Cover-Bild Die Schuld jenes Sommers

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12,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Diana
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 14.10.2019
  • ISBN: 9783641215651
Katherine Webb

Die Schuld jenes Sommers

Roman
Babette Schröder (Übersetzer)

Bath 1942: Im Chaos eines Bombenangriffs ist der kleine Davy plötzlich unauffindbar. Frances, die auf den Jungen aufpassen sollte, macht sich auf die Suche. Sie ist verzweifelt, denn schon einmal ist ein Kind verschwunden: Vierundzwanzig Jahre zuvor war ihre beste Freundin Wyn nach einem Streit nie wieder aufgetaucht. Ausgerechnet in dieser schicksalhaften Nacht fördert der Einschlag einer Bombe das Skelett eines Kindes zutage. Das tote Mädchen ist Wyn. Frances ist zutiefst erschüttert, und dunkle Erinnerungen aus der Vergangenheit werden lebendig. Was geschah in jenem Sommer vor über zwanzig Jahren? Wo ist Davy? Und hat er überlebt?

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2020

Erschütternd, aber auch berührend

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Inhalt:

Auch vierundzwanzig Jahre nach ihrem Verschwinden hat Frances ihre beste Freundin Wyn nicht vergessen und möchte an derem Geburtstag ein wenig allein sein und an sie denken. Deshalb gibt sie den ...

Inhalt:

Auch vierundzwanzig Jahre nach ihrem Verschwinden hat Frances ihre beste Freundin Wyn nicht vergessen und möchte an derem Geburtstag ein wenig allein sein und an sie denken. Deshalb gibt sie den kleinen Davy zu Freunden, die inzwischen auf ihn aufpassen sollen.

Doch ausgerechnet in dieser Nacht werden überraschend Bomben über Bath abgeworfen und Davy verschwindet spurlos. Frances macht sich sofort auf die Suche nach dem Jungen. Während Davy verschwunden ist, haben jedoch die Bomben etwas anderes ans Licht gebracht: Wyns sterbliche Überreste.

Was ist damals wirklich passiert und wieso kann Frances sich kaum an den letzten Sommer mit ihrer besten Freundin erinnern? Je mehr die junge Frau in die Vergangenheit zurückreist, desto deutlicher wird ihr bewusst, dass sie damals eine entscheidende Rolle gespielt hat … .

Meine Meinung:

Ich liebe die Bücher von Katherine Webb, deswegen musste ich auch dieses hier lesen. Anders, als bei ihren anderen Werken spielen hier jedoch nicht zwei verschiedene Protagonisten eine Rolle, sondern nur Frances, deren Leben einmal in der Gegenwart als junge Frau und das andere Mal in der Vergangenheit als kleines Mädchen erzählt wird. Dabei bewegen sich die Erzählstränge zwischen dem ersten und dem zweiten Weltkrieg. Ich fand es anfangs etwas schade, dass die Protagonistin hier in ihre eigene Vergangenheit eintaucht und wir keinen außenstehenden Blick bekommen, aber im Nachhinein war das genau die richtige Wahl.

Zu Beginn lernt man Frances als erwachsene Frau kennen, die gerade nach einer gescheiterten Ehe wieder bei ihren Eltern eingezogen ist und auf den kleinen Davy aufpasst. Dieser ist der Neffe ihrer verstorbenen besten Freundin. Rasch merkt man, dass die Protagonistin auch vierundzwanzig Jahre nach dem Verschwinden von Wyn immer noch nicht damit abgeschlossen hat. Das wird dadurch verstärkt, dass nach einem Bombenangriff auch noch Davy verschwindet, auf den sie eigentlich aufpassen sollte. Von Schuldgefühlen überwältigt, macht sich die junge Frau auf die Suche nach dem Jungen. Diese gerät jedoch ein wenig in den Hintergrund, als die Knochen von Wyn gefunden werden. Sofort ist Frances sich sicher, dass an der Geschichte irgendetwas nicht stimmt und sie möchte Antworten auf all ihre Fragen und stellt deswegen Nachforschungen an. Dabei kommen auch immer wieder Erinnerungsfetzen ans Licht. Scheinbar hat Frances die Ereignisse aus dem Sommer von Wyns Verschwinden total verdrängt. In diese Erinnerungen tauchen wir durch Rückblenden hautnah ein und können so selbst erleben, was damals passiert ist. Allerdings bekommen wir nie einen Wissensvorsprung als Leser, sondern können nur Frances‘ Erinnerungen folgen. Dadurch hat man manchmal das Gefühl, nicht so recht in der Geschichte voran zu kommen und auf der Stelle zu treten, denn die Geschehnisse jenes Sommers kommen nur sehr langsam und Stück für Stück ans Licht. Für mich war das jedoch kein Problem, weil ich einfach das Ende etwas queer gelesen habe und somit schon wusste, was passiert war.

Und ich muss gestehen, die Geschichte ging mir wirklich ordentlich unter die Haut. Es war so unglaublich schrecklich und erschütternd, was da passiert war, in welche Not sowohl Wyn, aber auch Frances geraten waren und wie die junge Frau mit den Ereignissen all die Jahre umgegangen ist und wie sie auch in Zukunft damit leben muss. Doch nicht nur die Geschehnisse jenes Sommers haben mich wirklich aufgewühlt, sondern die gesamte Familiengeschichte der Hughes. Jedes einzelne Mitglied hat sein eigenes Päckchen zu tragen und dabei war ich vor allem von Carys‘ (Wyns älteste Schwester) Schicksal ziemlich aufgewühlt und obwohl ich ihre Handlungen nicht verstehen konnte, konnte ich trotzdem ein Stück weit nachvollziehen, warum sie sich für diesen Weg entschieden hatte. Katherine Webb ist es mit ihren Figuren wirklich gelungen, mich sehr zu berühren. Ihre Charaktere handeln absolut authentisch und sie zeigt schonungslos auf, wohin sie deren Entscheidungen führen. Nicht immer ist nämlich der einfachste Weg, auch der bessere, was in dieser Geschichte ganz deutlich wird.

Obwohl das Hauptaugenmerk in diesem Buch ganz klar auf der Familiengeschichte und dem Schicksal der beiden jungen Frauen liegt, bekommt man auch die Schrecken des Krieges hautnah mit. Doch dieses Mal geht es nicht um das Leid der Juden, denn es gab auch andere Unschuldige, die der Krieg hart getroffen hat. Man kann förmlich die Verzweiflung der Menschen spüren, die ihren ganzen Besitz oder Angehörige verloren haben, die ihre Liebsten vermissen und nicht wissen, was aus ihnen geworden ist, die Tag und Nacht im Einsatz sind, um anderen zu helfen und doch oft nur schlechte Nachrichten überbringen können. Man fühlt den Hunger und die Angst vor einem erneuten Angriff und würde so gerne vor all dem fliehen. Doch ich fand es wirklich gut, dass Katherine Webb hier auch einmal den Zweiten Weltkrieg aus einer anderen Sicht geschildert hat.

Dieses Buch ist aber wirklich nichts für schwache Nerven. Insgesamt hat es eine sehr düstere Stimmung und auch, wenn es immer wieder kleine Lichtblicke gibt, begleitet man doch eine Protagonistin, die unter den Entscheidungen, die sie im Leben getroffen hat, sehr leidet, fast schon verzweifelt. Das kann einem beim Lesen sehr aufs Gemüt schlagen, ich fand es jedoch passend zur Geschichte. Trotzdem hat auch mich das Buch sehr aufgewühlt und konnte mich lange nicht loslassen. Doch das macht für mich eine gute Geschichte aus: Wenn sie in einem nachhallt.





Fazit:

„Die Schuld jenes Sommers“ von Katherine Webb ist in meinen Augen anders, als ihre anderen Romane. Er ist fast schon etwas schwermütig und hat mich mit seiner erschütternden Familiengeschichte wirklich sehr aufgewühlt. Trotzdem war dieses Buch ein echtes Highlight für mich, weil es mich auch sehr berührt, weil es mich zum Nachdenken gebracht hat und weil mir die Schicksale der Figuren sehr nahe gingen. Ein Buch, das definitiv unter die Haut geht.



Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2020

France starker Wille

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1918 : Wyn verschwindet an einem Augusttag spurlos. Verantwortlich dafür gemacht wird geflüchteter Kriegsgefangener.
24 Jahre danach: der kleine Davy verschwindet in der Bombennacht auf Barth.
1942: Bombenangriffs ...

1918 : Wyn verschwindet an einem Augusttag spurlos. Verantwortlich dafür gemacht wird geflüchteter Kriegsgefangener.
24 Jahre danach: der kleine Davy verschwindet in der Bombennacht auf Barth.
1942: Bombenangriffs auf Bath. Die Überbleibsel von Wyn werden durch eine Bombe freigelegt.
France Leben gerät vollkommen aus den Fugen. Erst verschwindet ihre beste Freundin spurlos und 24 Jahre später Wyns Neffe, auf den sie aufpassen sollte. France lässt beides keine Ruhe und setzt alles dran, Davy zu finden, aber auch endlich den Mord an Wyn aufzuklären. Sie hat nie dran geglaubt, dass der gefangene es war.
Mit viel Geduld und einem wahnsinnigen Willen wird das Knäul der verstrickten Fäden und Handlungen nach und nach von France aufgerollt und die Wahrheit kommt ans Tageslicht.
Meine Meinung:
Das Buch ist in zwei Zeitebenen geteilt. Immer wieder wird man ins Jahr 1918 zurückversetzt und fängt nach und nach alles an zu verstehen. Diese Rückblende ist manchmal sehr düster und manchmal wahnsinnig bedrückend. Man erfährt, dass Wyn kein leichtes Leben hatte, auch wenn sie als Lieblingstochter ihres Vaters galt, musste sie sich oft seiner Willkür aussetzen. Viel Schläge, wenig Essen, keine schöne Zeit. Da war die Freundschaft zu France für Wyn ein echter Segen.
Beeindruckt hat mich der kämpferische Wille von France, zu beweisen, dass der eigentliche Mörder noch rumläuft. Auch etliche Rückschläge bringen sie nicht ab alles ans Tageslicht zu holen. Mir kam es manchmal so rüber, dass France mehr als leidet und sich auch eine riesige Schuld gab. Ihre Nachforschungen und Fragen, sind für viele ein Dorn im Auge.
Ich muss gestehen, ich brauchte schon 100 Seiten, um endlich ins Buch zu kommen. Öfter hatte ich überlegt, ob ich abbrechen soll. Hat man sich erst einmal durchgebissen, wird es ein spannend interessantes Buch, was manchmal gewaltig an die Nieren geht.
Die Protagonisten werden ausdrucksstark dargestellt, die mit Verzicht, Verlust und viel Schmerz leben müssen. Dadurch kommt dieser Roman sehr komplex und stark rüber. Man spürt beim Lesen, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat.
Wäre diese lange Anlaufzeit ins Buch nicht gewesen, hätte ich 5 Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 23.12.2019

Bewegend und fesselnd, aber auch langatmig

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Für mich war es das erste Buch welches ich von der Autorin gelesen habe und mit Sicherheit nicht das Letzte. Die Geschichte, welche in zwei Handlungssträngen erzählt wird war fesselnd und spannend zugleich, ...

Für mich war es das erste Buch welches ich von der Autorin gelesen habe und mit Sicherheit nicht das Letzte. Die Geschichte, welche in zwei Handlungssträngen erzählt wird war fesselnd und spannend zugleich, aber immer wieder zog es sich in die Länge. Der Schreibstil war flüssig und die Charaktere haben mir richtig gut gefallen, man konnte sich gut in sie rein versetzen, mit ihnen fühlen.

Die Geschichte spielt 1942 in Bath. Damals herrschte Krieg und Francis hatte den kleinen Davy in ihrer Obhut, sollte auf ihn aufpassen bis er wieder von der Mutter abgeholt wurde. Nun war es aber so das Francis an diesem Tag Zeit für sich brauchte, war es doch der Tag an dem vor 24 Jahren ihre beste Freundin ,im Alter von gerade mal 8 Jahren, spurlos verschwand. Dieser Tag macht ihr seither zu schaffen und sie braucht Zeit für sich, muss raus, Luft holen, die Erinnerungen erschlagen sie quasi. Deshalb hat sie den kleinen Davy zu Bekannten gebracht, nichtsahnend das ausgerechnet an diesem Abend Bath bombardiert werden würde. Danach überschlagen sich die Ereignisse, der kleine Davy verschwindet spurlos und die Leiche ihrer Freundin wird gefunden. Francis leidet unter Schuldgefühlen, macht sich auf die Suche nach dem Kind und dabei begibt sie sich auch auf die Reise durch die Vergangenheit, in eine Zeit in der ihre beste Freundin einfach verschwunden ist.

„Die Schuld jenes Sommers“ - der Titel passt gut zu der Geschichte, denn Francis plagen in beiden Handlungssträngen Schuldgefühle. Die Geschichte ist sehr tiefgründig und beide Zeitebenen fand ich sehr bewegend. Ich hatte während des Lesens Bilder vor Augen und ich fühlte mit den Charakteren welche schwere Zeiten durchlebten. Die Geschichte lässt einen nicht kalt, man überlegt immerzu was wohl mit dem kleinen Davy passiert ist und ob er noch lebt, gleichzeitig aber überlegt man warum die kleine Wyn damals verschwunden ist. Francis macht sich auf die Suche nach dem kleinen Davis, sie kann nicht zulassen das auch er einfach so verschwindet. Gleichzeitig wird ihr klar das der Tod von Wyn Ungereimtheiten aufweist und als der Fall zu den Akten gelegt werden soll, kann sie nicht anders, sie muss die Wahrheit herausfinden. Sie weiß das damals etwas passiert ist, etwas das sie damals als Kind nicht bedeutungsvoll hielt, aber sie kann die Erinnerung nicht greifen. Wird es ihr gelingen den kleinen Davy zu finden und wird sie das Rätsel um den Tod ihrer damals besten Freundin lösen können? Wird sie ihre Schuldgefühle loswerden?

Die Autorin hat eine tiefgründige Geschichte geschrieben die mich von der ersten Seite an sehr bewegt hat. Francis mochte ich von Anfang an, eine einsame junge Frau die in ihrem Leben sehr viel durchgemacht hat, eine starke Persönlichkeit mit großem Herz. Ich war froh das sie mit Pam und Owen zwei tolle Menschen an ihrer Seite hatte denen sie vertrauen konnte. Man konnte sich gut in Francis rein versetzen, mit ihr fühlen. Francis Leben war nie einfach und den Verlust von Wyn hat sie nie überwunden. Nicht nur der Krieg, sondern auch der Wiederaufbau und der Schmerz kamen gut rüber. Dazwischen dann Francis die den Tod der Freundin aufklären wollte, in einer Zeit in der andere Verluste über dem von Wyn standen.

So gut mir alles gefallen hat, es gab immer wieder so langatmige Passagen die, meiner Meinung nach, nicht sein hätten müssen und meinen Lesefluss dann doch trübten. Ich kann dem Buch eine Leseempfehlung aussprechen und vergebe vier Sterne.

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Veröffentlicht am 19.11.2019

Spannung, zerreisende Vergangenheit, Geheimnisse und eine bewegende Suche nach einem kleinen Jungen.

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Die Schuld jenes Sommers

Katherine Webb

(Rezensionsexemplar)


Inhalt:


Wir befinden uns in Bath 1942 – Bombenangriff. Frances hat den kleinen Davy einen befreundeten Ehepaar übergeben, doch dann verschwand ...

Die Schuld jenes Sommers

Katherine Webb

(Rezensionsexemplar)


Inhalt:


Wir befinden uns in Bath 1942 – Bombenangriff. Frances hat den kleinen Davy einen befreundeten Ehepaar übergeben, doch dann verschwand der kleine Davy. Seine Mutter gibt Frances die Schuld, welche mit allen Mitteln probiert den Jungen wieder zu finden. Auf der Suche nach dem Jungen kommen weitere Geheimnisse ans Licht. Der Leichnam ihrer früheren Freundin Wynn, welche auch verschwunden ist als Kind, kommt zum Vorschein.

Frances will wissen, was in jenem Sommer vor über zwanzig Jahren geschehen ist. Und natürlich ob Davy überlebt hat und wo er ist.


Meinung:

Das Buch war von Anfang bis Ende spannend. Man fliegt am Anfang geradezu durch die Seiten und der Bombenangriff zu super anschaulich beschrieben und bringt noch mehr Spannung ins Buch rein. Für Frances war das natürlich alles andere als schön.

Mit den Zeitsprüngen bin ich super zurecht gekommen, sie haben wir geradezu gefallen. Ich persönlich mag ja Zeitsprünge total.

Die Suche nach Davy, der Fund von Wynns Leiche, die Erkenntnis das damals der falsche Mörder verurteilt wurde gepaart mit der tollen Schreibweise der Autorin lässt einen mit fiebern, hoffen und bangen. Ich habe mit Frances sehr mit gefühlt und gelitten, das sie von Schuldgefühlen übermannt wird tat mir so leid. Sie scheint eine große Last mit sich -rum zu tragen. Auch ich hätte keine Ruhe gegeben bis Davy nicht wieder da ist und Wynn´s Tod nicht aufgeklärt ist. Letztendlich hat sie alles geschafft und die letzten 150 Seite waren nochmal zum zerreißen spannend.


Fazit:

Ein sehr spannendes Buch mit einem tollen Schreibstil und Zeitsprüngen die super in das Buch rein passen. Die Autorinn hatte hier eine sehr gute Idee die sie auch wunderbar umgesetzt hat. Das Cover gefällt mir auch sehr gut und ich hatte schöne Lesestunden. Allerdings war es doch an manchen Stellen etwas langatmit und ein Epilog hätte es nochmal besser abgerundet. Im großen und ganzen aber ein schönes spannendes Buch welches ich immer wieder lesen würde.