Cover-Bild Bretonische Spezialitäten
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16,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 16.06.2020
  • ISBN: 9783462054019
Jean-Luc Bannalec

Bretonische Spezialitäten

Kommissar Dupins neunter Fall
Bretonischer Mord á la carte. Der neue Bannalec erscheint am 16. Juni 2020.

Ein Verbrechen führt Kommissar Dupin in die legendäre Nord-Bretagne – nach Dinard, Cancale und St. Malo. Im Zentrum der Ermittlungen: zwei Schwestern, Küchenchefinnen aus dem Sterne-Milieu. Der neunte Fall für Kommissar Dupin – eine kriminalistische Reise an die bretonische Smaragdküste!

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.06.2020

Hat mich gut unterhalten

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Commissaire George Dupin wird zu seinem Leidwesen zu einem Seminar in St. Malo abkommandiert. Ziel der Fortbildung: Engere Zusammenarbeit der bretonischen Départements. Widerwillig kommt er dem Befehl ...

Commissaire George Dupin wird zu seinem Leidwesen zu einem Seminar in St. Malo abkommandiert. Ziel der Fortbildung: Engere Zusammenarbeit der bretonischen Départements. Widerwillig kommt er dem Befehl nach. Das einzige was ihn an St. Malo und Umgebung reizt, sind die örtlichen Spezialitäten, die kredenzt werden.

Doch schon bald wird aus der Theorie Ernst, denn während eines Spziergangs durch die dortigen Markthallen passiert unmittelbar vor seinen Augen ein Mord. Die Täterin kann vorerst fliehen unf wird bald darauf festgenommen. Ihre Identität steht gleich fest: Es ist die Schwester des Opfers. Schwestermord auf St. Malo?

Wie sich bald herausstellt, ist diese Tat nur der Auftakt zu einer Reihe von heimtückischen Morden. Nur, wer ist jetzt der Täter? Denn die Mörderin, die beharrlich schweigt, hat das beste Alibi der Welt - sie sitzt im Gefängnis.

Dupin wird, wie andere am Seminar teilnehmenden Ermittler von der Präsenz entbunden und muss nun - als gelebtes Beispiel der guten Zusammenarbeit - als Teil des Teams arbeiten. Das ist jetzt sogar nicht im Sinn des lieber allein agierenden Ermittlers. Noch dazu muss er auf sein bewährtes Team mit Riwal, Kadeg und natürlich Nolwen verzichten. Doch die schalten sich in die Ermittlungen ein und versorgen Dupin aus der Ferne mit zahlreichen Informationen.

Als die Truppe erkennt, was hinter den Morden stecken könnte, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.


Meine Meinung:

Georges Dupin ermittelt wieder routiniert, dennoch ist die Situation anders. Statt als Chef eines Teams ist er nun „nur“ Mitglied und muss sich Madame le Commissaire Huppert unterordnen, was ihm nicht immer leicht fällt. Natürlich spinnt er seine eigenen Gedanken und eckt auch manchmal mit seinen Szenarien an.

Zwischen den oft mühsamen Recherchen kommt der kulinarische Genuss nicht zu kurz. Und hier habe ich meinen kleinen Kritikpunkt: Aklohol fließt mir diesmal ein wenig zu viel. Nicht nur ein Apero oder Rosé, nein auch Hochprozentigem in Form des ortsüblichen Rums wird hier zugesprochen. Das muss wohl nicht sein! Besonders beliebt ist diesmal der Muscadet.


Interessant finde ich die Tatsache, dass in St. Malo überhaupt Rum hergestellt wird - das verortet man ja eher mit der Karibik, ist aber, aus der historischen Geschichte heraus, gut nachvollziehbar. Apropos Geschichte - die Vergangenheit St. Malos als Piratennest, die sich lieber Korsaren nennen, spielt auch eine wesentliche Rolle.

Auch wenn einige Leser Jean-Luc Bannalec vorwerfen, mehr Reiseführer als Krimis zu schreiben, gefällt mir die Mischung recht gut.

Ich hoffe, das nächste Mal darf George Dupin wieder mit seinem Stamm-Team ermitteln, denn dessen Mitglieder sind mir diesmal ein wenig abgegangen.

Fazit:

Ein gut gelungener Krimi, der George Dupin zwingt mit anderen im Team zu arbeiten. Gerne gebe ich 5 Sterne.

Veröffentlicht am 24.06.2020

Insgesamt gelungener Krimi

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Kommissar Dupin fährt zu einer Fortbildung nach Saint-Malo. Am ersten Tag geht er in der Pause in die örtliche Markthalle. Dort wird er Zeuge eines Mordes: Eine Frau ersticht eine andere und flieht. Dupin ...

Kommissar Dupin fährt zu einer Fortbildung nach Saint-Malo. Am ersten Tag geht er in der Pause in die örtliche Markthalle. Dort wird er Zeuge eines Mordes: Eine Frau ersticht eine andere und flieht. Dupin nimmt die Verfolgung auf. Klar, dass an eine Fortsetzung des Seminars nicht zu denken ist, schließlich gibt es einen Fall aufzuklären ...

"Bretonische Spezialitäten" ist der neunte Fall für Kommissar Dupin. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, muss man die Vorgänger nicht unbedingt kennen.

In diesem Band erlebt man Dupin von einer ganz anderen Seite: Er ermittelt in Saint-Malo statt in seiner Heimat Concarneau. Außerdem ist er diesmal kein Einzelkämpfer, sondern hat zwei gleichberechtigte Kommissare an seiner Seite. Nolwenn und die restliche Mannschaft aus Concarneau spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Da es für den Mord zahlreiche Zeugen gibt, ist die Mörderin von Anfang an bekannt. Trotzdem entwickelt sich der Fall unvorhersehbar. Es gilt, das Motiv aufzudecken. Außerdem geschehen weitere Verbrechen im Umfeld der Täterin, während diese bereits in Untersuchungshaft sitzt. Übermäßig spannende Szenen fehlen. Es ist eher ein Krimi zum Miträtseln, wie alles zusammenhängt. Am Ende kommt Dupin zu einer schlüssigen Auflösung.

Neben der Krimihandlung gibt es Informationen zu Saint-Malo und Umgebung. Diese bildhaften Beschreibungen haben mir gut gefallen und in mir den Wunsch geweckt, einmal dorthin zu fahren. Anders als in manchen der Vorgängerbände fand ich das Verhältnis zwischen Ermittlungen und Beschreibungen diesmal ausgewogen.

Fazit: Ein insgesamt gelungener Krimi mit schlüssiger Auflösung, ohne große Spannung, dafür aber mit atmosphärischen Beschreibungen von Saint-Malo und Umgebung, vier Sterne.

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Veröffentlicht am 20.06.2020

Dupin ermittelt in Saint-Malo

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Ausgerechnet gemeinsam mit seinem Präfekten Locmariaquer wird Dupin die nächsten vier Tage auf einem Seminar an der Polizeischule in Saint-Malo verbringen. Dort sind die Präfekten der vier bretonischen ...

Ausgerechnet gemeinsam mit seinem Präfekten Locmariaquer wird Dupin die nächsten vier Tage auf einem Seminar an der Polizeischule in Saint-Malo verbringen. Dort sind die Präfekten der vier bretonischen Départmements mit jeweils einem ihrer Kommissare zusammengekommen, um über die Verbesserung der Zusammenarbeit zu sprechen. Die Mittagspause des ersten Tages nutzt Dupin, um den nahegelegenen Markt zu besuchen. In aller Öffentlichkeit wird dort vor seinen Augen eine Frau erstochen, der Täterin gelingt die Flucht. Die Präfekten entschließen sich kurzerhand, die theoretischen Besprechungen zugunsten der Praxis zu vertagen: Die drei anwesenden Kommissare sollen den Fall gemeinsam lösen.

Dupin muss in „Bretonische Spezialitäten“ erneut außerhalb des eigenen Départements ermitteln. Der Grund ist diesmal ein Seminar, dass er gemeinsam mit seinem Präfekten besucht und das ihn nach Saint-Malo führt. Schon der Titel macht deutlich, dass Speisen hier eine größere Rolle spielen und schon auf den ersten Seiten werden dem Kommissar und dadurch auch dem Leser die Vorzüge einiger Käsesorten angepriesen.

Nach wenigen Seiten kommt es zum eingangs erwähnten Mord und einer spektakulären Verfolgungsjagd, welche die Spannung ansteigen lässt. Die Täterin ist dennoch schnell identifiziert, sagt allerdings kein Wort. Dupin und seine beiden Kollegen aus dem Seminar werden mit der gemeinsamen Ermittlung beauftragt und machen sich an die Befragung des Umfelds von Opfer und Täterin. Beide haben sich in der Region mit ihren Restaurants einen Namen gemacht. Führen ihre Berufe zum Motiv, oder steckt eine ganz andere Geschichte dahinter?

Die Zahl der Menschen, die bei der Suche nach dem Mordmotiv helfen könnten, ist übersichtlich. Doch so recht kommen die Ermittler nicht voran, denn für alle möglichen Ansatzpunkte gibt es eine gute Erklärung, warum das eigentlich kein Motiv sein kann. Ein weiterer Mord im selben Umfeld wirft neue Fragen auf und setzt die Kommissare unter zeitlichen Druck: Wenn die Täterin des ersten Mordes bereits hinter Gittern sitzt, wer ist dann jetzt aktiv geworden?

Dupins Team aus Concarneau kann diesmal nur begrenzt mit einigen Online-Recherchen unterstützen. Die beiden neuen Kolleginnen Le Menn und Nevou, deren Auftauchen ich im letzten Band begrüßt habe, spielen diesmal leider gar keine Rolle. Kommissarin Huppert und Kommissar Nedellec, mit denen Dupin vor Ort ermittelt, lernt man nur oberflächlich kennen.

Die Bücher nehmen sich schon immer viel Zeit für die Beschreibung der Landschaften, Sehenswürdigkeiten und Restaurants. Wer das mag, kommt hier voll auf seine Kosten, denn dem wird hier bisweilen mehr Platz eingeräumt als den Ermittlungen. Ein Buch vor allem für Leser, die sich für die Region und seine Spezialitäten interessieren!

Veröffentlicht am 18.06.2020

Weckt Sehnsucht nach der Bretagne

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Kommissar Georges Dupin wird zu einem Seminar verdonnert, das die polizeiliche Zusammenarbeit in den verschiedenen bretonischen Departments verbessern soll. Es wäre ein Ärgernis, wenn nicht die Schulung ...

Kommissar Georges Dupin wird zu einem Seminar verdonnert, das die polizeiliche Zusammenarbeit in den verschiedenen bretonischen Departments verbessern soll. Es wäre ein Ärgernis, wenn nicht die Schulung mit Besuchen von Spitzenrestaurants und Spezialitätenverkostungen aufgelockert wäre. Trotzdem findet Dupin noch Zeit den örtlichen Markt aufzusuchen um Käse zu auszuwählen, da wird er Augenzeuge am Mord einer jungen Frau. Er verfolgt die Täterin, doch sie entwischt ihm, trotz eines zwangsrequiriertem Autos.

Die Tote war die Chefin eines Sternelokals, aber nicht nur deswegen beschließen die Seminarleiter das Thema gleich in der Praxis zu testen. Drei Kommissare bilden das Brit-Team und sollen gemeinsam ermitteln. Für Einzelgänger Dupin keine schönen Aussichten, auch vermisst er sein heimatliches Team, obwohl Nolwenn auch per Telefon mit Rat zur Seite steht.

Ein vertrackter Fall und Dupin auf fremdem Terrain, aber in gewohnter Form. Zwischen reichlich Petit Cafés und gemeinsamen Aktionen gibt es noch genügend Freiraum für seine Intuition. Neben der Krimihandlung, die fast in den Hintergrund gerät, spielt die Smaragdküste und vor allem die bretonische Küche eine führende Rolle. Der geneigte Leser darf sich mit Dupin an Köstlichkeiten erfreuen, in Kreationen der Spitzenküche und in die Welt der feinen Rumsorten eintauchen. Das machte immer schon den Charme der Dupin-Reihe aus. Trotzdem war es mir – auch wenn mir öfters der Mund wässrig gemacht wurde – zu viel.

Der Fall selbst ist dramatisch und führt Dupin in die stolzen Familien von St.Malo, die ihren Ursprung bis auf die Korsaren zurückführen. Die Ermittlungen selbst schienen mir dabei etwas konfus, vielleicht weil Dupin sich nicht recht heimisch fühlte und sein gewohntes Bauchgefühl erst langsam auf Touren kam. Aber wie gewohnt eloquent geschrieben, mit reichlich Tempo und viel Liebe zur Landschaft, ist es ein unterhaltsamer Krimi und reines Lesevergnügen.

Wiederum ein Buch, dass Lust auf die Bretagne macht und mit der Karte in der Umschlagklappe gleich zur Reiseplanung verführt.

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Veröffentlicht am 18.06.2020

Dupin auf Abwegen

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Kommissar Dupin ist aushäusig. In Saint-Malo, der stolzen Hafenstadt an der Nordküste. Dort findet ein Seminar statt, das die Zusammenarbeit der vier bretonischen Departements auf ein neues Level heben ...

Kommissar Dupin ist aushäusig. In Saint-Malo, der stolzen Hafenstadt an der Nordküste. Dort findet ein Seminar statt, das die Zusammenarbeit der vier bretonischen Departements auf ein neues Level heben soll. Verbesserung der Arbeitsbeziehungen und Teambuilding, eine grauenhafte Vorstellung für Dupin, für den solche Veranstaltungen ein Graus sind. Einzig das Rahmenprogramm versöhnt ihn, hat die Gegend nicht nur landschaftlich sondern auch kulinarisch eine Menge zu bieten. Regionale Produkte in Top-Qualität und innovative Köche, der Himmel für jeden Gourmet.

Aber es soll anders als erwartet kommen, denn auf dem Wochenmarkt wird vor Dupins Augen die „Chef(in)“eines erfolgreichen Sterne-Restaurants von ihrer Schwester erstochen. Und das soll nicht der einzige Mord im Umfeld der beiden Schwestern bleiben, weshalb auf Geheiß der zuständigen Präfektin ein Dreierteam zusammengestellt wird, das den Fall aufklären soll: Huppert, die Einheimische und Nedellec aus den Cotes-d’Armor. Und selbstverständlich Georges Dupin, bei Bedarf unterstützt von Nolwenn und Riwal, seinen Mitarbeitern aus Concarneau. Entgegen Dupins Vermutungen klappt die Teamarbeit der drei Kommissare ohne Probleme, wenn auch die Motive für die Morde lange im Verborgenen bleiben. Doch Stück für Stück lichtet sich das Dunkel und schlussendlich gelingt es dem „Brit-Team“, wie es von der einheimischen Presse bezeichnet wird, den Fall erfolgreich abzuschließen.

Wie bereits in den Vorgängern beschränkt sich der Autor im vorliegenden Band auf eine bretonische Region, in der Dupin ein Verbrechen aufzuklären hat. En passant wird der Leser mit interessanten Fakten zu Land und Leuten versorgt, wobei wie immer auch die Historie nicht zu kurz kommt. Atmosphärische Landschaftsbeschreibungen wechseln sich mit dem Blick in die Töpfe ab und vermitteln Urlaubsfeeling bzw. machen Lust auf Urlaub in der nordfranzösischen Provinz.

Offenbar haben das auch die für den bretonischen Fremdenverkehr Verantwortlichen gemerkt, und Jörg Bong aka Jean-Luc Bannalec 2016 den Titel „Mécène de Bretagne“ verliehen und ihn 2018 als Ehrenmitglied in die Académie littéraire de Bretagne aufgenommen.