Cover-Bild Samstagabend im Lakeside Supper Club
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21,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 25.06.2025
  • ISBN: 9783257615609
J. Ryan Stradal

Samstagabend im Lakeside Supper Club

Kathrin Bielfeldt (Übersetzer)

Für Betty war er die Rettung aus existenzieller Not. Für Florence eine Bürde und der Ort ihrer schlimmsten Niederlage. Für Mariel ist er ein Traum, in dem sie sich selbst verwirklicht. Für Julia ist er eine bloße Legende, die nichts mehr mit ihr zu tun hat: Im ›Lakeside Supper Club‹ am Bear Jaw Lake in Minnesota trotzen vier Frauen dem Leben auf ganz unterschiedliche Weise ihr Quäntchen Glück ab.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.06.2025

4 Frauen, 4 Generationen, Familie, Liebe und Zusammenhalt

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Dieser Roman ist besonders, er spannt den Bogen über eine Familiengeschichte im Laufe der 4 Generationen, erzählt von Mutter- und Tochterverhältnissen, Sehnsüchten, Erwartungen aneinander und ans Leben. ...

Dieser Roman ist besonders, er spannt den Bogen über eine Familiengeschichte im Laufe der 4 Generationen, erzählt von Mutter- und Tochterverhältnissen, Sehnsüchten, Erwartungen aneinander und ans Leben. Dieses wird so authentisch, mit viel Wärme und emotional berührend erzählt, dass ich das Buch am Ende zugeschlagen habe und dachte, was für ein tolles Buch. Der Beginn des Buches widmet sich Mariel und ihrer Mutter Florence in 1996, man gewinnt einen Eindruck ihrer Beziehung, die angespannt erscheint. Dann wird in Rückblenden die Geschichte von Florence und ihrer Mutter Betty in den 30er Jahren erzählt, wie sie an den Bear Jaw Lake kommen und auf Floyd treffen, der einen sogenannten Supper Club betreibt; ebenfalls von der Begegnung und Liebe von Mariel und Ned in den 80ern. Ned ist der Erbe der Konkurrenzkette von Dinern, der Urlaub mit seinen Eltern am Bear Jaw Lake macht. Die vielen Rückblenden und das Weiterlaufen der Geschichte in den 80er Jahren, jedoch mit den unterschiedlichen Sichtweisen und Gefühlen der jeweiligen Protagonisten hatte für mich etwas Besonderes in der Erzählweise, obwohl ich schon sehr viele Romane mit unterschiedlichen Zeitebenen gelesen habe. Diese Geschichte wird so schön auseinander gefaltet und der Autor versteht es die Handlungsstränge (und es sind wirklich einige) geschickt miteinander zu verknüpfen. Für mich ist es daher auch kein Buch mal für Zwischendurch und kurz weiterlesen, sondern für einen schönen Lesenachmittag oder den Urlaub. Ich habe mich jedenfalls gefühlt, als wäre ich Teil dieser Familie und direkt in Minnesota am See und in diesem Supper Club. Ein Buch, was zu einem meiner Jahreshighlights geworden ist (was ich zu Beginn nicht erwartet hätte) und was ich sehr gerne weiter empfehle.

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Familie und Familienbetrieb

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Ach, tut es gut, einen so unaufgeregten amerikanischen Roman zu lesen wie "Samstagabend im Lakeside Supper Club" von J Ryan Stradal in einer Zeit, in der aus den USA so viele schrille Töne kommen. Wobei ...

Ach, tut es gut, einen so unaufgeregten amerikanischen Roman zu lesen wie "Samstagabend im Lakeside Supper Club" von J Ryan Stradal in einer Zeit, in der aus den USA so viele schrille Töne kommen. Wobei der Supper Club, um den es geht, in Minnesota liegt, also American Heartland, dort, wo MAGA so viel stärker ist als in den Küstenmetropolen.

Die Geschichte des Familienrestaurants und vier Generationen seiner Betreiber zieht sich durch mehrere Jahrzehnte und spiegelt auch die sich verändernde Gesellschaft wider. Die "Mom and Pop" Lokale wie der Supper Club, die einst in so vielen Kleinstädten mit Hausmannskost Mägen füllten und sozialer Ort waren, haben die Konkurrenz der Restaurantketten und Burger-Discounter häufig nicht überlebt - auch das macht dieses Buch deutlich.

Stradal erzählt ruhig, bedächtig, und zeigt eine amerikanische Realität jenseits von Wolkenkratzern und Großstadtlichtern. Vor allem geht es um vier Frauen, deren Lebensgeschichte mit dem Supper Club verknüpft ist - mal im Guten, mal im Zorn oder Frust. Provinz wird hier nicht abfällig gemacht, sondern mit ihren Stärken und Schwächen gezeigt, wie auch ihre Menschen. Tragödien und Liebe, Akzeptanz und Familiengeheimnisse, der Mikrokosmos des Restaurants mit seinen Mitarbeitern und Gästen, die Frage, wie Tradition gewahrt wird und wann sie zur Last wirkt - all das treibt im Erzählfluss mit.

The pursuit of happiness, das kann auch ein Familien-Diner mit seiner Bar als Begegnungsort der Kleinstadt sein. "Samstagabend im Lakeside Supper Club" ist auf den ersten Blick unspektakulär und doch ein liebevolles Porträt einer aussterbenden Art.

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