Heart Strings
Heart Strings ist der zweite Band der Love in Galway Reihe und kann unabhängig vom ersten gelesen werden. Ich kenne den ersten nämlich noch nicht und habe nicht das Gefühl, als hätte ich irgendwas nicht ...
Heart Strings ist der zweite Band der Love in Galway Reihe und kann unabhängig vom ersten gelesen werden. Ich kenne den ersten nämlich noch nicht und habe nicht das Gefühl, als hätte ich irgendwas nicht verstanden.
Der Schreibstil von Ivy Fairbanks liest sich flüssig, die Geschichte selbst hat mich aber nicht ganz überzeugt, oder eher gesagt, wie sie erzählt wurde. Viele Szenen sind eher ruhig und drehen sich um Gespräche und das, was ungeklärt zwischen Lo und Aidan geblieben ist. Andere Szenen versuchen humorvoll zu sein, sind es für mich aber nur bedingt, weil ich ganz oft das Gefühl hatte, die Autorin rennt durch die Geschichte, ohne den Szenen die nötige Zeit zu geben, die sie verdient haben. Dazu kommt, dass einige Themen zwar angeschnitten, aber nicht wirklich vertieft werden. Viele Szenen leben von den Gedanken der Figuren, wodurch eine eher ruhige, stellenweise auch melancholische Stimmung entsteht. Wirklich gut gefallen hat mir allerdings der Umgang mit dem Thema Krebs. Das wurde meiner Meinung nach sehr einfühlsam und authentisch geschildert.
Galway als Setting mochte ich sehr. Die Umgebung passt gut zu dieser Geschichte und vor allem die Verbindung zur Musik zieht sich konsequent durch alles. Die Ausgangssituation mit der Hochzeit der besten Freunde/Cousine ist definitiv ein passender Ort, um auf den Ex zu stoßen, obwohl man ihn aus dem Leben gestrichen hat.
Lo und Aidan bringen eine klassische Second Chance Dynamik mit. Man merkt sofort, dass zwischen ihnen noch Gefühle da sind und dass ihre Geschichte nie richtig abgeschlossen wurde.
Mit Lo hatte ich so meine Schwierigkeiten. An sich ist sie sehr sympathisch und einfach ein guter Mensch. Und ich verstehe ihren Hintergrund und warum sie so handelt, aber ihre Art war mir oft zu abweisend, zu verschlossen und teilweise auch zu stur, wodurch ich emotional nicht richtig an sie herangekommen bin. Klar, sie wurde durch ihre Eltern und ihre Erkrankung geprägt und lässt sich ein bisschen von ihrer Angst leiten, aber trotzdem sollte sie ein bisschen Vertrauen in ihre Lieben haben.
Aidan mochte ich deutlich lieber. Er ist einfach eine echte Green Flag. Seine Entscheidungen aus der Vergangenheit sind nicht immer optimal gewesen, aber man bekommt trotzdem ein gutes Gefühl dafür, warum er so gehandelt hat, was ihn antreibt und vor allem, dass er sich und seine Entscheidungen reflektiert hat und weiß, dass da was falsch gelaufen ist.
Zwischen den beiden gibt es einige schöne Momente, in denen man merkt, warum sie einmal zusammen waren. Gleichzeitig ging mir das alles an manchen Stellen zu schnell. Wenn man bedenkt, wie viel zwischen ihnen steht, sind sie doch relativ zügig wieder aufeinander zugegangen, während andere Konflikte recht kurz abgehandelt werden.
Auch die spicy Szenen haben für mich nicht immer funktioniert. Nicht weil sie schlecht geschrieben sind, nein, die haben mir an sich gut gefallen und waren auch nicht 08/15. Aber sie wirkten für mich teilweise eher wie ein Einschnitt in die Handlung, statt sie zu unterstützen, als müsste man jetzt einfach rumspicen. Ich hätte kein Problem mit einer Szene weniger und dafür mehr Platz für Tension und Story gehabt. Gerade gegen Ende hätte ich mir gewünscht, dass der Fokus stärker auf der Auflösung der Konflikte liegt.
Fazit
Heart Strings ist eine eher ruhige Second Chance Romance mit einer starken Verbindung zu Musik und Vergangenheit. Für mich hatte die Geschichte gute Ansätze und einige schöne Momente, konnte mich aber nicht komplett überzeugen.
Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.