Cover-Bild Halleluja!

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: ROWOHLT E-Book
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Humor
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Ersterscheinung: 01.07.2010
  • ISBN: 9783644428416
Johanna Alba, Jan Chorin

Halleluja!

Habemus papam. Und was für einen!
Einen solchen Papst hat die Welt noch nicht gesehen: Petrus II. liebt nicht nur Vino, Caffè und Fußball, er macht auch auf der Vespa bella figura – sehr zum Leidwesen seiner frommen Haushälterin Schwester Immaculata. Aber leider quälen Petrus neuerdings ernste Sorgen. Sein engster Vertrauter, Kardinal Rotondo, wird Opfer eines mysteriösen Anschlags, ein Engel stürzt, eine Madonna weint, und eine blutige Schrift verkündet das Ende aller Tage. Hinter dem göttlichen Strafgericht wittert Petrus ein höchst irdisches Verbrechen. Mit römischem Witz und Gottes Beistand beginnt er zu ermitteln, doch ihm bleibt nur wenig Zeit. Denn Petrus glaubt zu wissen, wer das nächste Opfer sein soll: Seine Heiligkeit höchstpersönlich!

Weitere Formate

Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei Caillean in einem Regal.
  • Caillean hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.09.2019

Witzig und unterhaltsam dieser Papst

0

Der Vatikan: kaum ein Ort, kaum ein Staat und kaum ein Museum ist wohl exklusiver. Nur wenige Menschen dürfen sich dort permanent aufhalten, die allerwenigsten wissen um die Geheimnisse, die dort verborgen ...

Der Vatikan: kaum ein Ort, kaum ein Staat und kaum ein Museum ist wohl exklusiver. Nur wenige Menschen dürfen sich dort permanent aufhalten, die allerwenigsten wissen um die Geheimnisse, die dort verborgen sind. Das hat wohl dazu geführt dass sich Schriftsteller seit Ewigkeiten den Kopf darüber zerbrechen wie es dort wohl wirklich zugehen mag: sind alle Kardinäle intrigant? Der Papst nur eine arme Marionette? Und der Kammerdiener ein Fähnchen im Wind? Die Phantasien reichen dann von Weltverschwörungstheorien (Dan Brown etc.) bis hin zu einer Entmystifizierung der Figur des Papstes (z.B. Robert Schneider: „Der Papst und das Mädchen“ etc.). Das vorliegende Buch ist eine Vermischung aus beidem und soll in erster Linie einen unterhaltsamen, wenn auch wahrscheinlich sehr weit an der Realität vorbeigehenden Einblick hinter die Mauern des Zwergenstaates liefern.

In „Halleluja-ein Papst Krimi“ ist Papst Petrus alles andere als ein strenger Wächter über die permanente Einhaltung der katholischen Lehre: er frönt lieber der Lebenslust, sei es nun durch Fußballschauen, Kaffeetrinken oder Schlemmen. Natürlich ist er lieb und fromm, aber von Politik und Strenge hält er herzlich wenig: was soll er sich mit mexikanischen Bischöfen abgeben wenn doch gerade Fußball-WM läuft? Außerdem ist er gerne inkognito in den Gassen Roms unterwegs – natürlich ohne Bodyguards, ja klar… Aber: „willing suspension of disbelief“ – dies hier ist ja auch kein Sachbuch über das Oberhaupt der Katholiken, sondern ein augenzwinkernder Häkelkrimi mit keinem geringeren als dem Papst als schrulligem Ermittler. Zur weiteren Handlung: es gab einen Anschlag. Kardinal Rotondo, Förderer und gewissermaßen „Erschaffer“ des Papstes Petrus, wurde in einer Marienkirche von einem herabstürzenden Engel niedergestreckt. Er hat den Anschlag zwar knapp überlebt, aber eins ist klar: jemand trachtete dem Kardinal nach dem Leben.
Obwohl das Buch ganz radikal alle Vorstellungen darüber aushebelt wie ein Papst zu sein hat, werden dennoch ein paar Klischees verbraten: es gibt den bösen Oberkardinal mit dem sprechenden Namen Oscuro, der gerne Papst geworden wäre und sich wie kein anderer zu diesem Amt berufen fühlt. Dann natürlich den wunderlichen Kunsthistoriker, der beim Aufklären der Symbolik helfen soll und selbst ein schreckliches Geheimnis mit sich rum trägt. Und natürlich auch die obligatorische Geheimgesellschaft mit Mönchen, die halt ein wenig anders sind und sich deshalb vom Vatikan abschotten.
Dass um den Papst herum die strenge Sittenwächterin und Nonne Immaculata (!!!) ihr Unwesen treibt ist schön, auch der Gedanke dass der Papst als Kammerdiener einen von Politik völlig unbeleckten umbrischen Jungmönch beruft, anstatt sich an die Linie des Vatikans zu halten. Außerdem ist seine Pressechefin eine wunderschöne Gräfin, die der Tradition zwar verhaftet ist, aber durch ihre Schönheit doch ein wenig Erotik in die alten Mauern Einzug halten lässt.

Ja, das alles liest sich wirklich gut, ist unterhaltsam und mal was Neues, aber von der Handlung her dennoch vorhersehbar. Der Charme des Buches liegt sicher in der von unorthodox bis klischeehaft einzuordnenden Zeichnung seiner Charaktere. Und: wer hätte gedacht dass einem der Papst sympathisch sein kann?

Man merkt übrigens nur sehr selten, dass das Buch von zwei Autoren verfasst wurde.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Dieser Papst ist nicht zu (s)toppen!

0

Was für eine amüsante Krimikomödie, die uns Frau Alba und Herr Chorin hier bescheren. Ein Papst, der menschlich genug ist, um sympathisch zu sein und religiös genug, um trotzdem glaubwürdig rüberzukommen. ...

Was für eine amüsante Krimikomödie, die uns Frau Alba und Herr Chorin hier bescheren. Ein Papst, der menschlich genug ist, um sympathisch zu sein und religiös genug, um trotzdem glaubwürdig rüberzukommen. Was für eine schöne Abwechslung zwischen all den Skandinavien-Düsternissen, Bayern-Schenkelklopfern und Frankreich-Wohlfühlarien. Da hat tatsächlich jemand noch eine Nische gefunden – und sie bravourös ausgefüllt.

Charakterisieren muss ich die Hauptfigur auch nicht mehr – das wird im Buch so gut gemacht, dass ich es nur noch wiederholen muss: „Die Menschen mögen Petrus. In Rom und überall. Weil er einer von ihnen ist. Kein abgehobener Denker. Kein Bürokrat. Kein Mystiker. Einfach ein freundlicher, dicker Papst. Mit großem Herzen. Und einem sehr eigenen Draht zu Gott.“

Und mal ehrlich – wessen Bild haben Sie vor sich, wenn Sie diese Zeilen lesen? Ich hatte unwillkürlich – man nehme es mir bitte nicht übel - Papst Franziskus vor Augen. Was umso erstaunlicher ist, wenn man weiß, dass dieses Buch schon im Jahr 2010 erschien, während Herr Bergoglio erst 2013 zum Papst gewählt wurde. Also, wer hat hier den sehr eigenen Draht zu Gott, hm, Herr Chorin?

Wie auch immer – ich habe mich mit Papst Petrus II. jedenfalls köstlich amüsiert. Er ist ein Typ zum Pferdestehlen (wenn das nicht dummerweise eins der zehn Gebote untersagen würde….). Ich habe mit „Halleluja“ nun schon das zweite Buch mit ihm verschlungen und freue mich schon auf den noch fehlenden Teil „Gloria!“ und den bald erscheinenden neuen Roman „O sole mio!“