Cover-Bild Das Licht der Insel

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10,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Penguin
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Generationenroman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 416
  • Ersterscheinung: 16.10.2017
  • ISBN: 9783328101611
Jean E. Pendziwol

Das Licht der Insel

Roman
Veronika Dünninger (Übersetzer)

Elizabeth und ihre Zwillingsschwester Emily wachsen in der rauen Einsamkeit des Lake Superior auf. Ihr Vater ist Leuchtturmwärter auf Porphyry Island, einer kleinen, sturmumtosten Insel. Die beiden Mädchen sind unzertrennlich, obwohl Emily nicht spricht – doch sie hat ein bemerkenswertes Gespür für Tiere, und sie malt wunderschöne Pflanzenbilder. Ihr Bruder Charles fühlt sich für die Schwestern verantwortlich. Doch dann setzt ein schreckliches Ereignis der Idylle für immer ein Ende …

Siebzig Jahre hat Elizabeth nicht mit ihrem Bruder gesprochen, als am Ufer des Sees Charles' Boot angespült wird. Von ihm fehlt jede Spur, doch sie weiß, dass es nur einen Ort gibt, zu dem er unterwegs gewesen sein kann. Nur was hat ihn nach all den Jahren dazu gebracht, nach Porphyry zurückzukehren?

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.12.2017

Gefühlvoll, tragisch und schön

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Eine alte blinde Frau und ein einsames junges Mädchen suchen nach ihrer eigenen Vergangenheit mit der Frage wer sie wirklich sind. Zeichnungen und ein Geigenlied verbindet sie, nur wie der Zussammenhang ...

Eine alte blinde Frau und ein einsames junges Mädchen suchen nach ihrer eigenen Vergangenheit mit der Frage wer sie wirklich sind. Zeichnungen und ein Geigenlied verbindet sie, nur wie der Zussammenhang besteht ist noch rätselhaft und geheimnisvoll. Vielleicht schaffen es die alten Tagebücher des Leuchtturmwärters die Geheimnisse zu lüften.

Ein sehr schönes Buch, dass nur schon vom Cover her sehr detailreich, filigran und geheimnisvoll erscheint. Es gibt viele atmosphärische naturnahe Beschreibungen, die das wettergegerbte Leben auf der Insel sehr Nahe gebracht haben. Trotz allem war Elisabeths Kindheit mit ihrer Zwillingsschwester von Freiheit , Glück und Unschuld geprägt. Morgan dagegen hatte ein sehr einsames Leben, ohne Familie, Rückhalt und Geborgenheit. Beide sind trotz großem Altersunterschied auf der Suche nach sich selbst. Wer bin ich? Ist die zentrale Frage, die den Leser im Laufe der Geschichte laufend begleitet.

Es war eine sehr schöne, gefühlvolle, auch traurige und tragische Geschichte, die viel verborgenes zutage bringt und den Einen oder Anderen auch überraschen wird. Ich konnte mich in die Geschichte sehr gut reinfallen lassen, habe die rauhen und kalten Winter gespürt, die heißen erstickenden Sommer, die Einsamkeit und Stille der Insel.
Ich mochte Elisabeth und Morgan sehr gerne. Sie waren ein toller Kontrast und trotzdem haben sie unglaublich gut zusammen gepasst und harmoniert. Ebenso die Zwillingsschwester Emily, die auch eine sehr zentrale Rolle spielte.

Ich habe es genossen dieses Buch zu lesen und kann es nur allen empfehlen, die Familiengeschichten mit Geheimnisse und Schicksale lieben.

Veröffentlicht am 03.12.2017

Eine sehr gut durchdachte Geschichte

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Porphyry Island, mitten in dem riesigen See in Nordamerika, ist die Heimat von Elizabeth und ihrer Zwillingsschwester Emily. Dort verbringen sie zusammen mit ihren Eltern und ihrem Bruder Charles eine ...

Porphyry Island, mitten in dem riesigen See in Nordamerika, ist die Heimat von Elizabeth und ihrer Zwillingsschwester Emily. Dort verbringen sie zusammen mit ihren Eltern und ihrem Bruder Charles eine unbeschwerte Kindheit. Scheinbar nichts kann diese Unbeschwertheit trüben, bis zu jenem Tag, als etwas unfassbares passiert und die Schwestern die Insel überstürzt verlassen. Siebzig Jahre danach verbringt Elizabeth ihren Lebensabend in einem Altenwohnheim an dem See ihrer Kindheit. Hier lernt sie die junge Morgan kennen. Sie wurde zu einer gemeinnützigen Arbeit in der Einrichtung verdonnert. Als Elizabeth die verschollenen geglaubten Tagebücher ihres Vaters überreicht bekommt, bittet sie die junge Frau ihr diese vorzulesen. Vieles ist nicht neu für die alte Dame, denn ihr Vater berichtet vor allem von seiner Arbeit. Doch ein entscheidendes Tagebuch fehlt, es ist genau jenes von dem sich Elizabeth Klarheit erhofft, warum ihr Bruder Charles vor all den Jahren so böse auf ihre Zwillingsschwester Emily war. Nun wird dies wohl für immer ein Geheimnis bleiben, denn der Bruder ist tot. Ertrunken in dem großen See auf seiner letzten Fahrt zu Porphyry Island, der Heimat ihrer Kindheit ….

Die Geschichte hat mich wirklich sehr berührt, obwohl ich sie zu Beginn einen etwas langweiligen Eindruck machte. Seite um Seite wurde es aber dann doch spannender. Die Tagebucheinträge und besonders am Ende Elizabeths eigene Erzählungen zu den Ereignissen auf der Insel, gestalteten sich immer spannender. Die Autorin schaffte es mit ihrem Schreibstil ein deutliches Bild der Insel, der Gegend, der Menschen und dem Leben in jener Zeit zu zeichnen. Irgendwann war ich regelrecht gefangen, besonders von jener entbehrungsreichen Zeit, als es noch keine Elektrizität und andere moderne Errungenschaften gab. Die Geschichte entpuppt sich nach und nach als Drama. Man ahnt schon bald, dass sich in der Kindheit der Schwester etwas schlimmes zugetragen haben muss, doch das ganze Ausmaß ist erschütternd.

Das Cover passt zu der Geschichte. Es wirkt sehr idyllisch, doch ist diese Idylle trügerisch. Nicht nur die harten Wintermonate verlangen den Menschen alles ab, auch schleicht sich das Böse unbemerkt auf die Insel.

Mein Fazit:

Ein wirklich gut durchdachter Roman, der mir nach den etwas zähen Anfang dann wirklich gut gefallen hat. Die abwechselnden Erzählstränge aus Elizabeths und Morgans Sicht und das Zurückblicken in die Vergangenheit machen aus diesem Drama ein gelungenes Leseerlebnis das mir in schöner Erinnerung bleibt!

Veröffentlicht am 19.11.2017

Dramatische Familiengeschichte auf einer windumtosten Insel

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Das Buch ist papego-fähig, was ich rege genutzt habe.

Die jugendliche Vollwaise Morgan muss wegen Sachbeschädigung in einem Altersheim arbeiten und lernt dort Elizabeth kennen, eine blinde Bewohnerin. ...

Das Buch ist papego-fähig, was ich rege genutzt habe.

Die jugendliche Vollwaise Morgan muss wegen Sachbeschädigung in einem Altersheim arbeiten und lernt dort Elizabeth kennen, eine blinde Bewohnerin. Die beiden treffen ein Arrangement und Morgan beginnt Elizabeth aus Tagebüchern vorzulesen, die gerade jetzt aufgetaucht sind und die Geschichte von Elizabeths Familie und deren Leben als Leuchtturmwärter auf der Insel Porphyry Island im Lake Superior erzählen.
Elizabeth hofft darin die Antworten auf einige unbeantwortete Fragen zu finden.

Und so taucht die Handlung immer wieder in die Vergangenheit ab und der Leser erfährt ausführlich, wie Elizabeth aufgewachsen ist und wie das Leben eines Leuchtturmwärters um 1920 ausgesehen hat. Geprägt ist ihr Leben von der harten Arbeit, der Begeisterung für die ursprüngliche Natur der Insel und der besonderen Liebe zu ihrer stummen Zwillingsschwester Emily, was die Autorin sehr detailliert und fast schon poetisch beschreibt. Diese Ausführlichkeit hat, trotz all ihrer schönen Worte, meinen Lesefluss ausgebremst.

Doch die Idylle trügt und es gibt unerwartete Ereignisse und Wendungen, die mich bei der Stange gehalten haben. Zum Ende hin kommen immer mehr tragische Geheimnisse ans Licht, sodass der Spannungsbogen, der viele Seiten kaum vorhanden war, zum Ende hin wie ein Geysir in die Höhe schießt.

Die Abschnitte in der Gegenwart haben mir sofort gut gefallen. Es ist schön zu lesen, wie sich die rebellische Morgan und die scharfsinnige Elizabeth langsam immer näherkommen und gemeinsam die Geheimnisse in Elizabeths Vergangenheit aufdecken.

Diese tragische Familiengeschichte hat mir insgesamt doch gut gefallen und Leserinnen, die gerne in ausführliche und atmosphärische Beschreibungen abtauchen, werden sicher begeistert sein.

Veröffentlicht am 09.11.2017

Ein sehr bewegender, atmospärisch dichter Roman

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Jean E. Pendziwol führt uns das Leben der Zwillinge Elizabeth und Emily vor Augen. Erst die Rückblicke durch die alten Logbucheinträge erhellen die wahren Vorgänge auf der abgeschiedenen Insel.

Wir erleben ...

Jean E. Pendziwol führt uns das Leben der Zwillinge Elizabeth und Emily vor Augen. Erst die Rückblicke durch die alten Logbucheinträge erhellen die wahren Vorgänge auf der abgeschiedenen Insel.

Wir erleben die schwierigen Lebensbedingungen dieser Familie auf der von der Aussenwelt abgeschnittenen Insel mit, sehen das alltägliche Leben und die enge Verbundenheit der Schwestern und erkennen, dass Emily in ihrer eigenen Welt lebt, nicht redet, aber ein unglaubliches Talent zum Zeichnen hat. Ihre Schwester Elizabeth ist diejenige, die für beide spricht. Aber trotz aller Erklärungen zeichnet sich ab, dass hier Geheimnisse verborgen liegen, die Elizabeth auch im hohen Lebensalter noch nicht gelöst hat. Die Logbücher sind der Schlüssel zur Wahrheit.


Dieser Roman spielt am Lake Superior in Kanada und die Autorin zeigt den Leuchtturm von Porphyry und die einzigartige Landschaft der Insel in all seiner Vielfalt und Schönheit. Sie beschreibt die schwierigen, eisigen Winter und den herrlichen Blick auf den riesigen See. Dabei setzt sie viel Atmosphäre frei, die sie durch ihren malerischen Schreibstil noch wunderschön in Szene setzt.


Man kann sich die Einsamkeit gut vorstellen, die dunklen, eisigen Winter, die von Stürmen aufgepeitschte Gischt des Sees und die Nebelbänke, die der Gegend einen mystischen Touch verleihen. Selbstversorger sind die Bewohner und Betreiber des Leuchtfeuers. Auf sich allein gestellt und mit einfachen Lebensbedingungen ausgestattet. Und dennoch sind die Kinder glücklich, sie geniessen die Gemeinsamkeit, die gerade Zwillinge ausmacht.


Die Geschichte enthüllt Teile der Vergangenheit, die sehr zu Herzen gehen. Dabei sind mir die Charaktere ans Herz gewachsen, ich habe mit ihnen die Insel durchstreift und ihre Erlebnisse mit erlitten. Dieses Buch zieht den Leser unweigerlich in seinen Bann, es ist dramatisch und von unglaublicher Atmosphäre, fesselnd und wunderschön, fast poetisch erzählt.



Trotz aller Begeisterung muss ich jedoch anmerken, hier gibt es Zufälle, die ich in solchen Geschichten eigentlich nicht leiden kann. Auch habe ich nicht verstanden, weshalb es Jahrzehnte keinen Kontakt mit Charles gab.


Dieser Roman übt eine ganz besondere Faszination auf den Leser aus. Man muss sich einfach davon begeistern lassen, die unglaubliche Schreibkraft der Autorin sorgt für ein wunderbares Leseerlebnis.

Veröffentlicht am 06.11.2017

Geheimnisse auf einer idyllischen Insel, die bis in die Gegenwart hineinreichen. Lesenswerter, zeitweilig, sogar recht poetisch anmutender Familienroman über starke Frauen, in dem Glück und Tragik nahe beieinander liegen

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In den 1920er Jahren:

Die Zwillinge Emily und Elizabeth vereinigt ein besonders Band. Da die autistische Emily nicht sprechen möchte, beschützt Elizabeth ihre geliebte, sehr naturverbundene Schwester ...

In den 1920er Jahren:

Die Zwillinge Emily und Elizabeth vereinigt ein besonders Band. Da die autistische Emily nicht sprechen möchte, beschützt Elizabeth ihre geliebte, sehr naturverbundene Schwester vor jedem drohendem Unheil. Weil Emily so besonders ist, muss auch Elizabeth zu Hause bleiben, statt die Schule besuchen zu dürfen, denn auf der abgelegenen Insel, wo der Vater der beiden als Leuchtturmwärter arbeitet und wo die Familie lebt, gibt es kein Schulhaus.

Außerdem gibt es noch Peter, den ältesten Sohn und Charlie, der seine beiden Schwestern besonders ins sein Herz geschlossen hat und ihre Mutter, die streng ist und wenig Liebe und Zärtlichkeit für ihre Kinder übrig hat. Die Kinder wachsen heran und es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass Emily ein großes Talent für das Zeichnen besitzt. Doch keiner möchte ihr Talent fördern, alle bis auf Elizabeth, halten Emily für unselbstständig. Bis es eines Tages zur Katastrophe kommt…

Gegenwart:

Die desillusionierte Morgan, wird seit Jahren von Pflegefamilie zu Pflegefamilie weitergereicht und glaubt, nie wieder einem anderen Menschen gegenüber Verbundenheit und Liebe empfinden zu können seitdem ihr Großvater, als sie gerade einmal zehn Jahre alt war, verstarb. Ihre Eltern kennt Morgan nicht doch sie hadert auch nicht mehr mit ihrem Schicksal. Sie ist mit einem Drogendealer zusammen und wird eines Tages von der Polizei erwischt, als sie ein Graffiti sprüht. Zu Strafe wird sie zu Sozialarbeitsstunden verdonnert, in einem Wohnheim für ältere Menschen, wo sie auf die charismatische Elizabeth trifft. Elizabeth ist mittlerweile blind und kann nun, da sie, die verschollen geglaubten Tagebücher ihres Vaters wieder hat die einst ihr Bruder Charlie mitnahm und versteckte, nicht mehr lesen. Elizabeth bittet Morgan um Hilfe, denn sie erhofft sich wichtige Informationen aus den Aufzeichnungen ihres Vaters. Morgan, die zunächst nicht viel von den alten Leuten im Wohnheim hält und sogar von ihrem Freund dazu angestiftet wurde, dort Medikamente zu stehlen, ist neugierig und lässt sich auf einen Deal mit der alten Dame ein. Im Gegenzug dafür, dass sie ihr aus den alten Büchern vorliest, bekommt sie am Ende eine wunderbar gemalte Skizze, die sich im Besitz von Elizabeth befindet…

Es war zunächst das wunderschöne, atmosphärisch wirkende Cover, das mich auf den Roman von Jean E. Pendziwol, „Das Licht der Insel“ aufmerksam gemacht hatte. Da ich Romane in denen geheimnisvolle alte Familiengeschichten aufgedeckt werden müssen, sehr mag, wollte ich nach dem Lesen des Klappentextes, der Autorin und ihrem Werk unbedingt eine Chance geben. Und ich habe es auch nicht bereut. Im ständigen Wechsel lässt Jean E.Pendziwol, mal Morgan, und mal Elizabeth die Story vorantreiben. Besonders Elizabeths Schilderungen über das Leben auf einer Insel, als Tochter eines Leuchtturmwärters haben mir sehr gut gefallen. Allerdings gab es auch ein kleines Manko. Die Tagebucheintragungen ihres Vaters, die Morgan anfangs vorliest, waren mir zu unspektakulär geraten so dass ich mich zunächst durch besagte Passagen etwas durchkämpfen musste. Aber irgendwann erzählt nur noch Elizabeth weiter und von diesem Moment an, zog mich ihre Geschichte in den Bann. Jean E. Pendziwols Schreibstil ist gut, zwar eingängig und stellenweise recht poetisch anmutend, wenn sie etwa die Natur beschreibt. Mir hat das sehr gefallen, jedoch wird das womöglich nicht jedem Leser so gehen, könnte ich mir vorstellen. Dennoch, wenn man sich die Mühe macht und sich auf diesen Roman und die Geschichte zweier Frauen einlässt, wird man mit einem atmosphärischen Schmöker belohnt, der sehr reizvoll geschrieben ist und vor allem mit einigen unerwarteten Wendungen punkten kann. Lediglich die Akteure hätten ein wenig mehr Tiefe vertragen können. Besonders Morgan wirkt ein wenig blass beschrieben, das Gleiche gilt für die Brüder der Zwillinge. Und ein wenig dialogreicher hätte der Roman für meinen Geschmack ebenfalls sein können. Das sind jedoch nur kleine Kritikpunkte meinerseits, denn abgesehen davon, ist „Das Licht der Insel“, ein wunderbares Buch, das ich gerne weiterempfehle!