Cover-Bild All die verdammt perfekten Tage

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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Blanvalet
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 400
  • Ersterscheinung: 21.08.2017
  • ISBN: 9783734104657
Jennifer Niven

All die verdammt perfekten Tage

Roman
Alexandra Ernst (Übersetzer)

»Die herzzerreißende Liebesgeschichte eines unvergesslichen Paares.« The New York Times

Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass Violet neben ihm steht und offenbar über dasselbe nachdenkt. Auf diesen ersten gemeinsamen Moment folgen viele weitere. Finch merkt, dass er bei Violet er selbst sein kann. Und Violet lernt durch Finch, jeden einzelnen Augenblick wieder zu genießen. Aber während Violet die Welt neu entdeckt, verliert Finch immer öfter den Mut zum Leben …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.07.2019

Ein (fast) verdammt perfektes Buch

1

Inhalt:
Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass Violet neben ihm steht und offenbar über dasselbe ...

Inhalt:
Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass Violet neben ihm steht und offenbar über dasselbe nachdenkt. Auf diesen ersten gemeinsamen Moment folgen viele weitere. Finch merkt, dass er bei Violet er selbst sein kann. Und Violet lernt durch Finch, jeden einzelnen Augenblick wieder zu genießen. Aber während Violet die Welt neu entdeckt, verliert Finch immer öfter den Mut zum Leben …

Meine Meinung:
Dieses Buch habe ich bei uns im Bücherschrank gefunden und da ich den Klappentext ansprechend fand und schon viel gutes über das Buch gehört hatte, musste es einfach mit.
Das Cover ist schlicht, aber jedes Detail hat einen Grund und findet einen besonderen Platz in der Geschichte, was ich total schön finde. Der Schreibstil von Jennifer Noiven hat es mir unglaublich leicht gemacht, eine Bindung zu Finch und Violet aufzubauen. Die Kapitel sind im Wechsel aus der jeweiligen Sicht der beiden geschrieben, sodass wir als Leser gute Einblicke in das Leben und die Gedankenwelt der Protagonisten bekommen.
Finch und Violet – so gegensätzlich und doch so ähnlich. Finch, der mit Vornamen eigentlich Theodore heißt, gilt bei seinen Mitschülern als Freak. Er prügelt sich, ist verschlossen und ist nur noch auf Bewährung an seiner Schule.
Auf der anderen Seite ist da Violet. Vor einem Schicksalsschlag war sie beliebt, hatte Freunde und war gut in der Schule. Jetzt ist sie zurückgezogen und spricht nicht viel mit ihren Mitmenschen.

„Ich kenne das Leben gut genug, um zu wissen, dass man nicht von Dingen erwarten kann, für immer da zu sein oder stillzustehen, selbst wenn man es sich von Herzen wünscht. Man kann nicht verhindern, dass Menschen sterben. Man kann sie nicht daran hindern, wegzugehen. Man kann nicht mal sich selbst daran hindern.“ (Finch, S. 150)

Beide haben es nicht leicht und genau das ist es, was die beiden miteinander verbindet. Sie merken, dass sie sich gegenseitig gut tun und helfen können. Zusammen arbeiten sie an einem Schulprojekt und erleben dadurch schöne und traurige Momente. Als sie sich ineinander verlieben, scheint alles perfekt. Doch der Schein trügt...
Violet blüht mehr und mehr auf, ist vom Selbstmordgedanken weit entfernt. Als Leser spürt man die Veränderung in ihr sehr deutlich. Auch Finch verändert sich. Der Selbstmordgedanke taucht ganz zu Beginn auf, danach verflüchtigt er sich wieder, doch dass er nicht glücklich ist und immer wieder dunkle Momente hat, ist nicht zu übersehen. Durch ihn wird ein Stück weit deutlich, was Depressionen bedeuten.
Im Buch findet sich keine Triggerwarnung. Meiner Meinung nach könnte man allerdings durchaus eine reinsetzen.
Mit viel Gefühl erzählt Jennifer Niven von Selbstmord, Depressionen und dem Leben. Oft hatte ich den berühmten Kloß im Hals und musste heftig schlucken. Auch als Leser merkt man manche Dinge leider zu spät...
Mit hat das Buch unglaublich gut gefallen und ich bin froh, dass ich es im Bücherschrank gefunden habe!

Veröffentlicht am 10.05.2018

Wahnsinnig berührend

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Normalerweise schreibe ich immer direkt eine Rezension, sobald ich ein Buch beendet habe. Bei diesem Buch allerdings war das anders. Ich saß vor einem leeren Dokument und konnte nichts schreiben. Denn ...

Normalerweise schreibe ich immer direkt eine Rezension, sobald ich ein Buch beendet habe. Bei diesem Buch allerdings war das anders. Ich saß vor einem leeren Dokument und konnte nichts schreiben. Denn die Geschichte ging mir sehr nah. All die verdammt perfekten Tage hat mich schlichtweg auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt.

All die verdammt perfekten Tage beinhaltet so viele unterschiedliche Themen.
Zum einen geht es um eine Liebesgeschichte. Aber anders als bei vielen anderen Geschichten wird diese nicht übertrieben dargestellt. Passend zum Alter verhalten sich auch die Charaktere, sie sind zum Teil unsicher und wissen dennoch, dass ihnen viel an dem anderen liegt. Auch versuchen sie, sich gegenseitig aufzubauen, was bei Violet auch funktioniert. Während es ihr immer besser geht, versinkt Finch immer weiter in den Depressionen.

Denn es geht auch um psychische Störungen. Wie fühlen sich Personen mit bipolaren Störungen und wie kann man Außenstehenden erklären, wie man sich fühlt?
Am allerwichtigsten finde ich jedoch die Botschaft, wie auch heutzutage noch viele mit psychischen Erkrankungen umgehen. Hat sich jemand das Bein gebrochen oder hat Krebs, ist dies für viele greifbar und dadurch nachvollziehbar. Auch der Tod eines Angehörigen ist nachvollziehbar und so erhält Violet jegliche Nachsicht. Doch Finch ist psychisch krank. Körperlich geht es ihm gut, also ist mit ihm alles in Ordnung. Aufgrund seines merkwürdigen Verhaltens macht sich kaum jemand die Mühe, die Gründe dafür zu hinterfragen, stattdessen ist er der Störenfried, der "Freak".

All dies finde ich sehr bedenklich, denn es führt vor Augen, mit welchen Vorurteilen psychisch Erkrankte noch heute täglich konfrontiert werden. Es regt zum Nachdenken an und lässt einen das eigene Handeln überdenken. Dabei ist die Geschichte einfach wahnsinnig berührend. Durch die verschiedenen Erzählperspektiven lernt man Finch kennen und erfährt, dass er eine unglaublich liebenswürdige Person ist. Er sorgt sich um andere, baut Violet auf, obwohl es ihm selbst schlecht geht und möchte einfach nur als der Junge gesehen werden, der er hinter all seinen Eskapaden eigentlich ist.

Fazit:
All die verdammt perfekten Tage erhält eine definitive Leseempfehlung von mir! Und das nicht nur, weil die Charaktere unglaublich realistisch und nachvollziehbar dargestellt werden, sondern vor allem deshalb, weil ich finde, dass jeder über sich selbst nachdenken sollte. Denn häufig hört man allgemeines Verständnis in Bezug auf psychische Störungen, werden diese Personen jedoch selbst einmal direkt damit konfrontiert, handeln sie doch anders als zuvor gedacht.

Veröffentlicht am 12.01.2020

Berührend und besonders

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Was machst du, wenn du allen Lebensmut verlierst? Die beiden Protagonisten sind eigentlich recht verschieden: Auf der einen Seite ist die beliebte, hübsche Violet, die mit einem der beliebigen Schwärme ...

Was machst du, wenn du allen Lebensmut verlierst? Die beiden Protagonisten sind eigentlich recht verschieden: Auf der einen Seite ist die beliebte, hübsche Violet, die mit einem der beliebigen Schwärme der Schule geht, die jedoch durch einen Autounfall ihre Schwester verloren hat und dadurch komplett aus der Bahn gerät. Auf der anderen Seite der Aussenseiter Finch, der ständig deine Persönlichkeit wechselt um das Gefühl zu bekommen „wach“ zu sein und der von den meisten Mitschülern nur „Freak“ gerufen wird. Doch als beide auf dem Glockenturm stehen, nehmen sie sich erstmalig wirklich war. Aus der Freundschaft wird schließlich Liebe, doch können beide ihre dunklen Schatten abstellen und wirklich glücklich werden?

Ein Buch, das wirklich unter die Haut geht und mich zu Tränen gerührt hat. Es zeigt, wie vielschichtig Menschen doch sein können und das wir keinesfalls andere verurteilen sollten, kennt man das Schicksal des Einzelnen doch gar nicht. Sehr bewegend und fantastisch erzählt, das Thema ist hart (Selbstmord bei Jugendlichen), aber umso wichtiger auch mal in den Vordergrund zu rücken.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.08.2019

Ultraviolettes Licht und der Freak

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Das Cover

Das Cover des Buches ist wirklich schön. Es ist sehr schlicht, aber zeigt das Nötigste, um meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Die zwei Silhouetten lassen auf Violet und Finch schließen ...

Das Cover

Das Cover des Buches ist wirklich schön. Es ist sehr schlicht, aber zeigt das Nötigste, um meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Die zwei Silhouetten lassen auf Violet und Finch schließen und Finch klettert die Leiter zu Violet empor, um sie zu retten.

Der Schreibstil

Der Schreibstil der Autorin ist ebenfalls wirklich gut. Sie schreibt sehr einladend und flüssig. In dem Buch finden sich daher einige Stellen wieder, die wirklich zitierwürdig sind.

Die Handlung

Der Handlungsverlauf hat mir auch sehr gut gefallen. Es gibt wirklich viele schöne Passagen in dem Buch und die Zeit vergeht nur so beim Lesen. Auch wenn ich das Ende absolut traurig finde, ist es gut, dass es so endet, denn leider spiegelt dies ziemlich oft die Realität wider und kann dadurch sehr vielen Leuten die Augen öffnen und zu Nachdenken anregen. Außerdem gefällt mir, dass in dem Buch am Ende Raum für Anlaufstellen für "Hilfe in Deutschland" gegeben ist.

Die Charaktere

Die zwei Protagonisten sind unterschiedlich wie Tag und Nacht. Ihnen gilt die ganze Aufmerksamkeit des Lesers. Durch die Perspektivenwechsel kann man viele Eindrücke über sie gewinnen und sie kennenlernen. Die Nebendarsteller haben keine besondere Tiefe, was mich aber nicht stört, da es ausschließlich um Violet und Finch gehen soll.

Das Fazit

Das Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen und ist jede Seite, jede Zeile und jedes Wort wert gelesen zu werden. Es lädt sehr zum Nachdenken über psychische Erkrankungen ein und bietet eine gute Perspektive, wie sich betroffene fühlen könnten und wie sie wahrgenommen werden; wie mit der Krankheit umgegangen wird.

Veröffentlicht am 08.08.2019

Er lebt gerne so als würden ihm nur noch 2 Tage bleiben

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Finch ist mit seiner Art eine der interessantesten Personen von denen ich je gelesen(?) habe. Er ist außergewöhnlich, seltsam, unvorhersehbar, unberechenbar und klug. Er macht was ihm passt, wie es ihm ...

Finch ist mit seiner Art eine der interessantesten Personen von denen ich je gelesen(?) habe. Er ist außergewöhnlich, seltsam, unvorhersehbar, unberechenbar und klug. Er macht was ihm passt, wie es ihm passt und denkt eindeutig zu viel nach.
Violet ist so verschieden und doch so ähnlich. Er lässt sie wieder an das Leben glauben. Er lässt sie träumen, was aus ihrer Zukunft wird, was sie nach dem Tod ihrer Schwester längst aus den Augen gelassen hat. Weniger interessieren mich die Dinge, wie, dass sie wieder Autofährt, sondern, dass sie lebt, atmet und glücklich ist. Die beiden schweben kurze Zeit tatsächlich zusammen auf einer Wolke und sind glücklich. Sie hat durch ihn sich selbst wieder gefunden und er hat wieder einen Grund weiterzumachen.

Spoiler, tut mir leid, nicht weiterlesen:


Deshalb bricht es mir das Herz, dass er einfach ging. Ich weiß nicht wann mich das letzte Mal ein Buch so dermaßen berührt hat. Sogar jetzt kommen mir wieder die Tränen.. Es ist schon komisch, dass man es wirklich im Herzen spürt, wenn es einem psychisch wirklich weh tut. Er hat das Projekt fertig gemacht, er hat ihr Sachen hinterlassen und ihr einen Brief geschrieben. Ich hoffe, ihr wird bewusst, dass es nicht ihre Schuld war. Er wollte es so, er sah keinen anderen Ausweg. Es kam so plötzlich und unerwartet, dass ich das Ende mehrmals gelesen und gehofft habe, dass es doch nicht er ist, den sie aus dem Wasser ziehen. Dass er zu Hause in seinem Schrank mit dem ultravioletten Licht mit Ultraviolet sitzt und auf der Gitarre spielt und singt. Ich will es nicht wahrhaben, dass er letztendlich doch Violet im Stich gelassen hat. Dass sie jetzt die ganzen Orte über die sie gesprochen haben, ohne ihn besuchen muss. Es bricht mir das Herz, dass sie nie wieder ein "Ich liebe dich, Ultraviolet" hören wird und nie wieder dem Jupiter-Pluto-Gravitationseffekt ausgesetzt ist. Aber all die verdammt perfekten Tage waren nicht umsonst, denn sie wird wieder lernen zu lachen, zu lieben, zu vertrauen und zu leben. Wegen ihm.

Nicht der Tage erinnert man sich,
man erinnert sich der Augenblicke.