Cover-Bild Macht

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10,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Goldmann
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 416
  • Ersterscheinung: 16.04.2018
  • ISBN: 9783442472666
Karen Duve

Macht

Roman
Wir schreiben das Jahr 2031: Staatsfeminismus, Hitzewellen, Wirbelstürme, Endzeitstimmung und ein Klassentreffen in der Hamburger Vorortkneipe »Ehrlich«. Dank der Verjüngungspille Ephebo, der auch Sebastian Bürger sein gutes Aussehen verdankt, sehen die Schulkameraden im besten Rentenalter alle wieder aus wie Zwanzig- bis Dreißigjährige. Wen interessiert es schon, wie hoch die Krebsrate von Ephebo ist. Als Sebastian seine heimliche Jugendliebe Elli trifft, ist es um ihn geschehen. Alles könnte so schön sein, wäre da nicht Sebastians Frau. Bei dem Versuch, sie loszuwerden, löst er eine Katastrophe nach der anderen aus ...

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2018

Das Cover liebe ich

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Sebastian lebt in einer Welt, in der die Frauen das Ruder übernommen haben und man versucht den Weltuntergang noch abzuwenden.
Zudem gibt es ein Mittel, mit dem man sich jung halten kann.
Er selber ist ...

Sebastian lebt in einer Welt, in der die Frauen das Ruder übernommen haben und man versucht den Weltuntergang noch abzuwenden.
Zudem gibt es ein Mittel, mit dem man sich jung halten kann.
Er selber ist mit einer Ministerin verheiratet, aber nachdem sie ihn verlassen hat, hält er sie im Keller gefangen. Doch auf einmal ändert sich seine Lebenslage und er muss sie loswerden.

Das Cover ist total schlicht, aber dadurch wirklich toll, finde ich. Dieses Gelb ist einfach klasse.
Der Schreibstil hat mir schon sehr gut gefallen, allerdings sind die einzelnen Kapitel und vor allem Textabschnitte sehr lang. Es gibt einfach sehr viel Text und Informationen auf wenigen Seiten und das war schon an den einen oder anderen Stellen etwas too much.
Klar ist es schon recht interessant, was Karen Duve da schreibt und vor allem wenn es um ihre Zukunftswelt geht, aber da sich der Roman doch hauptsächlich um was anderes dreht, kam es mir manchmal so vor, als wollte sie in kürzester Zeit die notwenigen Informationen dazu dem Leser präsentieren.
Ansonsten geht es in dem Roman wirklich um Macht. Der Titel ist hier einfach maßgebend. Und diese Macht wird in vollen Zügen ausgenutzt.
Vor allem natürlich von Sebastian, der ein wirklich furchtbarer Charakter ist. Er wirkt am Anfang einfach nur nicht nett, aber das wird im Laufe des Buches immer schlimmer. Über einen so unsympathischen Menschen habe ich lange nicht mehr gelesen. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich Respekt vor der Leistung der Autorin habe, denn als Frau einen so chauvinistischen Mann zu kreieren ist wirklich Wahnsinn.
Er hat nicht nur den einzigen Gedanken, dass der Mann das sagen haben muss, nein, er denkt auch permanent, dass er eh der Beste ist und alles besser weiß. Auf der einen Seite wirkt er zwar ganz engagiert (im Umweltschutz etc.), aber dann macht er alles nur halbherzig mit, da es ja eh alles für die Katz ist. Was will er eigentlich wirklich?
Die große Veränderung oder doch lieber einfach nur die letzten Tage der Erde genießen?
Obwohl die Frauen hauptsächlich das Ruder in dieser Zukunft in der Hand haben, scheint aber vieles genauso zu laufen wie vorher, nur mit vertauschten Rollen. Und neben dem großen Thema macht, steht hier auch noch ganz klar der Geschlechterkonflikt im Mittelpunkt.
Warum müssen es denn immer die Frauen oder die Männer sein, die alles alleine regeln? Kann man nicht zusammenarbeiten?
Letztendlich geht es wohl immer um die Macht.
Interessant ist das Buch auf jeden Fall, aber das Ende hat mich dann doch etwas ratlos hinterlassen. Klar bekommen alle irgendwie das was sie verdienen, aber einen richtigen Abschluss gibt es nicht. Was genau ist die Bedeutung? Das wir weniger auf unsere Macht, unseren Egoismus bestehen sollen? Mehr miteinander arbeiten/leben sollen? So ganz wird es nicht klar. Und genau deshalb bin ich mir auch nicht so sicher, wie ich das Buch einordnen soll.

Mein Fazit: Ich war sehr beeindruckt, wie eine Frau einen so unangenehmen Männercharakter schaffen kann und die Welt ist auch wirklich interessant. Aber diese tritt mehr in den Hintergrund und das Hauptaugenmerk liegt wirklich auf Sebastian und seiner Machtausübung seiner Frau gegenüber. Doch der eigentliche Sinn dahinter bleibt im Dunkeln. Leider blieb ich dadurch etwas ratlos zurück.