Generell sind alle sehr abwechslungsreich und unterschiedlich, die Ideen, die dahinter stecken, fand ich immer wieder spannend und interessant. Durchaus mal ein anderer Ansatz.

Dadurch, dass die Geschichten so verschieden sind, wird es beim Lesen auch absolut nicht langweilig. Ich musste immer wieder schmunzeln und habe mich, auch wenn ich erst kurz irritiert war, auch über die persönlichen Erinnerungen und Notizen von Ingrid Noll sehr gefreut. Ich hatte weiterhin mit Geschichten gerechnet, fand die privaten Einblicke dann aber auch sehr interessant. Soviel hatte ich über die Autorin bisher noch nicht gewusst.

Für mich war es eine absolut gelungene Lektüre, die mir erneut aufgezeigt hat, dass ich Werke von Ingrid Noll unheimlich gerne mag. Es waren tolle, wirklich kuriose, spannende, unterhaltsame wie lustige Geschichten, die mich wirklich toll unterhalten haben. Von mir gibt es dafür 5 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

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Veröffentlicht am 22.02.2020

Von allem was dabei, sehr kurzweilig...

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Da ich noch keine Kurzgeschichte der Autorin kannte, war ich sehr neugierig, was mich erwarten würde. Ich bekam ein Potpourri aus Krimi, Lebensgeschichte und tierischer Unterhaltung.

Dieser Band enthält ...

Da ich noch keine Kurzgeschichte der Autorin kannte, war ich sehr neugierig, was mich erwarten würde. Ich bekam ein Potpourri aus Krimi, Lebensgeschichte und tierischer Unterhaltung.

Dieser Band enthält zahlreiche Kurzgeschichten Ingrid Nolls, die nach Thematik untergliedert sind. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Ich mochte besonders die Geschichten aus dem Part "Diebe und Triebe". Bereits die erste Geschichte hat alle Emotionen in mir geweckt, vom lauten Aufschrei bis herzhaftem Lachen war alles dabei. Hier geht es in kriminalistischer Hinsicht wirklich heiß her.

Richtig fasziniert hat mich der Teil "Erinnerungen und Notizen", wo Frau Noll über ihre Familie und ihre Jugend schreibt. Es ist in meinen Augen schon etwas Besonderes, wenn man in einem anderen Land groß wird, genauso wenn Familienmitglieder über hundert Jahre alt werden.

Etwas durchwachsen empfand ich "Tierische Täter", schlichtweg weil mich die Kurzgeschichten dort einfach nicht fesseln konnten.

Der perfekte Mix für den schnellen Lesegenuss zwischendurch. Man kann immer mal rein blättern, sich eine Geschichte aussuchen und genießen und das Buch dann wieder zur Seite legen.

Fazit: Mir hat es gut gefallen, gern spreche ich eine Empfehlung aus.

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