Cover-Bild Das Verschwinden der Erde
(42)
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 376
  • Ersterscheinung: 22.01.2021
  • ISBN: 9783423282581
Julia Phillips

Das Verschwinden der Erde

Roman
Roberto de Hollanda (Übersetzer), Pociao (Übersetzer)

»Ein wunderreiches Debüt.« Klaus Brinkbäumer in ›DIE ZEIT‹

An einem Sommertag an der Küste Kamtschatkas verschwinden die russischen Schwestern Sofija und Aljona. Das Verbrechen erinnert an einen Vorfall nur Monate zuvor in der indigenen Bevölkerung. Wie eine düstere Wolke hängt der ungelöste Fall fortan über Kamtschatka und beeinflusst das Leben ganz unterschiedlicher Frauen in einer gespaltenen, männerdominierten Gesellschaft. Während das Netz zwischen den Einzelschicksalen dichter wird, hält die Suche nach den Mädchen die ganze Stadt in Aufruhr.
Brillant konstruiert und einfühlsam erzählt, entführt uns der Roman in eine extreme und faszinierende Welt am Rande der Welt: in die graue Stadt Petropawlowsk, die spektakulären Weiten der Tundra und die Schatten schneebedeckter Vulkane.

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2021

Unter falscher Flagge

0

Kamtschatka, die Halbinsel im hintersten Südosten Russlands, war für mich bisher ein weißer Fleck auf der Landkarte. Diese Leerstelle füllt Julia Phillips mit „Das Verschwinden der Erde“, nominiert für ...

Kamtschatka, die Halbinsel im hintersten Südosten Russlands, war für mich bisher ein weißer Fleck auf der Landkarte. Diese Leerstelle füllt Julia Phillips mit „Das Verschwinden der Erde“, nominiert für den National Book Award und auf der Bestenliste 2019 der New York Times. Der Roman wird als literarischer Thriller beworben, aber das ist Segeln unter falscher Flagge und erfüllt die Erwartungen des Lesers/der Leserin nicht. Literarisch möchte ich ihm nicht absprechen, aber für einen Thriller braucht es definitiv mehr als das Verschwinden zweier Mädchen, zumal dieses Thema im Handlungsverlauf eher an den Rand rückt.

Seine Stärken hat der Roman in den atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen: Petropawlowsk, die farblose Metropole. Die Tundra, menschenleer und von unglaublicher Weite. Die Wälder, dunkel und dicht. Die schneebedeckten Vulkane, die in die Landschaft ragen.

Der Roman ist in 13 Kapitel gegliedert, mit dem jeweiligen Monat von August bis Juli plus der Silvesternacht des folgenden Jahres bezeichnet, startend mit dem Tag der Entführung. In jedem dieser Abschnitte steht eine andere Frau im Mittelpunkt, deren Leben äußerst locker, direkt oder indirekt, mit diesem tragischen Ereignis verknüpft ist. Die Autorin betrachtet deren Leben in einer männlich dominierten Welt, jedes davon durch ein mehr oder minder tragisches Ereignis beschädigt, und entwickelt so aus den Einzelschicksalen das Panorama einer uns fremden Gesellschaft.

Wenn wir über männliche Dominanz sprechen, ist natürlich das Thema Gewalt und wie diese das Zusammenleben der Menschen beeinflusst und prägt ein weiterer Faktor. Hier hat Phillips nicht nur das Verhältnis Mann/Frau im Blick, sondern schaut auch auf den Umgang der Russen mit der indigenen Bevölkerung in der Region. Bei all dem geht sie nicht in die Tiefe, kratzt nur an der Oberfläche, was unter dem Strich den Roman für mich zu einem unbefriedigenden Leseerlebnis macht.

Veröffentlicht am 01.03.2021

Konnte mich leider nicht überzeugen

0

In Kamtschatka verschwinden an einem Sommertag die beiden russischen Schwestern Sofija und Aijona spurlos. Dieser ungelöste Fall Schwebt wie eine Wolke über den Ort und wirkt sich auf die unterschiedlichsten ...

In Kamtschatka verschwinden an einem Sommertag die beiden russischen Schwestern Sofija und Aijona spurlos. Dieser ungelöste Fall Schwebt wie eine Wolke über den Ort und wirkt sich auf die unterschiedlichsten Frauen aus.

Die Beschreibung dieses Romans hat mich sehr neugierig gemacht. Auch das schön gestaltete Cover hat mich angesprochen.
Der Schreibstil war leicht verständlich, so dass sich das Buch insgesamt gut und zügig lesen ließ. Allerdings fand ich den Schreibstil auch recht kühl und emotionslos. Einige Schicksale und Begebenheiten konnten mich daher nicht wirklich packen.
Der Einstieg gefiel mir sehr gut, denn er handelte von dem Verschwinden der beiden Mädchen. Das ging mir durch und durch. In den weiteren Kapiteln bzw. Episoden lernt man dann immer andere und neue Personen kennen und erfährt von deren Leben und Situationen. Die Erzählungen hatten meistens auf den ersten Blick keine Verbindung zu den Mädchen. Dann gab es aber doch eine Verbindung, die mal nur ganz am Rande auftauchte oder sehr präsent war. Diese Verbindungen fand ich interessant überlegt und sie haben mir gut gefallen. Ansonsten fand ich diese scheinbar losen Episoden teilweise langatmig, weil ich nicht wusste, was mir das sagen sollte und wie es im Zusammenhang mit den verschwundenen mädchen steht. Auch waren sie mir teilweise zu drückend und negativ, denn es ging gefühlt keiner der Frauen richtig gut. Das hat mich beim Lesen sehr heruntergezogen. Ich musste mich teilweise sehr durch das Buch kämpfen.
Was ich sehr positiv fand und mir prima gefallen hat, war das Ende. Das war überraschend und konnte dann noch einen Stern gut machen.

Dieser Roman war definitiv anders, als mir bisher bekannte Romane. Mich konnte diese Art der Erzählung allerdings nicht überzeugen. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 26.02.2021

Ansammlung deprimierender Episoden verschiedener Personen

0

Nach der Ankündigung „literarischer Thriller“ und dem Schauplatz Kamtschatka hatte ich eine völlig andere Vorstellung von dem Buch. Von den polizeilichen Ermittlungen bekommt man als Leser nur aus dritter ...

Nach der Ankündigung „literarischer Thriller“ und dem Schauplatz Kamtschatka hatte ich eine völlig andere Vorstellung von dem Buch. Von den polizeilichen Ermittlungen bekommt man als Leser nur aus dritter Hand Informationen.

Mit dem eigenwilligen Schreibstil musste ich mich erst anfreunden, aber im Laufe der Zeit kam ich ganz gut damit zurecht. Mehr Probleme hatte ich damit, dass das Buch aus vielen einzelnen Geschichten besteht, in denen immer andere Personen die Hauptrolle spielten. Es sind kurze – meist deprimierende - Episoden aus dem Leben der Protagonisten, die mich am Ende immer mit Fragen zurückgelassen haben.

Sehr gut gefallen hat mir der Einblick in ein Land, über das ich bisher kaum irgendetwas wusste. Das bezieht sich nicht nur auf die grandiose Landschaft, sondern auch auf das Leben und die Gebräuche der Ureinwohner. Da die Halbinsel sehr lange als militärisches Sperrgebiet galt, lebten die Ureinwohner abgeschottet vom Rest Russlands. In den einzelnen Lebensgeschichten werden auch die Probleme durch den Zuzug „Weißer“ deutlich gemacht.

Leider konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen. Aufgrund der interessanten Einblicke ein in mir nahezu unbekanntes Land gibt’s von mir noch drei Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.02.2021

Nichts Halbes und nichts Ganzes

0

Der Roman beginnt mit der Entführung von zwei Schwestern und jedes darauffolgende Kapitel, beschreibt die Nachwirkungen dessen und wie sich diese, auf die auf der Halbinsel Kamtschatka lebenden Menschen ...

Der Roman beginnt mit der Entführung von zwei Schwestern und jedes darauffolgende Kapitel, beschreibt die Nachwirkungen dessen und wie sich diese, auf die auf der Halbinsel Kamtschatka lebenden Menschen auswirken. In der Geschichte geht es nicht, wie zuerst von mir gedacht, um das wie und warum des Verschwindens der Kinder, sondern eher um eine Mischung von Sehnsucht, Kultur-, Generationswechsel und losreißen von Heimatwurzeln. Im Grunde ist das Buch eher eine Sammlung von Kurzgeschichten, die alle durch das Verschwinden der Mädchen miteinander verbunden sind. Irgendwie hat mich das Buch aber verwirrt und es hat keine richtige Struktur aufgewiesen. Ich habe zwar keinen knallharten Thriller erwartet, aber trotzdem auf etwas gehofft, dass die Kapitel zusammen bringt. Viele Kapitel erschienen mir sinnlos, auch wenn sie an sich natürlich nicht uninteressant waren. Das erste und letzte Kapitel des Buches, in dem es um die Mädchen geht, waren noch am spannendsten...

Veröffentlicht am 20.02.2021

Eine fremde Welt - faszinierend

0

„Das Verschwinden der Erde“ von Julia Phillips – ein gelungenes Debüt.

Die Schwestern Sofija und Aljona verbringen an der Küste Kamtschatkas einen schönen Sommertag, kommen danach nicht mehr heim. Sie ...

„Das Verschwinden der Erde“ von Julia Phillips – ein gelungenes Debüt.

Die Schwestern Sofija und Aljona verbringen an der Küste Kamtschatkas einen schönen Sommertag, kommen danach nicht mehr heim. Sie verschwinden spurlos. Dieser Fall erinnert an Lilja. Auch sie war einfach weg und niemand weiß, wo sie ist, ob sie noch lebt. Nach den Schwestern wird gesucht, jedoch wird die Suche bald eingestellt, die Polizei tut ihr Verschwinden lapidar als Ertrinken ab.

Es sind hauptsächlich die Frauen, von denen Julia Phillips erzählt. In deren Leben wir ein wenig Einblick bekommen. Ich hatte schon das Gefühl, hier in einer ganz anderen, für mich sehr fremden Welt zu sein. Zum Teil sehr stereotype Wesen, seltsam anmutend, begleite ich ein Stück ihres Weges. Zunächst unklar, ob dies Einzelgeschichten bleiben, wurde mir dann doch immer mehr bewusst, dass all diese Schicksale ineinander greifen. So konnte ich einiges kennenlernen, ihre Lebensweise wie aus der Ferne betrachten. Ein ganz und gar außergewöhnlicher Roman. Die Geschichten verbinden sich, Zusammenhänge werden sichtbar.

Gewalt gegen Frauen aus unterschiedlichen Perspektiven wird hier thematisiert. Kann eine Frau in einer männerdominierenden Gesellschaft ein selbstbestimmtes Leben führen? In das Leben ganz verschiedener Frauen werfe ich einen Blick und was mich beim Lesen gewundert hat ist, dass das Verschwinden wie nebenbei immer mal wieder erwähnt wird. Aber nicht mehr. Und so entwickelt sich diese Geschichte so ganz anders, als ich zunächst dachte. Was aber durchaus seinen Reiz hat.

Vor dem „Verschwinden der Erde“ habe ich nicht mal gewusst, dass es dieses Kamtschatka gibt. Natürlich musste ich nachschauen und war gleich fasziniert ob dieser beeindruckenden Landschaft. Der Lebensstil lässt Russland-Bilder in mir entstehen, was natürlich hier genau passend ist. All die fremd klingenden Namen – das Personenverzeichnis am Anfang war da sehr hilfreich.

Nachdenklich lässt mich das Buch zurück. Ich lasse das Gelesene ein wenig sacken, nachhallen. Immer weiter wurde in die Geschichten hineingezogen, als ob ich in das Leben der Frauen hineingelassen werde. Das Ende ist stimmig, es passt sich dem Ganzen perfekt an. Auf dieses Buch sollte man sich einlassen, ganz ohne Erwartung einfach anfangen zu lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere